Die getilgte Schuld: Fürstenkinder 97 – Adelsroman
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Über dieses E-Book
Ihre Lebensschicksale gehen zu Herzen, ihre erstaunliche Jugend, ihre erste Liebe – ein Leben in Reichtum, in Saus und Braus, aber oft auch in großer, verletzender Einsamkeit.
Große Gefühle, zauberhafte Prinzessinnen, edle Prinzen begeistern die Leserinnen dieser einzigartigen Romane und ziehen sie in ihren Bann.
Mit zitternden Flanken stand der schwarze Hengst Feuerteufel da und schnaubte. Alexander Graf von Roseneck warf dem herbeieilenden Stallburschen Fritz die Zügel zu. »Führe ihn erst ein paarmal herum, dann reibe ihn gut ab, ehe du ihn in den Stall bringst«, befahl er. Mit zusammengekniffenen Augen schaute der Graf seiner Schwägerin entgegen, die eilig die Freitreppe herunterkam und schon von weitem rief: »Alexander, warum reitest du immer so wild? Man muß Angst haben, daß du dir einmal den Hals brichst.« »Kommst du, um mir das zu sagen, Ursula?« grollte er. Sie war nun atemlos bei dem Grafen angekommen und fuhr tadelnd fort: »Du solltest deine Tochter besser erziehen, denn sie gehorcht mir nicht. Dieses Kind muß ins Bett, aber ich kann sagen, was ich will, es tut so, als ob ich gar nicht vorhanden bin.« Der Graf schaute sich suchend um. »Wo ist denn Michaela?« »Da mußt du dich schon in den Schloßpark bemühen«, entgegnete seine Schwägerin. Sie drehte sich um und stieg langsam die Freitreppe hinauf. Doch sie verhielt den Schritt und rief Alexander zu, der noch an derselben Stelle stand: »Verzeih mein Aufbrausen, aber ich fühle mich heute gar nicht wohl.« »Ist schon gut«, winkte der Graf gutmütig ab, dann ging er mit federnden Schritten davon. Die fünfjährige Michaela hockte unter einer Birke und schaute zwei kleinen Käfern zu, die offensichtlich miteinander rauften. Vorsichtig schlich sich der Graf an sein Töchterchen, das er über alles liebte, heran.
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Buchvorschau
Die getilgte Schuld - Margarete Klimsch
Fürstenkinder
– 97 –
Die getilgte Schuld
Unveröffentlichter Roman
Margarete Klimsch
Mit zitternden Flanken stand der schwarze Hengst Feuerteufel da und schnaubte.
Alexander Graf von Roseneck warf dem herbeieilenden Stallburschen Fritz die Zügel zu. »Führe ihn erst ein paarmal herum, dann reibe ihn gut ab, ehe du ihn in den Stall bringst«, befahl er.
Mit zusammengekniffenen Augen schaute der Graf seiner Schwägerin entgegen, die eilig die Freitreppe herunterkam und schon von weitem rief: »Alexander, warum reitest du immer so wild? Man muß Angst haben, daß du dir einmal den Hals brichst.«
»Kommst du, um mir das zu sagen, Ursula?« grollte er.
Sie war nun atemlos bei dem Grafen angekommen und fuhr tadelnd fort: »Du solltest deine Tochter besser erziehen, denn sie gehorcht mir nicht. Dieses Kind muß ins Bett, aber ich kann sagen, was ich will, es tut so, als ob ich gar nicht vorhanden bin.«
Der Graf schaute sich suchend um. »Wo ist denn Michaela?«
»Da mußt du dich schon in den Schloßpark bemühen«, entgegnete seine Schwägerin. Sie drehte sich um und stieg langsam die Freitreppe hinauf. Doch sie verhielt den Schritt und rief Alexander zu, der noch an derselben Stelle stand: »Verzeih mein Aufbrausen, aber ich fühle mich heute gar nicht wohl.«
»Ist schon gut«, winkte der Graf gutmütig ab, dann ging er mit federnden Schritten davon.
Die fünfjährige Michaela hockte unter einer Birke und schaute zwei kleinen Käfern zu, die offensichtlich miteinander rauften.
Vorsichtig schlich sich der Graf an sein Töchterchen, das er über alles liebte, heran. Einige Minuten sah er selbstvergessen auf das liebreizende Persönchen im roten Kleidchen.
»Hallo, Spatz«, sagte er zärtlich.
Sofort stellte sich das Kind auf und drehte sich um. »Papi, bist du endlich wieder da?« jauchzend eilte Michaela in die ausgebreiteten Arme ihres Vaters und schmiegte sich liebevoll an ihn.
»Spatz, ich hörte, daß du der Tante Ursula nicht gehorchen wolltest?«
Das kleine Mädchen legte den Kopf in den Nacken und sah zu dem geliebten Papi auf. »Tante Ursula wollte mich ins Bett bringen, aber ich wollte auf dich warten«, entgegnete es mit Nachdruck. »Du hast mir versprochen, mir ein Märchen vorzulesen, hast du das vergessen?«
Der Graf sah in das hübsche Gesicht seines Kindes, das von braunen Löckchen umrahmt wurde, die bis auf die Schultern fielen. Die dunkelbraunen Kinderaugen blickten ihn fragend an.
»Ich habe es nicht vergessen.« Er hob Michaela auf seine Arme und preßte sie zärtlich an sich, dann küßte er sie auf die Stirn.
»Das ist aber keine Entschuldigung für Ungehorsam«, tadelte er dann.
Die Kleine schlang ihre Ärmchen um den Nacken des Vaters.
»Nicht bös sein, lieber Papi, ich werde ab morgen Tante Ursula gehorchen.«
»Du Racker!« Der Graf stellte Michaela wieder auf ihre Füße und nahm sie an die Hand. »Komm, wir wollen Tante Ursula nicht warten lassen.«
»Muß ich denn jetzt schon ins Bett?«
»Klar. Kleine Kinder müssen früh schlafen gehen, damit sie groß werden«, belehrte der Graf seine Tochter.
»Hm, du liest mir aber ein Märchen vor?«
»Muß ich ja schon, Spatz.«
»Du bringst mich aber nicht ins Bett«, sagte Michaela in der Halle zu ihrer Tante und schmiegte sich an ihren Vater.
Ursula lachte verlegen auf. »Liebling, warum bist du denn so aufsässig? Ich habe dir doch nichts getan.« Die rothaarige Frau lächelte den Grafen an und streckte ihre schmale Hand dem Kind entgegen.
»Komm, ich werde dich jetzt baden«, lockte sie. »Danach gehst du in die Küche, Mamsell Dora hat mir verraten, daß sie dir einen Pudding gekocht hat.«
»Au fein!« freute sich das Komteßchen. Doch als es merkte, daß sich der Vater in sein Arbeitszimmer zurückziehen wollte, verlangte es laut: »Papi, du kommst gleich an mein Bett!«
Lächelnd wandte sich der Graf seinem Kind zu. »Das ist doch Ehrensache, mein Spatz! Wenn du deinen Pudding aufgegessen hast, dann kannst du mich ja abholen, abgemacht, junge Dame?«
Michaela nickte gnädig und ließ sich von ihrer Tante ins Badezimmer führen.
Seufzend betrat der Graf sein Arbeitszimmer, er setzte sich an seinen mächtigen Schreibtisch und stützte die Ellenbogen auf. Seine Gedanken wanderten wieder einmal in die Vergangenheit zurück, von der er einfach nicht loskommen konnte.
Michaelas Mutter war vor drei Jahren gestorben. Er hatte seine Frau Ina sehr geliebt. Doch sie war zu zart gewesen, so daß es bei der Geburt ihres Kindes Komplikationen gegeben hatte. Davon hatte Ina sich nicht mehr erholen können. Sie hatte ihn damals gebeten, ihre Schwester Ursula ins Schloß zu holen, damit diese sie und das Baby versorgen konnte. Das war dann auch geschehen. Doch Ina siechte dahin, und zwei Jahre später war sie dann gestorben. So hatte es sich von selbst ergeben, daß Ursula geblieben war. Aber Ursula war das Gegenstück von ihrer sanftmütigen Schwester. Sie war herrschsüchtig, arrogant und hinterhältig. Sie verstellte sich bloß, wenn ihr Schwager Alexander in ihrer Nähe war.
Das wußte der Graf jedoch, und er glaubte sogar den Grund dafür zu kennen. Ursula strebte danach, seine Frau werden zu wollen, ja, sie wollte den Platz ihrer verstorbenen Schwester einnehmen. Aber Alexander liebte sie nicht. Er war Ursula nur dankbar für ihre Hilfe.
Der Graf wußte, daß seine Tochter eine Mutter dringend brauchte, aber er konnte sich nicht dazu überwinden, sich nach einer passenden Frau umzusehen. Er hatte Ina zu sehr geliebt und mochte ihr so schnell keine Nachfolgerin geben, und schon gar nicht Ursula!
Da war aber noch etwas, was den jungen Grafen bedrückte: Die Sorge um seinen um zwei Jahre älteren Bruder Armin, der in München lebte und dort einen liederlichen Lebenswandel führte. Armin war schon immer leichtsinnig und oberflächlich gewesen, und Pflichtbewußtsein war ihm völlig fremd. Im Gegensatz zu ihm, Alexander, der schließlich dann auch vom Vater als Erbe von Roseneck eingesetzt worden war. Das hatte zwischen den beiden Brüdern zu einem heftigen Streit geführt und zur endgültigen Trennung. Sofort danach war Armin nach München gezogen und verschwendete dort seinen Erbanteil, den er ausbezahlt bekommen hatte. Doch bevor er das Schloß verlassen hatte, hatte er Alexander Rache geschworen.
Alexander unterbrach seinen Gedankengang und fuhr sich mit der Hand über die Augen und dann über das fast schwarze Haar. Dann ließ er seinen Blick nachdenklich aus dem geöffneten Fenster gleiten.
Armin – ich habe diese gräßliche Feindschaft zwischen uns niemals gewollt! dachte er bedrückt.
Es schmerzte ihn immer sehr, daß sein einziger Bruder ihn haßte. Und nie würde Alexander wohl vergessen, wie Armin ihm damals drohend zugerufen hatte: »Na schön, Bruder, heute hast du die Schlacht gewonnen! Du bist nun Herr auf Roseneck – aber irgendwann komme ich zurück und nehme Rache. Auf diesen Tag freue ich mich jetzt schon!«
Seltsam unruhig klopfte Graf Rosenecks Herz, als er wenig später zu seinem Töchterchen ging, um ihm ein Märchen vorzulesen.
*
Sabrina Wolter schaute trotzig auf ihren wütenden Vater, der aufgeregt im Zimmer auf und ab ging. Er blieb wutentbrannt vor ihr stehen und stemmte seine derben Hände in die Hüften.
»Wie stellst du dir denn deine Zukunft vor, ohne Arbeit?« schrie er sie an.
»Ich kann doch nichts dafür, daß ich keine Arbeitsstelle finde, Vater«, murmelte sie.
»Rede doch nicht solch dummes Zeug!« Felix Wolters Faust sauste auf den Tisch. »In einer Großküche werden immer Mädchen gesucht!«
»Was, meine einzige Tochter soll als Küchenmädchen arbeiten?« mischte sich Liane Wolter aufgebracht ein, die bis jetzt geschwiegen hatte. Schützend stellte sie sich vor Sabrina. »Nein, niemals erlaube ich das! Das hat mein Kind nicht nötig.«
»Halt du dich da raus«, fuhr ihr Mann sie unwirsch an und ließ seine Augen rollen. »Du glaubst wohl, weil du früher bessere
