Schwestern und Rivalinnen: Dr. Norden 115 – Arztroman
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Über dieses E-Book
Patricia Vandenberg ist die Begründerin von "Dr. Norden", der erfolgreichsten Arztromanserie deutscher Sprache, von "Dr. Laurin", "Sophienlust" und "Im Sonnenwinkel". Ohne ihre Pionierarbeit wäre der Roman nicht das geworden, was er heute ist.
»Schön, dass Sie mal wieder unser Gast sind.« Der Wirt Paul Schmied lächelte freundlich, als er zu Lenni, der guten Seele und seit Menschengedenken Haushälterin der Familie Norden, an den Tisch trat. Er kannte sie schon eine ganze Weile und freute sich immer über ihren Besuch. »Brauchen Sie die Speisekarte?«, fragte er und wischte mit einer Serviette über den Tisch, um die Brösel mit einer energischen Handbewegung auf den Boden zu fegen. Zweifellos handelte es sich um ein eher rustikales Gasthaus, das Lenni und ihre langjährige Freundin Margarethe aber wegen der guten, bodenständigen Küche und den freundlichen Wirtsleuten schätzten. Paul Schmied rückte die Blumenvase – passend zur Jahreszeit mit je einer orangefarbenen und einer roten Aster bestückt – in die Mitte des Tisches und sah Lenni aufmerksam an. »Sehr gerne«, nickte sie lächelnd. »Aber mit der Bestellung möchte ich noch warten«, erklärte sie voller Vorfreude auf das geplante Treffen. »Meine Freundin Margarethe muss jeden Augenblick hier sein. Wir sind verabredet.« Wie jeden ersten Montag im Monat trafen sich die alten Freundinnen, um entweder etwas zusammen zu unternehmen oder einfach nur gemütlich zu essen oder Kaffee zu trinken. Da dieser wolkenverhangene Novembermittag alles andere als einladend war, hatten die beiden Damen beschlossen, ihrem Lieblingsrestaurant wieder einmal einen Besuch abzustatten. »Aber zu trinken darf ich doch schon etwas bringen?«, erkundigte sich Paul sichtlich besorgt, als er ein paar Minuten später die Speisekarten brachte. »Ich kann Sie doch schlecht auf dem Trockenen sitzen lassen.« »Ein alkoholfreies Pils, gerne.« Suchend sah sich Lenni in dem um diese Uhrzeit von Geschäftsleuten gut besuchten Lokal um.
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Schwestern und Rivalinnen - Patricia Vandenberg
Dr. Norden
– 115 –
Schwestern und Rivalinnen
Patricia Vandenberg
»Schön, dass Sie mal wieder unser Gast sind.« Der Wirt Paul Schmied lächelte freundlich, als er zu Lenni, der guten Seele und seit Menschengedenken Haushälterin der Familie Norden, an den Tisch trat. Er kannte sie schon eine ganze Weile und freute sich immer über ihren Besuch. »Brauchen Sie die Speisekarte?«, fragte er und wischte mit einer Serviette über den Tisch, um die Brösel mit einer energischen Handbewegung auf den Boden zu fegen.
Zweifellos handelte es sich um ein eher rustikales Gasthaus, das Lenni und ihre langjährige Freundin Margarethe aber wegen der guten, bodenständigen Küche und den freundlichen Wirtsleuten schätzten.
Paul Schmied rückte die Blumenvase – passend zur Jahreszeit mit je einer orangefarbenen und einer roten Aster bestückt – in die Mitte des Tisches und sah Lenni aufmerksam an.
»Sehr gerne«, nickte sie lächelnd. »Aber mit der Bestellung möchte ich noch warten«, erklärte sie voller Vorfreude auf das geplante Treffen. »Meine Freundin Margarethe muss jeden Augenblick hier sein. Wir sind verabredet.«
Wie jeden ersten Montag im Monat trafen sich die alten Freundinnen, um entweder etwas zusammen zu unternehmen oder einfach nur gemütlich zu essen oder Kaffee zu trinken. Da dieser wolkenverhangene Novembermittag alles andere als einladend war, hatten die beiden Damen beschlossen, ihrem Lieblingsrestaurant wieder einmal einen Besuch abzustatten.
»Aber zu trinken darf ich doch schon etwas bringen?«, erkundigte sich Paul sichtlich besorgt, als er ein paar Minuten später die Speisekarten brachte. »Ich kann Sie doch schlecht auf dem Trockenen sitzen lassen.«
»Ein alkoholfreies Pils, gerne.« Suchend sah sich Lenni in dem um diese Uhrzeit von Geschäftsleuten gut besuchten Lokal um. Es passte so gar nicht zu Margarethe, dass sie sich verspätete.
»Wie geht es Ihnen und Ihrer Familie Norden?«, erkundigte sich Paul Schmied zuvorkommend, als er Lenni das perfekt eingeschenkte Pils servierte. »Meine Frau war neulich mit unserem Sohn bei Dr. Norden«, fuhr er in munterem Plauderton fort. Trotz der vielen Gäste nahm er sich für jeden einzelnen Besucher Zeit, wechselte ein paar Worte, erkundigte sich. »Stellen Sie sich vor, Benjamin hat doch glatt versucht, sich mit meinem Rasierer den nicht vorhandenen Bart abzunehmen.« Der Schock war überstanden, und der besorgte Vater konnte schon wieder lachen. »Dabei hat er sich so sehr in die Lippe geschnitten, dass es gar nicht mehr aufhören wollte zu bluten.«
»Oje, der arme Kleine!« Obwohl die Vorstellung, wie sich ein Dreijähriger vor dem Spiegel rasierte, wirklich amüsant war, stand die Sorge in Lennis mitfühlendes Gesicht geschrieben. »Wie geht es ihm denn jetzt?«
»Dank Dr. Nordens schneller und kompetenter Hilfe konnte er schon bald wieder lachen«, winkte Paul Schmied zufrieden ab. »Der Doktor hat sogar versichert, dass keine Narbe bleiben wird. Meine Frau und ich sind wirklich froh, dass wir durch Ihre Empfehlung an so einen guten Hausarzt geraten sind.«
Wann immer ihr verehrter Doktor ein Lob bekam, freute sich Lenni, als handelte es sich um ein echtes Mitglied ihrer Familie. Und das war es im Grunde genommen auch angesichts all der Jahre, die sie nun schon in dem siebenköpfigen Arzthaushalt tätig war.
Seit Daniel Norden sie in der schlimmsten Zeit ihres Lebens quasi adoptiert hatte, erledigte sie nicht nur die Hausarbeit in dem lebhaften Haushalt. Sie teilte auch das tägliche Leben mit all seinem Freud und Leid, hatte mit ihrer Familie gelacht und geweint, Sorgen gehabt und Feste gefeiert und konnte mit Fug und Recht behaupten, in Daniel Norden, seiner Frau Fee und den fünf Kindern eine echte Ersatzfamilie gefunden zu haben.
»Ich wusste, dass Sie zufrieden sein würden«, erwiderte sie voller Stolz und lächelte freundlich, wenn auch ein bisschen besorgt.
Immer wieder wanderten ihre Augen zu der altmodischen Standuhr in einer Ecke, die gemächlich vor sich hin tickte.
»Sie machen sich Sorgen?«, erkannte Paul das Problem sofort.
»Ich verstehe das nicht«, gestand Lenni, und eine tiefe Falte erschien zwischen ihren Augen. »Normalerweise ist Margarethe immer vor mir da.«
»Vielleicht hat sie die Verabredung vergessen?«, machte der Wirt einen beherzten Versuch, seinen Gast zu beruhigen.
Doch da hatte Lenni bereits eine Entscheidung getroffen.
»Was kostet das Pils?«, fragte sie und griff nach ihrer Handtasche, um nach dem Geldbeutel zu suchen. »Ich werde zu ihr fahren und nachsehen, ob alles in Ordnung ist.« Sie wollte Paul Schmied ein paar Münzen in die Hand drücken.
Doch der schüttelte entschieden den Kopf.
»Das geht aufs Haus. Sie haben ja noch nicht mal einen Schluck getrunken.«
Normalerweise hätte Lenni auf einer Bezahlung bestanden. Doch angesichts der Sorge um ihre Freundin, die sich langsam aber sicher in Aufregung steigerte, nickte sie nur.
»Das ist sehr nett von Ihnen. Dafür bestelle ich das nächste Mal auch das Menü«, versprach sie und raffte ihre Siebensachen – Schal, Handschuhe, Handtasche – zusammen, um das Gasthaus zu verlassen. Das ungute Gefühl, das sich nach und nach in ihrer Magengegend breitgemacht hatte, sagte ihr, dass sie keine Zeit verlieren durfte.
»Ein Glück, dass Sie so schnell kommen konnten.« Außer sich vor Angst stand Lenni in der Tür von Margarethes Haus und knetete nervös die Hände. Seit sie ihre Freundin bewusstlos auf dem Boden liegend gefunden und Dr. Norden informiert hatte, war sie ständig hin und her gelaufen, von Marga zum Fenster und zurück.
»Wo ist sie?«, erkundigte sich Daniel kurz angebunden.
»Hier drüben. Offenbar wollte sie gerade den Mantel anziehen. Dabei muss sie zusammengebrochen sein.« Obwohl sich Lenni vorgenommen hatte, tapfer zu sein, zitterte ihre Stimme.
Margarethe lag im Flur. Lenni hatte alles in ihrer Macht stehende für ihre Freundin getan, ihre Beine hochgelagert und eine wärmende Decke über sie gebreitet, die sie im Wohnzimmer auf dem Sofa gefunden hatte.
Schnell kniete Daniel neben der Seniorin nieder und überprüfte ihre Vitalfunktionen. Ohne ein Wort zu sagen, holte er das Telefon aus der Tasche und bestellte einen Notarzt. Erst dann öffnete er seine Arzttasche, um einen Zugang in die Vene zu legen.
»Was fehlt ihr denn?«, wagte Lenni nach einer Weile schüchtern zu fragen.
Für den Moment hatte Dr. Norden alles getan, was in seiner Macht stand. Er warf einen ernsten Blick auf die Frau, deren flache Atmung er mit einer Sauerstoffmaske unterstützte.
»Das müssen die Kollegen in der Klinik herausfinden. Ich tippe auf einen Schlaganfall oder eine Hirnblutung«, antwortete er ernst. »Sicher bin ich mir aber nicht. Der Notarzt müsste jeden Augenblick hier sein.«
»O mein Gott!« Lenni presste sich ein Taschentuch auf den Mund, um nicht laut aufzuschluchzen. »Wenn ich das geahnt hätte, wäre ich nicht so lange im ›Gasthaus zum Tor‹ geblieben, sondern gleich zu ihr gefahren.«
»Was genau ist denn nun passiert?«, nutzte Daniel Norden die Wartezeit, um die Details zu erfahren.
»Wir waren zum Essen verabredet«, presste Lenni mühsam durch die Lippen. »Als Margarethe nicht kam, bin ich zu ihr gefahren, um nach dem Rechten zu sehen. Sie hat nicht auf mein Klingeln reagiert. Deshalb hab ich den Schlüssel aus dem Blumentopf geholt und selbst aufgesperrt.«
»Eine weise Entscheidung«, lobte Daniel und legte
