Einer Liebe Opferweg: Karin Bucha Classic 25 – Liebesroman
Von Karin Bucha
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Über dieses E-Book
Karin Bucha Classic ist eine spannende, einfühlsame geschilderte Liebesromanserie, die in dieser Art ihresgleichen sucht.
Wie gelähmt stand Dr. Alexander Hanssen vor dem Schaufenster der Kunsthandlung Panneck. Seine Augen wurden förmlich angezogen von einem Ölgemälde. »Anbruch« stand mit großen Buchstaben darunter. Mit der Hand fuhr er sich über die Augen, weil er glaubte, ein Spuk narre ihn, aber das Bild blieb. Die zarte, schleierumflossene Frauengestalt, die jauchzend den anbrechenden Morgen begrüßte, glich aufs Haar Christine, seiner Frau. Ich werde wahnsinnig! dachte er. Es muß etwas geschehen, damit ich es nicht tatsächlich werde! Aber es geschah nichts. Gewißheit! Gewißheit, schrie es in ihm. Er wandte sich brüsk um und stand in der Kunsthandlung. »Kann ich bitte Herrn Panneck sprechen?« Dr. Hanssen strich sich über die Stirn. Ihm war so merkwürdig zumute, so dumpf im Kopf. Ein schmerzhafter Druck quälte seine Augen, so daß er die Lider schloß. Nur jetzt nicht wieder krank werden, nachdem er erst eben das Krankenlager verlassen hatte.
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Einer Liebe Opferweg - Karin Bucha
Karin Bucha Classic
– 25 –
Einer Liebe Opferweg
Karin Bucha
Wie gelähmt stand Dr. Alexander Hanssen vor dem Schaufenster der Kunsthandlung Panneck. Seine Augen wurden förmlich angezogen von einem Ölgemälde.
»Anbruch« stand mit großen Buchstaben darunter.
Mit der Hand fuhr er sich über die Augen, weil er glaubte, ein Spuk narre ihn, aber das Bild blieb.
Die zarte, schleierumflossene Frauengestalt, die jauchzend den anbrechenden Morgen begrüßte, glich aufs Haar Christine, seiner Frau.
Ich werde wahnsinnig! dachte er. Es muß etwas geschehen, damit ich es nicht tatsächlich werde!
Aber es geschah nichts.
Gewißheit! Gewißheit, schrie es in ihm.
Er wandte sich brüsk um und stand in der Kunsthandlung.
»Kann ich bitte Herrn Panneck sprechen?«
Dr. Hanssen strich sich über die Stirn. Ihm war so merkwürdig zumute, so dumpf im Kopf. Ein schmerzhafter Druck quälte seine Augen, so daß er die Lider schloß.
Nur jetzt nicht wieder krank werden, nachdem er erst eben das Krankenlager verlassen hatte.
»Sie wünschen, mein Herr?«
Dr. Hanssen fuhr aufgeschreckt herum.
»Eine Frage, bitte.« Seine Stimme klang unnatürlich. »Können Sie mir die Adresse des Malers Helldorf sagen?«
Panneck maß den eleganten Fremden mit prüfendem Blick. Vielleicht irgendein reicher Kunstliebhaber, urteilte er. Und Axel Helldorf hatte Aufträge sehr nötig.
»Gewiß, mein Herr. Herr Helldorf wohnt Geniusstraße 20.«
»Danke!« preßte Alexander Hanssen hervor und wandte sich zum Gehen. Fast an der Tür, kam er nochmals in den Laden zurück.
»Können Sie mir sagen, ob das Bild ›Anbruch‹ verkäuflich ist?«
»Vorläufig wohl nicht.«
Dr. Hanssen war von dieser Antwort unbefriedigt. Wie ein Traumwandler verließ er den Laden. Fragen über Fragen drängten sich ihm auf. In welchem Zusammenhang stand Christine mit diesem Bild? Wie war das Gemälde entstanden? Wie stand Christine zu dem Maler?
Mißtrauen gegen Christine kroch ihn an.
Was wußte er überhaupt von ihr? Am Krankenbett eines seiner Patienten war er ihr erstmals begegnet, und von da ab war er dem zarten jungen Geschöpf verfallen gewesen.
Vor einigen Wochen hatte er geheiratet. Sie, Christine, die jüngste Tochter des Bahnarbeiters Franz Walther. Und er war unaussprechlich glücklich gewesen, bis ihn jetzt eine rauhe Hand aus dem Himmel der Seligkeit gerissen hatte.
Wie war Christine dazu gekommen, dem Maler Modell zu stehen?
Er stand vor dem Haus Geniusstraße 20.
Ohne Zögern ging er die Stufen bis unter das Dach zum Atelier des Kunstmalers Axel Helldorf hinauf.
*
»Sie, Herr Professor?« In lieblicher Verwirrung schloß Christine Hanssen die Tür hinter Professor Markhoff und streckte ihm die Hand entgegen.
»Erschrecken Sie nicht, kleine Frau!«
Professor Markhoff legte den Mantel ab und sah sich gemütlich in der kleinen Diele um.
»Nett haben Sie es.«
Christines schöne graue Augen leuchteten dankbar auf. Doch Professor Markhoff wich dem strahlenden Blick der jungen Frau aus. Handelte er recht, wenn er dieses glückliche Herz mit Kummer belastete? Er gab sich einen Ruck. Ihre Liebe mußte sich bei dem, was nun kommen würde, bewähren.
»Ich komme Alexanders wegen«, begann er.
»Alexanders wegen?« wiederholte Christine, und Unruhe befiel sie. »Erfüllt er seine Pflichten als Oberarzt in Ihrem Krankenhaus nicht? Oder hat Alexander nach der schweren Krankheit seinen Dienst etwa doch zu früh angetreten?«
Professor Markhoff lächelte väterlich. »Alexander hat seine Pflichten noch nie absichtlich vernachlässigt.«
»Warum betonen Sie ›absichtlich‹?« In Christine sprang Angst auf.
»Frau Hanssen, seit Tagen beobachten wir Alexander. Er führt so seltsame Reden. Wissen Sie, daß er sich eine eigene Praxis einrichten will?«
»Wovon denn?« warf Christine entsetzt ein.
»Alexander hat aber seine Stellung gekündigt.«
Christine fuhr betroffen auf. »Davon weiß ich kein Wort. Hat man ihm ein günstiges Angebot gemacht?«
Professor Markhoff hob die Schulter. »Das wollte ich gerade von Ihnen wissen.«
»Ich weiß gar nichts!« bemerkte Christine bestürzt.
Professor Markhoff wurde sehr ernst. »Dann gibt es nur eine Erklärung: Ihr Gatte ist noch nicht gesund – ja, sein Zustand scheint sich verschlimmert zu haben. Es ist selbstverständlich, daß ich diese Kündigung nicht annehme. Wir werden Alexander noch einmal untersuchen. Es könnte von der Gehirngrippe etwas zurückgeblieben sein.«
»Ich habe Angst!« kam es leise von Christines Lippen.
»Nicht verzagt sein, kleine Frau!« Der Professor fuhr ihr sanft über das kastanienbraune Haar. »Sie müssen tapfer sein, wenn sich unsere Vermutung bestätigen sollte.«
»Welche Vermutung?«
»Ich kann Ihnen noch nichts sagen. Aber auf alle Fälle Kopf hoch!«
Seltsamen Empfindungen war Christine preisgegeben, als sie wieder allein war.
Was war mit Alexander?
Sie sollte auf ihn einwirken, hatte der Professor gesagt. Mein Gott, sie würde ja alles tun. Aber wenn die böse Krankheit abermals zum Ausbruch kam, würden dann ihre Kräfte ausreichen?
Immer wieder gingen ihre Blicke zur Uhr. Ihr Zeiger rückte unaufhaltsam weiter, und Alexander kam nicht. Sie geriet in einen Zustand fieberhafter Erregung.
Warum kam Alexander nicht?
Plötzlich fuhr sie zusammen. Das Telefon hatte geläutet.
Zaghaft nahm sie den Hörer zur Hand.
»Christine Hanssen!« meldete sie sich. Sie erschrak selbst vor dem heiseren Klang ihrer Stimme.
»Ich – soll sofort hinkommen? Was ist geschehen? So reden Sie doch! – Ja, ich komme!«
Der Hörer entfiel ihrer zitternden Hand. Was war mit Alexander geschehen?
Sie kleidete sich mit fliegenden Händen an und verließ vollkommen aufgelöst die kleine Neubauwohnung. Unterwegs hielt sie ein Taxi an.
Was ist nur mit mir los? dachte Dr. Hanssen und lief rat- und ziellos durch die Straßen.
War es nun zu seinem Glück, daß er den Maler nicht angetroffen hatte, oder gönnte ihm das Schicksal nur eine Gnadenfrist?
Ein paarmal blieb er stehen und fuhr sich mit den Händen nach dem Kopf. Das war ja kaum noch auszuhalten, dieser rasende Schmerz in den Augen. Dazu die Zweifel an Christine.
Aber noch wußte er nichts. Es konnte doch eine andere Frau sein, beschwichtigte er sich, aber tief im Herzen blieb das Mißtrauen. .
Er ging an einem Schaufenster vorbei und sah sich im Spiegel. Wie sah er aus? Verfallen war sein Gesicht, in den Augen brannte ein inneres Feuer. Wurde er wieder krank? Er mußte etwas gegen die Schwäche tun, die in seinen Gliedern lag.
Mit der nächsten Bahn fuhr er ins Friedstädter Krankenhaus, an die Stätte seiner Tätigkeit.
Sein Kollege Bretschneider begegnete ihm.
»Menschenskind, wie siehst du denn aus?«
Hanssen hob nur abwehrend die Hand und verschwand im Ärztezimmer. Kopfschüttelnd folgte ihm Dr. Bretschneider. Leise trat er hinter ihn und sah, wie der Kollege am Medizinschrank stand und nach einer Glasröhre griff.
Im Nu stand Bretschneider neben dem Freund und riß ihm die Röhre aus der Hand.
»Alexander! Was willst du mit dem Gift?«
»Gift?« Hansen lachte verlegen auf. »So was! Ich habe mich vergriffen.«
Er warf sich auf den nächsten Stuhl. Schweißperlen standen auf seiner Stirn. Bretschneider schloß den Schrank und stellte sich vor dem Freund auf.
»Was ist los mit dir, Alexander?«
»Hundeelend ist mir!« antwortete Hanssen geistesabwesend und meinte den Schmerz in seiner Brust und das körperliche Unbehagen.
»Gib mir ein Pulver, Arno, ich könnte sonst wieder zum Gift greifen«, sagte er nach einer Weile grimmig.
Dr. Bretschneider kam diesem Wunsch nach.
»Trink, Alexander.«
Unsicher faßte er nach dem Glas – gleich darauf entfiel es seiner kraftlosen Hand und zerbrach am Boden.
Bretschneider fing den wankenden Freund auf.
»Schwester Erika!« rief er in Angst, und als die Schwester eilig aus dem Nebenzimmer eintrat, bat er: »Schnell, Hanssen ist ohnmächtig geworden. Rufen Sie bitte den Professor.«
Es war ein schweres Stück Arbeit, den kräftigen Mann auf das Ruhebett zu bringen.
»Armer Kerl!« Mitleidig neigte sich Arno Bretschneider über den Kranken. »Hast zu zeitig deine Arbeit wieder aufgenommen.«
Da wurde hastig die Tür geöffnet. Professor Markhoff kam von Christine Hanssen zurück. Ein Blick genügte, er war im Bilde.
»Zusammengeklappt?« fragte er kurz, und Bretschneider nickte.
Hanssen rührte sich nicht.
»Christine – das Bild – das unglückselige Bild!« schrie er auf. In diesen Worten war so viel Qual, daß Markhoff zusammenfuhr.
»In den Operationssaal!« Knapp kamen seine Befehle. Schwester Erika ging, sie auszuführen. Dann wandte sich der Professor an Bretschneider.
»Sie rufen bitte in seiner Wohnung an. Frau Hanssen möchte sofort kommen!«
*
Leise schloß Professor Markhoff die Tür des Krankenzimmers hinter sich und ging eilig über den Flur.
Vor seinem Sprechzimmer verhielt er den Schritt, schöpfte noch einmal tief Atem, dann trat er ein.
»Herr Professor!« Christine kam auf ihn zugestürzt. »Kann ich zu Alexander? Ich halte das entsetzliche Warten nicht länger aus!«
»Ich sehe meine Befürchtungen leider übertroffen«, begann der Professor mit schwerer Zunge, an Christine Hanssen vorbeisehend. »Alexander hat einen Abszeß im Gehirn, der –«
»Der –?« An Christine Hansen flog alles. »So reden Sie doch endlich!«
»– der durch operativen Eingriff entfernt werden muß, und zweierlei im Gefolge haben kann.«
Christines Gesicht glich einer Maske.
»Sie können mir alles sagen!« Es klang wie ein Hauch, aber Markhoff fühlte die Angst in ihr.
Er legte den Arm um die junge Frau und redete liebevoll, tröstend auf sie ein. »Sie müssen stark sein, Frau Hanssen! Sie wollen doch, daß Alexander lebt, nicht wahr?«
Sie hob in stummer Verzweiflung die Augen. »Sie sprechen vom Tod?« fragte sie leise.
Der Professor zwang sich zu einem zuversichtlichen Ton. »Nicht vom Tod. Alexander wird leben, aber –«
»Er muß leben!« fuhr Christine leidenschaftlich auf. »Für unser Kind!«
Wie ein Vater hielt Professor Markhoff die Frau in seinen Armen, der das Schicksal eine so schwere Prüfung auferlegte.
»Es wird nicht leicht für Sie sein, aber ich muß es Ihnen sagen: Wenn wir Alexander am Leben erhalten, wird er entweder die Sprache verlieren – oder erblinden.«
»Nein, nein!« schrie Christine auf. »So grausam kann das Schicksal nicht sein!«
Sie preßte die Hände auf die Brust, unter der das Herz fast zerspringen wollte.
»Wenn er blind wird, dann kann er nicht einmal sein Kind sehen! Lieber Gott, womit habe ich das verdient?«
»Und wenn er es überhaupt nicht überlebt?« warf Professor Markhoff milde ein.
Christine rang die Hände.
»Er muß leben!« Sie richtete sich hoch auf. »Mein Leben hat nur Wert für mich, wenn ich für Alexander leben kann.«
»Dann wollen wir hoffen, daß wir ihn durchbringen«, sagte er ergriffen.
Etwas später beugte Christine Hanssen sich über ihren Mann. Sie verbarg ihr heißes Erschrecken hinter einem matten Lächeln.
»Alexander!« rief sie ihn sanft an.
Er rührte sich nicht, teilnahmslos starrte er ins Leere.
»Er steht unter dem Einfluß des Narkotikums«, raunte der Professor ihr zu.
Christine nickte wehmütig.
Als sie sich über seine Lippen neigte und sanft einen Kuß darauf drückte, schwor sie sich, Alexander niemals zu verlassen, was auch kommen möge.
Der Professor geleitete die junge Frau hinaus.
»Wir halten Sie selbstverständlich auf dem laufenden, Frau Christine. Und lassen Sie es sich gesagt sein: Sie haben treue Freunde zur Seite.«
Christines schöne Grauaugen hatten sich mit Tränen gefüllt. Er meinte es gewiß gut mit ihr. Wenn Alexander aber weder seinen Beruf als Arzt noch eine andere Tätigkeit ausüben konnte – würde sie auf des Professors Hilfsbereitschaft auch dann noch rechnen können?
Sie stöhnte leise. Nur jetzt nicht daran denken, was später kam.
Aber die Worte des Professors taten ihr doch wohl. Herzlich drückte sie seine Hand.
»Ich will immer daran denken, daß ich an Ihnen einen Freund habe.«
Dann ging sie.
*
»Almut, du weinst?« Axel Helldorf drehte seine Schwester zu sich herum.
»Ich weine nicht!« kam es abweisend von ihren Lippen, und dabei liefen ihr die Tränen über die Wangen.
»Almut!«
