Begegnung im Unfallkrankenhaus: Dr. Norden Bestseller Classic 9 – Arztroman
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Patricia Vandenberg ist die Begründerin von "Dr. Norden", der erfolgreichsten Arztromanserie deutscher Sprache, von "Dr. Laurin", "Sophienlust" und "Im Sonnenwinkel". Sie hat allein im Martin Kelter Verlag fast 1.300 Romane veröffentlicht, Hunderte Millionen Exemplare wurden bereits verkauft. In allen Romangenres ist sie zu Hause, ob es um Arzt, Adel, Familie oder auch Romantic Thriller geht. Ihre breitgefächerten, virtuosen Einfälle begeistern ihre Leser. Geniales Einfühlungsvermögen, der Blick in die Herzen der Menschen zeichnet Patricia Vandenberg aus. Sie kennt die Sorgen und Sehnsüchte ihrer Leser und beeindruckt immer wieder mit ihrer unnachahmlichen Erzählweise. Ohne ihre Pionierarbeit wäre der Roman nicht das geworden, was er heute ist.
Dr. Daniel Norden war nicht abergläubisch, aber diesen Freitag, den Dreizehnten, würde er nicht so schnell vergessen. Um fünf Uhr morgens hatte das Telefon ihn aus dem Schlaf gerissen. Eine aufgeregte Männerstimme redete auf ihn ein: »Herr Doktor, schnell, meine Frau, sie verblutet, o mein Gott, und das Kind …« »Ihr Name«, sagte Dr. Norden, »so sagen Sie doch Ihren Namen, Mann.« »Fichte, Lohenstraße sieben, ich war schon bei Ihnen.« »Ich komme«, sagte Daniel Norden, und bevor seine Frau noch richtig begriffen hatte, war er schon in seinem Anzug und an der Tür. »Fichte, Lohenstraße sieben«, rief er ihr zu. »Verständige die Klinik, Fee, für alle Fälle.« Felicitas Norden war sofort hellwach. Bei einem Notfall konnte Daniel keine langen Erklärungen abgeben. Während sie sein Auto wegfahren hörte, rief sie schon die Behnisch-Klinik an. Fichte, dachte Dr. Norden indessen. Lohenstraße. Ja, das war der Neubau, der vor vier Wochen bezogen worden war.
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Buchvorschau
Begegnung im Unfallkrankenhaus - Patricia Vandenberg
Dr. Norden Bestseller Classic
– 9 –
Begegnung im Unfallkrankenhaus
Dr. Norden gerät in dramatische Ereignisse
Patricia Vandenberg
Dr. Daniel Norden war nicht abergläubisch, aber diesen Freitag, den Dreizehnten, würde er nicht so schnell vergessen.
Um fünf Uhr morgens hatte das Telefon ihn aus dem Schlaf gerissen. Eine aufgeregte Männerstimme redete auf ihn ein: »Herr Doktor, schnell, meine Frau, sie verblutet, o mein Gott, und das Kind …«
»Ihr Name«, sagte Dr. Norden, »so sagen Sie doch Ihren Namen, Mann.«
»Fichte, Lohenstraße sieben, ich war schon bei Ihnen.«
»Ich komme«, sagte Daniel Norden, und bevor seine Frau noch richtig begriffen hatte, war er schon in seinem Anzug und an der Tür.
»Fichte, Lohenstraße sieben«, rief er ihr zu. »Verständige die Klinik, Fee, für alle Fälle.«
Felicitas Norden war sofort hellwach. Bei einem Notfall konnte Daniel keine langen Erklärungen abgeben. Während sie sein Auto wegfahren hörte, rief sie schon die Behnisch-Klinik an.
Fichte, dachte Dr. Norden indessen. Lohenstraße. Ja, das war der Neubau, der vor vier Wochen bezogen worden war. Beim Einzug war einem jungen Mann die Hand gequetscht worden. Joachim Fichte hieß er. Jetzt konnte Dr. Norden sich erinnern.
Cellist war er, und eine gequetschte Hand konnte für ihn den Verlust der Existenz bedeuten. Nun, sie hatten die Hand wieder schön in Ordnung gebracht. Es war nicht so schlimm gewesen, wie es ausgesehen hatte. Was an diesem Morgen geschehen war, schien bedeutend schlimmer zu sein.
Dr. Norden war schnell am Ziel. Er läutete Sturm, stürzte in den Lift, dann durch eine offenstehende Tür, sah eine junge Frau im Bett in einer Blutlache liegen und darin ein noch nicht abgenabeltes Kind.
Die Frage zu stellen, warum Joachim Fichte nicht sofort die Ambulanz angerufen hatte, war müßig. Der Mann zitterte am ganzen Körper. Er war eines vernünftigen Gedankens wohl gar nicht fähig gewesen.
»Es ging alles so schnell«, stotterte er nur hilflos.
Zu schnell, zu unerwartet war die Geburt gekommen, aber das Kind lebte. Es gab klägliche Laute von sich. Dr. Norden nabelte es ab.
»Ein Handtuch«, sagte er im Befehlston. »Nerven behalten, Mann.« Er hüllte das Kind ein und legte es dem Mann in die Arme. »Halten Sie den Kopf nach unten. Tut mir leid, aber Sie müssen helfen.«
Jetzt ging es um das Leben der jungen Mutter, und Daniel konnte nur hoffen, dass Fee richtig begriffen und alles veranlasst hatte.
Er hörte schon eine Sirene und atmete auf. Auf Fee war Verlass. Im Unterbewusstsein empfand er Stolz. Seine Frau, ja, hundertprozentig konnte man auf sie bauen.
Bis die Sanitäter mit der Tragbahre kamen, hatte er der jungen Frau eine Injektion verabreicht. Ihr Puls ging schwach, aber solange ein Herz schlug, durfte, musste man hoffen. Dies hatte sich Dr. Norden zum Leitwort gemacht.
Die junge Frau wurde vorsichtig auf die Trage gelegt, das Baby daneben. Dr. Norden deckte beide warm zu.
»Sie können mit mir fahren, Herr Fichte«, sagte er, und es gelang ihm sogar, seiner Stimme einen beruhigenden Klang zu verleihen.
Der Chefarzt Dr. Leitner war eine Minute früher dagewesen. Auch auf ihn war Verlass. Dr. Norden war schon lange mit ihm befreundet, wie auch mit Dr. Behnisch, dem auch diese Gynäkologische Klinik gehörte. Er kam ebenfalls, weil Fee ihm ja nicht genau hatte erklären können, worum es ging, nur eben, dass es ein äußerster Notfall sei.
Auch jetzt war keine Zeit für lange Erklärungen, das sahen die anderen beiden Ärzte auch.
Herr Fichte musste sich selbst überlassen bleiben.
Dr. Leitner und Dr. Behnisch verschwanden mit der jungen Frau im Operationssaal, Dr. Norden nahm sich unter der Assistenz von Schwester Hildegard des Babys an.
Selbst Schwester Hilde, in Ehren ergraut und jenseits von Gut und Böse, konnte sich der Ausstrahlung nicht entziehen, die von Dr. Norden ausging. Seine Ruhe, seine Sicherheit teilte sich ihr mit. Es faszinierte sie, seine schlanken Hände zu beobachten, die das Kind drehten und wendeten, nachdem sie es schnell gewaschen hatte.
»Ein strammer Bursche«, sagte er. »Er ist gut davongekommen. Hat es ein bißchen zu eilig gehabt.«
»Ja, manchmal sind die Mütter auch recht sorglos«, sagte Schwester Hildegard.
»Ich weiß nicht, wie es zu dieser Sturzgeburt kam«, stellte er ruhig fest. »Hoffen wir, dass ihm seine Mutter erhalten bleibt.«
Das Baby schlief längst in einem weißen Bettchen, als seine Mutter aus dem Operationssaal gefahren wurde. Joachim Fichte hatte kein Ohr dafür gehabt, dass sein Sohn gesund und kräftig genug war, um die dramatische Geburt zu überstehen. Er zitterte noch immer, obgleich ihm Schwester Hildegard Beruhigungstropfen gebracht hatte.
Dr. Norden konnte ihm sagen, dass seine Frau nicht mehr in akuter Lebensgefahr schwebte.
Joachim Fichtes Erregung löste sich in Tränen, die ihm unaufhaltsam über die Wangen rannen. Dr. Norden ließ ihm Zeit, sich zu beruhigen. Er hatte volles Verständnis für ihn. Er selbst war auch ein werdender Vater. Er war durchaus nicht so ruhig, wie er sich gab, wenn er an Fee und ihr Baby dachte, und heute war er wieder einmal in eine Situation geraten, die ihn zutiefst beunruhigte.
Er war Arzt mit Leib und Seele und auch dazu berufen. Er fragte sich in solchen dramatischen Augenblicken, wie solche Gefahren verhindert werden, wie man das Leben von Mutter und Kind besser schützen könnte.
Er war kein Frauenarzt, aber wie sein Vater schon, hatte auch er sich mit jedem Gebiet der Medizin beschäftigt.
Wenn man ein richtiger Arzt sein wolle, hatte sein Vater gesagt, dann dürfe man sich nicht abgrenzen. Natürlich müsse es Spezialisten geben, aber bevor man sich für ein Spezialgebiet entscheide, musste man sehr viel gelernt haben, sodass einem jeder Teil des menschlichen Körpers vertraut wäre.
Dr. Friedrich Norden war das Ideal seines Sohnes gewesen. Immer, wenn Daniel in Zweifel geriet, überlegte er, wie sein Vater wohl entschieden und gehandelt hätte.
»Nur nie zögern, mein Junge«, hatte sein Vater gesagt. »Handeln gilt es, wenn ein Menschenleben auf dem Spiel steht. Minuten können entscheidend sein.«
So war es auch bei Margret Fichte gewesen. Nun aber wollte Dr. Norden von Joachim Fichte doch mehr erfahren.
»Wenn Sie sich beruhigt haben, Herr Fichte, erzählen Sie mir bitte, wie es zu dieser schnellen Geburt kam«, sagte er behutsam.
Der Mann krächzte nur. Er brachte kein Wort mehr hervor.
»Können wir Tee oder Kaffee haben?«, fragte Daniel die nette Schwester Nuno, eine junge Indonesierin.
»Okay, Herr Doktor«, sagte sie in ihrem lustigen Deutsch.
»Ich kann Ihnen doch nicht noch mehr Zeit rauben«, flüsterte Joachim Fichte, nachdem er ein paar Schlucke hastig getrunken hatte. »Sie waren meine einzige Rettung. Ich wusste nicht mehr, wo mir der Kopf stand.«
»Aber Sie wussten doch ungefähr den Termin der Geburt«, sagte Dr. Norden nachdenklich.
»Freilich. Übermorgen sollte es sein. Wir hatten auch schon alles vorbereitet. Margret war doch in der Universitätsklinik angemeldet. Wir haben in der Nähe gewohnt, bevor wir hierherzogen. Die Wohnung sollte schon vor drei Monaten fertig sein. Wir können nichts dafür, dass es sich mit dem Bau so hinzog. Es waren ein bisschen viel der Aufregungen, aber Margret hat sich wohlgefühlt. Gestern abend hat sie noch gar nichts gespürt. Sie hat mich immer ausgelacht, weil ich so ängstlich war. Kinderkriegen ist keine Krankheit, hat sie gesagt. Und dann das. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie erschrocken ich war, als sie mitten in der Nacht aufstand und sagte, dass wir nun wohl doch fahren müssten, und dann kamen wir nicht mal bis zur Tür.« Er schlug die Hände vor sein Gesicht. »Es war einfach schrecklich. Nie wieder möchte ich das erleben. Hilf mir doch, hat Margret gesagt, und da habe ich Sie angerufen. Ich habe doch keine Ahnung, was man da tun kann. Ich hatte nur noch Angst.«
Man müsste den Vätern wenigstens sagen, was im Notfall zu tun ist, dachte Daniel Norden.
»Ich danke Ihnen, dass Sie so schnell gekommen sind«, murmelte Joachim Fichte. »Ich weiß, dass wir es nur Ihnen zu verdanken haben, wenn meine Frau und unser Baby am Leben bleiben.«
»Übertreiben wir es mal nicht«, sagte Daniel Norden mit einem flüchtigen Lächeln. »Gesunde Babys sind zäher als man denkt, und ein Arzt kann auch keine Wunder verbringen, wenn das Glück nicht auf seiner Seite ist.« Er legte seine Hand auf Joachim Fichtes Schulter. »Jedenfalls war es richtig, dass Sie mich anriefen. Viel Zeit durfte nicht verstreichen. Jetzt ist Ihre Frau bei Dr. Leitner in guten Händen, und ich werde mich darum kümmern, wie es ihr geht. – Was macht Ihre Hand?«, lenkte er dann ab. »Geht es mit dem Spielen?«
»Gut. Es wäre schlimm, wenn es nicht so wäre, in der heutigen Zeit ist man gleich weg vom Fenster, wenn es nicht mehr so geht. Vielleicht darf ich Ihnen mal eine Freikarte schicken, Herr Doktor.«
»Wenn schon, dann zwei«, erwiderte Daniel lächelnd. »Meine Frau und ich lieben klassische Musik. Nun schauen Sie sich aber wenigstens mal Ihren Stammhalter richtig
