Über dieses E-Book
Knisterndes Verlangen liegt in der Luft, als der sexy Rancher Hannah wie versehentlich berührt. Schon bald gibt sie sich ihm hin. Erst am Morgen danach wird Hannah klar, dass ihr Liebhaber Brock McNeill ist. Ein Mitglied der Familie, die sie abgrundtief hasst!
Joanne Rock
<p>Joanne Rock hat sich schon in der Schule Liebesgeschichten ausgedacht, um ihre beste Freundin zu unterhalten. Die Mädchen waren selbst die Stars dieser Abenteuer, die sich um die Schule und die Jungs, die sie gerade mochten, drehten. Joanne Rock gibt zu, dass ihre Geschichten damals eher dem Leben einer Barbie als echten Menschen glichen. Heute, fast 40 Bücher später, ist sie stolz, Geschichten zu verfassen, deren Helden nicht zwingend in Malibu leben oder ein Cabrio fahren müssen, um wahre Liebe und Glück finden zu können. Die Autorin schreibt zeitgenössische sexy Liebesromane und historische Mittelalterromane. Ihre Bücher wurden in 24 Ländern veröffentlicht und in 19 Sprachen übersetzt. Im Jahr 2000 erhielt sie den Romance Writers of America Golden Heart Award, den wichtigsten Preis für Nachwuchsautorinnen im Bereich Liebesromane. Die wichtigste Auszeichnung für publizierte Schriftstellerinnen in diesem Genre ist der RITA Award, für den Joanne Rock bereits dreimal nominiert war. Außerdem hat sie zahlreiche andere Preise bekommen. Sie schloss ein Studium an der Universität Louisville in Kentucky mit einem Master in Englisch ab und hat bereits als Lehrerin, als Fachkraft für Öffentlichkeitsarbeit und als Werbetexterin gearbeitet.</p>
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Rezensionen für Eine Nacht mit dem Cowboy
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Buchvorschau
Eine Nacht mit dem Cowboy - Joanne Rock
IMPRESSUM
Eine Nacht mit dem Cowboy erscheint in der HarperCollins Germany GmbH
© 2018 by Joanne Rock
Originaltitel: „One Night Scandal"
erschienen bei: Harlequin Enterprises Ltd., Toronto
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.
© Deutsche Erstausgabe in der Reihe BACCARA COLLECTION
Band 406 - 2019 by HarperCollins Germany GmbH, Hamburg
Übersetzung: Brigitte Marliani-Hörnlein
Umschlagsmotive: Harlequin Books S.A.
Veröffentlicht im ePub Format in 06/2020 – die elektronische Ausgabe stimmt mit der Printversion überein.
E-Book-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck
ISBN 9783733717575
Alle Rechte, einschließlich das des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.
CORA-Romane dürfen nicht verliehen oder zum gewerbsmäßigen Umtausch verwendet werden. Sämtliche Personen dieser Ausgabe sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.
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BIANCA, JULIA, ROMANA, HISTORICAL, TIFFANY
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1. KAPITEL
Hannah Ryder übte sich schlecht und recht in Geduld, als sie der Regisseur, den sie nicht leiden konnte, für eine Nahaufnahme heranzoomte. Wegen der Hitze der Schweinwerfer schwitzte sie unter der dicken Schicht Make-up. Das kratzige, trockene Heu pikste in ihre nackte Haut. Sie lag – bedeckt mit diesem Zeugs – auf dem Boden einer alten Scheune, die vorübergehend in ein Filmset umgewandelt worden war. Das Drehbuch verlangte von dieser Szene, dass Hannah durch den Dachboden fiel, als sie gerade Sex mit einem Cowboy hatte. Glücklicherweise hatte es für diese Aufnahme eine Stuntfrau gegeben.
Jetzt musste sie die Sequenz nach dem Sturz spielen, nachdem ihr Lover sie verlassen hatte. Ihr Gesicht war blutig und zerkratzt geschminkt. Alles wäre in Ordnung, wenn durch den dreistündigen Dreh im Heu ihre Augen nicht schon tränen und ihre Haut jucken würde. Ihr Make-up musste alle zwanzig Minuten aufgefrischt werden, und der fleischfarbene Body schützte sie nicht im Geringsten vor dem Heu. Pferde flankierten sie auf beiden Seiten, deren ungeduldiges Scharren mit den Hufen bot den Rahmen für die Szene, so wollte es der Regisseur. Er musste ein Sadist sein. Was, wenn eins der Tiere beschloss, dass es genug hatte von der niesenden Frau, die sich auf dem Boden seiner Scheune wälzte?
Zweimal war sie sicher, eine Spinne oder ein anderes Krabbeltier wäre ihr nacktes Bein heraufgejagt, und ein schmerzhafter Krampf schoss ihr durch die Wade.
Sie hätte die Produktion schon vor Tagen verlassen, wenn sie nicht einen bestimmten Grund gehabt hätte, sich eine Rolle in diesem Film zu erkämpfen. Sie brauchte einen Beweis dafür, dass der Regisseur Frauen am Set sexuell belästigte. Sie wollte rächen, was er Hannahs jüngerer Schwester ein Jahr zuvor angetan hatte.
Seit dem Vorfall war die neunzehnjährige Hope, einst eine fröhliche, aufstrebende Schriftstellerin mit einem begehrten Job als Drehbuchleserin und Assistentin des Regisseurs Antonio Ventura nur noch ein Schatten ihrer selbst. Hope arbeitete jetzt im Einzelhandel, zufrieden damit, Umkleideräume aufzuschließen, da dies ein Job war, bei dem sie von Frauen umgeben war. Hope schrieb nicht mehr, und sie verließ das Haus nur noch, wenn sie zur Arbeit ging. Sie schreckte bei Geräuschen zusammen und weinte, wenn sie glaubte, Hannah würde es nicht hören.
Diese Veränderung brach Hannah das Herz, und auch eine monatelange Therapie schien ihrer Schwester nicht geholfen zu haben. Hope weigerte sich, Anzeige zu erstatten, behauptete beharrlich, sie habe wegen widersprüchlicher Gefühle Beweise vernichtet, und sie wolle nichts vor Gericht bringen, was sie nicht beweisen konnte. Als sich monatelange sanfte Ermutigung und auch energisches Drängen als wirkungslos erwiesen, hatte Hannah einen anderen Ansatz gewählt. Sie hatte einige Zeit an einem der Sets des Mistkerls verbracht, um selbst zu beobachten, ob er andere Frauen schikanierte.
Bisher hatte sie allerdings nur in Erfahrung gebracht, dass jeder, der bei seinem Film Winning the West arbeitete, ihn für einen Tyrannen und Größenwahnsinnigen hielt. Doch sie hatte keinen Beweis, dass er hilflose Frauen in Abstellräume sperrte, um sie gewaltsam zu begrapschen, so wie er es bei Hope getan hatte.
Allein der Gedanke daran brachte Hannah dazu, den Krampf in ihrer Wade noch eine weitere Minute auszuhalten, während die Kamera sich auf ihre Tränen einschoss. Sie fühlte sich für Hope verantwortlich, seit ihre Schwester nach Los Angeles gezogen war, um bei Hannah zu sein. Ihre Eltern waren nie eine große Hilfe gewesen. Ihr erfolgreicher Vater, ein Anwalt, hatte ihre Mutter schon vor langer Zeit verlassen – und sein Vermögen mitgenommen. Was ihre Mutter betraf, so hatte sie ihr Bestes gegeben, Hope und Hannah aufzuziehen, doch sie hatte nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass sie damit „fertig" war, als Hope achtzehn wurde.
Hannah würde nie „fertig" sein. Und sie würde für ihre Schwester kämpfen, denn Hope weigerte sich, für sich selbst zu kämpfen.
Ein Pferd wieherte und warf den Kopf hin und her. Kurz spürte sie einen Huf direkt neben ihrem Kopf, dann auf ihrem Haar. Sie konnte einen leisen Aufschrei nicht verhindern und ruinierte damit die Aufnahme.
Bevor der Regisseur vor Wut explodieren konnte, erschien ein großer, breitschultriger Cowboy auf der Bildfläche und warf einen langen Schatten über den Boden, auf dem Hannah lag.
„Ventura, ich brauche meine Pferde, sagte der Mann mit einer Stimme, die keinen Widerspruch zu dulden schien. „Jetzt.
Ein überraschtes Raunen – schnell unterdrückt – ging durch das Produktionsteam.
Hannah streckte sich in dem Meer aus Heu, um einen besseren Blick auf den Cowboy zu bekommen, dessen Ankunft den Zorn des Regisseurs von ihr abgelenkt hatte. Und erblickte einen Mann in Jeans und Stiefeln, der zweifellos die Fantasie einer jeden Frau anregte. Der muskulöse Cowboy war einen Kopf größer als der Regisseur, sein graues T-Shirt spannte über den Bizeps, als er über die Nüstern eines der Pferde strich.
Die Krempe seines Stetsons warf Schatten auf die Gesichtszüge des Mannes, doch sein kantiges Kinn und das dunkle Haar, das sich in seinem Nacken kräuselte, reichten, dass eine Frau mehr sehen wollte. Im Moment begnügte Hannah sich damit, den Rest von ihm zu betrachten, angefangen bei den breiten Schultern bis hinunter zu den schmalen Hüften.
„Sie ruinieren die Aufnahme, fuhr Antonio Ventura den Cowboy an. Er kniff die Augen zusammen. „Ihretwegen brauche ich die Tiere jetzt noch länger.
Die Wut, die in den Worten mitschwang, ließ den Schweiß auf Hannahs Rücken gefrieren.
„Ob Sie sie brauchen oder nicht, interessiert mich nicht. Der Cowboy nahm die Zügel des Pferdes, das ihm am nächsten stand. „Die Tiere sind keine Schauspieler, und für heute sind sie fertig.
Hannah hätte jeden bewundert, der keine Angst hatte, sich einem Rüpel wie Ventura zu widersetzen. Doch sie hatte eine besondere Freude daran, wie dieser große, starke Mann den schmierigen Wüstling auf seinen Platz verwies.
„Wie Sie vielleicht sehen können … Ventura betonte jedes einzelne Wort, als wäre dieser Cowboy ein Trottel, „… schauspielern sie nicht. Sie stehen einfach in der Mitte einer Scheune, so wie sie auch herumstehen werden, wenn Sie sie mitnehmen. Ich schlage vor, Sie reden mit Ihrem Boss, bevor Sie eine Entscheidung treffen, die Sie Ihren Job kosten wird.
Dieser Drecksack. Wie unfair, die Existenzgrundlage des Mannes zu bedrohen. In Gedanken entwarf Hannah schon einen Brief an den Eigentümer der Ranch, in dem sie den Cowboy verteidigte.
„Ich habe meine Entscheidung getroffen. Der sexy Fremde nahm auch die Zügel des anderen Pferdes. „Und da wir gerade dabei sind, Vorschläge zu machen, ich rate Ihnen, besser auf Ihre Schauspieler zu achten.
Der Blick des Mannes fiel auf Hannah. „Brauchen Sie Hilfe, Miss?"
Oh mein Gott, seine Augen waren blau. Blau wie der Himmel.
Unendliche Weite, Wyoming blau.
Hannah wollte sich direkt in ihnen verlieren.
Nur, dass sie es sich nicht leisten konnte, Antonia Ventura vor den Kopf zu stoßen, bevor sie Beweise für sein kriminelles Verhalten gesammelt hatte. Voller Bedauern schüttelte sie den Kopf, ein Stück Heu pikste dabei in ihren Nacken.
„Nein. Danke." Sie riskierte es, den Reiter anzulächeln, in der Hoffnung, dass der Regisseur es nicht sah.
Als sie ihrem Chef einen kurzen Blick zuwarf, entfernte sich dieser gerade von der Kamera und tippte etwas in sein Handy ein.
„Sie werden diese Dämlichkeit bereuen", drohte Ventura.
Um ihn herum erwachte das Produktionsteam aus der Starre. Es spürte, dass der Dreh für diesen Tag beendet war, als der Cowboy die Tiere durch die breite Scheunentür führte. Die Nachtluft wehte herein.
Hannah sah ihm nach, und ihr stockte der Atem, als ihr Blick seinen langen, athletischen Schritten folgte. Sie wünschte, sie hätte die angebotene Hand genommen. Wie wäre es gewesen, von ihm berührt zu werden? Von ihm noch länger angesehen zu werden?
Hinter ihr räusperte sich die Garderobiere. „Hmm … Hannah?"
Hannah drehte sich von dem verführerischen Anblick weg und sah nach oben zu der jungen Frau, die ein Gewand in den Händen hielt.
„Entschuldigung. Ich war abgelenkt." Sie grinste verschwörerisch, als die Produktionsassistentin die heißen Scheinwerfer ausschaltete. Hannah wollte nicht, dass jemand sah, wie sehr der Dreh sie stresste.
„Nicht nur du, sagte Callie, die Stylistin. „Ich glaube, ich habe einen Moment sogar vergessen zu atmen.
Der Vanilleduft der Frau hüllte Hannah ein wie die Seidenrobe, in die Callie sie wickelte. Sie schlüpfte gerade in die Lederpantoletten, die Callie mitgebracht hatte, als von der anderen Seite des Rollwagens mit der ganzen Elektronik eine Kanonade von Schimpfworten an ihre Ohren drang. Callie zuckte zusammen, und Hannah riss die Augen auf, als sie hörten, wie der Regisseur denjenigen am anderen Ende der Leitung, wer auch immer es sein mochte, anschrie.
Hannah musste von hier weg. Drei Stunden mit dem Mann waren mehr, als sie verkraften konnte. Sie hatte eine private Hütte auf der Creek Spill Ranch, in der Nähe des Orts, an dem jeden Tag gefilmt wurde. Es war nicht nötig, dass sie blieb und sich Venturas Tirade anhörte, wenn ihre Unterkunft zu Fuß erreichbar war.
„Callie, ich mache Feierabend und gehe in mein Zimmer, sagte sie leise. „Ich kann mich selbst abschminken.
„Das kann ich dir nicht verdenken, murmelte die Stylistin und warf einen verstohlenen Blick auf ihren Chef. Er sah aus, als würden die Adern in seinen Schläfen gleich platzen, sein Gesicht war verzerrt, als er sich über die Unfähigkeit seiner Mitarbeiter und der Inkompetenz der Produktionsfirma ausließ. „Nimm ein paar Abschminktücher
, sagte Callie und reichte ihr eine kleine Plastiktüte, bevor sie auf Hannahs Gesicht deutete. „Du willst doch nicht, dass irgendjemand glaubt, du hättest gerade einen schrecklichen Unfall gehabt."
Hannah zog bereits ein feuchtes Tuch aus der Packung. „Du bist meine Lebensretterin. Hannah holte ihre Tasche hinter einer Säule hervor und ging in Richtung Tür. „Danke, Callie. Wir sehen uns morgen.
Sie überlegte kurz, ob sie vielleicht doch noch etwas bleiben sollte. Ventura war so gereizt und schlecht gelaunt, dass vielleicht seine kriminelle Ader zum Vorschein kam. Aber sie war erschöpft, körperlich und geistig ausgelaugt nach dem anstrengenden Tag. Sie musste Stress abbauen. Energie für morgen tanken.
Sie würde ein heißes Bad nehmen. Vielleicht ein paar Yogaübungen machen. Von der Veranda ihrer winzigen, abgelegenen Hütte hatte sie tagsüber einen wundervollen Blick. Und nachts konnte sie in den unendlich weiten Sternenhimmel schauen. Doch als sie über die Ranch eilte, um die dringend benötigte Auszeit zu genießen, verfolgte sie wieder das verweinte Gesicht ihrer Schwester.
Hope würde heute Abend keinen Stress abbauen. Und ganz sicher würde sie nicht
