Ein Brüderchen für Tessa: Familie Dr. Daniel 6 – Arztroman
Von Marie Francoise
()
Über dieses E-Book
Diese Serie enthält alles, was die Leserinnen und Leser von Arztromanen interessiert: medizinisch hochaktuelle Fälle, menschliche Schicksale, die uns zutiefst bewegen.
Die Sprechstunde bei Dr. Robert Daniel war zu Ende, doch er ging nicht gleich in seine Wohnung hinauf, sondern drehte seinen Sessel zum Fenster hin und sah blicklos vor sich hin. Vier Wochen waren seit dem Brand der Waldsee-Klinik vergangen. Vier Wochen seit dem Tod von Chefarzt Dr. Gerrit Scheibler und Lernschwester Darinka Stöber. Mit einem tiefen Seufzer stand Dr. Daniel auf, dann lehnte er seine Stirn gegen das kühle Fensterglas. »Du siehst erschöpft aus, Liebling.« Beim Klang von Manons Stimme drehte sich Dr. Daniel um. »Ich weiß«, entgegnete er leise, während er seine Frau zärtlich in die Arme nahm. In den vergangenen Wochen war es fast ausschließlich Manon gewesen, die ihm die nötige Kraft zum Weitermachen gegeben hatte. »Seit dem Brand der Waldsee-Klinik fühle ich mich ausgelaugt und müde. Gerrits und Darinkas tragischer Tod… und das alles nur wegen dieses skrupellosen Dietmar Cornelius, der auf Biegen und Brechen an das Milliarden-Vermögen seiner Frau kommen wollte.« Er schüttelte den Kopf. »Ich fasse es noch immer nicht. Er und seine Geliebte haben in einer Klinik absichtlich Feuer gelegt… Sie haben so viele Menschenleben gefährdet…« Er brach ab. Tröstend streichelte Manon über seine Hand, obwohl sie selbst den tragischen Vorfall noch längst nicht verarbeitet hatte.
Andere Titel in Ein Brüderchen für Tessa Reihe ( 11 )
Eine Liebe, die nicht sein darf: Familie Dr. Daniel 1 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWer ist deine Mutter?: Familie Dr. Daniel 2 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Sohn ihrer ersten Liebe: Familie Dr. Daniel 3 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMissbraucht!: Familie Dr. Daniel 4 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenOpfer der eigenen Tat: Familie Dr. Daniel 9 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPamela, das süße Biest: Familie Dr. Daniel 5 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenApplaus für das OP-Team: Familie Dr. Daniel 8 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin Brüderchen für Tessa: Familie Dr. Daniel 6 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWer mit dem Feuer spielt: Familie Dr. Daniel 7 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSaskia hatte alles erreicht: Familie Dr. Daniel 11 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLebensretterin Nicole: Familie Dr. Daniel 10 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Mehr von Marie Francoise lesen
Ähnlich wie Ein Brüderchen für Tessa
Titel in dieser Serie (11)
Eine Liebe, die nicht sein darf: Familie Dr. Daniel 1 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWer ist deine Mutter?: Familie Dr. Daniel 2 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Sohn ihrer ersten Liebe: Familie Dr. Daniel 3 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMissbraucht!: Familie Dr. Daniel 4 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenOpfer der eigenen Tat: Familie Dr. Daniel 9 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPamela, das süße Biest: Familie Dr. Daniel 5 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenApplaus für das OP-Team: Familie Dr. Daniel 8 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin Brüderchen für Tessa: Familie Dr. Daniel 6 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWer mit dem Feuer spielt: Familie Dr. Daniel 7 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSaskia hatte alles erreicht: Familie Dr. Daniel 11 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLebensretterin Nicole: Familie Dr. Daniel 10 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Ähnliche E-Books
Ein Brüderchen für Tessa: Dr. Daniel 100 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLiebe kann zur Falle werden: Chefarzt Dr. Norden 1145 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLiebe kann zur Falle werden: Dr. Norden Extra 189 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenRettung für Gunilla: Dr. Daniel 41 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKinderlos - und keine Hoffnung?: Dr. Daniel 29 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Stürme der Jugend: Dr. Norden Bestseller 506 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMissbraucht!: Familie Dr. Daniel 4 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Schöne und der Arzt: Notarzt Dr. Winter 52 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSie wollte ihr Kind behalten: Dr. Daniel 33 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIm Urlaub glaubte sie ans Glück: Dr. Daniel 28 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenJede Liebe fordert Opfer: Dr. Norden Bestseller 528 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLiebe kann zur Falle werden: Dr. Norden Bestseller 523 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMissbraucht!: Dr. Daniel 102 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGib ihm eine Chance!: Dr. Norden Liebhaber Edition 17 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBittersüße Freundschaft: Dr. Norden 166 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNur noch diesen einen Kuss …: Kurfürstenklinik 36 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMan nahm ihr das Kind: Dr. Norden – Die Anfänge 10 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIhre Tochter - ihre Rivalin: Dr. Daniel 93 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLivia – eine Frau ohne Gewissen: Dr. Daniel 4 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie vielen ungeweinten Tränen: Dr. Norden Bestseller 138 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVon der Sehnsucht getrieben: Dr. Daniel 66 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIhr großer Schwarm: Dr. Daniel 113 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGib ihm eine Chance!: Dr. Norden 94 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSünde ist dich nicht zu lieben: Notarzt Dr. Winter 5 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin Freudentag für Schwester Claire: Kurfürstenklinik 71 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMein glutäugiger Verführer Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBegegnung im Unfallkrankenhaus: Dr. Norden Bestseller Classic 9 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin barmherziger Samariter?: Chefarzt Dr. Norden 1124 – Arztroman Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Bitte vertrau auf meine Liebe!: Chefarzt Dr. Norden 1203 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSchmutziges Spiel Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Allgemeine Belletristik für Sie
Das Schloss Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Kinder- und Hausmärchen Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Der Struwwelpeter - ungekürzte Fassung: Der Kinderbuch Klassiker zum Lesen und Vorlesen Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Die Frau ohne Schatten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Schnupfen Bewertung: 3 von 5 Sternen3/5Das Kreuz mit den Präpositionen: Welche Präposition ist richtig? Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGermanische Mythologie: Vollständige Ausgabe Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFaust (German Edition) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDienstanweisung für einen Unterteufel Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Zauberberge: Ein Jahrhundertroman aus Davos Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSpanisch lernen in kürzester Zeit Sparpaket Teil 1,2,3,4,5 zusätzlich Anfängerteil mit schriftlicher Aussprache Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Welle: In Einfacher Sprache Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Prozeß: - mit Leitfaden zur Interpretation - Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBegegnungen mit Büchern Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Peperl Mutzenbacher - Tochter der Josefine Mutzenbacher (Ein Erotik, Sex & Porno Klassiker) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie schönsten Erzählungen von Lew Tolstoi Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Das große Buch der Verschwörungen: Vom 11. September bis zu den Schwarzen Koffern Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie schönsten Weihnachtsgedichte (Über 100 Titel in einem Band): Adventlyrik von deutschen Klassikern: Poetische Feier der Weihnachtszeit Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenImmanuel Kant: Gesammelte Werke: Andhofs große Literaturbibliothek Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHeinrich Heine: Gesammelte Werke: Anhofs große Literaturbibliothek Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Aristoteles: Gesammelte Werke: Andhofs große Literaturbibliothek Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGrimms Märchen: Gesamtausgabe - 211 Kinder- und Hausmärchen Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Das Nibelungenlied: Vollständige Ausgabe der Nibelungensage Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIm Westen nichts Neues von Erich Maria Remarque (Lektürehilfe): Detaillierte Zusammenfassung, Personenanalyse und Interpretation Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAndersens Märchen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHandbüchlein der Moral Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSigmund Freud: Gesammelte Werke: Andhofs große Literaturbibliothek Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSternstunden der Menschheit: Historische Miniaturen. Klassiker der Weltliteratur Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5
Verwandte Kategorien
Rezensionen für Ein Brüderchen für Tessa
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Ein Brüderchen für Tessa - Marie Francoise
Familie Dr. Daniel
– 6 –
Ein Brüderchen für Tessa
Marie Francoise
Die Sprechstunde bei Dr. Robert Daniel war zu Ende, doch er ging nicht gleich in seine Wohnung hinauf, sondern drehte seinen Sessel zum Fenster hin und sah blicklos vor sich hin.
Vier Wochen waren seit dem Brand der Waldsee-Klinik vergangen. Vier Wochen seit dem Tod von Chefarzt Dr. Gerrit Scheibler und Lernschwester Darinka Stöber. Vier Wochen…
Mit einem tiefen Seufzer stand Dr. Daniel auf, dann lehnte er seine Stirn gegen das kühle Fensterglas.
»Du siehst erschöpft aus, Liebling.«
Beim Klang von Manons Stimme drehte sich Dr. Daniel um.
»Ich weiß«, entgegnete er leise, während er seine Frau zärtlich in die Arme nahm. In den vergangenen Wochen war es fast ausschließlich Manon gewesen, die ihm die nötige Kraft zum Weitermachen gegeben hatte. »Seit dem Brand der Waldsee-Klinik fühle ich mich ausgelaugt und müde. Gerrits und Darinkas tragischer Tod… und das alles nur wegen dieses skrupellosen Dietmar Cornelius, der auf Biegen und Brechen an das Milliarden-Vermögen seiner Frau kommen wollte.« Er schüttelte den Kopf. »Ich fasse es noch immer nicht. Er und seine Geliebte haben in einer Klinik absichtlich Feuer gelegt… Sie haben so viele Menschenleben gefährdet…« Er brach ab.
Tröstend streichelte Manon über seine Hand, obwohl sie selbst den tragischen Vorfall noch längst nicht verarbeitet hatte. Wie auch? Dazu waren sie alle viel zu tief betroffen. Immerhin war Darinka Stöber die Verlobte von Dr. Daniels Sohn Stefan gewesen, und Dr. Scheibler hatte sein Leben geopfert, um Stefan aus der Flammenhölle zu retten. Seine junge Frau Stefanie und ihre vier Kinder standen jetzt allein auf der Welt.
»Olivia Taschke ist in den Flammen umgekommen, und Dietmar Cornelius wird für lange Zeit ins Gefängnis wandern«, erwiderte Manon und wußte gleichzeitig, daß das für Dr. Daniel kein Trost sein konnte.
»Das macht Gerrit und Darinka auch nicht wieder lebendig«, gab er deprimiert zurück, dann seufzte er. »Zur Zeit stehen wir wirklich vor einem Scherbenhaufen. Stefan versucht Gerrits Frau und den Kindern eine Stütze zu sein, dabei steht er selbst am Rande
eines Zusammenbruchs.« Er schwieg einen Moment, dachte an seinen Schwiegersohn Dr. Jeff Parker, der in der Waldsee-Klinik als Anästhesist gearbeitet hatte und nun seit vier Wochen im Kreiskrankenhaus lag. »Jeff weiß auch noch nicht, ob er seinen linken Arm jemals wieder ohne Beeinträchtigung gebrauchen kann…«
Überrascht blickte Manon auf. »Wolfgang ist doch sehr zuversichtlich.«
»So gibt er sich Jeff gegenüber, aber in Wirklichkeit sieht es anders aus. Der herabstürzende Balken, der Darinka getötet hat, hat seine beiden Unterarmknochen nicht nur gebrochen, sondern förmlich zersplittert, dazu kommen die schlimmen Verbrennungen… Wolfgang ist ein erstklassiger Arzt, aber hier wäre wohl ein kleines Wunder nötig.«
Manon seufzte. Ihr Mann hatte völlig recht – im Moment standen sie tatsächlich vor einem Scherbenhaufen. Irgendwie schien es, als könne nichts jemals wieder so sein wie zuvor.
*
Zur selben Zeit waren Franziska und Dominik Behrens unterwegs nach München. Es sollte für sie nur ein kleiner Abstecher ins Kino werden. Sie konnten nicht ahnen, daß sich ihr Ausflug ähnlich dramatisch entwickeln würde wie der mit elf Oscars ausgezeichnete Film, den sie sich anschauen wollten.
Als sich auf der Kinoleinwand das grandiose Finale ankündigte, spürte Franziska zum ersten Mal das unangenehme Ziehen im Rücken. Gleichzeitig wurde ihr Bauch bretthart.
Dominik spürte, wie sich seine Frau neben ihm versteifte, und warf ihr in der herrschenden Dunkelheit einen langen Blick zu, doch Franziska bemerkte es nicht. Ihre Augen waren scheinbar voller Faszination auf die Leinwand gerichtet – niemand konnte ahnen, daß sie von dem Spektakel dort vorne in Wirklichkeit nicht das geringste mitbekam.
»Alles in Ordnung, Liebling?« raunte Dominik ihr zu.
Franziska antwortete nicht sofort.
»Ich… weiß nicht so recht«, brachte sie mit gepreßt klingender Stimme hervor. »Irgendwie… mein Bauch ist ganz hart geworden und… mein Rücken schmerzt fürchterlich.«
Dominik erschrak zutiefst. »Sind das… Wehen? Jetzt schon?«
Franziska zuckte die Schultern. »Keine Ahnung. Ich bin zum ersten Mal in dieser Situation.« Sie schwieg einen Moment, weil der unangenehme Schmerz zurückkehrte. »Frau Lüder hat in der Geburtsvorbereitung gesagt, der Schmerz käme in Wellen, aber das hier… es ist einfach anders.«
Dominik versuchte im Dunkeln das Zifferblatt seiner Uhr abzulesen. Der Film würde bestimmt noch eine halbe Stunde dauern, dazu die Fahrtzeit von München nach Steinhausen… je nach Verkehr würden sie dafür auch eine halbe bis eine Stunde brauchen. Wenn Franziska aber wirklich Wehen hatte… noch dazu drei Wochen vor dem errechneten Termin…
»Wir müssen hier raus«, flüsterte Dominik seiner Frau zu.
Franziska nickte nur. An dem Film hatte sie plötzlich kein Interesse mehr.
»Vielleicht sollten wir besser gleich in die Sommer-Klinik fahren«, schlug Dominik vor. »Die könnten wir von hier aus in zehn Minuten erreichen.«
Aber Franziska schüttelte den Kopf. »Ich will zu Dr. Daniel.«
»Wenn es wirklich Wehen sind, kann er dir in seiner Praxis nicht helfen«, gab Dominik zu bedenken. »Und die Waldsee-Klinik ist abgebrannt…«
»Ich will zu Dr. Daniel«, beharrte Franziska. »Er wird schon wissen, was zu tun ist.«
Dominik seufzte ergeben, half seiner hochschwangeren Frau beim Einsteigen und setzte sich schließlich hinters Steuer. Trotz der späten Stunde herrschte noch relativ reger Verkehr in München, was Dominik immer hektischer werden ließ. Er hatte Angst um seine Frau, weil er merkte, daß die Abstände zwischen den Wehen – und etwas anderes konnte es seines Erachtens nun nicht mehr sein – immer kürzer wurden.
»Dominik, paß auf!« rief Franziska, weil er wieder bei gelb über die Ampel gefahren war und beinahe einen Lastwagen übersehen hätte.
Er bremste, doch kaum war die Gefahr gebannt, beschleunigte er wieder.
»Bitte, Schatz, fahr langsamer«, mahnte Franziska, während sie den Schmerz erneut kommen fühlte.
Auch Dominik bemerkte, wie sich seine Frau neben ihm wieder versteifte – ein deutliches Zeichen, daß die nächste Wehe kam. Er hatte jetzt die Autobahn erreicht und drückte das Gaspedal voll durch. Seine Angst und Nervosität ließen sich kaum noch steuern. Wenn bei dieser Schwangerschaft… bei der Geburt etwas schiefgehen würde… die künstliche Befruchtung durch Dr. Daniel war doch ihre einzige Chance auf ein eigenes Kind gewesen!
Ich muß nach Steinhausen, dachte Dominik. So schnell wie möglich!
Mit absoluter Höchstgeschwindigkeit bretterte er die Autobahn entlang und nahm nur unmerklich seine Geschwindigkeit zurück, als die Ausfahrt in Sicht kam. Unmittelbar vor dem LKW, den er gerade noch überholt hatte, scherte er ein, was den Fahrer hinter ihm zu einem wütenden Hupkonzert animierte. Vermutlich hatte er wegen Dominiks riskanter Fahrweise gefährlich scharf abbremsen müssen.
»Dominik!« schrie Franziska auf, als der Wagen viel zu schnell in die Kurve ging.
Der junge Mann versuchte zu bremsen, doch es war schon zu spät. Völlig außer Kontrolle geraten, schlingerte das Auto in die scharfe Kurve der Ausfahrt, raste die Böschung hinunter, überschlug sich zweimal und blieb schließlich mit dem Dach nach unten liegen.
Der LKW-Fahrer, den Dominik gerade so knapp geschnitten
