Saskia hatte alles erreicht: Familie Dr. Daniel 11 – Arztroman
Von Marie Francoise
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Über dieses E-Book
Diese Serie enthält alles, was die Leserinnen und Leser von Arztromanen interessiert: medizinisch hochaktuelle Fälle, menschliche Schicksale, die uns zutiefst bewegen.
Saskia Hamann lief die Kür ihres Lebens. Sie setzte die Musik in pure Bewegung um und schwebte über das Eis, als sei sie schwerelos. Momente des Verweilens führten zu Höchstschwierigkeiten, verbunden von graziösen Linien. Der dreifache Rittberger kam kraftvoll und elegant zugleich, war ein Spiegel ihres unvergleichlichen Könnens. Publikum und Preisrichter hielten buchstäblich den Atem an. Neben ihr verblassten alle Konkurrentinnen, und da Saskia schon gestern für die Kurzkür die höchste Wertung bekommen hatte, war klar, dass sie mit dieser unvergleichlichen Vorstellung nur noch sich selbst schlagen konnte. Für diese Darbietung, die an Perfektion und Grazie nicht zu überbieten war, konnte es eigentlich nur die Goldmedaille geben. Obwohl Saskia wußte, wie gut sie bei dieser Olympiade gewesen war, wartete sie nun doch mit klopfendem Herzen an der Seite ihrer Trainerin Mathilde Seiler auf die Wertung, dann riss sie mit einem glücklichen Jauchzen beide Arme hoch, ehe sie Mathilde um den Hals fiel. »Gold!« jubelte sie. »Ich hab's tatsächlich geschafft!« Sie löste sich von Mathilde und fuhr aufs Eis zurück, wo sie von der applaudierenden Menge begrüßt wurde. Sie lachte und winkte, fing die Blumen und Teddybären auf, die ihr zugeworfen wurden, und kehrte dann wieder zu ihrer Trainerin zurück. Hier wartete inzwischen auch ihr ältester Bruder Andreas, der zur Skispringer-Mannschaft gehörte und für Deutschland eine Silbermedaille geholt hatte. »Komm her, Gold-Mädchen!« rief er strahlend und wirbelte seine Schwester herum, dann küsste er sie links und rechts auf die Wange. »Andy, ich bin der glücklichste Mensch der Welt!« Stieß Saskia hervor, bevor sie unvermittelt in Tränen ausbrach. Liebevoll umarmte Andreas seine Schwester und begleitete sie zum Siegerpodest. Dann stand sie da oben, die Goldmedaille wurde ihr umgehängt, sie nahm Gratulationen entgegen, und als die deutsche Nationalhymne gespielt wurde, liefen wieder Tränen über ihre Wangen.
Andere Titel in Saskia hatte alles erreicht Reihe ( 11 )
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Saskia hatte alles erreicht - Marie Francoise
Familie Dr. Daniel
– 11 –
Saskia hatte alles erreicht
Marie Francoise
Saskia Hamann lief die Kür ihres Lebens. Sie setzte die Musik in pure Bewegung um und schwebte über das Eis, als sei sie schwerelos. Momente des Verweilens führten zu Höchstschwierigkeiten, verbunden von graziösen Linien. Der dreifache Rittberger kam kraftvoll und elegant zugleich, war ein Spiegel ihres unvergleichlichen Könnens.
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Obwohl Saskia wußte, wie gut sie bei dieser Olympiade gewesen war, wartete sie nun doch mit klopfendem Herzen an der Seite ihrer Trainerin Mathilde Seiler auf die Wertung, dann riss sie mit einem glücklichen Jauchzen beide Arme hoch, ehe sie Mathilde um den Hals fiel.
»Gold!« jubelte sie. »Ich hab’s tatsächlich geschafft!«
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»Komm her, Gold-Mädchen!« rief er strahlend und wirbelte seine Schwester herum, dann küsste er sie links und rechts auf die Wange.
»Andy, ich bin der glücklichste Mensch der Welt!« Stieß Saskia hervor, bevor sie unvermittelt in Tränen ausbrach.
Liebevoll umarmte Andreas seine Schwester und begleitete sie zum Siegerpodest. Dann stand sie da oben, die Goldmedaille wurde ihr umgehängt, sie nahm Gratulationen entgegen, und als die deutsche Nationalhymne gespielt wurde, liefen wieder Tränen über ihre Wangen.
Sie hatte es geschafft. Mit ihren neunzehn Jahren hatte sie jetzt schon alles erreicht, was man als Eiskunstläuferin erreichen konnte. Vor drei Jahren war sie Europameisterin geworden, vor einem Jahr Weltmeisterin und nun hatte sie bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille bekommen. Spätestens jetzt war sie anerkanntermaßen die beste Eiskunstläuferin der Welt. Das Glücksgefühl, das sie empfand, drohte ihr die Brust zu sprengen.
Dann waren auch die Hymnen der Zweit- und Drittplatzierten gespielt worden, alle drei Mädchen hatten strahlend und winkend den Applaus entgegengenommen, den sie sich redlich verdient hatten, und kehrten schließlich in ihre Garderoben zurück.
Hier wartete Andreas wieder auf seine Schwester. Glücklich lehnte sich Saskia an ihn. Es bedeutete ihr so unheimlich viel, dass Andreas ihren Triumph miterlebt hatte.
»Saskia, was werden Sie jetzt tun?«
Im Nu waren Saskia und Andreas von zahlreichen Reportern umringt, die offenbar nur darauf gewartet hatten, die berühmte Eiskunstläuferin hier vor der Garderobe zu interviewen. Blitzlichter flammten auf und etliche Mikrofone wurden ihr entgegengehalten.
»Spätestens jetzt steht Ihnen doch der Weg in die ganze Welt offen«, fügte ein anderer hinzu. »Die Eisrevuen werden sich nur so um Sie reißen.«
»Ich weiß noch nicht, was ich tun werde«, antwortete Saskia beinahe schüchtern, obwohl sie den Rummel um ihre Person inzwischen gewöhnt war. Trotzdem fühlte sie sich inmitten dieser Reporter manchmal noch so unsicher. »Zuerst werde ich mich wohl einfach nur über meine Goldmedaille freuen und dann … nun ja, ein bisschen. ausspannen … Urlaub machen. Danach …« Sie zuckte lächelnd die Schultern. »Es wird schon irgendwie weitergehen.«
»Sie stehen auf dem Höhepunkt Ihrer Karriere. Werden Sie versuchen, Ihre Titel zu verteidigen, oder wollen Sie lieber in einer Eisrevue mehr Geld verdienen?«
»Darüber werde ich entscheiden, wenn es soweit ist«, entgegnete Saskia vage – zum einen, weil sie sich im Moment wirklich noch nicht vorstellen konnte, wie ihre Zukunft aussehen würde, zum anderen, weil die grundsätzlichen Entscheidungen darüber ohnehin von ihrer Trainerin getroffen wurden. »Im Augenblick bin ich einfach nur glücklich. Ich habe alles erreicht, aber … ja, vielleicht stelle ich mich dem Wettbewerb ein zweites Mal. Ich bin erst neunzehn. Die nächste Olympiade wäre für mich sicher ein Ziel, das ich noch erreichen könnte.«
Weitere Fragen wurden gestellt, bis sich ein Reporter schließlich Andreas zuwandte.
»Über dem großen Erfolg Ihrer Schwester wird beinahe vergessen, dass auch Sie für Deutschland eine Medaille gewonnen haben«, meinte er, stellte seine Frage aber dann doch in einer anderen Richtung. »Sind Sie stolz auf Saskia?«
»Unsagbar stolz sogar!« bekräftigte Andreas und drückte das junge Mädchen liebevoll an sich. »Saskia war schon immer das Goldstück unserer Familie, aber jetzt …«
Es gelang Andreas nicht mehr, den Satz zu beenden, denn nun meldete sich eine Journalistin zu Wort, deren eisiger Blick bereits verriet, dass sie den Geschwistern nicht so wohlgesonnen war. Andreas kannte auch den Grund dafür. Zwischen ihm und dieser Journalistin hatte es vor Jahren eine kurze Affäre gegeben. Sie hatte die Unerfahrenheit des damals gerade achtzehnjährigen Skispringers ausgenutzt und ihn verführt. Als Andreas Schluss mit ihr gemacht hatte, hatte sie geschworen, ihn diese Schmach irgendwann heimzuzahlen. Sollte sie ihre Drohung jetzt wahr machen?
»Böse Zungen behaupten, Sie würden für Ihre Schwester mehr als nur Bruderliebe empfinden«, erklärte sie dann auch schon in provozierendem Ton.
Augenblicklich wurde es so still, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Sogar das Blitzlichtgewitter kam sekundenlang zum Stillstand.
»Wenn man Sie beide so betrachtet, könnte man auch wirklich eher auf den Gedanken kommen, man habe ein Liebespaar vor sich«, setzte die Journalistin noch eins drauf.
Andreas hielt ihrem eisigen Blick stand. »Ist es etwa falsch, sich mit seiner Schwester gut zu verstehen?« Er sah in die Runde der sensationslüsternen Reporter, die nur darauf zu warten schienen, dass er sich mit einem Blick oder einer Geste verriet.
»Ich habe noch drei Brüder, mit denen ich mich ebenfalls ausgezeichnet verstehe«, fuhr Andreas fort, »aber Saskia ist nun mal das einzige Mädchen in unserer Familie, noch dazu das Nesthäkchen. Da ist es doch nur natürlich, dass wir sie alle verwöhnen und … ja, wir lieben sie. Wir alle lieben unsere Schwester, und sie wird immer unsere Kleine bleiben – auch wenn sie einmal achtzig ist und am Krückstock gehen muss.«
Seine Worte entspannten die Situation. Die meisten Reporter mussten lachen, es wurde auch wieder fotografiert, nur die Journalistin schaute drein wie der Teufel höchstpersönlich. Sie hatte offenbar gehofft, Andreas mit ihrer bösen Frage an einem wunden Punkt zu treffen.
Jetzt entschuldigte sich das Geschwisterpaar und betrat die Garderobe.
Saskia atmete tief auf. »Das war vielleicht ein Biest. Dir eine solche Frage zu stellen.« Fassungslos schüttelte sie den Kopf.
Andreas blickte zu Boden. »Sie wollte sich nur rächen.«
Saskia legte den Kopf ein wenig schräg. »Du kennst sie also?«
Andreas nickte. »Es gab da mal was …« Er winkte ab. »Längst vorbei
