Gegen alle Widerstände …: Mami Classic 22 – Familienroman
Von Yvonne Bolten
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Claudia stürmte ins Zimmer ihrer kleinen Schwester. »Krikri, hast du Muschi gesehen?« rief sie. »Nein, vielleicht ist Muschi bei ihrem Freund, dem Kater von Buschmanns«, mutmaßte Krikri. Ihr Taufname war Isolde. Niemand außer dem Klassenlehrer und den diversen Kinderfrauen, die sie in ihrem achtjährigen Leben gehabt hatte, nannte sie so. Für ihre Familie und ihre Freunde war sie Krikri. »Muschi soll es bloß nicht wagen, mir unter die Augen zu kommen.« Claudia war böse. »Was hat Muschi dir denn getan?« erkundigte sich Krikri. »Mir nichts, aber Flasch«, stieß Claudia hervor. »Deinem Goldfisch Flasch? Den Udo dir geschenkt hat?« fragte Krikri. »Das Katzenvieh hat Flasch gefressen. Er ist auf jeden Fall nicht mehr im Aquarium.« »Vielleicht hat Flasch sich hinter einer Pflanze versteckt«
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Buchvorschau
Gegen alle Widerstände … - Yvonne Bolten
Mami Classic
– 22 –
Gegen alle Widerstände …
Yvonne Bolten
Claudia stürmte ins Zimmer ihrer kleinen Schwester. »Krikri, hast du Muschi gesehen?« rief sie.
»Nein, vielleicht ist Muschi bei ihrem Freund, dem Kater von Buschmanns«, mutmaßte Krikri.
Ihr Taufname war Isolde. Niemand außer dem Klassenlehrer und den diversen Kinderfrauen, die sie in ihrem achtjährigen Leben gehabt hatte, nannte sie so. Für ihre Familie und ihre Freunde war sie Krikri.
»Muschi soll es bloß nicht wagen, mir unter die Augen zu kommen.« Claudia war böse.
»Was hat Muschi dir denn getan?« erkundigte sich Krikri.
»Mir nichts, aber Flasch«, stieß Claudia hervor.
»Deinem Goldfisch Flasch? Den Udo dir geschenkt hat?« fragte Krikri.
»Das Katzenvieh hat Flasch gefressen. Er ist auf jeden Fall nicht mehr im Aquarium.«
»Vielleicht hat Flasch sich hinter einer Pflanze versteckt«, meinte Krikri.
»In dem Aquarium ist keine Pflanze.«
»Aber vielleicht war es gar nicht Muschi, die ihn gefressen hat.«
»Außer diesem haarigen Rollmops ißt hier niemand Goldfische.«
»Muschi ist kein haariger Rollmops! Muschi ist ein süßes schönes Kätzchen.« Krikri war empört.
»Es ist wirklich sehr süß, meinen Goldfisch aufzufressen. Diese Katze hat nicht die geringste Moral. Sie ist von den Barthaaren bis zum Schwanz absolut demoralisiert. Ich frage mich bloß, wie ich Udo die Sache mit Flasch erklären soll.«
Von der Diele her war das dreimalige Schlagen einer Uhr zu hören. »Es ist schon drei. Papa kommt bald nach Hause. Er hat mir nämlich versprochen, daß wir zu dem Pferd gehen, das rechnen kann«, sagte Krikri.
»Ein rechnendes Pferd? Wo gibt es denn so etwas?«
»Im Schloßpark. Es kann bis hundert rechnen«, erzählte Krikri begeistert.
»Bis hundert. Das kann ich ja noch nicht einmal«, lachte Claudia. Sie stand ein Jahr vor dem Abitur und war sehr gut in der Schule. In Mathematik hatte sie allerdings große Schwierigkeiten. Mit Zahlen wußte Claudia genauso wenig anzufangen wie ihre Schwestern Marleen und Krikri.
Die zweiundzwanzigjährige Marleen studierte Pädagogik und wäre wegen Mathematik fast durch das Abitur gefallen. Bei Krikri, die in die zweite Klasse ging, zeichnete sich jetzt schon eine ähnliche Entwicklung ab.
»Willst du mitkommen zu dem Pferd, das Zahlen zusammenzählen kann? Papa hat mir versprochen, daß wir danach zum Eisessen gehen.«
»Ich überlege es mir noch mal. Wo ist Papa eigentlich?« fragte Claudia.
»Papa bringt Clara Heart zu ihrem Cousin.«
»Dann kommt er heute bestimmt nicht mehr nach Hause«, prophezeite Claudia.
»Doch, Papa hat es mir versprochen.«
»Du weißt doch, was von Papas Versprechungen zu halten ist. Wann begreifst du endlich, daß auf Papa kein Verlaß ist? Ich weiß nicht mehr, wie oft er schon gesagt hat, daß er nach Hause kommt und dann doch weggeblieben ist«, fuhr Claudia fort.
»In der letzten Zeit hat Papa immer gehalten, wenn er uns etwas versprochen hat.«
In diesem Augenblick donnerte es. Ein Blitz zuckte auf. Sekunden später läutete im Erdgeschoß der Villa das Telefon.
»Das ist Udo«, rief Claudia und stürmte die Treppe hinunter.
Krikri lehnte sich über das Treppengeländer. Claudia stand genau unter ihr. »Udo«, sagte Claudia, »stell dir vor, unsere Katze hat Flasch gefressen. Der arme Goldfisch! Es tut mir so leid um ihn. Er sah so hübsch aus, wenn er durch das Wasser schwamm.«
Krikri ging in ihr Zimmer zurück.Hoffentlich hört das Gewitter bald auf. Ich möchte doch so gern mit Papa zu dem Pferd gehen, das rechnen kann, dachte sie.
Sie preßte die Nase gegen die Fensterscheibe und blickte in den Garten, der die elterliche Villa umgab. Es hatte angefangen zu regnen. Dicke Tropfen prasselten gegen die Fensterscheibe. Alle paar Minuten grollte ein Donner. Es hörte sich an, als würden am Himmel alle Wolken auf einmal zusammenstoßen. Ein Blitz folgte auf den anderen.
Auf einmal fiel Krikri ein, wie sehr sich das Kätzchen Muschi vor Gewittern fürchtete. Bestimmt war Muschi schon ganz naß von dem Regen.
Im Garten war das Kätzchen nicht zu sehen. Vielleicht sitzt Muschi vor der Haustür und wartet darauf, daß ihr jemand aufmacht, dachte Krikri. Sie lief aus dem Zimmer und stürmte die Treppe hinunter.
Mathilde Bauer, die Zugehfrau bei den von Waldens, stand mitten in der großen Diele. Sie hatte eine kleine schwarze Handtasche fest an den Bauch gepreßt und starrte Krikri mit weitgeöffneten Augen entsetzt an. Ihr rundes liebes Gesicht war wachsbleich.
»Hörst du, wie es blitzt und donnert, Krikri?« fragte sie mit tonloser Stimme
»Ja, das ist das Gewitter« antwortete Krikri. Sie lief zur
Tür.
»Laß die Tür zu, Krikri« , rief Mathilde Bauer.
»Ich will nur sehen, ob Muschi da ist«, sagte Krikri und öffnete die Tür. Von Muschi war nichts zu sehen.
»Muschi ist nicht da.«
»Sie wird schon noch kommen, Krikri. Mach dir keine Gedanken um das Kätzchen. Gewitter ist nichts Schlimmes. Wirklich nicht. Da mußt du keine Angst haben«, meinte Mathilde Bauer versichern zu müssen.
Krikri sah mit großen Augen zu ihr auf. »Du zitterst ja, Tante Bauer«, sagte sie. Sie war die einzige der drei von Walden-Töchter, die die Zugehfrau duzte und ›Tante Bauer‹ nannte.
Mathilde Bauer preßte ihre Handtasche noch fester an sich. Sie war die Tochter eines Landwirts und hatte als Kind erlebt, wie eine Kuh durch einen Blitz getötet worden war. Seit der Zeit stand sie bei Gewitter tausend Ängste aus.
Krikri lief zu ihr und umarmte sie. »Tante Bauer, ich bin ja bei dir«, tröstete sie mit zärtlicher Stimme.
Die Zugehfrau legte beide Arme um Krikri. »Ja, das ist gut, meine kleine Krikri«, sagte sie.
Tatsächlich verlor sich etwas von ihrer Angst. Sie betrachtete Krikri mit Zärtlichkeit.
Was wäre aus Krikri geworden, wenn sie nicht so mutig und tapfer wäre, ging es Mathilde durch den Kopf. Wahrscheinlich, setzte sie in Gedanken hinzu, wäre sie an den Familienverhältnissen zerbrochen.
Die Mutter Regina von Walden war wenige Tage nach Krikris Geburt gestorben. Krikri hatte nie mütterliche Liebe und Zärtlichkeit erfahren.
Sie war unter der Aufsicht von Kindermädchen und Erzieherinnen aufgewachsen. Ihre älteren Schwestern gingen zwar meistens liebevoll und rücksichtsvoll mit Krikri um, aber sowohl Marleen wie Claudia waren zu jung und auch zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um an dem kleinen Mädchen Mutterstelle vertreten zu können.
Krikris Vater, der berühmte Komponist und Star-Dirigent Nikolai von Walden, verbrachte nur wenige Wochen des Jahres bei den drei Töchtern in der Villa in Kronberg am Taunus. Es war nicht selten vorgekommen, daß er sein Kommen angekündigt hatte und im letzten Moment dann doch verhindert gewesen war.
Marleen, die älteste Tochter, hatte sich aus dem Grunde mehr oder weniger vom Vater abgewandt. Claudia war auf dem besten Wege, es ihr gleichzutun.
Nur Krikri, die jüngste von Walden-Tochter, ließ nichts auf ihren über alles geliebten Papa kommen. Alle Enttäuschungen hatten ihrer Liebe nichts anhaben können.
Die Zugehfrau schloß ihre Überlegungen mit einem tiefen Seufzer. Sie strich Krikri dabei über das Haar, das zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden war. Die Stirn bedeckte zur Hälfte ein stark gelockter Pony.
»Siehst du, Tante Bauer,
