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Nur ein Doppelgänger: Der kleine Fürst 160 – Adelsroman
Nur ein Doppelgänger: Der kleine Fürst 160 – Adelsroman
Nur ein Doppelgänger: Der kleine Fürst 160 – Adelsroman
eBook106 Seiten1 StundeDer kleine Fürst

Nur ein Doppelgänger: Der kleine Fürst 160 – Adelsroman

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Über dieses E-Book

Viola Maybach hat sich mit der reizvollen Serie "Der kleine Fürst" in die Herzen der Leserinnen und Leser geschrieben. Alles beginnt mit einem Schicksalsschlag: Das Fürstenpaar Leopold und Elisabeth von Sternberg kommt bei einem Hubschrauberunglück ums Leben. Ihr einziger Sohn, der 15jährige Christian von Sternberg, den jeder seit frühesten Kinderzeiten "Der kleine Fürst" nennt, wird mit Erreichen der Volljährigkeit die fürstlichen Geschicke übernehmen müssen.
"Der kleine Fürst" ist vom heutigen Romanmarkt nicht mehr wegzudenken.

»Bei uns in Hamburg soll er sich jetzt aufhalten?«, fragte Albertina von Claadt beinahe erschrocken.


Sie saß gemeinsam mit Baronin Sofia und Baron Friedrich von Kant in der Bibliothek von Schloss Sternberg und nippte an einer Tasse Tee. Im Kamin brannte ein lebhaftes Feuer, das den Raum nicht nur mit gemütlicher Wärme erfüllte, sondern ihn auch in ein angenehmes Licht tauchte. Sie hatten die schweren Ledersessel dicht vor das Feuer gerückt, denn seit Tagen herrschte eisige Kälte im Land. Im Laufe des Tages war außerdem Schnee gefallen, der es den Lieferanten erschwerte, zum Schloss zu gelangen, obwohl die schmale Straße, die auf den ›Sternberg‹ führte, geräumt worden war. Der ›Sternberg‹ hieß offiziell anders, doch der richtige Name war mittlerweile beinahe in Vergessenheit geraten.


»Ja«, bestätigte Baron Friedrich. »Die Polizei hat eine Spur gefunden, die nach Hamburg führt.«


»Und du kannst dir vorstellen«, setzte die Baronin leise hinzu, »wie sehr wir uns wünschen, dass dieser Mensch endlich gefasst wird.«


›Dieser Mensch‹ war ein Mann namens Sven Helmgart, der den Schlossbewohnern Monate voller Bitterkeit und Verzweiflung beschert hatte. Zuerst war er auf die Idee gekommen, seine verblüffende Ähnlichkeit mit dem verstorbenen Fürsten Leopold von Sternberg für eine üble Erpressung zu nutzen, anschließend hatte er gemeinsam mit Komplizen den langjährigen Butler im Schloss, Eberhard Hagedorn, entführt und wochenlang gefangen gehalten.


Dass er letzten Endes mit beiden Unternehmungen gescheitert war – seine Lügengeschichte über einen angeblichen unehelichen Sohn des Fürsten war aufgeflogen, Eberhard Hagedorn vor Kurzem endlich befreit worden – konnte leider nur als Teilerfolg gewertet werden, denn erstens
SpracheDeutsch
HerausgeberBlattwerk Handel GmbH
Erscheinungsdatum28. Aug. 2017
ISBN9783740921149
Nur ein Doppelgänger: Der kleine Fürst 160 – Adelsroman
Autor

Viola Maybach

Viola Maybach war als Fernsehredakteurin und -produzentin tätig. Heute arbeitet sie als Autorin in verschiedenen Bereichen und lebt in Frankfurt.

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    Buchvorschau

    Nur ein Doppelgänger - Viola Maybach

    Der kleine Fürst

    – 160 –

    Nur ein Doppelgänger

    Cholerisch - kriminell - oder unwiderstehlich charmant?

    Viola Maybach

    »Bei uns in Hamburg soll er sich jetzt aufhalten?«, fragte Albertina von Claadt beinahe erschrocken.

    Sie saß gemeinsam mit Baronin Sofia und Baron Friedrich von Kant in der Bibliothek von Schloss Sternberg und nippte an einer Tasse Tee. Im Kamin brannte ein lebhaftes Feuer, das den Raum nicht nur mit gemütlicher Wärme erfüllte, sondern ihn auch in ein angenehmes Licht tauchte. Sie hatten die schweren Ledersessel dicht vor das Feuer gerückt, denn seit Tagen herrschte eisige Kälte im Land. Im Laufe des Tages war außerdem Schnee gefallen, der es den Lieferanten erschwerte, zum Schloss zu gelangen, obwohl die schmale Straße, die auf den ›Sternberg‹ führte, geräumt worden war. Der ›Sternberg‹ hieß offiziell anders, doch der richtige Name war mittlerweile beinahe in Vergessenheit geraten.

    »Ja«, bestätigte Baron Friedrich. »Die Polizei hat eine Spur gefunden, die nach Hamburg führt.«

    »Und du kannst dir vorstellen«, setzte die Baronin leise hinzu, »wie sehr wir uns wünschen, dass dieser Mensch endlich gefasst wird.«

    ›Dieser Mensch‹ war ein Mann namens Sven Helmgart, der den Schlossbewohnern Monate voller Bitterkeit und Verzweiflung beschert hatte. Zuerst war er auf die Idee gekommen, seine verblüffende Ähnlichkeit mit dem verstorbenen Fürsten Leopold von Sternberg für eine üble Erpressung zu nutzen, anschließend hatte er gemeinsam mit Komplizen den langjährigen Butler im Schloss, Eberhard Hagedorn, entführt und wochenlang gefangen gehalten.

    Dass er letzten Endes mit beiden Unternehmungen gescheitert war – seine Lügengeschichte über einen angeblichen unehelichen Sohn des Fürsten war aufgeflogen, Eberhard Hagedorn vor Kurzem endlich befreit worden – konnte leider nur als Teilerfolg gewertet werden, denn erstens hatten Sofia und Friedrich bereits ein hohes Lösegeld für den alten Butler bezahlt, und zweitens befand sich Sven Helmgart noch immer auf freiem Fuß. Er wurde mittlerweile mit internationalem Haftbefehl gesucht, war aber ein Verwandlungskünstler. Niemand wusste, wie er aktuell aussah, Fahndungsfotos halfen deshalb nur begrenzt weiter. Die Polizei behalf sich mit einer Serie von mehreren Fantomzeichnungen.

    »Ich habe neulich ein neueres Fantombild von ihm gesehen«, sagte Albertina nachdenklich.

    »Seine Ähnlichkeit mit Leopold ist ja allgemein bekannt, er wird also im Augenblick sicherlich alles tun, um sich äußerlich so weit wie möglich von Leo zu entfernen«, seufzte der Baron. »Für uns bedeutet es jedenfalls fortgesetzten Stress, dass der Mann immer noch frei herumläuft.«

    »Als hättet ihr nicht vorher schon genug zu erdulden gehabt«, erwiderte Albertina leise.

    Die Baronin nickte mit schmerzlichem Lächeln. Im Jahr zuvor war Fürst Leopold gemeinsam mit seiner Frau, Fürstin Elisabeth, bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen. Elisabeth war Sofias Schwester gewesen, zugleich ihre beste Freundin. Enger konnten zwei Frauen einander nicht verbunden sein als diese beiden, jetzt war eine von ihnen nicht mehr da. Sofia hatte den Verlust noch immer nicht verwunden. Das Fürstenpaar hatte einen Sohn hinterlassen, den fünfzehnjährigen Prinz Christian von Sternberg, der bei den Leuten in der Umgebung nur ›der kleine Fürst‹ hieß, da Leopold ihn zwölf, dreizehn Jahre zuvor bereits mit auf seine Reisen genommen hatte. Es hatte nicht lange gedauert, da waren sie ›der große und der kleine Fürst‹ geworden, und dabei war es geblieben, bis heute, obwohl es den großen Fürsten seit dem vergangenen Jahr nicht mehr gab.

    Immerhin wohnten Sofia und Friedrich mit ihren beiden Kindern Anna und Konrad bereits seit vielen Jahren ebenfalls im Schloss, sodass Christian es nicht hatte verlassen müssen. Er war zu den Kants in den Westflügel gezogen und jetzt, ganz selbstverständlich, ihr drittes Kind. Das war, bei allem Schrecken, zumindest ein glücklicher Umstand gewesen.

    Aber kaum hatten sie alle miteinander zaghaft begonnen, sich wieder dem Leben zuzuwenden, da war der Brief mit der Nachricht im Schloss eingetroffen, Prinz Christian von Sternberg sei gar nicht der Erstgeborene des verstorbenen Fürsten, er habe vielmehr einen älteren Halbbruder namens Sebastian Roeder …

    Die Baronin zog die Schultern zusammen, als fröstelte sie, nun, da Albertinas Bemerkung diese Ereignisse wieder wachgerufen hatte. Sofia war einige Monate zuvor zusammengebrochen, der Stress war irgendwann zu viel für sie gewesen. Seit einiger Zeit freilich war sie auf dem Wege der Besserung. Aber noch immer war sie schmaler als zuvor, und sie wirkte viel zerbrechlicher.

    »Ja«, erwiderte Baron Friedrich bemüht sachlich, »es war ein schlimmes Jahr für uns, Tina.«

    Eberhard Hagedorn erschien an der Tür. »Haben Sie noch Wünsche?«, fragte er. »Darf ich Ihnen noch etwas bringen?«

    »Eine Kanne Tee bitte noch, Herr Hagedorn.«

    »Sofort, Frau Baronin.«

    »Unglaublich, dass er schon wieder arbeitet«, sagte Albertina. »Man sollte doch meinen, dass er dazu noch gar nicht imstande ist nach den langen Wochen seiner Geiselhaft, aber abgesehen davon, dass er schmaler geworden ist, sieht er eigentlich aus wie immer.«

    »Er hat ja jetzt einen Auszubildenden«, erklärte die Baronin. »Jannik ist neunzehn und hat sich in der Zeit von Herrn Hagedorns Abwesenheit hervorragend bewährt. Die beiden kommen sehr gut miteinander aus. Jannik verehrt Herrn Hagedorn, und der hat den Jungen ins Herz geschlossen. Sie teilen die Arbeit unter sich auf, wir mischen uns da gar nicht mehr ein, es funktioniert jedenfalls reibungslos.«

    Albertina legte den Kopf an die Lehne ihres Sessels und schloss die Augen. Ihre dichten rotbraunen Haare lagen wie ein Kranz um ihren Kopf, ihr Gesicht mit den fein gezeichneten Brauen, dem üppigen Mund und der zierlichen Nase wurde vom Feuer in goldenes Licht getaucht und wirkte dadurch noch schöner.

    »Ich werde also, wenn ich zurück in Hamburg bin, nach diesem Verbrecher Ausschau halten«, sagte sie halb im Scherz. »Wenn er so aussieht wie auf diesem Fantombild, an das ich mich erinnere, dann scheint er sich ja jetzt in besseren Kreisen zu bewegen. Hieß es nicht vorher, er sei unter Obdachlosen gesehen worden?«

    »Ja, das haben mehrere Zeitungen geschrieben, offenbar gab es eine Spur in dieses Milieu. Kriminalrat Overbeck hat einen Wutanfall bekommen, weil er irgendwo eine undichte Stelle in seinem Mitarbeiterstab vermutet hat. Aber es war wohl doch der Zeuge selbst, der sich wichtig machen wollte und deshalb geplaudert hat«, erklärte der Baron.

    Albertina öffnete die Augen wieder. Sie waren blau und bildeten so einen reizvollen Kontrast zu ihren Haaren. »Ich habe überhaupt keine Lust, morgen zurück nach Hamburg zu fahren«, gestand sie. »Es ist so schön bei euch, ich kann euch gar nicht genug danken für die wundervollen Tage hier.«

    »Wir danken dir für deinen Besuch, Tina«, erwiderte die Baronin. »Freundinnen und Freunde bei uns zu haben tut uns gut. Komm nur recht bald wieder.«

    Bevor Albertina antworten konnte, wurde die Tür aufgerissen, und die Teenager stürmten herein: vorweg die dreizehnjährige Anna, gefolgt von ihrem drei Jahre älteren Bruder Konrad und ihrem fünfzehnjährigen Cousin Christian. Sie kamen aus der Schule, die erst nachmittags endete.

    Anna sah ihrer Mutter ähnlich, mit den blonden Locken und dem runden, hübschen Gesicht. Konrad hatte zwar

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