Zu dritt in ein neues Leben: Sophienlust Bestseller 23 – Familienroman
Von Susanne Svanberg
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Über dieses E-Book
Das Kinderheim Sophienlust erfreut sich einer großen Beliebtheit und weist in den verschiedenen Ausgaben der Serie auf einen langen Erfolgsweg zurück. Denise von Schoenecker verwaltet das Erbe ihres Sohnes Nick, dem später einmal, mit Erreichen seiner Volljährigkeit, das Kinderheim Sophienlust gehören wird.
Bevor Heiner Thiele das Büro der Lokalredaktion des »Maibacher Tagblatts« betrat, sah er gewöhnlich in den Spiegel, der im Flur hing. Er tat es, weil er wusste, dass der Chefredakteur Adrian Dürr Wert auf Mitarbeiter mit gepflegtem Äußeren legte. Und fester Mitarbeiter dieser kleinen Zeitung wollte Heiner werden. Bis jetzt war Heiner nur in freier Mitarbeit für die Lokalzeitung tätig, wurde eingesetzt, wenn die übrigen Redakteure überlastet waren. Zum Jahresende schied nun einer der Journalisten aus, und Heiner hoffte, seinen Platz zu bekommen. Das schon etwas blinde Spiegelglas gab ein schmales sonnenbraunes Gesicht eines jungen Mannes mit graublauen Augen wider. Seufzend versuchte der Mann, die widerspenstigen Locken mit einem kleinen Taschenkamm zu bändigen. Er musste dabei in die Knie gehen, denn der Spiegel war für einen Mann seiner Größe viel zu niedrig angebracht. Der Chefredakteur sah nur kurz auf, als Heiner sein Büro betrat. »Ach, Sie sind's«, stellte Dürr missvergnügt fest. »Haben Sie was für mich?«, erkundigte sich Heiner mit höflichem Lächeln. Die Unterwürfigkeit fiel ihm schwer, denn er war ein Mensch, der davon träumte, frei und unabhängig zu sein. »Hm, Moment mal.« Adrian Dürr durchwühlte den Papierkram auf seinem Schreibtisch. Da gab es eine Menge eng beschriebener Blätter, Fotos von hübschen Mädchen, von Unfällen, vom Oberbürgermeister und den Stadträten. »Da ist eine Telefonnotiz.« Er reichte Heiner einen Zettel.
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Buchvorschau
Zu dritt in ein neues Leben - Susanne Svanberg
Sophienlust Bestseller
– 23 –
Zu dritt in ein neues Leben
...denn ich weiß, ihr habt mich lieb!
Susanne Svanberg
Bevor Heiner Thiele das Büro der Lokalredaktion des »Maibacher Tagblatts« betrat, sah er gewöhnlich in den Spiegel, der im Flur hing. Er tat es, weil er wusste, dass der Chefredakteur Adrian Dürr Wert auf Mitarbeiter mit gepflegtem Äußeren legte. Und fester Mitarbeiter dieser kleinen Zeitung wollte Heiner werden.
Bis jetzt war Heiner nur in freier Mitarbeit für die Lokalzeitung tätig, wurde eingesetzt, wenn die übrigen Redakteure überlastet waren. Zum Jahresende schied nun einer der Journalisten aus, und Heiner hoffte, seinen Platz zu bekommen.
Das schon etwas blinde Spiegelglas gab ein schmales sonnenbraunes Gesicht eines jungen Mannes mit graublauen Augen wider. Seufzend versuchte der Mann, die widerspenstigen Locken mit einem kleinen Taschenkamm zu bändigen. Er musste dabei in die Knie gehen, denn der Spiegel war für einen Mann seiner Größe viel zu niedrig angebracht.
Der Chefredakteur sah nur kurz auf, als Heiner sein Büro betrat.
»Ach, Sie sind’s«, stellte Dürr missvergnügt fest.
»Haben Sie was für mich?«, erkundigte sich Heiner mit höflichem Lächeln. Die Unterwürfigkeit fiel ihm schwer, denn er war ein Mensch, der davon träumte, frei und unabhängig zu sein.
»Hm, Moment mal.« Adrian Dürr durchwühlte den Papierkram auf seinem Schreibtisch. Da gab es eine Menge eng beschriebener Blätter, Fotos von hübschen Mädchen, von Unfällen, vom Oberbürgermeister und den Stadträten. »Da ist eine Telefonnotiz.« Er reichte Heiner einen Zettel. »Machen Sie eine hübsche Aufnahme von dem Baby und schreiben Sie einen kurzen Bericht.«
Ein bisschen verständnislos sah Heiner auf das Stück Papier, auf dem nur zwei Worte standen: ›Findelkind – Bernharduskirche‹.
»Ein Findelkind?«, fragte er ungläubig. »Hier, in dieser Kleinstadt, in der einer den anderen kennt? Das ist doch nicht drin.«
»Wie wollen Sie das beurteilen? Sie sind ja erst seit ein paar Wochen hier.« Über den oberen Rand seiner Brille hinweg musterte Dürr den jungen Journalisten. Gut sah er aus, das musste der Neid ihm lassen.
»Man hat also vor der Kirche einen Säugling gefunden, womöglich auf den Stufen vor dem Portal. Ganz wie in einem schlechten Film.«
»Ja, zum Donnerwetter«, brummte Adrian Dürr ungeduldig. »Ich weiß auch nicht mehr, und deshalb schicke ich Sie hin. Und bitte analysieren Sie nicht die Hintergründe, sondern bringen Sie mir einen sachlichen Bericht. Wir sind eine Tageszeitung, kein Regenbogenblatt.«
»Darf ich fragen, wann das war und wo das Baby jetzt ist?«, fragte Heiner in ironischem Ton.
»Kann ich Ihnen auch nicht sagen. Vielleicht wenden Sie sich diesbezüglich an den Pfarrer oder ans Jugendamt.« Dürr strich sich über die nur noch spärlich vorhandenen Haare und überlegte, dass er früher eine ähnlich volle Haarpracht wie dieser junge Journalist gehabt hatte. »Sie müssen versuchen, möglichst viel in Erfahrung zu bringen«, meinte er.
Heiner wagte es, versöhnlich zu grinsen und vertraulich zu fragen: »Haben Sie denn nichts anderes für mich? Babys zu fotografieren liegt mir nicht besonders. Das ist doch eher etwas für die Kolleginnen.«
Dürr lehnte sich im Schreibtischsessel zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. »Wenn ich richtig informiert bin«, meinte er hochmütig, »bewerben Sie sich um einen Posten in unserer Regionalredaktion. Und ich darf doch annehmen, dass Ihnen klar ist, dass Sie dort über alles zu berichten haben, was sich in Maibach und Umgebung abspielt. Alles habe ich gesagt, nicht nur Sport und Stadtratsitzungen. Also gehen Sie schon. Den Bericht und das Foto brauche ich bis spätestens vierzehn Uhr.«
*
Dagmar Horn schüttelte die langen blonden Locken zurück und legte die Stirn in viele Falten. »Ich begreife nicht, wie man sein eigenes Baby so schmählich im Stich lassen kann. Jedes Tier besitzt doch den Instinkt, seinen Nachwuchs vor Gefahren zu schützen und ihm die beste Pflege zu geben. Wie kann da ein Mensch, der denkt und fühlt, so hart, so egoistisch handeln? Selbst wenn eine Frau ein Kind anfänglich ablehnt, so vergisst sie doch normalerweise alle feindseligen Gedanken spätestens nach der Geburt. Wenn sie sieht, wie hilfsbedürftig, wie zart und verletzlich so ein kleines Wesen ist, erwacht unweigerlich die Mutterliebe in ihr.« Dagmar bekam vor Eifer rote Wangen, und ihre blauen Augen blitzten voll Empörung. Dagmar war klein, zierlich und wirkte mit ihren vierundzwanzig Jahren wie ein süßer blonder Engel. Doch der Eindruck täuschte. Sie war eine sehr intelligente, energische und ehrgeizige junge Dame, die sich zum Ziel gesetzt hatte, einmal Chefredakteurin einer großen Frauenzeitschrift zu werden. Im Moment allerdings bemühte sie sich, ebenso wie Heiner, um die Stelle als Redakteur beim Maibacher Tagblatt. Obwohl sie in dieser Hinsicht Konkurrenten waren, verstanden sich Heiner und Dagmar ausgezeichnet. Dazu trug viel Dagmars Bereitschaft bei, dem bequemen Heiner ab und zu die eine oder andere Arbeit abzunehmen.
Jetzt beobachtete er seine kleine Freundin mit leicht schief gelegtem Kopf und einem amüsierten Lächeln. »Es steht dir zwar fabelhaft, wenn du dich so ereiferst, aber im Prinzip geht es überhaupt nicht darum, mein Schatz. Es sind lediglich ein Foto von dem Baby zu machen und ein paar Zeilen zu schreiben.« Heiner zuckte mit einem halb schuldbewussten, halb hilflosen Gesichtsausdruck die Achseln. Er kannte die Mädchen und wusste, dass dies immer ankam.
Doch Dagmar beachtete die sonst so wirkungsvolle Geste nicht. »Dir geht es nicht darum, ich weiß. Aber mir schon. Für mich ist es ein Skandal, wenn sich eine Frau dazu entschließt, ihr Baby vor die Kirchentür zu legen und einfach zu verschwinden. Was wäre wohl passiert, wenn man es nicht rechtzeitig gefunden hätte, wenn vielleicht ein streunender Hund vorbeigekommen wäre oder wenn es über Nacht Frost gegeben hätte.«
»Hat es aber nicht, Schätzchen.« Heiner nahm seine Freundin in den Arm und streichelte ihre erhitzten Wangen. »Komm, sei lieb. Tu mir den Gefallen und mach ein hübsches Bild von dem Kind und notiere dir die Fakten. Du weißt doch, mir liegt das nicht. Ich baue bestimmt Mist.« Heiner versuchte, Dagmars rosa geschminkte Lippen zu küssen.
Doch sie wich aus, lehnte sich weit zurück. »Tut mir leid, heute geht das nicht, es sei denn, du vertrittst mich beim Hausfrauenbund. Die Damen haben 40-Jahr-Feier mit allerlei Aktivitäten. Vielleicht liegt es dir mehr, die Gründungsmitglieder des Vereines zu interviewen, lauter Damen über sechzig.« Dagmar lachte.
»Puh, das ist ja noch schlimmer. Da muss man den selbst gebackenen Kuchen loben und Schonkaffee trinken. Nee, du, das schaff ich nicht. Dauert denn das den ganzen Vormittag? Ich brauche den Bericht und das Foto bis vierzehn Uhr.« Heiner schaute enttäuscht und ratlos drein.
»Es dauert sogar den ganzen Tag«, erklärte Dagmar unbeeindruckt. »Empfang bei der Stadtverwaltung, Ehrungen, Ansprachen … Du kennst das ja.«
»Dann hast du am Nachmittag überhaupt keine Zeit für mich? Ich wollte dich ins Kino einladen, danach dir meine neuen Platten vorspielen. Mann, Dagmar, musst du denn alle Kuchen probieren? Ist doch viel zu schade um deine Figur.« Heiner zog die schlanke Dagmar enger an sich und sah ihr tief in die Augen.
Die junge Dame zog einen Schmollmund, was ihr ausgezeichnet stand. »Du weißt doch, dass Dürr nur darauf wartet, mich rauswerfen zu können. Seit er bei mir abgeblitzt ist, liest er jeden meiner Artikel zweimal durch. Aber ich gebe nicht auf. Ich brauche die Anstellung, wenn sie für mich auch nur ein Sprungbrett ist. Dieses Appartement ist verdammt teuer, und ich weiß nicht, wie ich es bezahlen soll.«
»Wenn wir zusammenziehen und uns die Miete teilen, ist es völlig gleichgültig, wen von uns beiden Dürr einstellt«, schlug Heiner vor. Er sah in dieser Lösung für sich mehrere Vorteile, denn er drückte sich nicht nur gerne vor beruflichen Verpflichtungen, sondern auch vor der Hausarbeit.
»Und was sollen meine Eltern und erst die Nachbarn denken?« Dagmar schüttelte leicht den Kopf. »Ich hab dich unheimlich gern, Heiner. Aber ich bin zu konservativ, um mich über Vorurteile hinwegzusetzen. Anders wäre es, wenn du dich entschließen könntest …« Dagmar lächelte verträumt. Sie war klug genug, um zu wissen, dass Heiner kein Typ zum Heiraten war. Er sah viel zu gut aus, um treu zu sein. Das Mädchen, das mit ihm befreundet war, machte er glücklich, glücklich wie kein anderer. Aber es war ein Glück auf Zeit, das wusste Dagmar.
Heiner bezeichnete sich selbst oft als ›cool‹. Aber er war es nicht. Er war äußerst empfindsam und stets darauf bedacht, niemandem wehzutun. Freunde fragten ihn immer wieder, wie er es fertigbrachte, seine zahlreichen Verbindungen zu lösen, ohne dass ihm die Mädchen böse waren. Er konnte ihnen keine Antwort geben, es klappte eben. Auch jetzt wurde ihm abwechselnd kalt und heiß, denn er ahnte, was Dagmar von ihm erwartete. Dabei liebte er nichts so sehr wie seine Freiheit, und die wollte er nicht opfern. Auch nicht für Dagmar.
»Du denkst an eine Heirat, nicht wahr?«, stellte er mit leiser, schmeichelnder Stimme fest. »So sehr ich dich liebe, Dagmar, ich glaube, es wäre nicht vernünftig, wenigstens nicht zum jetzigen Zeitpunkt. Keiner von uns hat einen festen Job, und wir wissen noch nicht einmal, ob wir hierbleiben können. Du weißt ja, in unserem Beruf muss man flexibel sein. Wenn ich heirate, will ich meiner Frau etwas bieten können.«
Dagmar nickte. »Schon gut, Heiner. Ich hab verstanden. Am besten wird es sein, wir reden nicht mehr darüber, denn eigentlich denke ich genau wie du.«
»Bitte, nicht traurig sein, Kleines. Bei uns ist es auch ohne Trauschein schön, nicht wahr?« Voll Zärtlichkeit küsste Heiner die blonde Frau.
Sie schlang die Arme um seinen
