Über dieses E-Book
"Nenn mir deinen Preis!" Darcy ist schockiert von der Forderung des exzentrischen Milliardärs Max Fonseca. Zwar ist sie als seine Sekretärin an seine Launen gewöhnt. Aber dass er sie jetzt zwingt, seine Verlobte zu spielen, geht zu weit! Auch wenn sie sich insgeheim seit Langem nach ihm verzehrt. Doch sie weiß, dass er sie nur an seiner Seite braucht, damit er das Geschäft seines Lebens abschließen kann. Und eine derart berechnende Beziehung kommt für Darcy auf keinen Fall infrage! Bis Max sie mit einem zärtlichen Kuss überrascht, der sie gegen ihren Willen dahinschmelzen lässt … JULIA 122016
Abby Green
Abby Green spent her teens reading Mills & Boon romances. She then spent many years working in the Film and TV industry as an Assistant Director. One day while standing outside an actor's trailer in the rain, she thought: there has to be more than this. So she sent off a partial to Harlequin Mills & Boon. After many rewrites, they accepted her first book and an author was born. She lives in Dublin, Ireland and you can find out more here: www.abby-green.com
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Buchvorschau
Jetzt und für die Ewigkeit? - Abby Green
IMPRESSUM
JULIA erscheint in der HarperCollins Germany GmbH
© 2015 by Abby Green
Originaltitel: „The Bride Fonseca Needs"
erschienen bei: Mills & Boon Ltd., London
in der Reihe: MODERN ROMANCE
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.
© Deutsche Erstausgabe in der Reihe JULIA
Band 2235 - 2016 by HarperCollins Germany GmbH, Hamburg
Übersetzung: Petra Pfänder
Abbildungen: Harlequin Books S.A., alle Rechte vorbehalten
Veröffentlicht im ePub Format in 06/2016 – die elektronische Ausgabe stimmt mit der Printversion überein.
E-Book-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck
ISBN 9783733706784
Alle Rechte, einschließlich das des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.
CORA-Romane dürfen nicht verliehen oder zum gewerbsmäßigen Umtausch verwendet werden. Sämtliche Personen dieser Ausgabe sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.
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1. KAPITEL
„Na, sieh mal einer an. Das ist ja interessant. Die kleine Darcy Lennox, in meinem Büro, auf Jobsuche."
Darcy unterdrückte einen Anflug von Ärger bei seiner Anspielung auf ihre Größe. Sie war überhaupt nicht richtig klein. Vor allem aber versuchte sie, den Aufruhr all ihrer Sinne in seiner Nähe zu unterdrücken. Nur der breite Schreibtisch trennte sie von Maximiliano Fonseca Roselli.
Er war schlicht und einfach umwerfend. Das war er immer schon gewesen, aber jetzt war er es mehr denn je. Er war ein Mann geworden, nicht mehr der siebzehnjährige Junge aus ihrer Erinnerung. Erotische Anziehung umgab ihn wie ein berauschender Duft.
Max Fonseca Roselli war halb Brasilianer, halb Italiener. Sein dunkelblondes Haar fiel immer noch widerspenstig und zerzaust auf den Kragen – lang genug, um zu zeigen, dass ihm nichts wichtig war, vor allem keine Regeln und Normen.
Doch irgendwann war ihm offensichtlich etwas wichtig genug gewesen, um einer der jüngsten Milliardäre Europas zu werden.
Ein Unternehmer, den man im Auge behalten sollte, hatte eine Finanzzeitschrift ihn genannt.
Darcy konnte sich lebhaft vorstellen, dass zahllose Frauen nur zu glücklich wären, jede seiner sexy Bewegungen im Auge zu behalten. Seine Gesichtszüge waren makellos – fast jedenfalls. „Du hast ja eine Narbe!", platzte sie heraus.
Die Narbe zog sich von seiner linken Schläfe bis zum Kinn und ließ ihn nur noch geheimnisvoller und düsterer wirken.
Unter ihrem musternden Blick hob er eine Braue. „Deine Beobachtungsgabe ist einwandfrei."
Darcy errötete. Seit wann war sie so taktlos? Bei ihrem Eintritt in sein imposantes Büro mitten in Roms Innenstadt hatte er sich erhoben. Jetzt standen sie immer noch, und in ihrem Hosenanzug brach Darcy langsam der Schweiß aus. Oder lag es an seinen goldbraunen Augen, die sie schon damals vom ersten Moment an gefesselt hatten?
Er verschränkte die Arme vor der Brust, und ihr Blick wurde unwiderstehlich von den eindrucksvollen Muskeln unter seinem weißen Hemd angezogen. Der oberste Knopf war geöffnet, die Ärmel aufgerollt. Ohne Zweifel war seine Kleidung maßgeschneidert. Doch Max wirkte auch in diesem tadellosen Outfit alles andere als zivilisiert. Dazu war sein Blick zu wissend, zu zynisch.
„Erzähl, Darcy, warum bewirbt sich eine Absolventin von Boissy le Château um einen Job als Chefsekretärin? Bevor sie antworten konnte, ergänzte er mit einer Andeutung von Spott: „Ich hätte erwartet, dass du inzwischen in den europäischen Adel eingeheiratet und eine Schar von Erben produziert hättest – wie jedes andere Mädchen, das diese anachronistische Institution aus mittelalterlichen Tagen besucht hat.
Gefesselt von seinem goldbraunen Blick, bereute sie, dass sie sich ausgerechnet auf diesen Job beworben hatte. Wie hatte sie das jemals für eine gute Idee halten können? Ich wollte ihn wiedersehen, gestand sie sich ein.
„Nachdem du gegangen warst, bin ich nur noch ein Jahr in Boissy geblieben … Sie zögerte und dachte daran zurück, wie Max draußen im Schnee einen anderen Jungen verprügelt hatte, an die blutroten Flecken in dem makellosen Weiß. Sie schob den Gedanken zur Seite. „Das Geschäft meines Vaters hat damals sehr unter der Rezession gelitten, und er konnte das Schulgeld für Boissy nicht mehr zahlen. Darum bin ich nach England zurückgekehrt und habe dort die Schule beendet.
Sie erwähnte nicht, wie froh sie gewesen war, der bedrückenden Atmosphäre in Boissy zu entkommen.
Max verzog übertrieben mitleidig sein Gesicht. „Das heißt, Darcy war nicht die Ballkönigin von Paris?"
Bei seiner Erwähnung des jährlichen Debütantinnenballs biss Darcy die Zähne zusammen. Eine Ballkönigin, sie? Niemals … Sie schob den Gedanken beiseite und wandte sich einem anderen zu. Darcy wusste, Max hatte auf Boissy keine gute Zeit gehabt. Sie aber hatte nicht zu seinen Gegnern gehört. Ganz im Gegenteil. Sie krümmte sich innerlich, als eine weitere lebhafte Erinnerung vor ihrem inneren Auge aufstieg.
Es war nicht lange nach seiner Ankunft in dieser Schule gewesen. Darcy war dazugekommen, als zwei Jungen Max festhielten. Ein anderer wollte ihn gerade in den Magen boxen. Ohne nachzudenken hatte sie sich dazwischengeworfen und geschrien: „Stopp!"
Bei dem Gedanken, er könnte sich ebenfalls daran erinnern, stieg ihr das Blut in die Wangen. „Nein, erwiderte sie gepresst. „Ich war nicht auf dem Debütantinnenball. Wie du meinen Bewerbungsunterlagen entnehmen kannst, habe ich in London Sprachen studiert.
Dieses Bewerbungsgespräch war ein entsetzlicher Fehler gewesen. „Max, ich habe einfach deinen Namen bei den Jobangeboten entdeckt und dass du nach einer Chefsekretärin suchst. Wahrscheinlich hätte ich nicht herkommen sollen." Darcy bückte sich und nahm ihre Aktentasche auf.
Max runzelte die Stirn. „Was ist – willst du einen Job oder nicht?"
„Natürlich will ich einen Job", erwiderte sie schnippischer als beabsichtigt. Wieso musste Max so verdammt atemberaubend und verwirrend sein? „Ich brauche einen Job."
Sein Stirnrunzeln vertiefte sich. „Haben deine Eltern alles verloren?"
Offenbar unterstellt er mir, ich würde mich nur um einen Job bewerben, weil meine Eltern mir kein Geld mehr geben können, dachte Darcy ärgerlich. „Nein, zum Glück hat sich das Geschäft meines Vaters wieder erholt. Aber ob du es glaubst oder nicht: Ich verdiene meinen Lebensunterhalt selbst", ergänzte sie knapp.
Max stieß ein Geräusch aus, als könnte er ihr nicht ganz glauben. Darcy biss sich auf die Lippen, um ruhig zu bleiben. Sie konnte ihm nicht einmal wirklich einen Vorwurf machen. Er hatte schon recht: Eine Schülerin von Boissy erwartete üblicherweise, dass ihr alles im Leben in den Schoß gelegt wurde.
Seine faszinierenden Augen waren viel zu nah, und Darcy wurde sich schmerzlich ihrer winzigen Statur und der üppigen Figur bewusst. Schon lange hatte sie jede Hoffnung aufgegeben, so dünn zu werden wie die Frauen auf den Titelblättern. Stattdessen versuchte sie, das Beste aus dem zu machen, was das Leben ihr mitgegeben hatte.
„Sprichst du fließend Italienisch?", fragte Max in schnellem Italienisch.
Darcy blinzelte, dann erwiderte sie in derselben Sprache: „Ja. Meine Mutter stammt aus Rom. Ich bin zweisprachig aufgewachsen und spreche außerdem Spanisch, Deutsch und Französisch. Und mein Chinesisch ist akzeptabel."
Er warf einen Blick in ihre Unterlagen, die geöffnet vor ihm auf dem Schreibtisch lagen. „Ich sehe, dass du in den letzten fünf Jahren in Brüssel gelebt hast, fuhr er wieder auf Englisch fort. „Ist das jetzt dein Zuhause?
Darcys Magen zog sich zusammen. Seit ihrem achten Lebensjahr hatte sie kein Zuhause mehr gehabt. Damals hatten sich ihre Eltern getrennt und den Familienwohnsitz verkauft. Danach war Darcy zwischen den Eltern und ihren Schulen hin und her gereist. Durch den Beruf ihres Vaters und die wechselnden Beziehungen der Mutter blieb sie nie lange genug an einem Ort, um sich zu Hause zu fühlen.
Darcy hatte gelernt, dass sie sich nur auf sich selbst und ihre Fähigkeiten verlassen konnte. „Im Moment habe ich keinen festen Wohnsitz. Ich bin frei und kann dort leben, wo ich meinen nächsten Job bekomme."
Wieder betrachtete er sie mit diesem eindringlichen Blick. Wahrscheinlich verglich er sie in diesem Moment mit den anmutigen Models, mit denen er ständig fotografiert wurde. Neben ihnen würde Darcy mit ihren Einsachtundfünfzig wie ein Baby-Elefant aussehen.
Ihr gefiel die Unsicherheit gar nicht, die bei diesem Gedanken in ihr aufstieg. In schwachen Momenten hatte sie in den letzten Jahren alle Zeitungsartikel über ihn gelesen – zum Beispiel den, der ein Foto von Max im Bett mit zwei russischen Models gezeigt hatte. Wütend auf sich selbst, hatte sie hinterher die ganze Zeitung in den Müll gestopft.
Plötzlich streckte Max die Hand aus. „Du bist engagiert, mit einer zweiwöchigen Probezeit. Ab morgen. Hast du eine Unterkunft?"
Darcy wurde blass. Er bot ihr den Job an? In ihrem Kopf wirbelten immer noch Bilder von halbnackten dünnen Blondinen mit Schmollmund herum, verschlungen mit Max’ athletischem Körper. Ohne nachzudenken streckte sie ebenfalls die Hand aus und ergriff seine. Seine langen warmen Finger umschlangen ihre. Für einen Moment kam es Darcy vor, als würde sie kopfüber in einen Abgrund stürzen.
Abrupt zog er seine Hand fort, blickte auf seine Uhr, dann wieder zu ihr.
Darcy erwachte aus ihrer Erstarrung. „Äh … ja, für die nächsten Tage habe ich ein Hotelzimmer gebucht." Bei dem Gedanken an das mehr als einfache Hotel in einem der weniger attraktiven Bezirke Roms hätte sie fast eine Grimasse geschnitten.
Max nickte. „Gut. Sollte ich dich nach der Probezeit übernehmen, suchen wir dir etwas Festes."
Sie sahen sich an. Die Vorstellung, mit ihm zusammenzuarbeiten, machte Darcy sprachlos.
„Ich habe jetzt ein Meeting, sagte Max. Ein Hauch Ungeduld schwang in seinem Tonfall mit. „Ich sehe dich morgen früh um neun. Dann gehen wir alles genau durch.
Hastig nahm Darcy ihre Aktentasche. „Gut. Dann … bis morgen. An der Tür wandte sie sich noch einmal um. „Du tust das aber nicht nur, weil wir uns von früher kennen …?
Max stemmte eine Hand in die Hüfte. Seine Ungeduld spiegelte sich in seiner Miene. „Nein, Darcy, das hat damit nichts zu tun. Zufällig bist du von allen Bewerbern die Qualifizierteste. Und nach diversen Sekretärinnen, die alle dachten, es gehöre zum Job, den Chef zu verführen, bin ich froh über jemanden, der seine Grenzen kennt."
Darcy gefiel gar nicht, wie tief es sie verletzte, dass Max die Möglichkeit, von ihr verführt zu werden, so rundum abtat. Bevor sie sich noch mehr blamieren konnte, murmelte sie etwas zum Abschied und ging.
Ungewohnt still starrte Max auf die Tür, die sich gerade geschlossen hatte. Darcy Lennox.
Ihr Name auf der Liste der Bewerber hatte ihn wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen. Genau wie ihr Gesicht, das sofort lebhaft vor seinen Augen aufgetaucht war. Er bezweifelte, dass er viele seiner Klassenkameraden wiedererkennen würde. Und Darcy war nicht einmal in seinem Jahrgang gewesen.
Aber so klein und bescheiden sie auch gewesen war: Offenbar hatte sie einen nachhaltigen Eindruck auf ihn hinterlassen. Das Gefühl war ihm seltsam unangenehm. Üblicherweise strich er die Menschen ohne einen zweiten Gedanken aus seinem Leben, wenn er fertig mit ihnen war, ganz gleich, ob es sich um eine Geliebte oder einen Geschäftspartner handelte.
Noch immer sah er ihre Augen vor sich – riesig und blau, ein verwirrender Kontrast zu ihrer olivfarbenen Haut, offenbar ein Erbe ihrer italienischen Mutter.
Verwirrend? dachte Max ärgerlich. Er fuhr sich mit einer Hand durch das Haar. Es würde wirklich eine Erleichterung sein, endlich mit jemandem zusammenzuarbeiten, der ihn nicht als eine erotische Herausforderung ansah.
Darcy Lennox strahlte gesunden Menschenverstand und Sachlichkeit aus. Verlässlichkeit. Die Tatsache, dass auch sie Boissy besucht hatte – wenn auch nur für kurze Zeit – bedeutete, dass sie ihren Platz kannte und niemals die Grenzen überschreiten würde. Nicht wie seine letzte Sekretärin, die eines Morgens in seinem Schreibtischsessel auf ihn gewartet hatte – nur mit einem seiner Hemden bekleidet.
Einen Moment lang versuchte er, sich eine ähnliche Situation mit Darcy vorzustellen, aber er sah nur ihr ernstes Gesicht und ihre vernünftige Kleidung vor sich, das ordentlich zurückgebundene dunkle Haar. Erleichterung durchflutete ihn. Endlich eine Sekretärin, die ihn nicht vom Geschäft seines Lebens ablenken würde!
Sollte es mit seinem aktuellen Klienten zu einem Vertragsabschluss kommen, würde ihm das endgültig seinen Platz in der globalen Finanzwirtschaft sichern.
Je länger er darüber nachdachte, desto besser gefiel ihm der Gedanke. Darcy einzustellen, war das Beste, was ihm seit Wochen passiert war. Sie würde nicht nur ihre Pflichten gewissenhaft erfüllen, sondern sich gleichzeitig nahtlos einfügen. Er griff zum Telefon und
