Über dieses E-Book
Der Sicherheitsexperte Tracker setzt alles daran, die schöne Sophie zu beschützen. Keine Sekunde lässt er sie aus den Augen. Eine harte Aufgabe - denn Sophie hat sich vorgenommen, ihn zu verführen. Und mit ihm in wilden Nächten ihre geheimen Fantasien wahr werden zu lassen...
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Buchvorschau
Verbotene Fantasien - Cara Summers
IMPRESSUM
Verbotene Fantasien erscheint in der HarperCollins Germany GmbH
© 2003 by Carolyn Hanlon
Originaltitel: „Game for Anything"
erschienen bei: Harlequin Enterprises Ltd., Toronto
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.
© Deutsche Erstausgabe in der Reihe TIFFANY SEXY
Band 8 - 2004 by CORA Verlag GmbH & Co. KG, Hamburg
Übersetzung: Brigitte Marliani-Hörnlein
Umschlagsmotive: sakkmesterke / Getty Images
Veröffentlicht im ePub Format in 08/2017 – die elektronische Ausgabe stimmt mit der Printversion überein.
E-Book-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck
ISBN 9783733779207
Alle Rechte, einschließlich das des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.
CORA-Romane dürfen nicht verliehen oder zum gewerbsmäßigen Umtausch verwendet werden. Sämtliche Personen dieser Ausgabe sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.
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PROLOG
„Du bist in Sicherheit, Prinzessin."
Sophies Angst verflüchtigte sich in dem Moment, als sie seine Stimme hörte. Er würde sie befreien.
Der Knebel im Mund hinderte sie daran, seinen Namen auszusprechen. Auch konnte sie ihn nicht sehen, denn ihre Augen waren verbunden. Doch sie erkannte seine Stimme, und seine Berührung war ihr vertraut. Kaum merklich streifte er mit den Fingerspitzen ihren Hals. Ihre Haut begann zu prickeln, und ihr Blut kochte.
Seit sie vor drei Tagen gekidnappt worden war, wusste sie, dass Tracker McBride kommen würde. Allerdings hatte sie damit gerechnet, dass er wütend sein würde, weil sie ihn ausgetrickst und durch das ganze Land gejagt hatte. Aber seine Hände waren sanft und seine Stimme beruhigend.
„Hab keine Angst."
Er würde sie berühren – um sich zu überzeugen, dass sie unverletzt war. Die Vorfreude ließ sie erbeben. Und bei dem Gedanken, dass er gleich mit seinen langen, schmalen Fingern über ihre Schultern und ihre Arme gleiten würde, wurde ihr heiß.
Sie reagierte immer so auf ihn – elementare Bedürfnisse wurden wach. Das Verlangen wurde stärker, sie begann sich zu bewegen, hob den Körper an und sehnte sich danach, ihm näher zu kommen.
Als er die Hände um ihre Taille legte, brannte das Feuer in ihr bereits lichterloh. Ihre Muskeln zogen sich zusammen, und sie drückte die Hüfte vor. Mehr. Doch er glitt mit den Händen weiter, setzte die langsame Reise über ihre Hüften fort und ihre Beine hinab. Er quälte sie.
„Gleich bist du befreit, sagte er, als er die Augenbinde und den Knebel entfernte. „Lass die Augen noch zu.
Kaum hatte er die Fesseln von ihren Handgelenken gelöst, schlang sie die Arme um ihn und presste sich an ihn. In Sicherheit. Jetzt würde er das lodernde Feuer löschen, das er in ihr entfacht hatte. Er musste es tun. Er strich mit einer Hand über ihre Haare, dann spürte sie seine Finger unter ihrem Kinn. Er hob es an.
„Bitte …" Sie war nicht einmal sicher, dass es ihre eigene Stimme war, die dieses Wort gesagt hatte. Aber sein Mund streifte ihren, und mit der Zunge befeuchtete er ihre Lippen.
„Jetzt." Sie schmiegte sich an ihn. Es reichte nicht. Sie wollte ihn genau an der Stelle spüren, wo die Sehnsucht am heißesten brannte. Sie wühlte mit der Hand in seinen Haaren und drückte sich an ihn. Jetzt … bitte.
Als sie glaubte, vor Sehnsucht zu sterben, wurde sein Kuss fester und fordernder, und er glitt mit der Hand zwischen ihre Schenkel.
Ja. Fast. Das Verlangen brachte sie beinahe um den Verstand. Sie presste sich an ihn. Die Spannung wuchs, wurde fast unerträglich. Als er mit den Fingern schließlich in sie eindrang, geriet sie sofort in Ekstase, und ihre Erregung entlud sich in einem gewaltigen Höhepunkt.
Es war der Klang ihres eigenen Aufschreis, der Sophie aus ihrem Traum holte. Einen Moment lang lag sie bebend da und erholte sich von dem Höhepunkt. Sie klammerte sich an der Bettdecke fest, ihre Haut war schweißnass, und sie atmete keuchend. Als sie die Augen öffnete, sah sie Chess, ihren Kater, der auf sie herabblickte.
„Mir geht es gut", murmelte sie und ließ mit einer Hand die Bettdecke los, um ihren großen, plumpen Schutzengel zu streicheln.
Der Kater schnurrte ungläubig.
Sophie seufzte. Ihr Bruder Lucas hatte ihr Chess geschenkt, als sie das Elternhaus verlassen und die Wohnung über ihrem Antiquitätengeschäft One of a Kind in Georgetown bezogen hatte.
„Okay. Okay. Sophie setzte sich auf und fuhr sich mit den Fingern durch die Haare. „Mir geht es nicht gut.
Wie konnte es ihr gut gehen, wenn sie seit über einem Jahr den besten Sex – den einzigen Sex überhaupt – nur in ihren Träumen erlebte?
Und diese Träume löste ausgerechnet der Mann aus, der sie im wirklichen Leben verärgert hatte wie kein anderer. Tracker McBride, oder der „Schatten, wie sie ihn nannte. Vor zwei Jahren hatte ihr Bruder ihn als Sicherheitschef engagiert, doch offensichtlich lautete sein Auftrag: „Verwöhnte, missratene Schwester daran hindern, Wainwright Enterprises zu schaden.
Die fatale Tatsache, dass sie genau das fast zweimal getan hätte – indem sie sich mit Mitgiftjägern einließ, die nur hinter dem Geld der Wainwrights her waren –, ärgerte sie. Und dass ausgerechnet ein Fremder ihre Schwäche und Dummheit erkannt hatte, machte die Sache noch schlimmer.
Jedes Mal, wenn sie abends ausging, um sich mit Freunden zu treffen, war Tracker irgendwo in der Nähe. Sie konnte seine Anwesenheit buchstäblich spüren, und die Empfindung war oft so intensiv, als würde er sie wirklich berühren. Aber er kam nie nah genug an sie heran, dass sie ihn auch nur sehen konnte.
Außer in ihren Träumen.
„Verdammt. Sie sprang aus dem Bett, nahm den Kater auf den Arm und ging in die Küche. „Ich muss mich von ihm befreien.
Chess schnaubte.
„Hör auf damit. Sie setzte den Kater auf den Küchentresen. „Es ist die Wahrheit. Seit einem Jahr träume ich von diesem Phantomliebhaber, der sich im wirklichen Leben nicht einmal in meine Nähe wagt. Und solange ich von ihm träume, will ich keinen anderen haben.
Sie seufzte. „Es ist tragisch." Sie nahm Milch aus dem Kühlschrank, goss sie in eine Schale und stellte sie vor den Kater. Für sich selbst wählte sie kalte Pizza.
„Eines steht jedenfalls fest: John Landry will ich auf keinen Fall." So, jetzt hatte sie es laut ausgesprochen.
Sophie schaute auf ihre kalte Pizza und stellte fest, dass ihr der Appetit vergangen war. Seit zwei Wochen traf sie sich mit John Landry, der alles hatte, was man sich bei einem Mann nur wünschen konnte. Er sah gut aus, war liebenswert, aufmerksam und so reich, dass Lucas sich keine Gedanken machen musste, dass er es nur auf das Geld der Wainwrights abgesehen haben könnte. Er teilte sogar ihre Leidenschaft für den Handel mit Antiquitäten.
Das Problem war, dass diese zwei Wochen mit ihm sie nicht von ihrer Sehnsucht nach Tracker befreit hatten. Im Gegenteil. Ihre Dates mit John hatten ihr Verlangen nach dem „Schatten" noch verstärkt.
Sie stellte die Pizza zurück in den Kühlschrank. Unberührt.
„Ich muss mich von John trennen."
Chess’ Schweigen war ein Zeichen für seine Zustimmung.
Es war nicht fair, sich weiter mit ihm zu treffen. Selbst jetzt fiel es ihr schwer, sich sein Bild vor Augen zu rufen. In dem Moment, als sie glaubte, seine blonden Haare und sein hageres, aristokratisches Gesicht vor sich zu sehen, verwandelten sich die Gesichtszüge in die markanteren von Tracker McBride, und aus den blonden Haaren wurden dunkle.
„Verfluchter Kerl!" Sie musste ihn endlich vergessen.
Als Chess den letzten Tropfen der Milch aufgeschleckt hatte, hob Sophie ihn vom Tresen und trug ihn zur Couch. „Fernsehzeit." Mit etwas Glück zeigte irgendein Programm einen alten Klassiker, der sie ablenkte und ihr einen traumlosen Schlaf bescherte.
Nach zwei Minuten stieß sie auf einen ihrer Lieblingsfilme. Über den Dächern von Nizza. Sie lehnte sich gegen die Kissen und sah, wie Grace Kelly in einem Sportwagen die Hügel von Monte Carlo hinauffuhr, Cary Grant an ihrer Seite. Die Frau hatte ein Ziel. Sie wollte Cary, und sie würde ihn bekommen.
Sophie konnte sich mit Grace identifizieren. Sie hatte sich immer als starke, entschlossene Frau betrachtet, die gewillt war, Risiken einzugehen – bevor sie durch eigenen Leichtsinn gekidnappt worden war. Glücklicherweise hatte Tracker McBride sie gerettet.
Cary Grant war wirklich ein toller Mann. Als der Film gedreht wurde, stand er in der Blüte seines Lebens, und die Rolle als gut aussehender, gefährlicher Juwelendieb war ihm auf den Leib geschrieben. Er erinnerte Sophie ein wenig an Tracker. Beide strahlten etwas Gefährliches und Geheimnisvolles aus.
Alles, was sie über ihren „Schatten" wusste, war, dass er zusammen mit ihrem Bruder Lucas während der Militärzeit Einsätze geflogen war, Einsätze, über die Lucas niemals sprach. Cary Grant hatte auch etwas Geheimnisvolles an sich. Und es gab noch etwas, was sie an Tracker erinnerte – der Juwelendieb in dem Film wollte nichts mit der reichen, verwöhnten Amerikanerin zu tun haben, die Grace spielte.
Natürlich hatte Grace sich dadurch nicht beirren lassen. Sie verführte nicht nur Grant im Film, nein, gleichzeitig hatte sie sich im wirklichen Leben einen Prinzen geangelt. Sophie könnte wetten, dass dieser Frau weder das eine noch das andere schwer gefallen war.
Kühl, klug und entschlossen. Sophie bewunderte Grace Kelly. Mit zusammengekniffenen Augen beobachtete sie, wie Grace einen Picknickkorb öffnete und über etwas lachte, was Cary sagte.
Sophie würde Tracker morgen bei der Party sehen. Anlässlich des ersten Hochzeitstages hatte Lucas für seine Frau MacKenzie, von allen nur „Mac" genannt, eine Wiederholung der Hochzeitsfeier in allen Einzelheiten geplant – und Tracker würde es nicht wagen, fernzubleiben. Er war Trauzeuge gewesen.
Sophies Gedanken rasten. Sie könnte John Landry einladen, mit ihr die Party zu besuchen – und warum nicht auch noch Carter Mitchell? Er war Geschäftsführer der Kunstgalerie nebenan, und er würde ihr sicherlich gern einen Gefallen tun. Wenn sie mit zwei Männern kam, würde Tracker vielleicht … Nein.
„Nein, ich spiele nicht mit dem Gedanken, Tracker McBride zu verführen."
Chess knurrte. Ganz klar, dass er ihr nicht glaubte.
„Sei ruhig." Aber der Kater hatte wie üblich Recht. Sie spielte tatsächlich mit dem Gedanken, genau das zu tun. Warum sollte nur Grace Spaß haben? Und warum sollte Sophie Tracker weiterhin nur in ihren Träumen besitzen?
Ein gutes Mädchen zu sein und sich mit dem Mann zu treffen, den ihr Bruder akzeptieren würde, hatte nicht funktioniert. Vielleicht gab es nur einen Weg, der Falle zu entkommen, in der sie sich im Moment befand. Sie musste den Mann verführen, der sie dort festhielt …
1. KAPITEL
„Lucas, willst du diese Frau zu deiner dir rechtmäßig angetrauten Frau nehmen?"
Sophie kämpfte gegen die Tränen an, als ihr Bruder Ja sagte. Lucas war in ihren Augen nie ein romantischer Mann gewesen, doch die Ehe hatte ihn verändert.
„MacKenzie, willst du Lucas zu deinem dir rechtmäßig angetrauten Ehemann nehmen?"
Sophie blinzelte wieder, als ihre beste Freundin den Schwur wiederholte. Als Trauzeugin stand Sophie hinter der Braut, Seite an Seite mit dem Trauzeugen, Tracker McBride.
„Kraft meines Amtes …"
Sophie schniefte, als ihr eine Träne über die Wange lief. Ihr Plan, Tracker eifersüchtig zu machen, war fehlgeschlagen. Er hatte ihre beiden Begleiter gar nicht wahrgenommen, weil er erst aufgetaucht war, als es Zeit war, sie zu der Laube im Rosengarten zu führen. Der leichte, unpersönliche Druck seiner Hand auf ihrem schmalen Rücken hatte den Wunsch in ihr geweckt, dass er jeden Teil ihres Körpers berühren möge. Allein bei dem Gedanken daran war ihr abwechselnd kalt und heiß geworden.
Sophie kämpfte gegen eine zweite Träne an. Verdammt! Grace Kelly hatte vor Cary Grant auch nicht geweint. Sie hatte immer nur gelächelt, war in Champagnerlaune gewesen und absolut entschlossen, zu bekommen, was sie haben wollte.
„Ich erkläre Sie hiermit zu Mann und Frau."
Als Lucas und Mac sich küssten, konnte Sophie die zweite Träne nicht zurückhalten. Die beiden teilten das, was sie sich sehnlichst wünschte – die Nähe zu einem Menschen, den sie liebte und von dem sie geliebt wurde.
Verstohlen hob sie die Hand, um sich die Träne von der Wange zu wischen. Trackers Arm streifte ihren, als er ihr ein Taschentuch in die Hand drückte.
„Alles okay, Prinzessin?"
Okay? Wie konnte alles okay sein, wenn sie in seiner Gegenwart dahinschmolz, während er sie wie eine kleine Schwester behandelte? Sie tupfte sich die Augen trocken und nickte.
War es denn nicht immer dasselbe in ihrem Leben? Die Männer, die sie verführten, waren stets nur an ihrem Geld interessiert, und der einzige Mann, von dem sie verführt werden wollte, begnügte sich ausschließlich damit, sie wie ein älterer Bruder ständig zu bewachen und zu beschützen.
Doch daran würde sie etwas ändern. Wenn Plan A – Tracker eifersüchtig zu machen – nicht funktionierte, dann musste sie sich etwas anderes einfallen lassen. Und zwar schnell.
Während ihr Bruder und ihre beste Freundin sich den Beifall klatschenden Gästen zuwandten, sah sie zu Tracker. Ihre Blicke
