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Hammer + Veilchen Nr. 18: Flugschriften für neue Kurzprosa
Hammer + Veilchen Nr. 18: Flugschriften für neue Kurzprosa
Hammer + Veilchen Nr. 18: Flugschriften für neue Kurzprosa
eBook51 Seiten28 Minuten

Hammer + Veilchen Nr. 18: Flugschriften für neue Kurzprosa

Von Günther Emig (Editor)

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Über dieses E-Book

Hammer + Veilchen. Flugschriften für neue Kurzprosa. Herausgegeben von Günther Emig und Peter Engel · Ausgabe 18 · 2018.
Mit Beiträgen von Wolfgang Denkel · Martin Jürgens · Friedrich Bastian · Peter Salomon · Cornelia Manikowsky · Alexander Posch · Wolf Senff
SpracheDeutsch
HerausgeberEmig, Günther
Erscheinungsdatum15. Dez. 2018
ISBN9783921249154
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    Buchvorschau

    Hammer + Veilchen Nr. 18 - Günther Emig

    Inhaltsverzeichnis

    Wolfgang Denkel

    Nachmittags, wenn sie weit weg die Fernzüge hörte

    Martin Jürgens

    Allahu Akbar

    Friedrich Bastian

    Krawatten und Butterkekse

    Peter Salomon

    Die erste Erinnerung

    Cornelia Manikowsky

    Kleine Geographien

    Alexander Posch

    Haare lassen

    Wolf Senff

    Episode vom Ausguck

    Die Autoren

    Impressum

    Hammer + Veilchen

    Flugschriften für neue Kurzprosa

    Herausgegeben von Günther Emig und Peter Engel

    Ausgabe 18 · 2018

    Mit Beiträgen von Wolfgang Denkel · Martin Jürgens · Friedrich Bastian ·  Peter Salomon ·

    Cornelia Manikowsky · Alexander Posch · Wolf Senff

    hammer_veilchen_50

    Wolfgang Denkel

    Nachmittags, wenn sie weit weg die Fernzüge hörte

    Sie mochte es, verwirrt zu werden. Dann nämlich geschah, was sie sich wünschte. Eigentlich wünschte, und so sehr, daß sie es sonst nicht merkte, weil ihr immer andere, kleinere, nichtige Wünsche dazwischenkamen.

    Für Gesellschaftsspiele fehlte ihr vollends die Geduld, während die Langeweile selbst ihr kaum jemals welche abverlangte. Wenn sie eine Münze in einen Spielautomaten warf, konnte sie deren Verlust, deren endgültiges Verschwinden nicht bedauern, und sie empfand auch keine Freude über einen Gewinn. Lange Zeit, vor allem in ihrer Jugend, hatte sie dies für eine Art von Erkrankung gehalten.

    Den anderen beim Spielen zuzusehen hingegen genoß sie. Es gab sogar Menschen, die sie nur mögen konnte, während sie spielten.

    In ihrem Zimmer hing das Bild eines Orang-Utan, der in Öl gemalt wie ein Firmengründer blickte.

    Ansonsten war das Zimmer karg. Überhaupt ließ sie weg, wo sie nur konnte. Und an ihren Weglaßtagen tat sie so gut wie gar nichts.

    Sie staunte, wie selten man sie verspottete. Über ihren offenkundigen Sprachfehler hatte man sogar während ihrer Jugend und unter Gleichaltrigen hinweggehört. Es gelang ihr nicht, ein offenes O zu sprechen, es hörte sich bei ihr an wie ein Schmerzlaut.

    Außerdem sahen ihre beiden Augen verschiedene Dinge. Das wußte jedoch keiner, solange sie es nicht zugab.

    Auch wenn sie sich das linke Ohr zuhielt, war die Welt eine ganz andere, als wenn sie sich das rechte Ohr zuhielt.

    Nur ihre beiden Nasenlöcher rochen das Gleiche. Immerhin, dachte sie öfter. ›Immerhin‹ war überhaupt ein Wort, das ihr gefiel.

    Das Glück, es war für sie ganz ungeeignet und sie mochte es nicht. Es war so fordernd, so herzhämmernd, so gar nicht still. Das Glück war keine gute Sache, und es tat, als sei es die einzige

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