Ein Retter in der Not: Der kleine Fürst 237 – Adelsroman
Von Viola Maybach
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Über dieses E-Book
"Der kleine Fürst" ist vom heutigen Romanmarkt nicht mehr wegzudenken.
»Sie werden abgetrieben!«, schrie jemand. »Die Frau schafft es nicht!« Dominik stand nach wie vor unbeweglich am Mainufer, starrte auf die trüben Fluten, die immer wieder über die Uferbefestigung leckten und schon bald auf die Wege neben dem Fluss überschwappen würden, wenn es weiterhin regnete. Der Wind zerrte an ihm, im Wasser sah er die beiden Köpfe, Victorias und den des Jungen. Das Wasser musste eiskalt sein, sie würden bald untergehen. Die Bilder von damals mischten sich mit denen von heute, und ganz plötzlich erwachte er wieder zum Leben. Mit einer raschen Bewegung entledigte er sich seines Mantels und rannte los, bis er Victoria und den Jungen ein Stück überholt hatte, dann sprang er ins Wasser. Die Kälte raubte ihm beinahe die Besinnung, aber er wusste, dass er nicht viel Zeit hatte, und so schwamm er energisch Richtung Flussmitte. Dort vorne waren sie, sie kamen rasch auf ihn zu, die Strömung war viel stärker als erwartet, das hatte er falsch eingeschätzt. »Vicky, ich komme!«, brüllte er. Hatte sie ihn gehört? Er sah sie nicht mehr, und einen Moment lang drohte ihn die Panik zu überwältigen, dass sie mit dem Jungen an ihm vorbeigetrieben war, dass er sie nicht mehr würde einholen können bei dieser starken und schnellen Strömung, doch dann tauchte ihr Kopf wieder auf, mit dem des Jungen, er war ihnen schon ganz nah. Wieder schrie er ihren Namen, und dieses Mal hörte sie ihn, er sah ihren Kopf herumfahren. »Dominik!«, schrie sie. Noch zwei kräftige Beinschläge, dann hatte er sie erreicht. »Dreh dich um!«, rief er.
Viola Maybach
Viola Maybach war als Fernsehredakteurin und -produzentin tätig. Heute arbeitet sie als Autorin in verschiedenen Bereichen und lebt in Frankfurt.
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Rezensionen für Ein Retter in der Not
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Buchvorschau
Ein Retter in der Not - Viola Maybach
Der kleine Fürst
– 237 –
Ein Retter in der Not
… denn ihn umgibt ein schreckliches Geheimnis
Viola Maybach
»Sie werden abgetrieben!«, schrie jemand. »Die Frau schafft es nicht!«
Dominik stand nach wie vor unbeweglich am Mainufer, starrte auf die trüben Fluten, die immer wieder über die Uferbefestigung leckten und schon bald auf die Wege neben dem Fluss überschwappen würden, wenn es weiterhin regnete. Der Wind zerrte an ihm, im Wasser sah er die beiden Köpfe, Victorias und den des Jungen. Das Wasser musste eiskalt sein, sie würden bald untergehen.
Die Bilder von damals mischten sich mit denen von heute, und ganz plötzlich erwachte er wieder zum Leben. Mit einer raschen Bewegung entledigte er sich seines Mantels und rannte los, bis er Victoria und den Jungen ein Stück überholt hatte, dann sprang er ins Wasser.
Die Kälte raubte ihm beinahe die Besinnung, aber er wusste, dass er nicht viel Zeit hatte, und so schwamm er energisch Richtung Flussmitte. Dort vorne waren sie, sie kamen rasch auf ihn zu, die Strömung war viel stärker als erwartet, das hatte er falsch eingeschätzt. »Vicky, ich komme!«, brüllte er.
Hatte sie ihn gehört? Er sah sie nicht mehr, und einen Moment lang drohte ihn die Panik zu überwältigen, dass sie mit dem Jungen an ihm vorbeigetrieben war, dass er sie nicht mehr würde einholen können bei dieser starken und schnellen Strömung, doch dann tauchte ihr Kopf wieder auf, mit dem des Jungen, er war ihnen schon ganz nah.
Wieder schrie er ihren Namen, und dieses Mal hörte sie ihn, er sah ihren Kopf herumfahren. »Dominik!«, schrie sie.
Noch zwei kräftige Beinschläge, dann hatte er sie erreicht. »Dreh dich um!«, rief er.
Er musste ihr helfen, aus eigener Kraft schaffte sie es nicht mit dem bewusstlosen Kind, aber endlich konnte er sie unten den Armen greifen. Jetzt musste er rücklings zum Ufer schwimmen, aber er begriff schnell, dass er kaum vorankam, obwohl Victoria versuchte, ihm zu helfen. Er hatte ihr Gesicht nur kurz gesehen, die blauen Lippen, die bleichen Wangen, die Erschöpfung …
Verzweifelt kämpfte er gegen die Kälte, die Strömung, seine rasch einsetzende Ermüdung. Doch dann merkte er, dass Victoria sich nicht mehr bewegte, schwer und schlaff hing sie in seinen Armen, das Kind umklammernd.
»Vicky?«, rief er.
Sie antwortete nicht. Seine Hoffnung sank. Er hatte die Kraft nicht mehr, den Kopf zu wenden, um zu sehen, wie nahe sie dem Ufer waren. Und ob nicht endlich jemand ihnen zu Hilfe kam, es waren doch so viele Menschen am Ufer gewesen! Er hatte ja kaum noch die Kraft, seine Beine weiter zu bewegen. Nie in seinem Leben war ihm so kalt gewesen. Er fühlte Hände und Füße nicht mehr, alles Blut schien aus ihnen gewichen zu sein, er wusste, auch er würde das Bewusstsein bald verlieren. Sie würden alle drei ertrinken.
Er fing an zu fantasieren, sah den Pazifik vor sich, an Tagen wie diesem hier, wenn es windig und regnerisch war: die mächtigen Wellen, das bleigraue Wasser, den verhangenen Himmel, den nassen Sand. Aber er konnte auch anders, der Pazifik: Er konnte auch glatt und blau und verführerisch sein, und das war er ja auch oft genug gewesen.
Noch einmal bäumte er sich auf, machte weitere Beinstöße, denen aber bereits jegliche Kraft fehlte, als er mit einem Mal eine Stimme rufen hörte: »Wir sind gleich bei Ihnen, halten Sie durch!«
Er konnte nicht Ausschau halten nach dem, der da gerufen hatte. Sein Hals schien ein Eiszapfen zu sein, eine unbewegliche Säule, auf der sein Kopf saß. Er versuchte jetzt nur noch, sich, Victoria und das Kind über Wasser zu halten, nicht unterzugehen mit seiner kostbaren Last.
Wie aus dem Nichts tauchte ein Boot vor ihnen auf, und fast augenblicklich verließen ihn die letzten Kräfte, so dass Victoria ihm beinahe noch entglitten wäre. Im letzten Moment konnte er sie wieder festhalten, bevor kräftige Arme zuerst nach dem Kind, dann nach Victoria, zuletzt nach ihm griffen und sie an Bord zogen.
Er hörte Stimmen, verstand aber nicht, was sie sagten. Er spürte, wie ihm jemand etwas Warmes an die Lippen setzte, er trank ein paar Schlucke, dann verlor er das Bewusstsein.
*
Als Victoria zu sich kam, war sie in warme Decken gehüllt, neben ihr stand ein Infusionsständer. Ein freundliches Gesicht, umrahmt von kurzen grauen Haaren, beugte sich über sie. »Ich bin Dr. Meder«, sagte die Ärztin. »Sie waren sehr mutig, Frau von Dahlen, und Sie haben großes Glück gehabt.«
Mit einem Schlag fiel ihr alles wieder ein: ihre Auseinandersetzung mit Dominik; ihre Verzweiflung darüber, dass er ihre Trennung ohne Gegenwehr hinzunehmen schien; wie sie sich umgedreht hatte, um wegzugehen, damit er ihre Tränen nicht sah; und schließlich der kleine Junge, der vor ihren Augen ins Wasser gefallen war. Sie war, ohne groß nachzudenken, hinterher gesprungen.
»Wie geht es dem Jungen?«, fragte sie. Ihre Stimme war leise, sie hörte es selbst. Das Sprechen strengte sie an.
»Er wird überleben«, sagte Dr. Meder.
»Bin ich nicht ohnmächtig geworden im Wasser?«, fragte Victoria. »Ich erinnere mich nicht mehr daran, wie wir herausgekommen sind. Ich habe es doch nicht mehr bis zum Ufer geschafft, oder?«
»Nein, das haben Sie nicht, Sie haben tatsächlich das Bewusstsein verloren, nachdem Sie ziemlich lange durchgehalten hatten, aber zum Glück für Sie und den Jungen ist ja noch Herr von Cronenberg in den Main gesprungen und hat Sie so lange über Wasser gehalten, bis das Rettungsboot bei Ihnen war.«
»Dominik«, sagte Victoria, eher zu sich selbst als zu der Ärztin.
»Sie kennen ihn also?«
»Ja.« Sie hätte beinahe noch mehr gesagt, hielt sich aber zurück. Das ging die Ärztin nichts an.
»Die Polizei hat seinen Mantel und Ihre Jacke am Ufer gefunden, darin befanden sich Ihre Papiere. Deshalb wissen wir Ihre Namen.«
»Wie geht es Dominik?«
Die Ärztin zögerte. »Nicht so gut«, antwortete sie. »Obwohl er kürzer im Wasser war als Sie. Er ist noch immer bewusstlos, fantasiert aber, als hätte er Fieberträume.«
»Kann ich zu ihm?«
»Es würde ihm nicht helfen und Ihnen nur schaden. Wir sind immer noch dabei, Ihren Körper wieder aufzuwärmen.« Sie wies auf den Infusionsständer. »Die Infusionen sind erwärmt, so geht es schneller, als wenn man nur von außen versucht, den Körper wieder auf Normaltemperatur zu bringen.«
»Ich glaube doch, dass es ihm helfen würde, wenn ich bei ihm wäre«, entgegnete Victoria.
Die Ärztin sah sie nachdenklich an. Sie hatte warme braune Augen. »Gedulden Sie sich noch ein bisschen«, bat sie. »Es wäre unverantwortlich, Sie jetzt schon aufstehen zu lassen. Warten Sie, bis sich Ihre Körpertemperatur normalisiert hat. Aber ich verspreche Ihnen, dass ich regelmäßig wiederkomme und Ihnen berichte, wie es Herrn von Cronenberg geht.«
Victoria nickte. Sie wollte bei Dominik sein, aber zugleich war sie so müde, dass sie nicht einmal wusste, ob sie hätte aufstehen können. Sie sehnte sich danach zu schlafen.
»Sollen wir jemanden benachrichtigen?«, fragte Dr. Meder, bevor Victoria die Augen wieder zufielen.
Auf keinen Fall ihre Eltern. Die hatten auf Umwegen doch von
