Gefährliches Schweigen: Sophienlust Bestseller 30 – Familienroman
Von Anne Alexander
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Über dieses E-Book
Das Kinderheim Sophienlust erfreut sich einer großen Beliebtheit und weist in den verschiedenen Ausgaben der Serie auf einen langen Erfolgsweg zurück. Denise von Schoenecker verwaltet das Erbe ihres Sohnes Nick, dem später einmal, mit Erreichen seiner Volljährigkeit, das Kinderheim Sophienlust gehören wird.
»Wetten, daß du mich nicht fängst?« Angela Steffan rannte um das ockerfarbene Schulgebäude, blieb stehen und blickte sich nach ihrer Freundin um. Aber das hätte sie besser nicht getan, denn in diesem Moment griff Ilana Wagner nach ihr. »Pech gehabt, Angi«, meinte das hübsche elfjährige Mädchen. Seine blauen Augen leuchteten unternehmungslustig. Wegen der Kälte trug es eine grün-weiße Strickmütze mit einer weißen Quaste. Um seinen Hals war ein großer, karierter Schal geschlungen. »Ich hab' dich sicherlich genauso schnell«, meinte Angela schulterzuckend. Sie blickte auf ihre Armbanduhr. »Zehn Minuten haben wir noch, bevor es läutet.« Ilana ließ ihre Freundin los und rannte auf eine große Buche zu, aber mitten im Lauf stoppte sie plötzlich und griff sich an die Stirn. »Ich denke, wir spielen Fangen!« Angela kam neben ihrer Freundin zum Stehen. »Los, lauf schon weg!« Sie gab Ilana einen leichten Stoß. »Sag mal, was hast du denn?« fragte sie besorgt, als sie den seltsamen Ausdruck in Ilanas Gesicht bemerkte. »Ich habe in meinem Zimmer das Licht brennen lassen«
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Buchvorschau
Gefährliches Schweigen - Anne Alexander
Sophienlust Bestseller
– 30 –
Gefährliches Schweigen
Illi flüchtet sich in Träume
Anne Alexander
»Wetten, daß du mich nicht fängst?« Angela Steffan rannte um das ockerfarbene Schulgebäude, blieb stehen und blickte sich nach ihrer Freundin um. Aber das hätte sie besser nicht getan, denn in diesem Moment griff Ilana Wagner nach ihr.
»Pech gehabt, Angi«, meinte das hübsche elfjährige Mädchen. Seine blauen Augen leuchteten unternehmungslustig. Wegen der Kälte trug es eine grün-weiße Strickmütze mit einer weißen Quaste. Um seinen Hals war ein großer, karierter Schal geschlungen.
»Ich hab’ dich sicherlich genauso schnell«, meinte Angela schulterzuckend. Sie blickte auf ihre Armbanduhr. »Zehn Minuten haben wir noch, bevor es läutet.«
Ilana ließ ihre Freundin los und rannte auf eine große Buche zu, aber mitten im Lauf stoppte sie plötzlich und griff sich an die Stirn.
»Ich denke, wir spielen Fangen!« Angela kam neben ihrer Freundin zum Stehen. »Los, lauf schon weg!« Sie gab Ilana einen leichten Stoß. »Sag mal, was hast du denn?« fragte sie besorgt, als sie den seltsamen Ausdruck in Ilanas Gesicht bemerkte.
»Ich habe in meinem Zimmer das Licht brennen lassen«, erwiderte Ilana tonlos.
Angela lachte auf. »Wenn das alles ist«, meinte sie unbekümmert. »Ich lasse es fast jeden Morgen brennen. Meine Mutter schaltet es dann aus. Wenn ich nach Hause komme, sagt sie immer, irgendwann würde sie mir die Stromkosten vom Taschengeld abziehen, aber sie tut’s nie! Du siehst also, es ist kein Weltuntergang.«
»Für dich nicht«, erwiderte Ilana. »Aber du kennst meine Mutter nicht.« Sie ließ die Schultern hängen. »Ich habe keine Lust, weiterzuspielen. Ich geh in die Halle.« Ohne sich weiter um ihre Freundin zu kümmern, drehte sie sich um und wandte sich dem Schulgebäude zu. Das vergnügte Lachen ihrer Klassenkameraden nahm sie überhaupt nicht wahr.
»Ich glaube, ich spinne!« Angela rannte der Freundin nach. »Und das Ganze nur wegen dem Licht in deinem Zimmer? Gib zu, du hast noch was anderes angestellt.«
Ilana blieb stehen. »Nein, hab’ ich nicht, Angi.« Sie schluckte. »Was meinst du, was meine Mutter wieder für ein Theater machen wird. Für sie ist so etwas ein Schwerverbrechen. Wegen einem Schuh, den ich im Flur liegengelassen hatte, hat sie mal zwei Tage nicht mit mir gesprochen.«
»Spinnt die?« Angela konnte so etwas nicht fassen. »Mann, dann dürfte meine Mutter überhaupt nie wieder mit mir sprechen! Ich laß andauernd was liegen. Meine Mutter meint, ich hätte einen richtigen Schlamperladen.«
»Bei meiner Mutter muß immer alles weggeräumt sein«, sagte Ilana bedrückt. Sie seufzte auf. »Ich hab’ wirklich keine Lust mehr zum Spielen. Am liebsten würde ich nach Hause rennen und das Licht ausschalten. Vielleicht hat sie es noch nicht gemerkt. Montags kauft sie immer erst ein, bevor sie die Wohnung in Ordnung bringt.«
»Dann lauf doch!« schlug Angela vor. »Ich kann ja sagen, dir sei schlecht geworden.«
»Wenn sie aber schon zu Hause ist, dann mach ich alles nur noch schlimmer, weil sie dann meint, ich wollte die Schule schwänzen. Schließlich schreiben wir gleich eine Englischarbeit.«
Angela schüttelte den Kopf. »Und ich dachte immer, meine Mutter würde gleich aus jeder Mücke einen Elefanten machen. Aber deine Mutter scheint ja darin ein wahrer Meister zu sein. Was ist mit deinem Vater? Sagt er nichts, wenn sie tagelang nicht mit dir spricht?«
Ilana schüttelte den Kopf. »Ich glaube, er hat Angst vor ihr«, erwiderte sie. »Und er sagt immer, wir müßten alle Rücksicht auf sie nehmen. Ihre Nerven seien halt nicht so gut. Und dabei kann meine Mutter manchmal so lieb sein, richtig lieb! Ich glaube, daß sie mich mag, auch wenn sie andauernd schimpft.«
»Bestimmt nicht«, widersprach Angela. »Sonst würde sie nicht immer so ’n Theater machen.« Als die Schulglocke anschlug, hakte sie die Freundin unter. »Komm, auf in den Kampf! Statt rumzulaufen, hätte ich lieber einen Blick in mein Vokabelheft werfen sollen.«
Schweigend stieg Ilana mit Angela die Treppe zum ersten Stock hinauf. Von dem Lärm um sich herum nahm sie kaum etwas wahr. In ihrer Angst vor der Mutter begann sie, wie schon so oft, zu träumen. Sie befand sich in einem anderen Land, in einem, in dem alle Menschen freundlich zu ihr waren, und in dem die Mütter ihre Kinder nicht mit Schweigen und endlosen Vorwürfen bestraften. Jedesmal, wenn sie sich dieses Land vorstellte, wurde es schöner und vollständiger. Sie hatte diesem Fleckchen Erde auch einen Namen gegeben, es hieß Savar.
Still setzte sich Ilana an ihren Platz. Sie war so in Gedanken versunken, daß sie alles um sich herum nur wie durch einen Schleier wahrnahm. Ganz automatisch tat sie, was man von ihr verlangte.
»Ilana, träumst du?« fragte Angela und stieß sie an.
Ilana schreckte auf. »Was ist?«
»Schon gut, aber an deiner Stelle würde ich mich jetzt auf die Arbeit konzentrieren. Ich...«
»Ruhe!« befahl die Lehrerin vom Pult her. »Ich möchte während der Arbeit keinen Ton hören!« Sie begann die Blätter mit der Aufgabe zu verteilen.
Zwei Stunden später war die Schule aus. Ilana und Angela verließen gemeinsam das Schulgebäude. Beide wußten, daß sie keine besonders gute Arbeit geschrieben hatten. Angela, weil sie zu wenig gelernt hatte, und Ilana, weil sie auch während der Arbeit immer wieder in ihrem Traumland gewesen war.
»Auf die Noten bin ich gespannt.« Angela seufzte auf. »Was soll’s, man wird mir schon nicht gleich den Kopf abreißen.«
»Wegen einer schlechten Note bin ich auch noch nie bestraft worden«, sagte Ilana. »Meiner Mutter ist es lieber, wenn ich eine Sechs nach Hause bringe, als daß ich meinen Pullover liegenlasse.«
»Weißt du, zu was ich jetzt Lust hätte?« fragte Angela unternehmungslustig.
Ilana schüttelte den Kopf. Sie dachte wieder an das Licht in ihrem Zimmer. Die Angst schnürte ihr fast die Kehle zusammen.
»Zum Hafen hinunterzugehen und meinem Vater ein bißchen bei der Arbeit zuzusehen«, sagte Angela. »Er würde sich sicher freuen, wenn wir kommen. Er meinte erst neulich, daß er dich noch überhaupt nicht kennen würde. Er ist froh, daß ich schon drei Wochen, nachdem wir hierhergezogen sind, eine Freundin gefunden habe.«
»Ich würde jetzt auch lieber zum Hafen gehen als nach Hause, aber dann wäre erst recht der Teufel los. Wenn meine Mutter eins nicht leiden kann, ist es Unpünktlichkeit.«
»Ich nehme an, es gibt noch vieles, was sie nicht leiden kann«, erklärte Angela. »Wußtest du, daß der Duisburger Hafen der größte Deutschlands ist?«
Ilana mußte lachen. »Was glaubst du, schließlich lebe ich hier seit meiner Geburt!«
»Jetzt lachst du wenigstens«, stellte Angela zufrieden fest. Sie hatten den Friedrich-Wilhelm-Platz erreicht. »Also, ich geh zum Hafen. Oder soll ich mit dir nach Hause kommen?«
Ilana schüttelte den Kopf »Das würde das Donnerwetter nur hinauszögern. Tschüs, bis morgen!« Sie hob die Hand zum Gruß und bog in die nächste Straße ein.
Jetzt, da sie allein war, begann sie wieder zu träumen. Sie spann regelrecht eine Fortsetzung des Traumes, den sie in der Schule gehabt hatte. Wie schön war es doch, in Savar zu leben! Ohne viel von dem wahrzunehmen, was um sie herum geschah, überquerte sie automatisch die Straßen.
Die Wagners lebten in einem Reihenhaus in der Nähe des Immanuel-Kant-Parks. Ilana hatte ihr Elternhaus fast erreicht. Sie mußte nur noch eine Straße überqueren. Sie war so in ihrem Traum gefangen, daß sie beim Zebrastreifen nicht auf die Ampel achtete. Ohne nach rechts und links zu sehen, betrat sie die Fahrbahn.
Das Mädchen hatte schon fast den gegenüberliegenden Bürgersteig erreicht, als es passierte. Ein Personenwagen, der von rechts kam, konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. Sie spürte einen heftigen Schlag gegen die Hüfte, wurde dann hochgehoben und schlug gleich darauf hart auf der Bordsteinkante auf.
Jetzt wird sich Mutti nicht mehr über mich ärgern können, dachte das Mädchen, bevor es das Bewußtsein verlor.
*
»Kannst du nicht schneller fahren?« Helene Wagner sah ihren Mann an. »Überhaupt könnten wir schon längst im Krankenhaus sein, aber du mußt ja immer trödeln!« Ihr hübsches Gesicht war von Ärger und Sorgen gezeichnet. »Wenn ich mich nicht um alles kümmern würde, ginge es bei uns drunter und drüber.«
»Lenchen, bitte, reg dich nicht auf«, bat Werner Wagner. Er war vierzig Jahre alt, fünf Jahre älter als seine Frau. Seine braunen Haare wiesen an einigen Stellen bereits weiße Fäden auf, woran Helene mit ihrer ewigen Unzufriedenheit nicht ganz schuldlos war.
»Nicht aufregen!« brauste seine Frau auf. »Ilana liegt im Krankenhaus, und ich soll mich nicht aufregen! Aber natürlich, dir kann es ja egal sein. Es...«
»Helene, jetzt reicht’s!« Einen Augenblick sah es aus, als würde Werner Wagner die Geduld verlieren, doch er hatte sich sofort wieder in der Gewalt. »Du weißt ganz genau, was mir Illi bedeutet.«
»Natürlich«, gab Helene zu. »Aber bitte versteh doch meine Angst! Ilana ist mein ein und alles! Ich begreife einfach nicht, wie das Kind bei Rot über die Straße laufen konnte. Von klein auf hat man ihr beigebracht, daß sie bei Rot stehenbleiben muß. Ich kann sie doch nicht zur Schule bringen und auch noch abholen. Schließlich ist sie schon elf!«
»Bitte, mach ihr keine Vorwürfe, Lenchen«, sagte Werner. »Vergiß nicht, sie ist krank! Wer weiß, warum sie
