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Die kesse Mizzi: Heimat-Heidi 43 – Heimatroman
Die kesse Mizzi: Heimat-Heidi 43 – Heimatroman
Die kesse Mizzi: Heimat-Heidi 43 – Heimatroman
eBook105 Seiten1 Stunde

Die kesse Mizzi: Heimat-Heidi 43 – Heimatroman

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Über dieses E-Book

Mit viel Herz und Verstand geht die Heimat-Heidi zur Sache, denn sie ist eine schöne Wirtin voller Tatendrang, die ihren Gästen und Mitmenschen jederzeit hilfreich zur Seite steht. Unterstützt, wenn auch nicht unbedingt immer in ihrem Sinne, wird Heidi dabei von ihrer nicht ganz volljährigen Tochter Steffi, einem feschen Mädel mit losem Mundwerk, und ihrer Mutter Luise, die keineswegs gewillt ist, kürzerzutreten und Heidi mit der Leitung des Bergerhofs alleinzulassen. Für schwungvollen, heiteren Familienzündstoff ist also bei aller Herzenswärme unserer Titelheldin jederzeit gesorgt!

»Hast den Lehner-Schorschi drinnen in der alten Gaststub' gesehen?« Heidi stellte ein Tablett Gläser auf den großen Tisch in der Küche und begann sie in die Spülmaschine zu räumen. »Nein«, Luise schüttelte den Kopf, »wie denn? Ich komm' doch aus der Küche net heraus. Net einmal gewußt hab' ich, daß der Schorschi da ist. Schon ewig hab' ich ihn nimmer gesehen. Früher, als seine Großeltern noch gelebt haben, bin ich öfter bei ihnen gewesen. Aber jetzt schon jahrelang nimmer.« »Du bist doch sogar verwandt mit ihm, oder?« Heidi sah ihre Schwiegermutter fragend an. Die winkte ab. »Ja, aber über viele Ecken.« »Wenn du die Gelegenheit wahrnehmen willst, den Schorschi zu sehen, dann kannst ja mal in die alte Gaststub' gehen, ich bin mir sicher, daß er sich freut.« Da wischte Luise sich die Hände ab. »Ich hab' zwar keine Zeit, aber für den Schorschi nehm' ich sie mir. Sind noch andere Gäst' dort« Heidi schüttelte den Kopf. »Nein, keine, der Schorschi hockt ganz alleine da.« Georg Lehner sah nicht auf, als Luise die alte Gaststube betrat.
SpracheDeutsch
HerausgeberKelter Media
Erscheinungsdatum29. Sept. 2020
ISBN9783740971847
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    Buchvorschau

    Die kesse Mizzi - Stefanie Valentin

    Heimat-Heidi

    – 43 –

    Die kesse Mizzi

    Erst voller Überschwang und dann …

    Stefanie Valentin

    »Hast den Lehner-Schorschi drinnen in der alten Gaststub’ gesehen?« Heidi stellte ein Tablett Gläser auf den großen Tisch in der Küche und begann sie in die Spülmaschine zu räumen.

    »Nein«, Luise schüttelte den Kopf, »wie denn? Ich komm’ doch aus der Küche net heraus. Net einmal gewußt hab’ ich, daß der Schorschi da ist. Schon ewig hab’ ich ihn nimmer gesehen. Früher, als seine Großeltern noch gelebt haben, bin ich öfter bei ihnen gewesen. Aber jetzt schon jahrelang nimmer.«

    »Du bist doch sogar verwandt mit ihm, oder?« Heidi sah ihre Schwiegermutter fragend an.

    Die winkte ab. »Ja, aber über viele Ecken.«

    »Wenn du die Gelegenheit wahrnehmen willst, den Schorschi zu sehen, dann kannst ja mal in die alte Gaststub’ gehen, ich bin mir sicher, daß er sich freut.«

    Da wischte Luise sich die Hände ab. »Ich hab’ zwar keine Zeit, aber für den Schorschi nehm’ ich sie mir. Sind noch andere Gäst’ dort«

    Heidi schüttelte den Kopf. »Nein, keine, der Schorschi hockt ganz alleine da.«

    Georg Lehner sah nicht auf, als Luise die alte Gaststube betrat. Er hockte da und sah vor sich auf die Tischplatte, es sah aus, als sei er tief in Gedanken versunken.

    »Servus, Schorschi…!« Luise lachte den jungen Burschen freundlich an. »Dich hab’ ich eine Ewigkeit schon nimmer gesehen. Wie kommt’s, daß du heut’ da bei uns auftauchst?«

    Es dauerte eine Weile, bis der Schorschi überhaupt den Kopf hob. Dann sah er Luise an, schließlich lächelte er.

    »Du schaust allweil gleich aus«, sagte er. »Respekt…!«

    Luise lachte. »Und du kannst Komplimente machen wie eh und je, grüß dich, Schorschi.« Dann gab sie ihm die Hand und setzte sich zu ihm an den Tisch.

    »Servus, Luise…!« Georg Lehner sah sehr fesch aus, hatte brünette Haare, war groß, sportlich gebaut, hatte eine schmale Nase und ein sehr sympathisches Lächeln.

    Luise lächelte. »Schad’, daß wir uns nimmer so oft sehen, Bub. Es war immer schön, wenn du früher mit deinen Spezln hier warst. Wie geht’s der Mizzi? Ich hab’ gehört, ihr wollt jetzt irgendwann heiraten? Es wird ja auch Zeit, ihr seid lang’ genug beisammen und wißt inzwischen, ob’s gutgeht mit euch oder net.«

    Da lachte der junge Bursche hell auf. »Das war einmal.«

    »Was war einmal?«

    »Das mit der Mizzi und mir.«

    »Das versteh’ ich jetzt net. Was heißt, wenn du sagst, das war einmal? Habt ihr die Hochzeit verschoben?«

    Diesmal lachte Georg nicht. Vielmehr schüttelte er tieftraurig den Kopf.

    »Wenn’s das wär’«, murmelte er, »damit könnt’ ich leben.«

    »Ja, Herrschaftseiten, was ist es denn?«

    »Sie will mich nimmer, die Mizzi«, murmelte Georg, den seine Spezl Schorschi nannten, »sie hat mir, wie man so schön sagt, den Laufpaß gegeben.«

    Luise starrte den jungen Burschen an, als zweifle sie an seinem Verstand.

    »Was du da gesagt hast«, erwiderte sie, »das glaub’ ich net. Die Mizzi, dieses liebe Madel? Sie soll dir den Laufpaß gegeben haben? Jetzt hörst auf mit dem Gered’, jetzt sagst, was Sache ist.«

    Georgs sportliche und große Gestalt rutschte immer mehr in sich zusammen. Einen Augenblick sah es sogar so aus, als würde er zu weinen anfangen, aber so weit kam es nicht.

    »Vor anderthalb Monaten«, begann er zu erzählen, »da hat es angefangen.«

    »Was hat angefangen?«

    »Daß die Mizzi plötzlich anders geworden ist, als sie sonst immer war.«

    »Und wie ist sie anders geworden?«

    »Sie hat schon mal ein bisserl gespöttelt«, antwortete Georg, »dann war sie wieder nett. Dann ist sie nimmer mit mir wohin gegangen, sondern mit drei oder vier Madeln sind sie nach Kempten gefahren. In eine Disco, oder in ein Weinlokal, oder was weiß ich.«

    »Oje«, murmelte Luise, »das kenn’ ich. Bei der Traudl vom Pregartner-Hof, da ist es ähnlich gewesen. Die hat genauso reagiert, als sie damals heiraten wollt’. Das heißt, sie wollt’ halt noch net, sie sollt’ heiraten. Ihre Eltern hatten das quasi gefordert.«

    Georg dachte einen Moment nach, dann schüttelte er den Kopf.

    »Das war bei uns ganz anders«, sagte er, »den Anstoß zu heiraten, hat die Mizzi selbst gegeben. Sie hat unbedingt zum Standesamt wollen. Ich hätt’ noch ein bisserl Zeit gehabt damit.«

    »Wie ist’s denn dann weitergegangen mit der Mizzi und dir?« brachte Lena das Gespräch auf den Kern zurück.

    »Tja, wie ist’s weitergegangen«, murmelte Georg, »die Mizzi hat dann nimmer gespöttelt, sondern regelrecht gespottet, vor allem, wenn andere dabei waren. Irgendwann hat sie dann gesagt, daß sie nimmer mag.«

    »Was heißt nimmer mag?«

    »Das es aus ist zwischen uns. Net nur keine Hochzeit, nein, das Paar, oder die Beziehung, nenn’s wie du willst, zwischen Mizzi und mir, gibt’s nimmer. Sie ist einseitig aufgekündigt worden. Von ihr. Und ich hock’ jetzt da und weiß nimmer weiter. Weil ich mein Leben doch eingerichtet hab’ auf die Mizzi.«

    »Wann hat sie denn die Beziehung aufgekündigt?« wollte Luise wissen.

    »Gestern«, antwortete Georg, »gestern abend. Sie hat sich mit mir in Vorderstein verabredet. Beim Kirchenwirt. Um siebene sollt’ ich da sein. Ich hab’ gemeint, ich würd’ schweben, weil ich dacht’, es wär’ alles wieder gut.«

    »Und…?«

    Georg lachte kurz auf. »Die

    Mizzi ist bei anderen am Tisch gesessen, als ich gekommen bin. Da hat sie zu den anderen kurz was gesagt, sie ist aufgestanden und zu mir gekommen und bevor ich nur ›Grüß Gott‹ hätt’ sagen können, erklärt sie mir, daß alles aus ist. Ich hab’ geschaut wie ein Ochs’, da bin ich mir sicher, weil ich ja mit ganz was anderem gerechnet hab’. Ich hab’ dann was sagen wollen, doch auch dazu ist’s nimmer gekommen. Die Mizzi hat mir nämlich rasch alles Gute für mein weiteres Leben gewünscht, und das war’s dann, aus und vorbei.«

    Luise starrte Georg an, er war der Enkel einer Cousine und sie kannte ihn seit seiner Geburt. Wenn es oft auch nicht den Anschein hatte, Georg war immer schon ein ›Sensiberl‹ wie man sagte, gewesen. Der Bub, wie Luise ihn meistens nannte, hatte immer empfindlich reagiert und war nie als prahlhanserischer Schreihals, die in den Wirtshäusern das große Wort führten, aufgetreten.

    Georg arbeitete als Techniker für ein Münchener Unternehmen, dessen Sonthofener Filiale er als stellvertretender Leiter vorstand. Daneben bewirtschaftete er, mehr oder weniger hobbymäßig, nebenher den Hof, den seine Eltern ihm hinterlassen hatten. Fürs Weiterführen halt und für die Arbeiten ums Haus herum war Lena, eine weitläufige Verwandte von Georgs Eltern, zuständig, die auch darauf achtete, daß es ihrem erklärten Schützling gutging.

    Ihr war natürlich nicht verborgen geblieben, daß es in der Beziehung Georgs zu Mizzi kriselte, und sie hatte die Welt nicht mehr verstanden, denn Mizzi war fast wie eine Tochter oder Enkelin für sie gewesen.

    »Ich weiß jetzt gar net, was ich sagen soll«, murmelte Luise, die regelrecht geschockt war. »Ich weiß nur, daß auch für dich wieder schöne Tage kommen, da bin ich ganz sicher, mehr kann ich dir momentan net sagen, Bub.« Dann

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