Entdecken Sie mehr als 1,5 Mio. Hörbücher und E-Books – Tage kostenlos

Ab $11.99/Monat nach dem Testzeitraum. Jederzeit kündbar.

Mountain Men 01: Wind River Gold
Mountain Men 01: Wind River Gold
Mountain Men 01: Wind River Gold
eBook234 Seiten2 StundenMountain Men

Mountain Men 01: Wind River Gold

Bewertung: 0 von 5 Sternen

()

Vorschau lesen

Über dieses E-Book

Herbst 1820 in den Rocky Mountains. Der Trapper Jedediah Jones träumt davon, einen der Riesenbiber zu fangen, von denen indianische Legenden berichten. Aber ehe der Winter vorbei ist, bemerkt Jed, dass er verfolgt wird. Hunting Coyote, ein rachsüchtiger Blackfoot, ist auf seiner Fährte. Gemeinsam mit dem Greenhorn Malcolm McGruder muss der erfahrene Bergläufer ums nackte Überleben kämpfen.

Ein Abenteuerroman aus der wilden Zeit der Mountain Men. Packende Kämpfe, gefährliche Tiere und heimtückische Gegner vor der imposanten Naturkulisse des fernen Westens.

Die Printausgabe des Buches umfasst 282 Seiten

Die Exklusive Sammler-Ausgabe als Taschenbuch ist nur auf der Verlagsseite des Blitz-Verlages erhältlich!!!
SpracheDeutsch
HerausgeberBlitz Verlag
Erscheinungsdatum2. Sept. 2024
ISBN9783957197658
Mountain Men 01: Wind River Gold

Ähnliche Autoren

Ähnlich wie Mountain Men 01

Titel in dieser Serie (9)

Mehr anzeigen

Ähnliche E-Books

Rezensionen für Mountain Men 01

Bewertung: 0 von 5 Sternen
0 Bewertungen

0 Bewertungen0 Rezensionen

Wie hat es Ihnen gefallen?

Zum Bewerten, tippen

Die Rezension muss mindestens 10 Wörter umfassen

    Buchvorschau

    Mountain Men 01 - John F. Cooper

    Prolog: Der Weg in die Berge: Saint Louis, 1797

    Jedediah Jones zählte noch keine zwanzig Lenze, als er den Mann traf, der ihm Freiheit und Entbehrungen brachte. Das, was er einst sein Leben nennen würde.

    Das Land außerhalb der Städte dehnte sich zu jener Zeit schier endlos und einsam bis zum Horizont, und dahinter erneut bis zum Horizont, immer weiter, und niemand wusste, wo es aufhören würde. Der ferne Westen war nur eine Legende. Es hieß, irgendwo jenseits der Berge gebe es ein fruchtbares Paradies, in dem an dreihundertfünfzig Tagen im Jahr die Sonne vom Himmel brannte. Trotzdem gediehen dort saftige Früchte, so groß, dass ein halbes Dutzend von ihnen einen Korb füllte, und es gab Wild im Überfluss, fett und träge und so leicht zu erlegen, dass man sich viele Kugeln sparte, weil man seine Beute mit bloßen Händen vom Boden pflücken konnte.

    Aber niemand wusste, wie man über die Berge kam, und die wenigen Männer, die es versucht hatten, waren nicht zurückgekehrt. Erst im letzten Jahr war eine kleine Gruppe aus St. Louis nach Westen aufgebrochen: Entdecker, Jäger, Abenteurer. Man hatte nie wieder etwas von ihnen gehört.

    „Natürlich nicht, lärmte einer der Geschichtenerzähler im überfüllten Schankraum des Saloons, in dem der Waisenjunge Jedediah als Tellerwäscher, Spucknapfreiniger und Laufbursche arbeitete. „Natürlich nicht. Würdet ihr das Paradies verlassen, wenn ihr es gefunden habt?

    Das war ein gutes Argument. Die Männer, die sich bei Bier und Whisky im verräucherten Saloon die Köpfe heißredeten und über Möglichkeiten nachsannen, ihr Los als Verladearbeiter an den Flussdocks von St. Louis zu verbessern, nickten beifällig. Das westliche Paradies existierte, und eines Tages würden sie selbst dorthin gehen.

    Nur einer widersprach. Ein stämmiger Ire mit roten Haaren und einem Bart von der Wildheit eines Präriebrandes.

    „Sie sind alle tot."

    Die Stimme des Rothaarigen klang beiläufig, aber er sprach mit der Bestimmtheit eines Mannes, der wusste, wovon er redete. Er setzte sein Glas geräuschvoll ab und widmete sich seiner Pfeife.

    „Tot, sagst du? Woher willst du das wissen?"

    Die Männer vom Fluss mochten es nicht, wenn man ihnen die Träume zerredete.

    „Ich habe ihre Skalpe gesehen, am Bighorn River, in einem Lager der Blackfeet."

    „Der Bighorn River?"

    „Ein Fluss, der sich unter einem hohen Berg windet. Er liegt nicht mal auf der Hälfte des Weges in euer Land, wo immer die Sonne brennt."

    Der Ire trug Hosen aus speckigem Hirschleder, derbe Stiefel und einen Mantel aus grob gewebtem Stoff. Vor ihm auf dem Tisch lag eine Pelzkappe.

    „Wer ist er?", fragte Jedediah den Saloonkeeper.

    „Ach, der, erwiderte der schwitzende Wirt. „Sieh lieber zu, dass du die Gläser spülst.

    „Wie heißt er?"

    „Man nennt ihn Old Reddy. Er ist Fallensteller. Kommt und geht wie er will. Und nun geh an die Arbeit."

    Old Reddy war schon damals alt. Keiner wusste genau wie alt, aber es war alt genug, dass die Dockarbeiter sein Wort gelten ließen, ohne einen Streit vom Zaun zu brechen.

    „Du meinst, sagte der Geschichtenerzähler versöhnlich, „die Rothäute töten alle Weißen, die die Berge überqueren?

    „Nein, mich haben sie nicht getötet. Aber wenn ich es mir recht überlege, will ich ja auch nicht über die Berge."

    Einer der Lastenträger, ein ungeschlachter Mann mit dem Brustkorb eines Bullen und einem Gesicht voller Grützbeutel, begehrte auf: „Mein Schwager ist letztes Jahr mit den anderen in die Berge gegangen. Er ist ein guter Schütze. Ihn haben die Rothäute nicht erwischt."

    „Mag sein, entgegnete der Fallensteller ruhig. „Vielleicht hat ihn ein Bär gefressen oder ein Wolfsrudel, oder er ist von einer Klippe gestürzt.

    „Mein Schwager ist ein hervorragender Kletterer." Die Grützbeutel im Gesicht des Hünen schienen anzuschwellen.

    „Manchmal erfrieren die Männer dort draußen einfach zwischen den Felsen. Sie legen sich für ein Nickerchen auf den Boden, und wenn sie aufwachen, sind sie ­festgefroren. Sie können sich nicht losreißen ohne das halbe Gesicht zu verlieren. Das riskieren sie nicht, und deshalb sterben sie."

    Mit einem Wink bestellte Old Reddy ein frisches Bier. Jedediah überschlug sich fast vor Eifer, es ihm zu bringen. Das war die Gelegenheit, näher an den Mann aus den Bergen heranzukommen, der so faszinierende Geschichten zu erzählen wusste. Jedediah hasste die Arbeit im Saloon. Er träumte von einem Leben weit weg von St. Louis, wo er tun und lassen konnte, was er wollte. Nicht mehr in aller Herrgottsfrühe aufstehen, nicht mehr schuften, bis der Rücken krumm wurde, nur fort vom Gestank der Stadt.

    „Wenn es dort draußen so gefährlich ist, wie du sagst, wieso hast du es dann überlebt?" Die Augen des vierschrötigen Mannes glitzerten triumphierend.

    Der Rothaarige zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung. Glück, nehme ich an."

    Den Rest des Abends schwieg der Ire. Er trank, und später kaufte er sich noch einen Krug Whisky und verschwand in aller Stille auf seinem Zimmer.

    In dieser Nacht schlief Jedediah vor der Tür des Fremden. Er wollte ihn auf keinen Fall verpassen. Am Morgen wäre der Rothaarige beinahe über den auf der Schwelle zusammengerollten Jungen gestolpert.

    „Teufel, was tust du da?"

    „Jedediah, ich heiße Jedediah. Ich möchte mit Ihnen in die Berge gehen."

    „Warum?"

    „Um zu lernen, wie man Glück hat, Sir."

    Vielleicht gefiel dem Alten die Antwort. Vielleicht hatte er es auch nur satt, allein zu sein. Er kratzte sich im Schritt, nickte knapp und nahm Jedediah Jones mit in seine Welt.

    *

    Natürlich hatte sich der Junge getäuscht. Er hatte geglaubt, frei zu sein hieße, bis Mittag zu schlafen, danach auf die Jagd zu gehen und später am Lagerfeuer Geschichten zu erzählen. Nun begann sein Tag lange vor dem Morgengrauen, und an den Abenden war er zu müde, um auf irgendetwas zu hören, was Old Reddy vielleicht noch zu erzählen hatte. Er lernte, dass frei zu sein bedeutete, sich das Leben jeden Tag aufs Neue zu verdienen. Doch nach ein paar Wochen gewöhnte er sich an den Rhythmus des Daseins in den Bergen.

    An eine Rückkehr in den Saloon, in dem es nach Tabakqualm, verschüttetem Bier und dem Schweiß der Städter roch, hatte er ohnehin nie gedacht.

    Vier Jahre lang zog Jedediah an der Seite des alten Iren durch die Berge. Er lernte, Fallen zu stellen, Hirsche aus zweihundert Schritt Entfernung zu erlegen und sich von Wurzeln zu ernähren, falls er danebenschoss, was jedoch selten vorkam. Wenn sie sich nach Gesellschaft sehnten, was noch seltener der Fall war, zogen sie nach St. Louis, um ihre Felle zu verkaufen, sich zu betrinken und danach erneut für viele Monate in den Bergen zu verschwinden.

    Das Leben dort draußen war einsam. Wochenlang begegneten sie nur Hirschen, Bären und selten einer Schneeziege. Diese seltsamen Geschöpfe waren für das Leben zwischen den Gipfeln gemacht. Ihre kastenförmigen Körper wirkten von der Seite gesehen plump, doch zusammen mit den vier kurzen, stämmigen Beinen war ihr rechteckiger Körper zu erstaunlichen Kletterleistungen fähig. Die zottigen Tiere kletterten mit größter Selbstverständlichkeit in Felswänden herum, die selbst Old Reddy mied, weil er fürchtete, abzustürzen.

    „Salz, erklärte der alte Trapper. „Diese Felsen enthalten Salz, das die Ziegen zum Leben brauchen. Ein Mensch würde es kaum bis da hinaufschaffen.

    „Deshalb schleppen wir ja das Salz in Leinenbeuteln mit uns herum", antwortete Jedediah, und Old Reddy grinste.

    „Du sagst, es Junge."

    Manchmal trafen sie auf ihren Streifzügen kleine Gruppen Indianer. Blackfeet und Crows, Utes und, wenn sie weit nach Westen zogen, Snakes. Die Begegnungen verliefen meist friedlich. Old Reddy sprach mehrere Dialekte der roten Völker, man tauschte Neuigkeiten aus, rauchte die Pfeife, Geschenke wechselten den Besitzer. Old Reddy hatte für diesen Zweck immer eine Ladung Tabak und einen Beutel Glasperlen auf seinem Muli dabei. Im Gegenzug erhielt er Pelze, was ihm die Mühe nahm, die Tiere selbst zu erlegen, ihnen das Fell abzuziehen und die Häute zu gerben. Eine Handvoll bunter Perlen konnte ihnen eine Woche harter Arbeit ersparen, eine Indianerin glücklich und einen roten Mann zum Freund machen. Old Reddy hatte viele Freunde unter den Rothäuten, und er hatte noch mehr rehäugige Schönheiten glücklich gemacht, nicht nur mit Perlen, wie er anzüglich grinsend zu erklären pflegte.

    Mit den Crows gab es hin und wieder Ärger, weil sie geborene Diebe waren, und vor den Blackfeet war man besser auf der Hut, denn diese wilden Krieger galten als unberechenbar. Die Schwarzfüße standen den Weißen damals noch nicht mit jenem unversöhnlichen Hass gegenüber, für den sie ein paar Jahre später berüchtigt werden sollten, aber eine Begegnung mit ihnen konnte mit einem freundschaftlichen Gelage beginnen und in Blut und Tod enden. Bei den Blackfeet wusste man nie, woran man war, und einen von ihnen, Bull Bear, fürchtete sogar Old Reddy.

    Ihr Streit hatte mit Whisky begonnen. Der alte Ire trank gern einen über den Durst, aber er vermied es, den Rothäuten Branntwein zu geben. Indianer vertrugen keinen Alkohol. Das Feuerwasser machte sie launisch und konnte sie dazu bringen, für den ersten Schluck einen Ballen Pelze herzugeben, ihrem Handelspartner aber einen Viertelkrug später den Skalp vom Kopf zu schneiden. Deshalb trank Old Reddy nie, wenn er mit roten Kriegern am Feuer saß. Er versteckte seinen Whisky, doch Bull Bear fand die Tonflasche, als er vom Pinkeln aus dem Wald kam und in der Dunkelheit über das Gepäck des Trappers stolperte. Der Blackfoot bot einen Tomahawk und eine Bärenhaut für die Flasche. Später erhöhte er das Angebot um ein paar Mokassins aus Hirschkalbsleder. Es wäre ein gutes Geschäft gewesen, aber Old Reddy hatte seine Prinzipien.

    Bull Bear war beleidigt. Er hatte schon immer ein prahlerisches Benehmen an den Tag gelegt, doch nun schwor er vor seinen Kriegern, den weißen Mann im Zweikampf zu töten, sobald die Sonne über den Bergen aufging. Er wollte es mit dem Tomahawk tun, den er Old Reddy eben noch angeboten hatte. Die Krieger nickten beifällig und ihre Augen funkelten boshaft. Sie waren wütend wegen der Zurückweisung. Wie sie es sahen, hatte ihnen der Weise ein Freundschaftsgeschenk verweigert.

    Old Reddy wusste, er würde vielleicht Bull Bear besiegen können, doch gegen den gesamten Jagdtrupp hatte er keine Chance. Also gab er nach. Zum ersten und letzten Mal in seinem Leben händigte er Rothäuten eine Flasche mit Alkohol aus. Er wartete, bis die Krieger betrunken waren, dann floh er in die Nacht, nicht ohne den Tomahawk, das Bärenfell und die Mokassins mitzunehmen. Seitdem sah er sich jeden roten Jagdtrupp sehr genau aus der Ferne an und hielt sich versteckt, bis er sicher war, dass die Krieger nicht zum Stamm von Bull Bear gehörten.

    *

    Jedediah kannte den rachsüchtigen Blackfoot nur aus den Erzählungen Old Reddys, doch in ihrem vierten Jahr bekam er Bull Bear aus großer Entfernung zu sehen. Sie waren auf dem Weg zu einem Tal in den Owl Creek Mountains, wo sie überwintern wollten. Seit einigen Tagen verhielt sich der alte Trapper seltsam nervös. Als sie die Spuren einer großen Gruppe Indianer fanden, bewegte er sich nur noch unter größter Vorsicht und untersagte Jedediah, ein Feuer zu entfachen. Sie hüllten sich in ihre Decken und lauschten frierend in die sternenklare Nacht. Anfangs verstand Jedediah nicht. Falls Indianer in diesem Tal den Winter verbrachten, konnten sie sich ihnen anschließen, in ihrem Dorf leben und der tödlichen Langeweile des Alleinseins entgehen.

    Zwei Tage darauf spähten sie von einem Berghang in ein Blackfoot-Dorf hinab, Stunde um Stunde. Old Reddy hatte die Zelte gezählt und ausgerechnet, wie viele Angehörige der Stamm haben musste. Anfangs sah alles friedlich aus. Frauen, die Wasser vom Fluss holten, Alte, die vor ihren Zelten palaverten, lärmende Kinder, ein paar Krieger, die sich um ihre Pferde kümmerten.

    „Ich glaube, wir können hinuntergehen", sagte Jedediah.

    „Nein, es sind zu wenige."

    „Zu wenige?"

    Stunden später zeigte sich, was Old Reddy gemeint hatte: Im Dorf waren zu wenige Krieger gewesen. Dann ritt ein Trupp unter wildem Triumphgeschrei ins Tal. Sieben Männer, erfolgreiche Jäger. Sie hatten mehrere erlegte Hirschkühe bei sich. Die Neuankömmlinge trieben ihre Pferde über den Fluss, Gischt umspielte die Flanken der Tiere, die Krieger reckten ihre Bogen und Lanzen zum Himmel und stießen wieder ihre Jagdrufe aus. Der Mann an der Spitze schrie am lautesten. Es war Bull Bear.

    Leise zogen sich die Trapper zurück. Dieses Tal war ihnen in diesem Winter verwehrt. Old Reddy war erst zufrieden, als sie mehrere Tage zwischen sich und die Blackfeet gebracht hatten. Die verlorene Zeit fehlte ihnen zum Bau einer Hütte, aber sie hatten Glück und fanden eine Höhle, die sie mit Reisig wohnlich herrichteten. Aus Stöcken und Fellen errichtete Old Reddy ein Vordach, unter dem sie ein Feuer entzünden konnten, ohne dass der Rauch ihren Unterschlupf vernebelte.

    *

    In diesem Winter lehrte der Ire Jedediah, wie man Schneehühner fängt. Ihr weißes Gefieder stellte eine gute Tarnung dar, und bei Tage war es nahezu unmöglich, nahe genug an ein Schneehuhn heranzukommen. Ehe man eines der Tiere auch nur sah, wurde man entdeckt, und die Beute floh leichtfüßig zwischen die Felsen, während die Trapper trotz ihrer Schneeschuhe nicht schnell genug vorankamen.

    Die beste Zeit, um Schneehühner zu jagen, lag im Morgengrauen nach einer bitterkalten Winternacht.

    Um sich gegen die Kälte zu schützen, gruben sich die Vögel in den Schnee ein. Old Reddy wies Jedediah an einer Stelle, wo er Schneehühner vermutete, auf Löcher in der Flockendecke hin. Sie waren klein und rund, ein gutes Dutzend. Luftöffnungen, die der warme Atem der Vögel über Nacht in den Schnee geschmolzen hatte.

    Old Reddy pirschte sich an. Drei, vier Hühner bemerkten die Annäherung. Glucksend brachen sie aus dem Schnee und suchten wild durcheinander rennend das Weite. Doch der alte Trapper, der sich längst für ein bestimmtes Huhn entschieden hatte, ließ sich nicht beirren. Er hatte sich einen von Jedediahs Schneeschuhen geborgt. Den warf er nun über eines der noch unberührten Luftlöcher – und der Vogel war in seiner Kammer unter dem Schnee gefangen. Old Reddy zog das Huhn heraus und drehte ihm den Hals um.

    Gemessen am Aufwand der Jagd war die Ausbeute bescheiden. Der Winter währte schon seit Wochen, und der Vogel war sehr mager. Er reichte nur für einen Eintopf. Jedediah hatte nahrhaftere Mahlzeiten gegessen, aber Old Reddy meinte, darauf komme es nicht an.

    „Du hast heute wieder etwas gelernt, mein Junge. Löcher im Schnee. Achte auf sie, manchmal steckt etwas darunter."

    *

    Ein paar Tage später hatten sie eine außergewöhnliche Begegnung. Auf ihren Wanderungen waren sie hin und wieder auf Indianer gestoßen, aber niemals auf Weiße.

    Drei Männer saßen im spärlichen Schutz einer Gruppe verkrüppelter Kiefern um ein Feuer, von dem schwarzgrauer Qualm aufstieg. Der Rauch war weithin ­sichtbar und hatte Old Reddy

    Gefällt Ihnen die Vorschau?
    Seite 1 von 1