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Goldmine des Teufels
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eBook157 Seiten1 Stunde

Goldmine des Teufels

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Über dieses E-Book

Über die verlorene Goldmine des Dutchman Jacob Waltz ranken sich viele Sagen und Gerüchte. Unzählige Männer sind aufgebrochen, um diese Goldmine in den Superstition Mountains zu suchen, denn es lockt unermesslicher Reichtum. Doch keiner war der Mine je näher als Daniel O'Hara... -- "Ein atmosphärisch dichter und spannend erzählter Western – wer wissen will, was es mit der ›Totengräberin‹ auf sich hat, sollte dieses Buch genießen. Es beruht übrigens auf wahren Begebenheiten." (Martin Barkawitz)
SpracheDeutsch
Herausgeberneobooks
Erscheinungsdatum9. Juni 2020
ISBN9783752901931
Goldmine des Teufels

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    Buchvorschau

    Goldmine des Teufels - Logan Kenison

    Erstausgabe 05/2015

    Copyright © 2020 by Logan Kenison

    Lektorat: Carola Lee-Altrichter

    Abdruck auch auszugsweise nur mit Genehmigung des Autors.

    Das Cover wurde gestaltet nach Motiven der Episode »Hinrichtung im Morgengrauen« (Orig.: »Death at Dawn«, USA, 1960) der Bonanza-Komplettbox. Im Handel auf DVD erhältlich. Mit freundlicher Genehmigung von www.fernsehjuwelen.de

    logan.kenison@gmx.de

    Disclaimer

    Dieser Westernroman basiert auf wahren Begebenheiten. Die Namen einiger Personen und Orte wurden geändert.

    Wer Gold liebt, wird mit Gold nicht gesättigt werden, noch jemand, der Reichtum liebt, mit Einkünften.

    (nach Prediger 5:10)

    Denn die Geldliebe ist eine Wurzel von schädlichen Dingen aller Arten, und indem einige dieser Liebe nachstrebten, sind sie vom Glauben abgeirrt und haben sich selbst mit vielen Schmerzen überall durchbohrt.

    (1. Timotheus 6:10)

    Goldmine des Teufels

    Logan Kenison

    WIR ERWACHTEN am Morgen des 19. Februar 1891 nicht wie gewöhnlich. Nicht die frühen Vogelstimmen oder das Krähen unserer Hähne holten uns aus dem Schlaf, nicht das sanfte Murmeln des stets kraftlosen Salt Rivers oder die zärtliche Berührung eines liebenden Menschen.

    Ein dröhnendes Getöse riss uns aus dem Schlaf!

    Innerhalb eines Sekundenbruchteils wurde uns klar, dass etwas nicht stimmte. Das Haus wackelte, die Wände zitterten, Bilder fielen von den Wänden, Schränke wankten, Gläser klirrten. Für den Moment glaubten wir, das Ende der Welt wäre gekommen; ein Fauchen und Zischen, als fielen glühende Steine vom Himmel, doch als wir zu den Fenstern rannten, sahen wir ihn nur grau bedeckt, wie all die Tage zuvor.

    Die Temperatur betrug 39° Fahrenheit (4° Celsius), und wir hatten unsere Kühe und Rinder draußen auf den Weiden. Die Farmer hatten Wintersaat im Boden, Kleingetier befand sich in den Gehegen oder lief, je nach Laune ihres Besitzers, frei umher.

    Doch als wir nun aus den Fenstern blickten, erwartete uns nicht der gewohnte Anblick, sondern die völlige Zerstörung. Gewaltige Flutwellen waren ohne Vorwarnung durch das Flussbett herangewälzt und hatten alles niedergedrückt und mitgerissen.

    Bäume – entwurzelt.

    Hühnerställe, Scheunen, Häuser – zertrümmert.

    Haustiere – trieben tot in den Fluten.

    Jaulende Hunde wurden von den Wassermassen fortgerissen.

    Flussbiegungen wurden einfach fortgewaschen, als wären sie Spielzeuge in der Hand eines Riesen.

    Zur Haustür, die aufgesprungen war, weil sie dem Druck nicht mehr hatte standhalten können, spülten Wassermassen herein. Wohn- und Schlafräume füllten sich innerhalb zweier Sekunden. Haushaltsgegenstände schwammen bereits im schmutzig-braunen, schäumenden Wasser.

    Die Kinder schrien in Todesangst. Wir Erwachsene brachten sie aufs Dach, und damit in Sicherheit. Von dort oben – noch in Schlafkleidung, denn zum Umziehen hatte uns die Zeit gefehlt – konnten wir beobachten, wie die Wassermassen unser Land und die Arbeit unserer Hände vernichteten.

    Die Kinder schrien zunächst weiter, so laut und schrill, dass es uns in den Ohren klingelte. Doch dann klammerten sie sich aneinander, um sich zu wärmen und sich zumindest ein wenig vor dem eisigen Wind zu schützen, der unsere Nachtgewänder mühelos durchdrang.

    Wir Erwachsenen standen da wie betäubt. Alles, was wir tun konnten, war zuzusehen. Hilflos zuzusehen, wie unsere Lebensgrundlage zerstört wurde. Es gab nichts, was wir tun konnten, nichts, gar nichts.

    Wir sahen, wie in den Nachbarhäusern ums Überleben gekämpft wurde. Auch dort versuchte man, sich aufs Dach zu retten. Auch dort brachte man die Kinder in Sicherheit.

    Was aus Fred Zimming wurde, weiß ich nicht. Er war fortgeschwemmt worden und tauchte nie wieder auf.

    Bob Fabricant war ins Wasser gefallen. Er schaffte es mit Mühe zurück aufs Farmdach, und seine Söhne deckten ein paar Schindeln ab, durch die sie Decken heraufholten. Das rettete Bob das Leben, er wäre sonst an Unterkühlung gestorben.

    Ada Summers und ihre Töchter hatten es geschafft, das nackte Leben zu retten. Ihr Kleinvieh hing in den Zäunen der Gehege – tot. Ihre Gemüsebeete waren verwüstet.

    Oscar Simms und seine Frau steckten im Haus zwischen umgefallenen und festgekeilten Möbelstücken fest; wir fanden sie später und befreiten sie. An ihren Verletzungen wird sie noch wochenlang zu leiden haben.

    Ed Poole hatte sich vors Haus gewagt und war gegen einen der Balken gestürzt, die sein Hausdach stützten. Er schlug so heftig mit Schulter und Schläfe gegen die spitzen Holzkanten, dass er bewusstlos wurde und ins Wasser glitt, das ihn gnadenlos überspülte. Wenige Schritte vor seiner Haustür ertrank er.

    Von anderen hörten wir nur.

    Sidney Heckler – tot.

    Orel Cassell – tot.

    Walton Youngs – vermisst.

    Carey Selzak – verletzt.

    Albion Polack – verletzt.

    Und so ging es eine ganze Weile lang weiter.

    Die Springflut war die schlimmste Naturkatastrophe, die uns im Salt River Valley getroffen hatte. Noch nie zuvor waren wir mit solchen Wassermassen konfrontiert gewesen, noch nie mit einem solchen Ausmaß von Zerstörung und Tod.

    Das Wasser blieb nicht lange. Innerhalb weniger Tage lief es ab.

    Zurück blieb ein Tal, in dem alle Bewohner ihre Existenzgrundlage verloren hatten. Alle Farmen, Ranches, Handwerksbetriebe waren zum Erliegen gekommen. Wohnhäuser, Scheunen und Ställe waren zerstört.

    Doch dann setzte eine beispiellose Hilfsaktion ein. Die Jungen halfen den Alten, und die Alten halfen den Jungen. Alle Nachbarn halfen sich gegenseitig. Sogar die Einwohner von Phoenix kamen zu uns aufs Land heraus und halfen uns. Natürlich nicht beim Wiederaufbau – der wird erst in den kommenden Wochen und Monaten stattfinden können, wenn wir neues Bauholz und Werkzeuge erhalten haben. Doch sie halfen uns, indem sie uns von den Dächern holten oder aus den Trümmern unserer Häuser. Indem sie unsere Kranken verarzteten und uns in die Stadt schafften und uns dort Obdach anboten.

    Auch wenn es zum Teil nur winzige Zimmer sind, in die sie ganze Familien stecken, sehen wir doch den Geist der Hilfsbereitschaft, den wir jetzt so verdammt nötig haben.

    Gouverneur Irwin hat uns schnelle und unbürokratische Hilfe zugesichert. Wir hoffen auf Bauholz und Werkzeug. Wenn die Regierung uns hier etwas zur Verfügung stellt, wäre uns wirklich geholfen.

    Ob es tatsächlich so kommt, werden wir abwarten müssen.

    Doch wir hoffen es sehr.

    Wir sind darauf angewiesen, dass man uns hilft. Denn sonst haben wir keine Lebensgrundlage mehr.

    Gez. am 23. März 1891

    William Frederick McNicholl

    Phoenix, Arizona

    *

    WILLIAM McNICHOLL schrieb die letzten Zeilen seines Berichts in seinem Refugium, einem kleinen Zimmer über dem Al Kendrick’s Saloon in der Montezuma Street, in das gedämpft der Lärm der darunter liegenden Trinkstube drang. Es war beileibe keine große und komfortable Unterkunft, in der er und seine Familie sich hatten einquartieren können, doch sie hatten jetzt wenigstens ein Dach über dem Kopf und eine trockene und relativ saubere Schlafgelegenheit. Da er im Moment nichts für seine Farm tun konnte – dazu fehlten ihm schlichtweg die Mittel – hatte McNicholl den Job als Hausmeister für den Saloon und das dazugehörige Gebäude angenommen.

    Nächste Woche würde er zu den Resten seiner Farm hinausmarschieren und sehen, welchen Aufwand der Wiederaufbau für ihn bedeutete, wie lange er dafür arbeiten müsste und was es ihn kostete. Danach wollte er das Büro der Stadtverwaltung aufsuchen und um Unterstützung ersuchen.

    Den Bericht hatte er geschrieben, damit er später als Gedächtnisstütze dienen konnte – obwohl er nicht glaubte, dass er auch nur eines der grausigen Bilder jemals würde vergessen können.

    Nun, nachdem er den letzten Federstrich gemacht, den Bericht nochmals gelesen und für gut befunden hatte, legte er den Federhalter beiseite und blickte zum Fenster hinaus. Draußen war gerade einer jener herrlichen Arizona-Frühlingstage zur Neige gegangen, die einem Beobachter pures Staunen abrangen, und hatte sich in einen wunderschönen Abend verwandelt. Die allgegenwärtige rötliche Farbe herrschte jetzt nicht nur im Sand und den Ziegeln der Adobegemäuer vor, sondern auch am Himmel. Die untergehende Sonne erstarb und tauchte alles in jenes blutrote Licht, welches für das Territorium Arizona so typisch war.

    Von der Flutkatastrophe war hier nicht das Geringste zu erkennen. Das Leben ging weiter, als wäre sie nie vorgefallen: Männer drängten sich in die Saloons, während ein paar Frauen noch rasch letzte Einkäufe erledigten. Kinder spielten auf den Sidewalks und bei den Pferdetränken, und ein paar Hunde jagten sich gegenseitig die Straße hinab.

    Von Süden kamen fünf Männer herangeritten – etwas abgerissen, verschwitzt und erschöpft, aber ziemlich unzufrieden und finster dreinblickend. Sie steuerten den Al Kendrick’s Saloon an. Keiner – nicht einmal William McNicholl, der sich die Zeit nahm, ihr Eintreffen vom Fenster aus zu beobachten und die Ankömmlinge genau zu studieren – wusste, was diese Männer dort draußen gemacht hatten.

    Die Richtung, aus der sie kamen, mochte ein Indiz liefern, aber es war nicht mehr als ein äußerst schwacher Anhaltspunkt, und außer den verschmutzten Klamotten, den dreckstarrenden Stiefeln und den lehmverklebten Fellen ihrer Tiere deutete nichts auf die Art der Arbeit hin, der die Männer draußen nachgegangen waren.

    Nun hielten sie vor dem Saloon und saßen ab, und als sie noch kurz im Kreis beisammenstanden und sich sehnsüchtig über die trockenen Lippen leckten, sagte ein Mann namens Ransom Biddle:

    »Verdammte Scheiße, wir genehmigen uns jetzt einen! Aber du, O’Hara, du brauchst gar nicht erst mit reingehen! Deine Fresse kann ich nämlich nicht länger ertragen. Bleib also hier draußen und hüte die Pferde oder bohre in der Nase oder tu sonst was, nur belästige mich nicht mit deinem Anblick, wenn ich jetzt da reingehe.«

    Der so derb angesprochene, auf den der Sprecher auch noch mit dem Zeigefinger deutete, war ein zwanzigjähriger blonder Bursche, der genauso verschmutzt war wie die anderen, vielleicht sogar noch ein bisschen mehr, weil er sich aufopfernder durch Schlamm und Dreck gewühlt hatte.

    »Lass’ den Kleinen in Ruhe, Ranse«, sagte Gunner Halverson, der Anführer des Trupps. Er war etwas über Vierzig, und sein Vollbart hatte bereits vor Jahren begonnen, eine graue Färbung anzunehmen. Da er sonst noch sehr agil und muskulös war, wirkte der graue Bart, der ein sonnengebräuntes Gesicht umrahmte, edel und ansehnlich. »Gewiss«, fuhr Halverson fort, »es war seine Idee. Aber sie hätte uns genauso gut ein paar Dollar einbringen können. Es ist ja nicht seine Schuld, dass

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