Über dieses E-Book
Keine Adresse, keine Erklärung – nichts! Nach Stunden der Leidenschaft verschwindet die süße Paris am nächsten Morgen. Ethan Tarlington aber, sehr reich und verliebt, geht die Kunstmalerin nicht aus dem Kopf. Er muss sie einfach finden, um ihr seine Liebe zu beweisen!
Victoria Pade
Victoria Pade ist Autorin zahlreicher zeitgenössischer Romane aber auch historische und Krimi-Geschichten entflossen ihrer Feder. Dabei lief ihre Karriere zunächst gar nicht so gut an. Als sie das College verließ und ihre erste Tochter bekam, machte sie auch die ersten schriftstellerischen Gehversuche, doch es sollte sieben Jahre dauern, bis ihr historischer Debütroman veröffentlicht wurde. Um die Trennung von ihrem Mann zu verarbeiten und aktuelle Themen aufzugreifen, wechselte sie schließlich zu modernen Geschichten, die im Hier und Jetzt spielen. Victoria lebt zusammen mit ihren Eltern und ihrer jüngsten Tochter, die Psychologie studiert, in Colorado. Ihre älteste Tochter studiert in Michigan Medizin.
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Buchvorschau
Zum ersten Mal im Leben - Victoria Pade
IMPRESSUM
Zum ersten Mal im Leben erscheint in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH, Hamburg
© 2002 by Victoria Pade
Originaltitel: „Her Baby Secret"
erschienen bei: Silhouette Books, Toronto
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.
© Deutsche Erstausgabe in der Reihe BIANCA
Band 1408 - 2004 by CORA Verlag GmbH & Co. KG, Hamburg
Übersetzung: Patrick Hansen
Umschlagsmotive: PeopleImages / iStock
Veröffentlicht im ePub Format in 5/2024
E-Book-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck
ISBN 9783751529525
Alle Rechte, einschließlich das des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.
CORA-Romane dürfen nicht verliehen oder zum gewerbsmäßigen Umtausch verwendet werden. Sämtliche Personen dieser Ausgabe sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.
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BACCARA, BIANCA, ROMANA, HISTORICAL, TIFFANY
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1. KAPITEL
Paris Hanley erkannte die Stimme sofort. Sie war tief und melodisch und kam aus dem Wohnzimmer des Hauses, das Paris mit ihrer Mutter und ihrer Tochter Hannah teilte.
Schlagartig vergaß sie die Schuhe, die sie von den schmerzenden Füßen hatte streifen wollen, und eilte hinüber.
„Da ist sie!, rief ihre Mutter. „Sieh mal, wer da ist
, sagte sie dann zu Paris gewandt.
Paris hatte sich nicht getäuscht. Es war tatsächlich Ethan Tarlington. Sie freute sich über seine Anwesenheit jedoch nicht so sehr, wie ihre Mutter es zu tun schien.
„Hi", begrüßte er sie.
„Hallo", erwiderte Paris kühl.
Die Kühle war allerdings unangebracht. Er hatte nichts falsch gemacht. Im Gegenteil, er hatte alles so richtig wie überhaupt möglich gemacht. Sie war einfach nur nicht stolz auf das, was sie damals, bei ihrer ersten und bislang einzigen Begegnung, hatte geschehen lassen. Und die Tatsache, dass es ihr genützt hatte, komplizierte alles nur noch mehr.
Also gab sie ihrer Stimme einen erstaunten Klang, während sie sich zwischen Ethan Tarlington und das Laufgitter stellte, in dem ihre fünf Monate alte Tochter friedlich schlief.
„Was für eine Überraschung", sagte sie.
„Ja, nicht wahr?, meinte ihre Mutter begeistert. „Der Mann von deinem Schnappschuss taucht plötzlich vor unserer Haustür auf. Ich hätte ihn nicht hereingelassen, wenn ihn nicht erkannt hätte. Du freust dich bestimmt, ihn wiederzusehen.
Der Schnappschuss.
Eigentlich hatte sie die gedeckten Tische für den Partyservice fotografieren sollen, aber irgendwie war Ethan Tarlington vor die Linse geraten.
Es war eine Sofortbildkamera gewesen. Paris hatte das Foto eingesteckt und seitdem in der Schublade mit ihren Pullovern aufbewahrt. Dort hatte ihre Mutter es gefunden und die falschen Schlüsse daraus gezogen.
„Nun ja, ich habe zu tun. Ihr beide habt euch sicher viel zu erzählen", vermutete Janine Hanley und stand auf.
Paris hätte ihre Mutter gern gebeten, Hannah mitzunehmen, aber sie wollte Ethans Aufmerksamkeit nicht auf das Baby lenken. Also setzte sie sich in den Korbsessel, den Janine gerade frei gemacht hatte.
„Igitt, du riechst vielleicht nach Wurst", sagte ihre Mutter lachend.
„Die habe ich den ganzen Tag angepriesen."
„Im Supermarkt, fügte Ethan Tarlington hinzu. „Deine Mutter hat mir erzählt, dass du noch immer Gelegenheitsjobs annimmst, um malen zu können.
Janine ging hinaus, und zum ersten Mal erlaubte Paris sich, Ethan genauer zu betrachten.
Entweder sah er jetzt noch besser aus als damals, oder der Schnappschuss war ihm nicht gerecht geworden. Er war wirklich unglaublich attraktiv.
Sein Haar hatte die Farbe von Espresso, und er trug es so lang, dass er es mit den Fingern kämmen konnte. Die Augen waren blau, sein Blick durchdringend. Die markante Nase verlieh dem Gesicht Ausdruck und Charakter, genau wie die hohen Wangenknochen und das energische Kinn. Die Lippen waren schmal und sinnlich zugleich, die Schultern breit und die Beine so lang, dass der athletische Körper eine Größe von ungefähr ein Meter fünfundachtzig hatte.
Ein perfektes Exemplar von Mann.
Aber das war das Letzte, woran sie jetzt denken sollte.
„Dies ist wirklich eine Überraschung", wiederholte sie.
„Offenbar eine, über die du dich nicht gerade freust", antwortete er mit nach oben gezogenen Augenbrauen.
Nein, das tat sie wirklich nicht. Doch das konnte sie ihm nicht sagen, also schwieg sie.
„Aschenputtel sollte begeistert sein, den Prinzen wieder zu sehen, fuhr er fort. „Oder passe ich nicht in das Bild?
Doch, das tat er. Jedenfalls täte er es, wenn die Umstände anders wären.
„Ich bezweifle, dass ich ein Aschenputtel bin."
„Wir sind uns auf einem Ball begegnet, haben den Abend zusammen verbracht, und dann hast du dich in Luft aufgelöst. Genau wie Aschenputtel."
Der Ball war ein Wohltätigkeitsdiner zu seinen Ehren gewesen, und sie war nicht als Gast dort gewesen, sondern als Cocktailkellnerin.
Und sie war auch nicht pünktlich um Mitternacht verschwunden …
„Ich habe dich gesucht, sagte Ethan Tarlington. „Die ganze Woche danach. Aber du stehst nicht im Telefonbuch und hast mir nicht mal eine E-Mail-Adresse hinterlassen. Der Partyservice wollte mir keine Auskunft geben. Und du hast mir nur erzählt, dass du Kunstmalerin bist. Ich rief mehrere Galerien an, bis ich jemanden fand, der dich kannte. Aber die Frau wollte mir deine Anschrift nicht geben, weil sie auf eine Provision hoffte, falls ich an einem deiner Bilder interessiert wäre. Dann ging mir die Zeit aus und …
„Und du hast das Land verlassen. Du erzähltest mir, dass du das vorhattest. Und dass du nicht wusstest, wann du wiederkommst. Deshalb habe ich mir keine Hoffnung auf ein zweites … Date gemacht", gab sie zu.
„Aber unser erstes war doch ein Erfolg."
„Es war ein ganz netter Abend, meinte Paris ausweichend. „Wie hast du mich denn jetzt gefunden?
„Schicksal. Auf dem Heimflug in der letzten Woche las ich in einer Zeitschrift über aufstrebende Künstler in und um Denver. Eins der Fotos zeigte dich. Ich dachte mir, warum nicht noch ein Versuch? Ich rief in der Redaktion an, sprach mit dem Verfasser des Artikels, und hier bin ich."
„Aha."
Vielleicht rächt sich das Schicksal an mir, schoss es ihr durch den Kopf.
„Von welchem Schnappschuss hat deine Mutter eigentlich gesprochen?", fragte er.
„Einer von mehreren, die ich an dem Abend für den Partyservice gemacht habe. Mit einer Sofortbildkamera. Auf einem davon warst du zu sehen, und da der gedeckte Tisch unscharf war, habe ich das Foto eingesteckt und versehentlich mit nach Hause genommen."
Nun, das war nur die halbe Wahrheit. Natürlich hätte sie mühelos vermeiden können, dass er ins Bild geriet, aber sie wusste selbst nicht, warum sie ihn fotografiert hatte.
„Ist in Übersee alles nach Plan verlaufen?", wechselte sie hastig das Thema.
„Es hat länger gedauert, als ich dachte, aber Tarlington Software hat jetzt Filialen in London, Paris, Amsterdam, Genf, Hongkong und Brisbane."
„Glückwunsch."
„Danke", sagte er, und er schien es ehrlich zu meinen. Das war etwas, was sie an ihm gemocht hatte – trotz seines Reichtums und des Rufs als einer der Stars der Software-Branche war er bescheiden und natürlich geblieben.
Dieses Mal war er es, der ein neues Thema anschlug. „Sieht aus, als wärest du auch nicht gerade untätig gewesen. Er nickte zum Laufgitter hinüber. „Ein Baby aus einer künstlichen Befruchtung, wie deine Mutter mir erzählt hat.
Fast hätte Paris das Gesicht verzogen.
„Sie hat gesagt, dass du ein paar gynäkologische Probleme hast und nicht auf den richtigen Mann warten konntest", fuhr er fort.
„Meine Mutter redet zu viel."
„Hannah ist ein wunderhübsches Baby."
„Du hast sie gesehen? War sie wach, als du kamst?"
„Ja. Und sie hat mich angestrahlt wie ein kleiner Engel."
Das war keine gute Nachricht. Aber was geschehen war, ließ sich nicht rückgängig machen, also versuchte Paris es zumindest mit ein wenig Schadensbegrenzung.
„Der kleine Engel hat einen Arzttermin, log sie. „Ich möchte nicht unhöflich sein, aber …
„Ist sie krank?"
„Nein, nur eine Routineuntersuchung."
„Ich verstehe."
Aber er stand nicht auf, um zu gehen. Stattdessen schaute er zum Laufgitter hinüber und wandte sich erst nach einem Moment wieder Paris zu. „Deine Mutter ist eine nette Frau. Sehr gesprächig."
„Ja, das ist sie wohl." Paris fragte sich, warum er blieb.
„Sie hat mir einiges darüber erzählt, wie es dir jetzt geht."
Panik stieg in ihr auf. Doch dann fiel ihr ein, dass ihre Mutter nichts verraten konnte, was sie gar nicht wusste. Trotzdem war sie neugierig. „Und was genau hat meine gesprächige Mutter über mich erzählt?"
„Dass du jetzt, da du das Baby hast, noch schwerer zurechtkommst, dass du dringend Geld für ein neues Auto brauchst und deshalb im Supermarkt Kostproben an Kunden verteilst."
„Vermutlich hat sie mich wie eine Märtyrerin aussehen lassen, was? Paris rang sich ein Lachen ab. „Sie hatte wenig Verständnis dafür, dass ihre Tochter eine allein erziehende Mutter werden wollte.
„Das mag sein. Aber sie ist stolz auf dich. Und verrückt nach Hannah. Sie hat mich auf eine Idee gebracht. Es gibt einen Job, den du für mich erledigen könntest."
„So?"
„Ja. Jedes Jahr gebe ich eine Dinnerparty in der Stadt, in der meine Brüder und ich aufgewachsen sind. Dunbar, draußen im Osten, kurz vor Limon. Jedenfalls, es erfordert eine Menge Vorbereitung und Organisation, und da ich mich lieber entspannen und mit alten Freunden reden möchte, brauche ich jemanden, der alles beaufsichtigt. Die Party findet morgen in einer Woche statt. Wie wäre es? Möchtest du mich nach Dunbar begleiten? Es gibt dort kein Hotel, aber du kannst in meinem Haus wohnen. Für eine Woche Arbeit zahle ich dir genug, um dir einen neuen Wagen zu kaufen."
„Du machst Witze."
„Absolut nicht. Es ist zwar nicht der Grund, warum ich dich gesucht habe, aber da wir beide ein Problem haben, könnten wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen."
Ihr Problem war größer als seins. Sie saß nämlich in der Zwickmühle.
Und ihre Mutter hatte recht. Seit sie Hannah bekommen hatte, war es immer schwerer geworden, ein Bild zu verkaufen oder einen Gelegenheitsjob zu finden. Zudem hatte ihre alte Klapperkiste von Auto in letzter Zeit drei Pannen hintereinander gehabt. Erst vor zwei Wochen hatten sie an einem kalten, verregneten Abend am Straßenrand gestanden. Paris traute sich kaum noch, mit Hannah irgendwohin zu fahren.
Der Mechaniker hatte ihr geraten, sich einen neuen Wagen zu kaufen, aber ohne feste Arbeit bekam sie weder einen Kredit noch einen Leasingvertrag. Sie wusste nicht mehr, was sie tun sollte.
Doch jetzt zeichnete sich eine Lösung ab.
Leider in Gestalt von Ethan Tarlington. Der Mann, von dem sie sicher gewesen war, dass sie ihn nie wieder sehen würde.
„Ich habe niemanden, bei dem ich Hannah lassen könnte, gab sie zu bedenken. „Meine Mutter fliegt morgen nach Florida, um ihre Schwester zu besuchen.
„Ich weiß. Sie hat es mir gesagt."
Was hatte ihre Mutter ihm eigentlich nicht erzählt?
„Aber das ist kein Problem, versicherte Ethan. „Das Haus in Dunbar ist groß genug. Außerdem kannst du Hannah meistens mitnehmen, während du den Job machst. Und wenn nicht, wird jemand bei ihr sein, weil noch drei Dienstboten im Haus wohnen. Plus meine beiden Brüder.
Er beugte sich vor und senkte die Stimme. „Du musst also nicht mit mir allein sein, falls dich das beruhigt."
Das tat es nicht, aber dennoch ertappte sie sich dabei, dass sie über sein Angebot nachdachte.
Eine Woche. Eine einzige Woche, in der sie genug verdienen würde, um sich einen neuen Wagen zu kaufen.
Wie viel Zeit würde Ethan denn überhaupt mit ihr verbringen? Schließlich wollte er sie engagieren, damit er genug Zeit für seine Freunde hatte. Sie würde zum Personal gehören, und er würde sie kaum beachten.
Und danach würde sie sich ein neues, sicheres Auto zulegen …
„Wenn ich zusage, muss klar sein, dass das, was zwischen uns passiert ist, sich nicht wiederholen wird. Ich arbeite für dich, mehr nicht. Eine rein geschäftliche Beziehung."
„Rein geschäftlich", bestätigte er.
Dass er diese Abmachung ohne Zögern einging, traf Paris irgendwie. Sie verstand nicht, warum sie so reagierte, und noch während sie überlegte, erhob er sich.
Anstatt jedoch zur
