Eine Taufe auf der Berghütte: Toni der Hüttenwirt Extra 71 – Heimatroman
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Über dieses E-Book
Auf sehr spezielle, romantische Weise findet Toni, der Hüttenwirt seine große Liebe in einer bezaubernden Frau, die aus einer völlig anderen Umgebung stammt als der markante Mann der Berge. Sie lernt durch ihn Schönheit und Idylle seiner Heimat kennen und lieben. Gemeinsam eröffnen die beiden allen Besuchern die Werte und Besonderheiten ihres Lebens auf der Alm. Romantik, Beschaulichkeit, dramatische Spannung und feinsinnige Gespräche: Das ist die Welt von Toni, dem Hüttenwirt, der sich niemand entziehen kann.
Karl Winkler wanderte von der Kuhalm den Pfad hinauf zur Berghütte. Er ging langsam, blieb öfters stehen und atmete durch. Der kräftige Mann fühlte sich schwach. Zu viel hatte er an diesem Tag erlebt. So muss sich ein alter Mann fühlen, der an einem Stock geht, dachte er. Immer wieder ging er einige Meter, dann machte er eine Pause. So arbeitete er sich hinauf zum Geröllfeld. Dort blieb er eine Weile stehen und sah sich um. Auf der Terrasse der Berghütte sah er einen stehen. Er ging weiter zur Berghütte. Unterhalb der wenigen Stufen, die zur Terrasse hinaufführten, blieb er stehen und hielt sich mit einer Hand am Geländer fest. Der Mann kam auf ihn zu. »Grüß Gott, ich bin Toni, der Hüttenwirt! Hast du Schwierigkeiten mit dem Atmen? Ja, die Luft hier oben ist dünner, an die muss man sich erst gewöhnen. Komm, ich nehme dir den Rucksack ab. Setz dich erst mal ein bisserl hin. Das wird schon wieder.« Karl gab Toni seinen Rucksack und folgte ihm in den Wirtsraum der Berghütte. Toni bot ihm einen Stuhl an.
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Rezensionen für Eine Taufe auf der Berghütte
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Buchvorschau
Eine Taufe auf der Berghütte - Friederike von Buchner
Toni der Hüttenwirt Extra
– 71 –
Eine Taufe auf der Berghütte
… und der Name des Täuflings ist erstaunlich lang
Friederike von Buchner
Karl Winkler wanderte von der Kuhalm den Pfad hinauf zur Berghütte. Er ging langsam, blieb öfters stehen und atmete durch. Der kräftige Mann fühlte sich schwach. Zu viel hatte er an diesem Tag erlebt.
So muss sich ein alter Mann fühlen, der an einem Stock geht, dachte er.
Immer wieder ging er einige Meter, dann machte er eine Pause. So arbeitete er sich hinauf zum Geröllfeld. Dort blieb er eine Weile stehen und sah sich um. Auf der Terrasse der Berghütte sah er einen stehen. Er ging weiter zur Berghütte. Unterhalb der wenigen Stufen, die zur Terrasse hinaufführten, blieb er stehen und hielt sich mit einer Hand am Geländer fest.
Der Mann kam auf ihn zu.
»Grüß Gott, ich bin Toni, der Hüttenwirt! Hast du Schwierigkeiten mit dem Atmen? Ja, die Luft hier oben ist dünner, an die muss man sich erst gewöhnen. Komm, ich nehme dir den Rucksack ab. Setz dich erst mal ein bisserl hin. Das wird schon wieder.«
Karl gab Toni seinen Rucksack und folgte ihm in den Wirtsraum der Berghütte.
Toni bot ihm einen Stuhl an. Dann brachte er den Rucksack in eine Kammer.
Als er zurückkam, stellte er Karl einen Obstler hin und sagte streng:
»Austrinken!«
»Ich habe seit dem Mittag nichts mehr gegessen«, brachte Karl mühsam hervor. »Ich weiß nicht, ob da Alkohol gut ist.«
»Anna, bring schnell einen großen Teller Eintopf und Brot!«, rief Toni.
»Kommt sofort!«, schallte es aus der Küche.
Toni setzte sich zu Karl an den Tisch.
»Essen kommt gleich. Danach fühlst du dich besser. Du kannst den Obstler ruhig trinken. Er wird dir guttun.«
Karl zögerte etwas, dann gab er sich einen Ruck und kippte den Obstler hinunter.
Toni lächelte und sagte:
»Jetzt hast du schon wieder eine bessere Gesichtsfarbe. Du bist nicht der Erste, dem die gesunde Luft zu schaffen macht, wenn sie sie nicht gewöhnt sind. Aber ich kann dich trösten, in ein bis zwei Tagen ist es vorbei.«
»Es ist nicht die Bergluft, es ist etwas anderes. Ich hatte einen schweren Tag. Es gab da etwas, das ich jetzt erfahren habe. Es war ein richtiger Schock für mich. Wie das ja oft der Fall ist, kommt die Reaktion des Körpers später. Bei mir kam sie eben auf dem Weg herauf.« Nach einer Pause sagte er: »Übrigens, ich bin Karl Winkler, Bernds Vater. Bernd ist der Schmied auf dem Reiterhof.«
»Das hatte ich mir gleich gedacht«, sagte Toni. »Ihr seht euch sehr ähnlich. Außerdem hat Bernd angerufen. Er sagte, du bräuchtest eine Auszeit und müsstest zur Ruhe kommen. Das kannst du bei uns. Du wirst sehen, du wirst dich schnell erholen. Die Berge haben Wunderkräfte. Sie dringen direkt in die Seele eines Menschen ein und heilen sie.«
Karl nickte.
Anna brachte das Essen.
»Lass es dir schmecken!«, sagte Toni.
Karl dankte und begann sofort zu essen.
»Schmeckt gut«, murmelte er.
»Freut mich. Lass es dir schmecken! Wenn du einen Nachschlag willst, lass es mich wissen«, sagte Toni.
Er ging zu Anna in die Küche.
Anna warf ihm einen Blick zu.
»Bernds Vater sieht nicht gut aus«, sagte sie.
»Das stimmt. Bernd hat am Telefon eine Andeutung gemacht. Er wird sich wieder erholen. Und wenn er sein Herz ausschütten will, bin ich ein guter Zuhörer.«
»Das weiß ich, das weiß jeder in Waldkogel, Toni«, sagte Anna. »Den Mann muss etwas schwer getroffen haben. Mei, mir zieht sich das Herz zusammen, wenn ich ihn anschaue. Ich habe noch Apfelstrudel mit Vanillesoße. Süßes hebt die Stimmung.«
Sie richtete einen Teller mit Apfelstrudel, gab Sahne drauf und goss rundherum die Soße.
Den Teller trug sie hinaus zu Karl Winkler.
»Ich hoffe, es hat geschmeckt«, sagte Anna. »Magst du noch etwas?«
»Danke, es war köstlich und genug.«
Anna lächelte Karl an.
»Für einen köstlichen Nachschlag wird noch Platz sein. Das geht aufs Haus.«
»Oh, vielen Dank!«, sagte Karl. »Ich mache eine kleine Pause und esse den Apfelstrudel später.«
»Wie wäre es mit Kaffee?«
»Perfekt, schwarz und ohne Zucker«, antwortete Karl.
»Kommt sofort«, antwortete Anna.
Sie nahm den leeren Suppenteller und den Löffel mit.
»Er sieht schon etwas besser aus, Toni«, flüsterte Anna.
»Gutes Essen hält Leib und Seele zusammen. Das ist eine alte Weisheit«, antwortete Toni.
Anna machte Kaffee.
Toni nahm sich auch einen Becher und ging zu Karl.
»Darf ich mich zu dir setzen?«, fragte Toni.
»Gern«, antwortete Karl.
Er lächelte.
»Das ist eine schöne Berghütte. Richtig urig, gemütlich!«
»So ist es, Karl. Sie ist seit der Erbauung fast unverändert. Anna und ich haben sie so belassen, als wir sie vor vielen Jahren übernahmen. Unsere Hüttengäste wissen es zu schätzen, auch wenn alles sehr einfach ist. Wir haben fast nur Stammgäste. Okay, wer sich einmal hierher verirrt, der ist genauso begeistert wie du und kommt immer wieder.«
»Das glaube ich gern. Schön, dass ihr noch ein Plätzchen für mich hattet«, sagte Karl.
»Oh, das war Zufall. Einer unserer Stammgäste hat abgesagt aus beruflichen Gründen«, sagte Toni. »Er hat es sehr bedauert. Ich sagte ihm, aufgeschoben ist nicht aufgehoben.«
»Es ist sehr ruhig hier«, bemerkte Karl.
Toni schmunzelte.
»Wir haben eine große Gruppe hier. Alle sind engbefreundet, lauter Bergliebhaber, echte Bergler, wie wir sagen. Sie machen eine gemeinsame Hochgebirgstour. Sie werden erst später zurück sein, vermute ich. Sie genießen irgendwo den Sonnenuntergang. Es sind lauter nette Burschen. Du wirst sehen. Sie hatten die anderen Hüttengäste eingeladen mitzukommen. Sie werden dich sicherlich ansprechen und einladen.«
»Bewahre! Ich bin völlig untrainiert. Außerdem will ich allein wandern gehen. Kannst du mir ein paar einsame Routen empfehlen?«
»Du bist wohl gern allein, wie?«, fragte Toni.
»Im Augenblick ja, ich will nachdenken. Ich bin ein bisserl überarbeitet, verstehst du?«
»Hast du zu viel gearbeitet?«
»Das kommt dazu«, sagte Karl.
Er begann den Apfelstrudel zu essen.
»Lecker«, sagte er.
»Das musst du Anna sagen«, bemerkte Toni. »Sie backt hier die Kuchen und das Brot.«
»Deine Anna ist ein wahrer Schatz.«
»Ja, das ist sie. Ein besseres Madl hätte ich nicht finden können.«
»Wo hast du sie gefunden?«
»Im Zug von Hamburg nach München. Sie fuhr bis Frankfurt mit. Sie war sehr zurückhaltend. Aber ich hatte beschlossen, sie zu verfolgen und so weiter und so weiter. Ich erzähle dir die Tage mal unsere ganze Geschichte. Sie kommt mir heute noch wie ein Wunder vor.«
»Es freut mich, dass du glücklich bist. Das ist nicht jedem vergönnt«, sagte Karl leise.
»Oh, das heißt, du bist nicht so glücklich?«, rutschte es Toni heraus.
Karl trank einen Schluck Kaffee, um Zeit für die Antwort zu gewinnen.
»Toni, ich habe doch gesagt, dass das nicht jedem vergönnt ist. Nun gut, es ist, wie es ist. Jeder Mensch hat einen anderen Charakter. Jeder Mensch hat seine weniger gute Seiten. Das ist bei einem Madl genauso, wie es bei einem Burschen der Fall sein kann.«
»Das stimmt, kein Mensch ist perfekt. Es kommt nur darauf an, was man daraus macht, wie man damit umgeht«, sagte Toni.
Karl nickte.
Toni merkte ihm an, dass er das Thema nicht weiter vertiefen wollte. Es entstand eine etwas peinliche Stille.
Die Stille währte nicht lange, denn die Bergwanderer kamen fröhlich von ihrer Tour zurück.
»Karl, die wollen alle essen. Ich muss Anna helfen. Wenn du deine Ruhe haben willst, setze dich raus auf die Terrasse. Sie werden alle hier
