Die Angst vor der Wahrheit: Dr. Norden Gold 19 – Arztroman
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Über dieses E-Book
Dr. Norden ist die erfolgreichste Arztromanserie Deutschlands, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr als 1.000 Romane wurden bereits geschrieben.
Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Auf sie kann er sich immer verlassen, wenn es darum geht zu helfen.
Es kam selten vor, daß Daniel und Fee Norden sich zu später Stunde noch einen Fernsehfilm gemeinsam anschauten, aber dies geschah aus gegebenem Anlaß an einem sehr kühlen Juliabend. Vom Sommer hatten sie noch nicht viel gehabt. Ein paar heiße Tage und dann wieder Regen, Regen und nochmals Regen. Der Arzt Dr. Daniel Norden konnte sich auch in Anbetracht der bevorstehenden Sommerferien wenig Muße gönnen, da die Menschen unter körperlichen und auch seelischen Beschwerden litten, wie sie häufig bei so großer Luftfeuchtigkeit und ständig wolkenverhangenem Himmel auftraten. Es konnte keine Stimmung aufkommen. Und dabei stand die Hochzeit der so überaus reizvollen Hauptdarstellerin dieses Filmes bevor. Eine Hochzeit, über die schon wochenlang gesprochen wurde, da der schwerreiche Industrielle Rainer Latsan als eingefleischter Junggeselle galt. Ja, man hatte ihm schon nachgesagt, daß er für Frauen überhaupt nichts übrig hätte. Vielleicht kam das daher, daß er selbst ein eher weichlicher Typ war, sehr gut aussehend, sehr gepflegt, immer nach der neuesten Mode gekleidet, immer irgendwie auch wie ein Schauspieler wirkend, der die Rolle eines Beaus spielte. Jedenfalls stellte Fee Norden fest, daß sie überhaupt nicht verstehen würde, warum Olivia Remus, die doch wahrhaftig die Auswahl unter den Männern hätte, ausgerechnet diesen »Gecken« heiraten würde. Ja, diesen Ausdruck gebrauchte Fee, und Daniel hob mahnend, wenn auch mit einem hintergründigen Lächeln, den Zeigefinger. »Du sollst nicht so von einem meiner besten und wohlhabendsten Privatpatienten reden, Feelein«, sagte er anzüglich. »Er hört es ja nicht«, stellte Fee gelassen fest. »Was hat er denn eigentlich für Wehwehchen?« »Das unterliegt der Schweigepflicht«, meinte Daniel lächelnd.
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Die Angst vor der Wahrheit - Patricia Vandenberg
Dr. Norden Gold
– 19 –
Die Angst vor der Wahrheit
Patricia Vandenberg
Es kam selten vor, daß Daniel und Fee Norden sich zu später Stunde noch einen Fernsehfilm gemeinsam anschauten, aber dies geschah aus gegebenem Anlaß an einem sehr kühlen Juliabend.
Vom Sommer hatten sie noch nicht viel gehabt. Ein paar heiße Tage und dann wieder Regen, Regen und nochmals Regen.
Der Arzt Dr. Daniel Norden konnte sich auch in Anbetracht der bevorstehenden Sommerferien wenig Muße gönnen, da die Menschen unter körperlichen und auch seelischen Beschwerden litten, wie sie häufig bei so großer Luftfeuchtigkeit und ständig wolkenverhangenem Himmel auftraten. Es konnte keine Stimmung aufkommen.
Und dabei stand die Hochzeit der so überaus reizvollen Hauptdarstellerin dieses Filmes bevor. Eine Hochzeit, über die schon wochenlang gesprochen wurde, da der schwerreiche Industrielle Rainer Latsan als eingefleischter Junggeselle galt. Ja, man hatte ihm schon nachgesagt, daß er für Frauen überhaupt nichts übrig hätte.
Vielleicht kam das daher, daß er selbst ein eher weichlicher Typ war, sehr gut aussehend, sehr gepflegt, immer nach der neuesten Mode gekleidet, immer irgendwie auch wie ein Schauspieler wirkend, der die Rolle eines Beaus spielte.
Jedenfalls stellte Fee Norden fest, daß sie überhaupt nicht verstehen würde, warum Olivia Remus, die doch wahrhaftig die Auswahl unter den Männern hätte, ausgerechnet diesen »Gecken« heiraten würde. Ja, diesen Ausdruck gebrauchte Fee, und Daniel hob mahnend, wenn auch mit einem hintergründigen Lächeln, den Zeigefinger.
»Du sollst nicht so von einem meiner besten und wohlhabendsten Privatpatienten reden, Feelein«, sagte er anzüglich.
»Er hört es ja nicht«, stellte Fee gelassen fest. »Was hat er denn eigentlich für Wehwehchen?«
»Das unterliegt der Schweigepflicht«, meinte Daniel lächelnd.
»Stell dich nicht so an, ich bin schließlich auch Ärztin.«
»Aber dich hat er nie konsultiert, mein Schatz.«
»Ich frage mich, wieviel er überhaupt von Frauen versteht.«
»Fang du jetzt nicht auch noch damit an. Der Film beginnt.«
»Wir brauchen ja nicht unentwegt in die Glotze zu starren, Daniel. Es reicht doch, wenn wir sehen, wie Steve Benson noch vor zwei Jahren ausgesehen hat, als dieser Film gedreht wurde.«
Daniel richtete sich unwillkürlich auf. »Wieso der, ich denke, wir sehen uns den Film wegen Olivia Remus an.«
»Aber Steve Benson ist vorige Woche an Aids gestorben, es stand erst heute in der Zeitung.«
Daniel starrte Fee fassungslos an. »Und das sagst du so ruhig? Es bedeutet doch, daß er mit Olivia in sehr nahe Berührung gekommen ist.«
»Wie nahe wissen wir nicht, und es ist nicht unser Bier, Daniel. Ich kenne sie und ihren Charakter nicht, aber wenn sie diesen Larsan zu heiraten gedenkt, kann es mit ihrer Moral nicht weit her sein.«
»Das ist hart gesagt, Fee«, stieß Daniel vorwurfsvoll hervor.
»Ich habe eben meine Meinung über solche Männer, die nur das Geld ausgeben, was ihre Vorfahren hart erarbeitet haben. Und ich habe sie auch über Frauen, die solche Männer heiraten, denn dumm ist sie bestimmt nicht, und Geld hat sie selbst auch genug verdient.«
»Vielleicht nicht genug«, sagte Daniel heiser. »Und vielleicht ist er ihr Mäzen.«
»Ein Kosmetikfabrikant?« sagte Fee spöttisch.
»Was versteht er selbst denn davon? Er hat doch seine Leute. Er hat seine Ambitionen und steckt sein Geld dorthin, wo es ihm Profit bringt. Davon versteht er wirklich etwas. Er ist kein eitler Geck. Er ist überaus clever und geschäftstüchtig.«
»Was du nicht sagst! Aber du wirst es ja wissen, denn ich nehme an, daß du nicht nur sein Arzt, sondern auch sein Beichtvater bist.«
»So ähnlich mag es sein«, erwiderte Daniel ruhig. »Was aber nicht besagt, daß ich diesen Mann verstehe. Er ist mir ein Rätsel.«
»Willst du damit sagen, daß er ein Zwitter ist?« fragte Fee entsetzt. »Aber das dürfte der Remus doch wohl kaum entgangen sein.«
»Liebe Güte, reg dich nicht so auf, Fee. Es mag eine Zweckehe sein ohne Verpflichtungen.«
»Und du billigst so was?« fragte Fee empört.
»Das habe ich nicht gesagt. Ich meine nach wie vor, daß jeder Mensch sein Eigenleben hat und auch das tun kann, was er will. Ich hatte noch nichts mit Olivia Remus zu tun und kann mir kein Urteil über sie erlauben. Also sollten wir uns hüten, ein Urteil über sie zu fällen, wenn wir nicht ihre Beweggründe zu dieser Heirat kennen. Für Larsan sind sie jedenfalls gegeben.«
»Inwiefern?«
»Um sein Prestige aufzupolieren, und ich bin überzeugt, daß Olivia Remus das dafür bekommen wird, was sie verlangt.«
Obwohl Fee nun diese Schauspielerin nicht mehr objektiv betrachten konnte, war sie fasziniert von der Ausdruckskraft dieser noch jungen und bildschönen Schauspielerin. Steve Benson spielte die Rolle eines kranken Mannes, der seine Frau abgöttisch liebte, und es nicht ertragen wollte, daß sie sich seinetwegen aufopferte.
Steve Benson war ein gezeichneter Mann, diesen Ausdruck konnte man nicht in ein Gesicht hineinschminken. Das war Fees Meinung, aber auch Daniels, der gar nichts mehr gesagt hatte.
Das tragische Ende machte sie noch nachdenklicher. Und dann sagte Fee: »Ich möchte diese Frau gern kennenlernen.«
»Das kannst du, wir sind zur Hochzeit eingeladen, ich habe aber bisher noch nicht zugesagt.«
»Dann sag zu.«
Daniel seufzte hörbar. »Aber ich kann dir jetzt schon sagen, daß ein Haufen Leute da sein werden, die dir bestimmt nicht gefallen.«
»Ich werde es überstehen. Es kann sehr interessant werden.«
»Ich bewundere wirklich deine Flexibilität, mein Schatz«, sagte Daniel mit einem etwas hintergründigen Lächeln.
»Es kommt immer darauf an, was ich bei einem solchen Ereignis dazulernen kann«, erwiderte Fee.
Daniel legte seinen Arm um sie. »Wir lernen nie aus, mein Schatz, und es könnte durchaus sein, daß wir da Einblick in eine Welt gewinnen, die uns ganz fremd ist und auch bleiben wird.«
»Davon bin ich jetzt schon überzeugt, Daniel. Wir haben uns unsere Welt selbst geschaffen. Wir lassen uns daraus nicht vertreiben.«
»Bestimmt nicht«, erwiderte er. »Aber nun zu Benson. Ist das wahr?«
»Das würden sie bestimmt nicht veröffentlichen, wenn es nicht wahr wäre. Was meinst du, wieviel Millionen er einklagen könnte.«
»Ein Toter kann nicht klagen, und daß er tot ist, steht doch schon länger fest. Das habe ich sogar mitbekommen. Der berühmte Filmschauspieler Steve Benson verstarb nach längerer schwerer Krankheit, das haben sie doch sogar in den Nachrichten gebracht, und die höre ich auch im Autoradio.«
Fee stand auf und holte eine Zeitung. »Und heute können wir lesen, daß es ein weiteres prominentes
Aidsopfer gibt.«
Er las die Nachricht. Sie war recht diskret abgefaßt. »Larsan wird es auch lesen«, sagte Daniel.
»Er wird es schon wissen«, gab Fee ihren Kommentar dazu.
»Peinlich, peinlich, man weiß ja, daß Olivia Remus mit Benson filmte. Wir sollten gespannt sein, wie sie sich verhält.«
*
Olivia Remus stand vor dem Spiegel in ihrem Schlafzimmer. Sie betrachtete sich von den Haarspitzen bis zu den Zehenspitzen. Sie litt schon seit Tagen unter einem fast unerträglichen Hautjucken. Und weil ihr seit Steve Bensons Tod die schrecklichsten Gedanken durch den Kopf gingen, hatte sie sich nicht getraut, zu einem Arzt zu gehen.
Sie gehörte zu den ganz wenigen, die gleich erfahren hatten, an welcher Krankheit Steve gestorben war, und sie war in Panik geraten.
Nicht, daß sie je intime Beziehungen zu ihm gehabt hätte, aber bei den Filmarbeiten hatte er sie laut Drehbuch in die Arme nehmen und küssen müssen.
Steve, er war so ein netter Kerl gewesen, so kameradschaftlich, niemals anzüglich, immer hilfsbereit. Sie wollte gar nicht mehr daran denken und mußte es dennoch. Diese entsetzliche Krankheit, wie hatte er sie sich geholt, und wen konnte er angesteckt haben? Sie vielleicht auch?
»Nein!« schrie sie laut in ihr Spiegelbild hinein. »Dieser Ausschlag kann kein Zeichen dieser Krankheit sein!«
Das Telefon läutete. Sie wartete wie gelähmt, daß es aufhören würde, aber es hörte nicht auf.
Dann meldete sie sich heiser, voller Angst. Es war Rainer Larsan.
»Hast du gelesen, was sie in den Zeitungen schreiben, Olivia?« fragte er tonlos.
»Ja, ich habe es gelesen, und ich habe dir gesagt, daß ich nie intime Beziehungen zu ihm hatte.«
»Darum geht es doch gar nicht. Ansteckung kann auch anders erfolgen, aber von mir hast du nichts zu fürchten. Dreh bloß nicht durch. Die Hochzeit wird nicht abgesagt. Und der nächste Film ist bereits geplant. Übermorgen wird alles besprochen. Sehen wir uns vorher noch?«
»Nein, ich bin morgen verplant«, erwiderte sie mit letzter Überwindung, um ihm nicht ihre ganze Verachtung durch den Draht zu schreien. Und alles, was
