Keine Hoffnung für Tatiana: Der kleine Fürst 162 – Adelsroman
Von Viola Maybach
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Über dieses E-Book
"Der kleine Fürst" ist vom heutigen Romanmarkt nicht mehr wegzudenken.
»Darf ich einen Vorschlag machen, Herr Baron?« Eberhard Hagedorn, seit Jahrzehnten Butler auf Schloss Sternberg und schon lange eine Institution, war an der Tür des Salons aufgetaucht, in dem sich Baron Friedrich von Kant mit seiner Frau, Baronin Sofia, beriet.
»Natürlich, Herr Hagedorn«, antwortete der Baron müde. »Kommen Sie herein, bitte. Ich brauche Sie ja nicht aufzufordern, sich zu uns zu setzen, Sie lehnen ohnehin ab.«
Eberhard Hagedorn neigte leicht den Kopf, um anzudeuten, dass diese Einschätzung zutreffend war. Er trat zwei Schritte vor. »Mein Vorschlag ist, dass ich zu den Rothenburgs fahre und ihnen sage, wo Tim sich zurzeit befindet. Eine solche Nachricht sollte, denke ich, persönlich überbracht werden, nicht am Telefon. Und da Sie jetzt viele andere Dinge zu regeln haben, könnte ich diese Aufgabe übernehmen, zumal mein Kontakt zu den Rothenburgs in den letzten Wochen ohnehin ziemlich eng geworden ist.«
Sofia und Friedrich von Kant sahen beide gleichermaßen überrascht aus. »Auf diese Lösung hätten wir auch selbst kommen können, Fritz!«, rief die Baronin. »Sie haben ja völlig Recht, Herr Hagedorn …«
Baron Friedrich hob die Hand, um seine Frau zu unterbrechen. »Würden die Rothenburgs nicht trotzdem erwarten, dass wir uns persönlich bei ihnen melden?«, fragte er.
»Ich würde ihnen die Situation erklären«, erwiderte Eberhard Hagedorn ruhig. »Nur müssten Sie mir sagen, wann Sie die Polizei benachrichtigen wollen. Der Herr Kriminalrat wird ohnehin böse sein, wenn er vom genauen zeitlichen Ablauf der Ereignisse erfährt.«
»Vielleicht braucht er das ja nicht so genau zu wissen«, murmelte der Baron. »Ich überlege mir noch, wie ich ihm
Viola Maybach
Viola Maybach war als Fernsehredakteurin und -produzentin tätig. Heute arbeitet sie als Autorin in verschiedenen Bereichen und lebt in Frankfurt.
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Rezensionen für Keine Hoffnung für Tatiana
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Buchvorschau
Keine Hoffnung für Tatiana - Viola Maybach
Der kleine Fürst
– 162 –
Keine Hoffnung für Tatiana
… oder wird Alberts Mut am Ende doch belohnt?
Viola Maybach
»Darf ich einen Vorschlag machen, Herr Baron?« Eberhard Hagedorn, seit Jahrzehnten Butler auf Schloss Sternberg und schon lange eine Institution, war an der Tür des Salons aufgetaucht, in dem sich Baron Friedrich von Kant mit seiner Frau, Baronin Sofia, beriet.
»Natürlich, Herr Hagedorn«, antwortete der Baron müde. »Kommen Sie herein, bitte. Ich brauche Sie ja nicht aufzufordern, sich zu uns zu setzen, Sie lehnen ohnehin ab.«
Eberhard Hagedorn neigte leicht den Kopf, um anzudeuten, dass diese Einschätzung zutreffend war. Er trat zwei Schritte vor. »Mein Vorschlag ist, dass ich zu den Rothenburgs fahre und ihnen sage, wo Tim sich zurzeit befindet. Eine solche Nachricht sollte, denke ich, persönlich überbracht werden, nicht am Telefon. Und da Sie jetzt viele andere Dinge zu regeln haben, könnte ich diese Aufgabe übernehmen, zumal mein Kontakt zu den Rothenburgs in den letzten Wochen ohnehin ziemlich eng geworden ist.«
Sofia und Friedrich von Kant sahen beide gleichermaßen überrascht aus. »Auf diese Lösung hätten wir auch selbst kommen können, Fritz!«, rief die Baronin. »Sie haben ja völlig Recht, Herr Hagedorn …«
Baron Friedrich hob die Hand, um seine Frau zu unterbrechen. »Würden die Rothenburgs nicht trotzdem erwarten, dass wir uns persönlich bei ihnen melden?«, fragte er.
»Ich würde ihnen die Situation erklären«, erwiderte Eberhard Hagedorn ruhig. »Nur müssten Sie mir sagen, wann Sie die Polizei benachrichtigen wollen. Der Herr Kriminalrat wird ohnehin böse sein, wenn er vom genauen zeitlichen Ablauf der Ereignisse erfährt.«
»Vielleicht braucht er das ja nicht so genau zu wissen«, murmelte der Baron. »Ich überlege mir noch, wie ich ihm davon erzähle. Auf jeden Fall sollten die Eltern Zeit haben, mit ihrem Sohn zu sprechen, bevor die Polizei eingeschaltet wird.«
»Das bedeutet aber, dass Sie den Herrn Kriminalrat erst in einigen Stunden benachrichtigen können, Herr Baron.«
Friedrich von Kant straffte sich, alle Müdigkeit schien von ihm abzufallen. »Das nehme ich auf mich. Herr Wiedemann soll Sie sofort zu den Rothenburgs fahren, Herr Hagedorn«, sagte er. »Und benachrichtigen Sie uns bitte, sobald sie sich auf den Weg zu ihrem Sohn gemacht haben.«
»Danke für Ihr Vertrauen, Frau Baronin, Herr Baron.« Mit einer leichten Verbeugung verließ der alte Butler den Salon.
»Herr Hagedorn hat Recht, Fritz«, sagte die Baronin leise, als sie allein zurückgeblieben waren. »Wir werden Ärger mit der Polizei bekommen.«
»Ich weiß, aber es lässt sich nicht ändern, oder? Es käme mir den Rothenburgs gegenüber unmenschlich vor, den Kriminalrat bereits jetzt anzurufen.«
Sofia nickte nur und griff nach seiner Hand. Wenige Minuten später sahen sie die große dunkle Limousine vorfahren, am Steuer saß Per Wiedemann, der Chauffeur. Eberhard Hagedorn nahm vorne auf dem Beifahrersitz Platz. In den letzten Wochen hatte er das unzählige Male getan – seit die Polizei ihn aus der Hand von Entführern hatte befreien können, nach langer, quälender Geiselhaft.
»Wenn man bedenkt«, sagte die Baronin leise und versonnen, »dass Tim von Rothenburg einer von Herrn Hagedorns Entführern war...«
Die Geschichte der Entführung des alten Butlers war reich an aberwitzigen Wendungen. Eigentlich hatte ein reicher Industrieller entführt werden sollen, dem Eberhard Hagedorn überaus ähnlich sah. Mit diesem war er verwechselt und in ein Haus in den Vogesen gebracht worden. Dort hatten die Entführer festgestellt, dass sie den Falschen erwischt hatten, waren jedoch schnell darauf gekommen, dass das nicht unbedingt ein Nachteil sein musste.
Drei Leute hatten den Butler bewacht, der ›Boss‹ der Entführer war nur gelegentlich in dem Haus aufgetaucht. Zu seinen Bewachern hatten eine Frau und ein Mann gehört – und ein Junge von siebzehn Jahren, der ihm immer das Essen gebracht und irgendwann angefangen hatte, mit ihm zu reden, obwohl ihm das untersagt worden war. Dieser Junge war Timothy von Rothenburg gewesen, gegenüber Eberhard Hagedorn hatte er sich nur Tim genannt. Sein Gesicht hatte er mit einer Maske bedeckt, aber Eberhard Hagedorn hatte seine Augen sehen können.
Von Anfang an war er überzeugt gewesen, dass Tim nur durch unglückliche Umstände in dieses Verbrechen verwickelt worden war. Erst nach seiner Befreiung hatte er Tims vollen Namen erfahren und dass der Junge als Sechzehnjähriger von zu Hause weggelaufen war. Seine Eltern, Elena und Moritz von Rothenburg, hatten seitdem nichts mehr von ihm gehört. Der Kummer um ihren Jüngsten hatte beide schwer gezeichnet.
»Ja«, erwiderte der Baron auf die Bemerkung seiner Frau, »es ist eine verrückte Geschichte. Herr Hagedorn freundet sich mit einem seiner Entführer an und wird für die Eltern des Jungen einer der wichtigsten Menschen überhaupt, weil er so lange regelmäßig Kontakt zu ihrem Sohn hatte. Neulich sagte er mir, dass er den Rothenburgs eigentlich nichts Neues mehr erzählen kann, aber dass es ihnen nichts ausmacht. Hauptsache, sie können über Tim reden, mit jemandem, der ihn mag und der sich ähnliche Sorgen um ihn macht wie sie.«
Tim hatte sich, kurz bevor die Polizei Eberhard Hagedorn befreien konnte, abgesetzt und war geflohen. Tags zuvor nun hatte er den alten Butler angerufen und um Hilfe gebeten. Eberhard Hagedorn hatte ihn, halb erfroren und abgemagert bis auf die Knochen, im Wald unterhalb des Schlosses in einer Felsenhöhle gefunden und mithilfe seines Auszubildenden Jannik Weber und der jungen Köchin Marie-Luise Falkner in seine Wohnung hinter der Eingangshalle des Schlosses gebracht. Erst danach hatte er Baronin Sofia und Baron Friedrich benachrichtigt.
Sie hatten gelassen reagiert, obwohl landesweit nach dem Jungen gefahndet wurde. Er war in einem erbärmlichen Zustand, zunächst ging es ihrer Ansicht nach also darum, dass er medizinisch versorgt wurde. Der Baron hatte Dr. Walter Brocks angerufen, der Tim an diesem Morgen in seine Klinik hatte bringen lassen, wo seine Infektion behandelt und er aufgepäppelt werden sollte. Noch wussten weder die Rothenburgs noch die Polizei, dass Tim gefunden worden war.
»Nach und nach kommt alles wieder ins Lot«, sagte der Baron. »Das ist jedenfalls mein Eindruck. Dass Tim sich jetzt endlich gemeldet hat, lässt mich hoffen, dass auch dieses letzte Unglück, das uns getroffen hat, bald überstanden sein wird.«
Sofia nickte nur, Tränen traten ihr in die Augen. Zu viel war in letzter Zeit auf die Sternberger eingestürmt. Begonnen hatte das Unglücksjahr mit einem Hubschrauberabsturz: Dabei war das Fürstenpaar von Sternberg, Fürstin Elisabeth und Fürst Leopold, tödlich verunglückt. Elisabeth war Sofias Schwester gewesen, zugleich ihre engste Vertraute. Der Sohn des Fürstenpaares, Prinz Christian von Sternberg, war mit fünfzehn Jahren Vollwaise geworden und lebte seitdem bei den Kants, als ihr drittes Kind. Ohnehin wohnten die Kants schon seit Langem auf Sternberg, ihre Tochter Anna und ihr Sohn Konrad waren für Christian auch vor dem Unglück schon wie Geschwister gewesen.
Christian trug den Beinamen ›der kleine Fürst‹ seit dem Tod seiner Eltern mit noch mehr Stolz als zuvor. Sein Vater und er waren ›der große und der kleine Fürst‹ gewesen, denn Leopold hatte seinen Sohn bereits im Alter von zwei Jahren mit auf
