Gräfin Ilona – schön, aber verarmt!: Der kleine Fürst 327 – Adelsroman
Von Viola Maybach
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Über dieses E-Book
"Der kleine Fürst" ist vom heutigen Romanmarkt nicht mehr wegzudenken.
»Zwei Fälle in einer ganzen Woche«, murmelte Lucius von Corten. »Nicht gerade viel, Lämmchen, oder?« Die Angesprochene war eine hübsche Frau von Mitte Vierzig, deren hellblond gefärbte Haare, rundliches Gesicht und unschuldiger Blick immer wieder Menschen dazu verleiteten, sie nicht ernst zu nehmen – was sie später bitter bereuten: Saskia Lamm war eine hochintelligente Frau, die sich lange Jahre mühsam als allein erziehende Mutter dreier Söhne durchs Leben geschlagen hatte. Ihre Anstellung in der vor kurzem eröffneten Anwaltskanzlei von Lucius von Corten betrachtete sie als Glücksfall. als Rechtsanwaltsgehilfin ausbilden lassen. Gelegentlich erzählte sie Lucius von ihren Erfahrungen in diversen Kanzleien, und er konnte sich gar nicht genug darüber wundern, dass offenbar niemand ihre außerordentlichen Fähigkeiten erkannt und genutzt hatte. Für ihn nämlich war sie von Anfang an viel mehr als eine Gehilfin gewesen: Er diskutierte gern mit ihr über schwierige juristische Fragen, und immer fand er interessant und bedenkenswert, was sie dazu zu sagen hatte. Hätte sie einen Abschluss gehabt, er hätte nicht gezögert, sie als seine Partnerin in die Kanzlei aufzunehmen. »Sie sind zu ungeduldig, Herr von Corten«, stellte sie jetzt fest. »Aber Sie sind ja auch noch jung.« »So jung nun auch wieder nicht«, brummte er. Sie lächelte in sich hinein. Er hätte beinahe ihr Sohn sein können, doch sie wies ihn nicht darauf hin, sondern fuhr fort: »Niemand kennt Sie – woher sollen also die Leute wissen, dass Sie der richtige Rechtsanwalt für sie sind? Ich mache schon ordentlich Mundpropaganda, das dürfen Sie mir glauben, aber so schnell wirkt sie sich wohl nicht aus.« »Zwei Fälle«, wiederholte er, »und praktisch nichts daran zu verdienen. Ein Sorgerechtsstreit, eine unberechtigte Kündigung.
Viola Maybach
Viola Maybach war als Fernsehredakteurin und -produzentin tätig. Heute arbeitet sie als Autorin in verschiedenen Bereichen und lebt in Frankfurt.
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Rezensionen für Gräfin Ilona – schön, aber verarmt!
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Buchvorschau
Gräfin Ilona – schön, aber verarmt! - Viola Maybach
Der kleine Fürst
– 327 –
Gräfin Ilona – schön, aber verarmt!
Ein charmanter Retter muß her…
Viola Maybach
»Zwei Fälle in einer ganzen Woche«, murmelte Lucius von Corten. »Nicht gerade viel, Lämmchen, oder?«
Die Angesprochene war eine hübsche Frau von Mitte Vierzig, deren hellblond gefärbte Haare, rundliches Gesicht und unschuldiger Blick immer wieder Menschen dazu verleiteten, sie nicht ernst zu nehmen – was sie später bitter bereuten: Saskia Lamm war eine hochintelligente Frau, die sich lange Jahre mühsam als allein erziehende Mutter dreier Söhne durchs Leben geschlagen hatte.
Ihre Anstellung in der vor kurzem eröffneten Anwaltskanzlei von Lucius von Corten betrachtete sie als Glücksfall. Sie hatte selbst einige Semester Jura studiert, ihr Studium aber wegen der Kinder aufgeben müssen und sich stattdessen
als Rechtsanwaltsgehilfin ausbilden lassen. Gelegentlich erzählte sie Lucius von ihren Erfahrungen in diversen Kanzleien, und er konnte sich gar nicht genug darüber wundern, dass offenbar niemand ihre außerordentlichen Fähigkeiten erkannt und genutzt hatte.
Für ihn nämlich war sie von Anfang an viel mehr als eine Gehilfin gewesen: Er diskutierte gern mit ihr über schwierige juristische Fragen, und immer fand er interessant und bedenkenswert, was sie dazu zu sagen hatte. Hätte sie einen Abschluss gehabt, er hätte nicht gezögert, sie als seine Partnerin in die Kanzlei aufzunehmen.
»Sie sind zu ungeduldig, Herr von Corten«, stellte sie jetzt fest. »Aber Sie sind ja auch noch jung.«
»So jung nun auch wieder nicht«, brummte er.
Sie lächelte in sich hinein. Er hätte beinahe ihr Sohn sein können, doch sie wies ihn nicht darauf hin, sondern fuhr fort: »Niemand kennt Sie – woher sollen also die Leute wissen, dass Sie der richtige Rechtsanwalt für sie sind? Ich mache schon ordentlich Mundpropaganda, das dürfen Sie mir glauben, aber so schnell wirkt sie sich wohl nicht aus.«
»Zwei Fälle«, wiederholte er, »und praktisch nichts daran zu verdienen. Ein Sorgerechtsstreit, eine unberechtigte Kündigung. Wenn das so weitergeht...«
»Wir sollten einen Kaffee trinken«, schlug Saskia vernünftig vor. »Ich kenne Sie doch: Wenn Sie erst einmal anfangen, alles schwarz zu sehen, hören Sie so schnell nicht wieder auf.« Sie verließ den Raum und kam gleich darauf mit einem Tablett zurück, auf dem zwei Kaffeetassen, Milch und Zucker standen. Sie hatte auch noch einige appetitlich aussehende Kekse dazu gelegt.
Tatsächlich hellte sich Lucius’ Gesicht auf, sobald er einen Schluck getrunken und einen Keks gegessen hatte. »Ihre Kekse sind die besten, Lämmchen«, stellte er fest.
»Das will ich meinen«, erwiderte sie selbstbewusst. »Ich schlage vor, dass wir uns noch ein bisschen mit dem Sorgerechtsstreit befassen, schließlich ist die erste Verhandlung übermorgen.«
Lucius nickte zustimmend. »Gute Idee«, sagte er. »Mir ist da nämlich noch etwas eingefallen,
gestern Abend, bevor ich zu Bett ging – vielleicht sagen Sie mir mal, was Sie davon halten. Eventuell hilft uns das gegen diesen Vater...«
»Nur zu!« Saskias Augen strahlten in froher Erwartung. Sie setzte sich an den Konferenztisch, faltete die Hände und sah Lucius an. »Ich bin ganz Ohr, Herr Rechtsanwalt!«
*
»Papa, du kannst mich doch jetzt nicht allein lassen!« Tränen liefen über das schöne Gesicht der jungen Gräfin Ilona zu Ottenburg, als sie die schmale kraftlose Hand ihres Vaters an die Lippen zog. »Bitte, Papa, du musst kämpfen!«
Alexander Graf zu Ottenburg lächelte mühsam. »Nicht mehr«, flüsterte er. »Jetzt bist du an der Reihe, Kind, und du wirst dein Leben auch ohne mich meistern.«
»Nein, das werde ich nicht!«, sagte sie verzweifelt. »Zuerst Mama und jetzt du...« Die Stimme versagte ihr, sie fing haltlos an zu weinen.
Alexander löste behutsam seine Hand aus ihrer und strich ihr über die Haare. »Erinnere dich immer an die schöne Zeit, die wir miteinander hatten«, sagte er. »Und vergiss nie, was du mir und deiner Mutter bedeutet hast, Kind. Du hast uns glücklich gemacht. Und du wirst in deinem Leben noch viele Menschen glücklich machen. Wenn du erst einmal einen Mann gefunden hast...«
»Ich will keinen Mann, Papa! Ich will, dass du am Leben bleibst!«
»Das liegt nicht in unserer Hand, Ilona.« Seine Stimme wurde schwächer. »Es ist mir ein Trost zu wissen, dass du gut versorgt bist. Und dann ist da ja auch noch Jeremy. Wenn du Kummer hast, vertrau dich ihm an. Willst du mir das versprechen?«
»Papa!«, flüsterte Ilona.
Er schenkte ihr noch ein Lächeln, dann hörte er auf zu atmen.
Ilona glaubte es nicht, wollte es nicht glauben, aber er gab ihr keine Antwort mehr, still und ruhig lag seine Hand in ihrer, seine geöffneten Augen sahen sie nicht mehr. Sie rief nach Jeremy – Jeremy Winter, dem Butler ihres Vaters, der schon vor ihrer Geburt der Butler ihrer Eltern gewesen war.
»Ich bin ja da, Gräfin Ilona«, sagte er mit ruhiger Stimme, »ich bin ja da.«
Er war es, der die Augen des verstorbenen Grafen schloss, und er war es auch, der den Hausarzt informierte, damit er kam und den Totenschein ausstellte. Ilona selbst war nicht imstande, sich zu rühren, einen klaren Gedanken zu fassen, etwas Vernünftiges zu tun. Sie blieb bei ihrem Vater sitzen, weil sie noch immer hoffte, er würde die Augen wieder öffnen, sie anlächeln und sagen: »Aber, Kind, wie konntest du auch nur einen Moment lang glauben, ich würde dich verlassen?«
Doch er blieb stumm, und noch bevor der Hausarzt eintraf, veränderte sich die Farbe seiner Haut. Hatte sie zuerst noch glauben können, er sei nur eingeschlafen, so gab es nun keinen Zweifel mehr: Ihr Vater war tot, er würde nie mehr zurückkehren.
An alles, was danach geschah, konnte sie sich später nur dunkel erinnern: die gemurmelten Beileidsworte des Arztes; die Männer vom Bestattungsinstitut, die den Leichnam abholten und dabei so leise und unauffällig auftraten, dass sie beinahe unsichtbar waren; der starke Tee, den Jeremy ihr kochte; die ersten Anrufe, weil sich die Nachricht bereits herumsprach; der weiche Händedruck des Vermögensverwalters ihres Vaters.
Flüchtige, verschwimmende Eindrücke, denn eines überlagerte alles und ließ sie die Außenwelt nur undeutlich wahrnehmen: der Schmerz um einen unersetzlichen Verlust.
Niemals, das wusste sie, würde sie darüber hinwegkommen.
*
»Alexander zu Ottenburg ist gestorben, Fritz«, sagte Baronin Sofia von Kant zu ihrem Mann, Baron Friedrich. Sie reichte ihm die Todesanzeige. »Ich wusste ja, dass er krank ist – aber dass er sterben würde...«
»Das wird ein harter Schlag für Ilona sein«, erwiderte der Baron, nachdem er die Anzeige gelesen hatte. »Sie hat sehr an ihrem Vater gehangen.«
»Er war ja auch alles, was sie hatte. Die Mutter früh gestorben, keine weiteren Verwandten...« Die Baronin griff erneut nach der Anzeige. »Die Bestattung ist übermorgen, Fritz.«
»Wir gehen natürlich hin«, erklärte er.
Sie wurden von Eberhard Hagedorn unterbrochen, der seit langen Jahren Butler auf Schloss Sternberg war. »Frau Baronin, Herr Baron, Herr von Corten ist soeben eingetroffen und lässt fragen, ob Sie einige Minuten
