Ich laß dich nicht im Stich: Mami Classic 25 – Familienroman
Von Annette Mansdorf
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»Wenn du nicht endlich aufißt, gibt es heute keinen Nachtisch«, warnte Marina den sechsjährigen Kevin, der jetzt zum dritten Mal seinen Teller wegschob. »Aber ich will Nachtisch haben. Du bist doof. meinem Papa, dann mußt du gehen und darfst nicht wiederkommen.« »Dann wäre ich gar nicht böse. Bei dir macht es mir nämlich keinen Spaß.« Kevin starrte Marina sprachlos an. So eine Antwort war er nicht gewohnt. Die anderen Babysitterinnen waren immer ganz kleinlaut geworden, wenn er solche Drohungen ausstieß – und auch wahrmachte. Es bereitete ihm ein boshaftes Vergnügen, ihnen Schwierigkeiten zu machen. Sein Papa glaubte immer ihm. »Meinst du das echt?« »Na klar meine ich das echt. Glaubst du, ich habe Lust, mich jeden Tag zu ärgern? Ich kann noch andere Kinder beaufsichtigen, die mich lieber mögen.« »Dann geh doch!« sagte er beleidigt und schob den Teller endgültig von sich. »Das geht ja nicht. Ich habe versprochen bei dir zu bleiben, bis deine Großmutter kommt.
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Buchvorschau
Ich laß dich nicht im Stich - Annette Mansdorf
Mami Classic
– 25 –
Ich laß dich nicht im Stich
Annette Mansdorf
»Wenn du nicht endlich aufißt, gibt es heute keinen Nachtisch«, warnte Marina den sechsjährigen Kevin, der jetzt zum dritten Mal seinen Teller wegschob.
»Aber ich will Nachtisch haben. Du bist doof. Ich sag das
meinem Papa, dann mußt du gehen und darfst nicht wiederkommen.«
»Dann wäre ich gar nicht böse. Bei dir macht es mir nämlich keinen Spaß.«
Kevin starrte Marina sprachlos an. So eine Antwort war er nicht gewohnt. Die anderen Babysitterinnen waren immer ganz kleinlaut geworden, wenn er solche Drohungen ausstieß – und auch wahrmachte. Es bereitete ihm ein boshaftes Vergnügen, ihnen Schwierigkeiten zu machen. Sein Papa glaubte immer ihm.
»Meinst du das echt?«
»Na klar meine ich das echt. Glaubst du, ich habe Lust, mich jeden Tag zu ärgern? Ich kann noch andere Kinder beaufsichtigen, die mich lieber mögen.«
»Dann geh doch!« sagte er beleidigt und schob den Teller endgültig von sich.
»Das geht ja nicht. Ich habe versprochen bei dir zu bleiben, bis deine Großmutter kommt. Und das werde ich auch tun.«
»Aber ich will dich nicht mehr sehen!«
»Dann mach die Augen zu.«
Kevin war sprachlos. Marina schien es wirklich ernst zu meinen. Er betrachtete sie mit neu erwachtem Interesse. Vielleicht konnte er von ihr ja doch noch etwas lernen…
Marina hatte wirklich keine Lust mehr, auf den verwöhnten Jungen aufzupassen. Inzwischen betreute sie bereits drei Kinder, um ihr Taschengeld aufzubessern. Ganz schön viel, ihre Freundin maulte schon, weil sie kaum noch Zeit hatte. Nein, auf Kevin konnte sie echt gut verzichten.
Er bestand darauf, in dem parkähnlichen Garten Ball zu spielen. Sie mußte mitmachen, denn heute wurde sie noch bezahlt und das Geld hatte sie längst eingeplant. Die tolle Marken-Jeans, die sie neulich im Schaufenster gesehen hatte, mußte Marina unbedingt haben. Ihre Freundin Sonja besaß eine ähnliche, nur nicht in dunkelblau. Ihre Mutter wollte ihr für solchen Firlefanz, wie sie es nannte, kein Geld geben.
Statt dessen kaufte sie dann lieber das neunundneunzigste Buch zum selben Thema: »Der Mann, das unbekannte Wesen« oder so ähnlich.
Marina wußte, da sie jetzt ein bißchen ungerecht war. Aber gerade, bevor sie hierhergekommen war, hatten sie wieder einmal Streit gehabt. Marina hatte eine andere Vorstellung davon, wie ihr Zimmer aussehen sollte als ihre Mutter. Ständig sollte sie aufräumen. Dabei kam doch niemand außer ihr hinein! Wozu war es denn wichtig, daß jedes Ding an seinem Platz lag, wenn Marina doch genau wußte, wo sie etwas fand. Erwachsene waren manchmal ganz schön nervig.
»Du sollst mit mir spielen«, beschwerte sich Kevin nörgelig.
»Ich bin doch hier, oder?«
»Aber du guckst gar nicht zu mir hin.«
»So interessant ist dein Anblick auch nicht.«
Kevin riß den Mund auf, um wieder einmal zu protestieren, aber als er sah, daß sie grinste, lachte er.
»Du bist irgendwie doch ganz okay. Willst du nicht hierbleiben?«
»Nee, ich glaube nicht. Morgen hast du dann wieder deine Launen, und ich ärger mich tot.«
»Und wenn ich keine Laune habe?«
»Das schaffst du gar nicht. Du bist viel zu verwöhnt.«
»Schaff ich doch! Wollen wir wetten?«
»Ich weiß nicht…«
»Doch, laß uns um einen großen Eisbecher wetten. Und um eine CD von Prince.«
»Ihh, Prince! Nein, dann verlieren ich die Wette lieber. Prince will ich auf keinen Fall gewinnen.«
Marina tat so, als schüttelte sie sich vor Abscheu. Kevin lachte und konnte gar nicht mehr aufhören.
Als seine Großmutter nach Hause kam, saßen sie einträchtig nebeneinander auf der Terrasse. Marina las Kevin Asterix-Comics vor. Er konnte zwar schon selbst lesen, aber Kevin liebte es, wenn sie vorlas, weil sie für jede Figur eine andere Stimme wählte und alle Geräusche wunderbar nachmachte.
»Da seid ihr ja, ihr beiden. War es ein schöner Nachmittag?«
Marina und Kevin sahen sich an und lachten.
»Ja, war toll, Großmama. Marina wollte erst gar nicht mehr wiederkommen, weil ich so verwöhnt bin, sagte sie. Aber jetzt kommt sie doch.«
Marina war rot geworden. So genau hätte Kevin es nicht wiedergeben müssen.
»So so, du bist also zu sehr verwöhnt…, da hat die junge Dame vielleicht sogar recht, nicht wahr, Kevin? Manchmal denke ich auch, du solltest eine etwas strengere Erziehung haben.«
Kevins Fröhlichkeit war schlagartig dahin. Er sah richtig verzweifelt aus. Marina verstand gar nicht, was jetzt passierte.
»Aber nicht in ein Internat, Großmama! Du hast es versprochen!«
»Ich habe nichts versprochen, mein Kind. Ich habe nur gesagt, daß ich es mir überlegen werde, wenn du dich besser benimmst.«
Plötzlich begriff Marina, was hier ablief. Sie kannte diese Internats-Drohung auch. Allerdings wandte ihre Mutter sie nur im äußersten Notfall an, und dann mußte sie schon einiges angestellt haben. Außerdem wußte wie, daß ihre Mutter sich niemals wirklich von ihr trennen würde. Aber bei Kevin schien das etwas anderes zu sein. Er hatte wirklich Angst.
»Kevin war gar nicht frech oder so etwas. Wir haben uns nur ein bißchen gekabbelt«, kam sie ihm zu Hilfe, denn jetzt hatte sie ein schlechtes Gewissen.
Der arme Kevin, er sah aus wie ein Häufchen Elend.
»Ich weiß schon, was du meinst, Marina. Du mußt jetzt nicht versuchen, es zu entschuldigen. Hast du noch Geld zu bekommen?«
»Das hat Professor von Burgheim schon erledigt.«
»Fein. Dann kannst du jetzt gehen.«
»Auf Wiedersehen, Kevin. Auf Wiedersehen, Frau von Burgheim.«
»Du kommst doch übermorgen wieder?«
»Ich denke, das wird nicht nötig sein, Kevin. Darüber sprechen wir noch.«
Kevins Augen füllten sich mit Tränen. Marina sah die ältere Dame an und wunderte sich, daß sie bei soviel Gemeinheit überhaupt lächeln konnte.
»Herr von Burgheim hat gesagt, ich soll kommen.«
Sie bot ihr die Stirn, doch das schien Adaline von Burgheim in keiner Weise zu beeindrucken.
Hier bestimmt sie wohl, dachte Marina leicht ernüchtert. Worüber beschwerte sie sich eigentlich bei ihrer Mutter? Die könnte nie so gemein sein.
Als sie nach Hause kam, rief sie nicht wie sonst gleich bei Sonja an, sondern setzte sich an ihren Schreibtisch und machte ihre Hausaufgaben. Irgendwie hatte es ihr die Petersilie verhagelt. Dauernd mußte sie an Kevin denken und war sicher, daß sie es verschuldet hatte, wenn er jetzt doch in ein Internat mußte. Dabei war er doch erst sechs Jahre alt! Es mußte schlimm sein, dann von allen Freunden getrennt zu werden. Seine Oma, die er »Großmama« nennen mußte, würde er wohl weniger vermissen, aber sein Vater war echt nett. Der hatte aber leider viel zu wenig Zeit für Kevin.
Als ihre Mutter nach Hause kam, war Marina mit allem fertig. Sogar ihr Zimmer hatte sie ein bißchen aufgeräumt, wenigstens so, daß es auf den ersten Blick ordentlich aussah.
»Nanu, was ist denn hier passiert?«
»Guten Abend, Mami.«
