Die Versprochene Braut des Scheichs: Die Almasi Scheich, #1
Von Leslie North
()
Romance
Family
Cultural Differences
Travel
Power Dynamics
Fish Out of Water
Forbidden Love
Opposites Attract
Love Triangle
Enemies to Lovers
Secret Relationship
Rich Man/poor Woman
Love at First Sight
Forced Proximity
Star-Crossed Lovers
Personal Growth
Conflict
Love
Business
Trust
Über dieses E-Book
Sie erwartet nur einen Geschäftsabschluss, doch er erwartet sehr viel mehr …
Annabelle arbeitet unermüdlich für die Minenfirma ihres Vaters, obwohl die beiden nicht gut miteinander auskommen. Als er sie bittet, in den Mittleren Osten zu reisen, um einen wichtigen Firmenzusammenschluss durchzuführen, sieht Annabelle darin eine Gelegenheit, sich zu beweisen. Doch für die willensstarke Amerikanerin, ist es schwierig, sich in der fremden Kultur zurechtzufinden. Sie soll eng mit dem Sohn des Firmenchefs des Ölunternehmens zusammenarbeiten, doch Annabelle weiß nicht recht, was sie von Imaad halten soll. Er mag vielleicht unglaublich attraktiv sein, doch sie weigert sich, sich von seinem guten Aussehen oder seiner altmodischen Art einschüchtern zu lassen.
Wenn es um das Familienunternehmen geht, dann ist Scheich Imaad ein rücksichtsloser Geschäftsmann. Dennoch bereitet es ihm Schwierigkeiten, seinem traditionsbewussten Vater die Stirn zu bieten. Als er die volle Wahrheit über den Firmenzusammenschluss erfährt und erkennt, dass die Vereinbarung die arrangierte Ehe mit der amerikanischen Managerin beinhaltet, will er sich dagegen wehren. Seine für ihn vorgesehene Braut ist sowohl schön als auch heißblütig, doch Imaad hat einen Plan. Wenn er Annabelle davon überzeugen kann, der Heirat zuzustimmen, dann könnten sie beide bekommen, was sie wirklich wollen. Das klingt auf den ersten Blick unproblematisch, doch Imaad erkennt schon bald, dass es gar nicht so einfach sein wird, eine westliche Frau zu zähmen.
Wie weit sind Imaad und Annabelle bereit zu gehen, um ihre Familien zufriedenzustellen und sich selbst zu beweisen? Und was wird geschehen, wenn aus dem Spiel langsam ernst wird?
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Buchvorschau
Die Versprochene Braut des Scheichs - Leslie North
1
Annabelle sah nun zum hundertsten Mal in der letzten halben Stunde auf die Uhr, die auf ihrem Schreibtisch stand. Seit acht Uhr heute Morgen wartete sie darauf, dass es endlich vier Uhr wurde. Nach einem Haufen Papierkram, den sie zu erledigen gehabt hatte, eine Schar frustrierender Arbeitskollegen und einer Reihe kleiner Notfälle in ihrer Abteilung, war sie nun bereit für ein großes Glas Wein und Netflix.
Wenn es doch nur schon vier Uhr wäre.
Sie schreckte auf, als jemand leise an ihre Tür klopfte. Musste sie sich möglicherweise um eine weitere Krise kümmern? Sie seufzte und rieb sich die Stirn. „Wer ist da?"
Die Tür zu ihrem Büro wurde zögerlich geöffnet und ihre beste Freundin Marian steckte den Kopf herein. Sie lächelte halb und hatte das Gesicht zu einer Grimasse verzogen, die Annabelle verriet, dass sie keine guten Neuigkeiten brachte. „Hey. Hast du eine Sekunde Zeit?"
Annabelle bedachte sie mit einem ausdruckslosen Blick. „Wofür? Ich bin kurz davor, Feierabend zu machen. Ist es dringend?"
„Ja. Marian hatte die Augen aufgerissen und knabberte an ihrer Unterlippe. „Dein Vater will mit dir sprechen.
Annabelle sank in sich zusammen. Es war kein Geheimnis, dass sie die Tochter des Firmenbesitzers war, doch sie konnte an einer Hand abzählen, wie oft sie sich innerhalb eines Jahres getroffen, geschweige denn miteinander gesprochen hatten. Und die Tatsache, dass sie mit dem Chef verwandt war, brachte ihr auch sicher keine Vergünstigungen. „Was will er denn?"
Marian schüttelte den Kopf. „Das hat er mir nicht gesagt. Doch er will, dass du ohne Umschweife zu ihm gehst. Sie seufzte. „Sieh mich nicht so an. Ich versuche nicht, dir den Tag zu ruinieren.
Annabelle entspannte ihre Gesichtszüge. „Ich weiß. Ich habe mich nur so sehr darauf gefreut, endlich nach Hause zu gehen." Sie drückte sich vom Schreibtisch weg und stand auf, dann strich sie ihren Bleistiftrock glatt und durchquerte ihr Büro mit energischen Schritten, wobei ihre hochhakigen Schuhe auf dem Holzboden klackerten. Die Ärmel ihrer Rüschenbluse engten sie ein und verlangten regelrecht von ihr, dass sie sie sich vom Leib riss und zu Boden warf, bevor sie sich auf ihre bequem gepolsterte Couch fallen ließ. Es dauert nicht mehr lang. Dann kannst du das Wochenende genießen. Es wäre ihr erstes Wochenende seit langem, das frei von Stress oder Verpflichtungen wäre. Keine Geschäftsreisen, keine langen Nächte, die sie sich an einem Freitag um die Ohren schlagen musste und keine Montagmorgen, an denen sie sich Gedanken um den Arzttermin ihrer Mutter machen musste.
Das Wochenende gehörte ihr.
Und sie wollte verdammt sein, wenn sie es nicht mit einer Flasche Wein und ihrem Vibrator genießen würde.
Die beiden Freundinnen verließen ihr Büro und gingen schnellen Schrittes in Richtung der Fahrstühle am Ende des Korridors. Marian drückte auf den Knopf mit dem Pfeil nach oben und stieß Annabelle leicht mit ihrem Ellenbogen in die Seite. „Entspann dich ein wenig. Er ist nur dein Vater."
Annabelle wollte gerade protestieren, doch bemerkte dann, wie sie ihren ganzen Körper angespannt hatte. Das geschah jedes Mal, wenn sie ihren Vater besuchte. Der Gedanke, ihn zu sehen, reichte bereits aus, um sie nervös zu machen. „Ähm, du hast recht. Du kennst mich zu gut."
„Betrachte es einfach als Teil meiner Arbeit." Marian zwinkerte ihr zu. „Als die Chefassistentin deines Vaters und als deine beste Freundin."
Annabelle lachte, und als sich die Türen des Fahrstuhls geöffnet hatten stiegen sie beide ein. „Ich habe nie ein gutes Gefühl dabei, wenn er mich zu sich in sein Büro bittet. Das bedeutet normalerweise schlechte Nachrichten."
„Nicht das letzte Mal, bemerkte Marian. „Da hast du eine Gehaltserhöhung bekommen.
„Ja, nun, die Gehaltserhöhung hätte ebenso gut eine Abstufung sein können. Annabelle drückte verdrießlich auf den Knopf für die Etage, die zwei Stockwerke über ihnen lag. „Wenn man bedenkt, wie oft meine Mutter in der letzten Zeit im Krankenhaus war, komme ich kaum über die Runden.
Marian schüttelte missbilligend den Kopf und ihre dunklen Locken wippten auf und ab, als sie zu ihr aufsah. „Du kannst ihn um eine weitere Lohnerhöhung bitten, weißt du. Er wird sie dir bewilligen."
Annabelle spürte einen Knoten in ihrer Kehle und musste schlucken. Wenn es doch nur so einfach wäre. „Du weißt, dass ich das nie tun würde." Sie war bereits abhängig genug von ihm. Durch den Umstand, sein Nachwuchs zu sein, lag sie bereits einen Punkt hinten. Doch die Tatsache, dass sie für ihn arbeitete, verschaffte ihr einen Nachteil von zehn Punkten. Wenn sie nach dem College andere Angebote erhalten hätte, die annähernd so reizvoll gewesen wären, dann hätte sie vielleicht eine Chance gehabt, sich seiner Kontrolle zu entziehen.
Doch nun, da sie unter dem Dach seiner riesigen Minengesellschaft beschäftigt war, hatte sie keine andere Wahl, als ihre Arbeit zu erledigen und den Kopf einzuziehen.
Marian tippte auf die Aktenordner, die sie unter dem Arm trug, als der Fahrstuhl im obersten Stockwerk ankam. „Soll ich ihm gut zuflüstern?"
„Nein. Annabelle ergriff das Handgelenk ihrer Freundin, als sie aus dem Fahrstuhl auf den Korridor hinaustraten. „Wenn er auch nur den Anflug einer Vorstellung bekommt, dass ich mehr Geld brauche …
Sie machte sich nicht die Mühe, den Satz zu beenden. Sie wollte sich gar nicht erst ausmalen, welch erniedrigende Bedingungen er ihr stellen würde. Es wäre besser, ihn nicht um mehr Geld oder irgendetwas anderes zu bitten.
„Ich will damit sagen, dass ich es … ich weiß auch nicht … nebenbei erwähnen könnte, oder so ähnlich. Marian zuckte mit den Schultern und senkte die Stimme, als sie auf den Gang traten, der zu seinem Büro führte. „Ich werden nichts sagen, wenn du das nicht willst, ich will nur …
„Ich weiß dein Angebot sehr zu schätzen, sagte Annabelle und drückte den Arm ihrer Freundin. „Doch ich muss einen anderen Weg finden. Ich werde ihn niemals darum bitten können.
Ihr Stolz würde es ihr nicht erlauben. Nicht nach allem, was sie als sein einziges Kind durchgemacht hatte.
Marian nickte und streckte ihre Hand nach der Türklinke aus. Sie drückte die Tür zum Büro auf und bedachte sie mit einem Lächeln. „Wir sehen uns später."
Annabelle ging in das Büro ihres Vaters, streckte ihren Rücken durch und presste ihre rubinroten Lippen zu einer dünnen Linie zusammen. Ihr Vater sah von seinem Computer auf, als er ihre Schritte hörte.
„Hallo Mr. Thomas. Sie machte vor den Stühlen halt, die vor seinem Schreibtisch standen und verschränkte die Hände hinter ihrem Rücken. Sie hatte ihn nicht mehr Vater genannt, seit sie zehn Jahre alt gewesen war. „Du wolltest mich sprechen?
Er blickte kurz auf, um sie anzusehen und wandte sich dann wieder seinem Bildschirm zu. Er knurrte leise und tippte etwas auf seiner Tastatur. „Setz dich."
Sie biss die Zähne zusammen und weigerte sich, seinem Befehl Folge zu leisten. „Danke, ich stehe gerne."
„Setz dich."
Sie biss kurz auf die Innenseite ihrer Wange, und setzte sich dann auf die äußerste Kante des Stuhls. „Um was geht es denn?"
„Du konntest noch nie einfach das tun, um was ich dich gebeten habe, oder? Die Stimme ihres Vaters war voller Herablassung. Er schüttelte den Kopf, während er weiter unbeirrt auf seiner Tastatur tippte. „Ich habe eine neue Aufgabe für dich. Eine, von der ich hoffe, dass du sie annehmen wirst.
Sie räusperte sich und war bereits dabei, sich eine Vielfalt an Ausreden im Geiste zurechtzulegen. Sie wollte verdammt sein, wenn sie seiner Bitte nachkommen würde. „Wenn ich ehrlich bin, habe ich genug zu tun. Ich komme kaum mit der Arbeit hinterher, eine weiterer Auftrag würde …"
„Aus diesem Grund habe ich dich gebeten, dich zu setzen. Er unterbrach sie mit harscher Stimme und sie setzte sich auf das weiche Sitzkissen auf dem Stuhl. Seine dunkelbraunen Augen sahen sie mit durchdringendem Blick an, doch es lag auch etwas Vertrautes darin, ein Rest von Nostalgie. „Ich möchte dir ein Angebot machen und ich will, dass du mich anhörst.
Sie nickte und schürzte die Lippen. „Worum geht es?"
Er stieß einen langen und zitternden Seufzer aus. „Wie du weißt, ist es um meine Gesundheit nicht gerade … bestens bestellt. Er räusperte sich. „Tatsächlich möchte ich einige meiner Angelegenheiten regeln, wenn du so willst. Wenn es um das Unternehmen geht, will ich kein Risiko eingehen. Ich will es auf jede nur erdenkliche Weise schützen. Und es scheint mir, dass es daher das Beste ist, mit einer anderen Firma zu fusionieren.
Annabelles Augenbrauen schossen in die Höhe. „Fusionieren? Mit … wem?"
„Es gibt eine Firma, die an einem Zusammenschluss interessiert ist, die unsere gegenwärtige Struktur bestens ergänzen wird. Die Verhandlungen laufen bereits … alles, was noch fehlt, ist die Unterschrift meines Stellvertreters."
Sie nickte. „Okay. Was für eine Rolle spiele ich dabei?"
Ihr Vater hielt inne und sah sie mit sanftem Blick an. „Ich will, dass du als meine Stellvertreterin fungierst."
Sie blinzelte und hatte Schwierigkeiten, seine Worte in sich aufzunehmen. „Wie bitte?"
„Ich brauche einen Blutsversverwandten, der der Firma an meiner Stelle einen Besuch abstattet. Mein Gesundheitszustand erlaubt es mir nicht, diese Reise anzutreten. Es ist absolut ausgeschlossen."
Annabelle runzelte die Stirn und ließ ihren Blick über die hölzerne Oberfläche seines Schreibtischs schweifen, während sie die Worte auf sich wirken ließ. „Wo befindet sich diese Firma?"
„In Parsabad."
Sie lachte. „Du machst wohl Witze."
Seine Augen verengten sich zu dünnen Schlitzen. „Ganz sicher nicht."
„Ausgeschlossen. Sie verschränkte die Arme vor der Brust. „Es tut mir leid. Du wirst selbst hinfahren müssen.
Ihr Vater seufzte und die Art, wie er sich verhielt ließ sie darauf schließen, dass er ihre Antwort erwartet hatte. „Du wirst dafür entlohnt werden."
„Ach ja? Sie schnaubte verächtlich. „Wie denn?
„In Form der Arztkosten deiner Mutter. Ihr Vater musste ein paar Mal husten. „Ich weiß, dass es nicht leicht war, die Rechnungen zu bezahlen und sich um sie zu kümmern. Ich werde für all die Rechnungen aufkommen, wenn du nach Parsabad gehst und das für mich erledigst.
Sämtliche bissige Bemerkungen, die Annabelle im Geiste bereitgehalten hatte, waren plötzlich wie weggewischt. Sie starrte ihren Vater ungläubig an. Das war nicht fair. Wie konnte er so dreist sein, ihre Mutter als Druckmittel zu benutzen? Sie würde sein Angebot nicht ablehnen können und das wusste er. Dieser gerissene, hinterhältige Hund.
„Und das ist alles? Ich reise nach Parsabad und unterzeichne dort die Papiere?"
Ihr Vater nickte ernst und starrte dabei mit finsterem Blick auf seinen Schreibtisch. „Kurz zusammengefasst, ja."
Kurz zusammengefasst. Das ließ Raum für weitere Überraschungen. Es musste einfach mehr dahinterstecken, wenn er schon so einen großen Köder auswarf.
„Und du wirst alle Arztkosten meiner Mutter bezahlen? Ernsthaft?" Sie musste ihn noch einmal fragen, nur um sicherzugehen, dass sie richtig gehört hatte.
Ihr Vater nickte.
Annabelle spannte den Kiefer an und rieb mit dem Daumen energisch über den Knöchel an ihrem Zeigefinger, während sie nachdachte. „Erwartest du, dass es irgendwelche Komplikationen geben wird? Oder ist es tatsächlich so einfach, dass du nur eine Blutsverwandte brauchst, die an deiner Stelle eine Unterschrift leistet?"
„Du musst nur vor ihrem Vorstand einen Vortrag halten und das Geschäft zum Abschluss bringen. Das ist alles, sagte er mit barscher Stimme. Er setzte sich in seinem riesigen Lederstuhl auf und strich seine graue Krawatte zurecht. „Ich habe bereits all die Schmutzarbeit erledigt. Die Verhandlungen, die Übereinkunft, die Neuverteilung der leitenden Angestellten …
Annabelle warf ihm einen fragenden Blick zu.
„Niemand wird seine Arbeit verlieren, sagte er. „Doch einige Angestellte werden den Standort wechseln müssen.
Er hielt kurz inne. „Wenn du in Minarak ankommst, wirst du dich mit Imaad treffen. Er ist der Sohn des Firmenchefs und ein netter junger Mann. Ich gehe davon aus, dass ihr beide euch gut verstehen werdet. Und wenn alles so läuft, wie ich es erwarte … sie werden dort möglicherweise eine junge leitende Angestellte wie dich brauchen können."
Annabelle betrachtete den geschmeidigen Stoff ihres Bleistiftrocks. Sie war nicht in der Lage, sich irgendwelche Gedanken zu machen, die über den Flug nach Minarak hinausgingen, von einem Umzug dorthin ganz zu schweigen. Alles was sie darüber wusste, war, dass es sich im späten neunzehnten Jahrhundert vom Iran abgespalten hatte, dass Farsi die offizielle Landessprache war und dass es wesentlich
