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Gaston, der Sohn des Diplomaten: Sophienlust Bestseller 77 – Familienroman
Gaston, der Sohn des Diplomaten: Sophienlust Bestseller 77 – Familienroman
Gaston, der Sohn des Diplomaten: Sophienlust Bestseller 77 – Familienroman
eBook127 Seiten1 Stunde

Gaston, der Sohn des Diplomaten: Sophienlust Bestseller 77 – Familienroman

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Über dieses E-Book

Der Sophienlust Bestseller darf als ein Höhepunkt dieser Erfolgsserie angesehen werden. Denise von Schoenecker ist eine Heldinnenfigur, die in diesen schönen Romanen so richtig zum Leben erwacht.
Das Kinderheim Sophienlust erfreut sich einer großen Beliebtheit und weist in den verschiedenen Ausgaben der Serie auf einen langen Erfolgsweg zurück. Denise von Schoenecker verwaltet das Erbe ihres Sohnes Nick, dem später einmal, mit Erreichen seiner Volljährigkeit, das Kinderheim Sophienlust gehören wird.
SpracheDeutsch
HerausgeberKelter Media
Erscheinungsdatum13. Dez. 2022
ISBN9783987572043
Gaston, der Sohn des Diplomaten: Sophienlust Bestseller 77 – Familienroman

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    Buchvorschau

    Gaston, der Sohn des Diplomaten - Patricia Vandenberg

    Sophienlust Bestseller

    – 77 –

    Gaston, der Sohn des Diplomaten

    Patricia Vandenberg

    Der betäubende Duft der in verschwenderischer Fülle blühenden Rosen strömte durch das offene Fenster des Schreibzimmers, in dem Irene von Wellentin an ihrem zierlichen Schreibtisch aus Rosenholz saß und den Brief ihrer Jugendfreundin Claudine Arnoud nun schon zum zweiten Mal las. Als sie ihn zusammenfaltete und in das hellblaue Kuvert zurücksteckte, dachte sie an die Zeit mit Claudine in dem Genfer Internat. Was waren das doch für herrliche, unbeschwerte Jahre gewesen! Damals hatten sie noch geglaubt, das Leben bestünde nur aus einer Reihe von glücklichen Tagen. Gemeinsam hatten sie Zukunftspläne geschmiedet, wobei Claudine immer den Wunsch geäußert hatte, die Frau eines Diplomaten zu werden, um an seiner Seite fremde Länder kennenzulernen.

    Dieser Wunschtraum hatte sich bei ihr tatsächlich erfüllt, aber ob sie so glücklich geworden war, wie sie erhofft hatte, das schien fraglich zu sein. Nach ihrem Brief zu schließen, verlief ihr Leben recht problematisch.

    Vor ungefähr sechs Jahren hatte Irene von Wellentin Claudine zum letzten Mal in Paris getroffen, in der Zeit, als es in ihrer Ehe eine Krise gegeben hatte. Doch damals hatte auch ihre Freundin alles andere als einen ausgeglichenen und zufriedenen Eindruck gemacht.

    »Mutti, ich bin da!«, riss eine helle Kinderstimme Irene von Wellentin aus ihren Träumereien. Kati, jetzt zehn Jahre alt, stürmte mit strahlenden Augen ins Zimmer und rief voller Freude: »Mutti, stell dir vor, ich habe den besten Klassenaufsatz geschrieben und eine Eins bekommen. Was sagst du dazu?«

    »Das freut mich sehr, mein kleiner Liebling«, lobte Irene von Wellentin die Kleine mit einem weichen mütterlichen Lächeln. Kati bereitete ihr nur Freude, und sie bereute es keine Stunde, das Mädchen adoptiert zu haben. Unendlich dankbar war sie dem Schicksal, dass es ihr dieses Kind zugeführt hatte. Noch heute erschauerte sie, wenn sie daran dachte, welche entsetzliche Angst sie ausgestanden hatte, als Hanna Ebert, Katis leibliche Mutter, eines Tages aufgetaucht war und ihre Rechte auf das Kind geltend gemacht hatte. Glücklicherweise hatte die Gier nach Geld Hanna Eberts Mutterliebe bei Weitem überwogen. Niemals würde sie, Irene, vergessen, was ihr Mann damals für sie getan hatte. Er war Hanna Eberts Forderungen nachgekommen, denn auch ihm war Kati ans Herz gewachsen. Als Kati ihnen dann rechtmäßig zugesprochen wurde, hatte sie Hubert vieles verziehen. So hatten sie nach einer wildbewegten Ehe endlich zu einem harmonischen Familienleben zurückgefunden, dessen Mittelpunkt Kati bildete.

    Kati war ein aufgewecktes und liebreizendes Mädchen mit seelenvollen, großen Augen, aus denen Dankbarkeit und Liebe sprachen. Das seidenweiche Haar fiel ihr bis auf die Schultern und umrahmte ein gleichmäßiges, ovales Gesicht.

    »Mutti, warum schaust du mich so komisch an?«, fragte Kati irritiert.

    »Ich habe gerade an etwas denken müssen, mein Herz«, antwortete Irene von Wellentin. »Weißt du, ich will morgen nach Paris fliegen und dich mitnehmen. Du wolltest Paris doch schon immer mal kennenlernen.«

    »Wirklich, Mutti?« Katis Wangen überzogen sich mit einer zarten Röte, der Glanz in ihren Augen vertiefte sich vor Seligkeit. »Aber die Schule?«, fragte sie dann erschrocken. »Kann ich denn einfach fehlen?«

    »Aber ja, Kati. Ich werde nachher gleich in der Schule anrufen und dich für einige Tage entschuldigen. Zuerst möchte ich aber noch mit Tante Isi sprechen«, erklärte sie und wählte dann die Telefonnummer von Gut Schoeneich, wo sie ihre Schwiegertochter Denise von Schoenecker im Augenblick vermutete. Doch es meldete sich deren Stieftochter Andrea von Schoenecker. Sie berichtete, dass ihre Mutter mit Nick vor ein paar Minuten nach Sophienlust gefahren sei.

    »Danke, Andrea«, erwiderte Irene von Wellentin. »Wie geht es deinen anderen Brüdern?«

    »Sascha bereitet sich auf das Abitur vor, und der kleine Henrik wird immer niedlicher und auch frecher. Anscheinend sieht er in Nick ein Vorbild«, fügte das Mädchen heiter hinzu. »Omi, soll ich Mutti etwas bestellen?«

    »Vielen Dank, Andrea, das ist nicht notwendig, denn ich werde sofort selbst nach Sophienlust fahren.«

    »Auf Wiedersehen, Omi.«

    Irene von Wellentin legte lächelnd auf. Denise war eine großartige Frau. Sie meisterte das anstrengende Leben, das sie führte, mit einer bewunderungswürdigen, spielerischen Leichtigkeit. Nichts schien ihr jemals zu viel zu werden, und stets zeigte sie ein freundliches Gesicht. Fast unglaublich, dass es einmal eine Zeit gegeben hatte, in der sie ihre Schwiegertochter abgelehnt hatte, ging es ihr durch den Sinn, wobei sie mit wehmütiger Trauer an ihren einzigen Sohn dachte, der so früh hatte sterben müssen.

    »Kati, bitte, sag doch dem Chauffeur Bescheid, dass wir den Wagen brauchen. Wir fahren nach Sophienlust.«

    »Fein, Mutti!«, rief Kati lebhaft und beeilte sich, der Bitte ihrer geliebten Mutti nachzukommen.

    Zehn Minuten später saßen Irene von Wellentin und ihre Tochter im Fond des komfortablen Wagens.

    »Mutti, fliegen wir morgen wirklich nach Paris?«, fragte Kati unsicher, weil ihre Mutti plötzlich so nachdenklich und schweigsam geworden war.

    »Ja, mein Kleines, bestimmt. Es sei denn, wir bekommen keine Flugkarten mehr. Dann müssen wird die Abreise um einen Tag verschieben.«

    »Mutti, bist du schon oft geflogen?«

    »Ja, Kati. Du hast doch keine Angst vor dem Fliegen?«

    »Nein, Mutti, wenn du bei mir bist, fürchte ich mich vor nichts«, bekannte die Kleine ernst.

    Katis bedingungsloses Vertrauen trieb Irene von Wellentin Tränen der Rührung in die Augen. Und wie schon so oft fragte sie sich, wie eine Hanna Ebert zu einem so liebevollen Kind gekommen sei.

    Freilich wurde ein Kind auch durch seine Umgebung geprägt, aber die guten Anlagen mussten in Kati dennoch vorhanden gewesen sein. Einmal hatte Denise ihr erklärt, dass in jedem Menschen gute und auch böse Anlagen steckten.

    Ein Kind, das in einer Welt mit viel Licht und Sonne aufwachse, entfalte sich wie ein zartes Pflänzchen im Sonnenschein, aber ein Kind, das im Schatten darbe und Liebe entbehren müsse, verkümmere an Leib und Seele. Unvorstellbar, dass ihre kleine Kati vielleicht hart und böse geworden und seelisch zugrunde gegangen wäre, wenn sie nicht zu ihr gekommen wäre.

    Seit die Straße von Sophienlust und Schoeneich gebaut worden war, war die Fahrt zwischen den beiden Gütern nur noch ein Katzensprung. Aber auch Irene von Wellentin hatte damit einen kürzeren Weg nach Sophienlust.

    Als der Wagen in den Gutshof einbog, kam Dominik von Wellentin-Schoenecker angelaufen, gefolgt von einem blonden Mädchen und einem fröhlich bellenden Wolfsspitz.

    »Schau, Mutti, dort sind Nick, Malu und Benny«, freute sich Kati beim Anblick der beiden Kinder und des Hundes. »Hallo!«, rief sie dann und stieg schon aus dem Wagen, während Irene von Wellentin sich beim Aussteigen vom Chauffeur helfen ließ.

    »Fein, dass ihr da seid«, sagte Dominik und lächelte Kati zu.

    Auch Malu begrüßte das kleine Mädchen, und dann sprang Benny laut bellend an Kati hoch.

    »Er kennt mich schon«, lachte das Kind und strich dem Hund über das schwarzgraue Fell.

    »Ja, Kati, Benny ist ein sehr kluger Hund. Er hat seine Sympathien und Antipathien. Wen er nicht mag, den schaut er mit keinem Blick an. Aber dich mag er gut leiden.«

    Kati lächelte Malu an. Obwohl Malu, die eigentlich Marie-Luise hieß, etwas älter war als sie, wäre sie zu gern mit ihr befreundet gewesen. Aber sie traute sich nicht, ihr das zu sagen.

    Inzwischen hatte Dominik seine Großmutter begrüßt. »Omi, du willst bestimmt mit Mutti sprechen. Sie ist im Augenblick bei Frau Rennert im Büro. Möchtest du dir inzwischen unseren neuen Wellensittich anschauen? Oder Habakuk begrüßen?«

    »Lieber nicht«, lachte Irene von Wellentin und fuhr ihrem Enkel liebevoll über den dunklen Haarschopf. »Habakuk sagt oft Dinge, die einen in Verlegenheit bringen.«

    »Ist ja auch kein Wunder. Habakuk ist ein sehr gelehriger Papagei. Er schnappt alles auf, was wir sagen.«

    »Eben deshalb. Bitte, sage doch deiner Mutti Bescheid, dass ich da bin. Ich genieße inzwischen das herrliche Wetter.«

    »Ja, Omi.« Dominik lief ins Haus.

    Wenige Minuten später erschien Denise von Schoenecker. Sie sah in dem einfachen blauen Leinenkleid wie ein blutjunges Mädchen aus. Das Sonnenlicht verfing sich in ihrem leuchtenden Haar, und die Augen strahlten vor Lebensfreude, als sie ihre Schwiegermutter begrüßte.

    »Denise, ich muss mit dir sprechen. Ich will morgen mit Kati nach Paris fliegen.«

    Dominik, der sich zu Kati und Malu gesellt hatte, spitzte die Ohren. Nach Paris fliegen, dachte er und sah Kati an. »Ist das wahr?«, fragte er und spürte so etwas wie Neid in sich aufsteigen.

    »Was, Nick?«, fragte Kati, die sich noch immer mit Benny beschäftigte.

    »Dass du mit Omi nach Paris

    fliegst«, fuhr er sie ungeduldig an.

    Kati mochte Dominik recht gut leiden, aber manchmal lagen sie sich wegen irgendwelcher Kleinigkeiten in den Haaren.

    »Ja, Nick, wir fliegen morgen nach Paris«, bestätigte sie.

    »Du fliegst nach Paris!«, rief er so laut, dass Irene von Wellentin und Denise aufmerksam wurden und sich den Kindern zuwandten.

    »Was schreist du denn so?«, fragte Denise ihren Sohn kopfschüttelnd.

    »Manchmal ist das

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