Über dieses E-Book
Die Familiengeschichte des Klinikchefs Dr. Leon Laurin tritt in eine neue Phase, die in die heutige moderne Lebenswelt passt.
Da die vier Kinder der Familie Laurin langsam heranwachsen, möchte Dr. Laurins Frau, Dr. Antonia Laurin, endlich wieder als Kinderärztin arbeiten. Somit wird Antonia in der Privatklinik ihres Mannes eine Praxis als Kinderärztin aufmachen.
Damit ist der Boden bereitet für eine große, faszinierende Arztserie, die das Spektrum um den charismatischen Dr. Laurin entscheidend erweitert.
Jannik Velten blieb unwillkürlich stehen, als sein Blick die junge Frau auf der Parkbank erfasste. Sie saß, in einen dicken Mantel gehüllt, leicht vornübergebeugt und zeichnete. Ab und zu blickte sie zu der alten Buche jenseits des Weges, beugte sich aber jedes Mal schnell wieder über ihren Zeichenblock und arbeitete weiter. Vor der Buche stand eine alte Frau mit einem kleinen Jungen, der den mächtigen Baum andächtig anstaunte. Er trug eine knallrote Jacke, die an diesem etwas trüben Tag wie ein Signal wirkte. Die Frau hielt den Jungen an der Hand. Ab und zu sah er zu ihr hoch und stellte eine Frage, dann wandte er sich wieder der Buche zu. Es war ein schönes Bild. Langsam ging Jannik weiter, hinter der Bank vorbei, so dass er einen Blick auf die Zeichnung der jungen Frau werfen konnte. Sie war so vertieft in ihre Arbeit, dass sie ihn nicht einmal bemerkte. Wieder blieb er stehen. Alles war schon zu sehen, mit schnellen, federleichten Strichen zu Papier gebracht: der Baum, die alte Frau, der Junge, die zu ihr aufblickte und ihr gerade eine Frage stellte. »Das ist wunderschön«, sagte er unwillkürlich. Die junge Frau zuckte zusammen, deckte unwillkürlich ihre Zeichnung mit einer Hand ab und drehte sich um. Ihre Wangen hatten sich gerötet, sie sah aus, als wollte sie aufspringen und weglaufen. Aber dann begegnete sie Janniks Blick, sah sein Lächeln und erkannte wohl, dass er nur ausgesprochen hatte, was er dachte. Jedenfalls blieb sie sitzen, die Farbe auf ihren Wangen normalisierte sich. »Entschuldigen Sie bitte, ich wollte Sie nicht erschrecken«, sagte er.
Viola Maybach
Viola Maybach war als Fernsehredakteurin und -produzentin tätig. Heute arbeitet sie als Autorin in verschiedenen Bereichen und lebt in Frankfurt.
Andere Titel in Elsas Geheimnis Reihe ( 30 )
Wenn lange Schatten dich begleiten: Der neue Dr. Laurin 8 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIch will ein Baby!: Der neue Dr. Laurin 2 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Geheimnis der schönen Antonia: Der neue Dr. Laurin 1 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAngriff am Nachmittag: Der neue Dr. Laurin 3 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWas für ein Traum!: Der neue Dr. Laurin 47 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Findelkind: Der neue Dr. Laurin 7 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Primadonna: Der neue Dr. Laurin 30 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Schöne und der Graf: Der neue Dr. Laurin 9 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKannst du mich noch lieben?: Der neue Dr. Laurin 15 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenErst die Party – dann die Krise …: Der neue Dr. Laurin 31 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Mann aus Amerika: Der neue Dr. Laurin 25 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Neue aus dem dritten Stock: Der neue Dr. Laurin 26 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Macht der Liebe: Der neue Dr. Laurin 6 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Stimme der Fremden: Der neue Dr. Laurin 10 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGerettet: zwei Leben und eine große Liebe: Der neue Dr. Laurin 21 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEs begann an einem Tag im Herbst: Der neue Dr. Laurin 11 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin böser Wunsch wird wahr: Der neue Dr. Laurin 23 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGib nicht auf, Jasmin!: Der neue Dr. Laurin 20 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBöser Verdacht: Der neue Dr. Laurin 12 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNacht in Angst: Der neue Dr. Laurin 4 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDieser Tag musste nicht sein!: Der neue Dr. Laurin 5 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMeine beste Freundin: Der neue Dr. Laurin 14 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin dreister Überfall: Der neue Dr. Laurin 17 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenElsas Geheimnis: Der neue Dr. Laurin 13 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin altes Versprechen: Der neue Dr. Laurin 28 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLiebe auf den dritten Blick: Der neue Dr. Laurin 16 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Königin der Nacht: Der neue Dr. Laurin 27 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKann das wirklich Liebe sein?: Der neue Dr. Laurin 19 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWer ist der Boss?: Der neue Dr. Laurin 32 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Doppelgänger: Der neue Dr. Laurin 62 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
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Rezensionen für Elsas Geheimnis
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Buchvorschau
Elsas Geheimnis - Viola Maybach
Der neue Dr. Laurin
– 13 –
Elsas Geheimnis
Ein Sturz und ungeahnte Folgen
Viola Maybach
Jannik Velten blieb unwillkürlich stehen, als sein Blick die junge Frau auf der Parkbank erfasste. Sie saß, in einen dicken Mantel gehüllt, leicht vornübergebeugt und zeichnete. Ab und zu blickte sie zu der alten Buche jenseits des Weges, beugte sich aber jedes Mal schnell wieder über ihren Zeichenblock und arbeitete weiter.
Vor der Buche stand eine alte Frau mit einem kleinen Jungen, der den mächtigen Baum andächtig anstaunte. Er trug eine knallrote Jacke, die an diesem etwas trüben Tag wie ein Signal wirkte. Die Frau hielt den Jungen an der Hand. Ab und zu sah er zu ihr hoch und stellte eine Frage, dann wandte er sich wieder der Buche zu. Es war ein schönes Bild.
Langsam ging Jannik weiter, hinter der Bank vorbei, so dass er einen Blick auf die Zeichnung der jungen Frau werfen konnte. Sie war so vertieft in ihre Arbeit, dass sie ihn nicht einmal bemerkte. Wieder blieb er stehen. Alles war schon zu sehen, mit schnellen, federleichten Strichen zu Papier gebracht: der Baum, die alte Frau, der Junge, die zu ihr aufblickte und ihr gerade eine Frage stellte. »Das ist wunderschön«, sagte er unwillkürlich.
Die junge Frau zuckte zusammen, deckte unwillkürlich ihre Zeichnung mit einer Hand ab und drehte sich um. Ihre Wangen hatten sich gerötet, sie sah aus, als wollte sie aufspringen und weglaufen. Aber dann begegnete sie Janniks Blick, sah sein Lächeln und erkannte wohl, dass er nur ausgesprochen hatte, was er dachte. Jedenfalls blieb sie sitzen, die Farbe auf ihren Wangen normalisierte sich.
»Entschuldigen Sie bitte, ich wollte Sie nicht erschrecken«, sagte er. »Aber Sie haben die Stimmung so gut eingefangen, dass mir meine Bemerkung einfach herausgerutscht ist.«
Jetzt war er selbst verlegen. Er, der Schüchterne, Unbeholfene, sprach sonst nie Fremde an. Er war linkisch im Umgang mit Menschen, die er nicht kannte, und er wusste es, was die Sache nicht eben besser machte.
Sie entspannte sich. »Danke schön«, sagte sie leise. »Ich muss jetzt schnell weiterzeichnen, bevor die beiden gehen.«
Er hörte sich selbst fragen: »Darf ich mich zu Ihnen setzen? Ich sage auch kein Wort mehr, versprochen.«
Sie nickte nur, und er nahm Platz. Was war denn plötzlich in ihn gefahren? Er erkannte sich selbst nicht. Aber etwas an dieser Frau rührte ihn an und gab ihm die Gewissheit, dass es gut für ihn wäre, sie näher kennenzulernen. Sie war schmal und blond, hatte ein nicht besonders auffälliges, aber hübsches Gesicht, das nicht geschminkt war. Ihre Augen waren sehr schön, groß und blau, und sie hatte etwas zu volle Lippen, die ihrem sonst eher braven Gesicht einen Anflug von Mutwilligkeit verliehen.
Sie arbeitete so konzentriert wie zuvor. Die alte Frau und der kleine Junge standen noch immer vor der Buche. Sie hörten den Jungen lachen. Dabei warf er den Kopf in den Nacken, so dass sein Lachen nach oben stieg. Jannik stellte sich vor, dass es in der Krone des alten Baums landete und sich dort häuslich niederließ. Gleich darauf schüttelte er insgeheim über sich selbst den Kopf. Er hatte öfter solche Ideen, weshalb ihn ein wohlgesonnener Lehrer einmal ›sehr fantasiebegabt‹ genannt hatte, für seine Mitschüler war er dagegen eher der ›Spinner‹ gewesen. In Ruhe gelassen worden war er hauptsächlich, weil er in den naturwissenschaftlichen Fächern die besten Noten der Klasse gehabt und anderen bereitwillig geholfen hatte. So war er halbwegs ungeschoren durch die Schulzeit gekommen. Trotzdem war er froh, dass er sie hinter sich hatte.
Die Frau und der Junge gingen weiter, andere Spaziergänger blieben vor der alten Buche stehen, sie war ein bekanntes Naturdenkmal und zog viele Menschen an. Die Zeichnerin neben Jannik richtete sich mit einem zufriedenen kleinen Seufzer auf. »Ich hab’s gerade noch geschafft«, sagte sie.
»Darf ich die Zeichnung noch einmal sehen?«, fragte er.
Sie zögerte, aber nur kurz, dann zeigte sie sie ihm. »Vielleicht lasse ich sie so«, sagte sie nachdenklich. »Eigentlich hatte ich vor, sie zu kolorieren, aber jetzt denke ich, dass sie so bleiben sollte – eine Skizze, nicht mehr. Farbe würde vielleicht stören.«
»Mich nicht«, sagte Jannik, nachdem er versucht hatte, sich vorzustellen, wie die Zeichnung farbig aussehen würde. »Die rote Jacke des Jungen war doch wie ein Ausrufezeichen. Ich finde, das sollte auf Ihrer Arbeit nicht fehlen.«
Sie sah ihn erstaunt an. »Das stimmt«, sagte sie. »Sie haben das sehr schön beschrieben.«
»Ich schreibe manchmal«, erwiderte er. »Nur so für mich. Kleine Geschichten, in denen nicht viel passiert. Eben, als der Junge so gelacht hat, habe ich mir vorgestellt, wie das Lachen nach oben schwebt, bis in die Baumkrone, und sich dort festsetzt.«
Jetzt staunte sie ihn offen an. »Das ist eine wunderbare Idee!«, rief sie. »Darf ich sie benutzen? Für weitere Zeichnungen?«
»Gerne, natürlich, aber nur, wenn ich die Zeichnungen sehen darf.«
Sie nickte. Eben noch hatte er gedacht, dass sie zwar hübsch war, aber trotzdem irgendwie unauffällig wirkte, jetzt verstand er nicht mehr, wie er das hatte denken können. Sie sah hinreißend aus, wenn ihre Augen leuchteten wie jetzt, wenn ihre Wangen so rosig waren, wenn sie lächelte.
»Wir werden uns also auf jeden Fall wiedersehen«, sagte er. »Da sollten wir auch wissen, wie wir heißen. Jannik Velten.«
»Annina Andersen. Wollen wir uns nicht lieber duzen?«
»Gern«, sagte Jannik.
Er konnte es immer noch nicht fassen, wie einfach es gewesen war, mit ihr ins Gespräch zu kommen, und das sagte er gleich darauf auch laut. »Ich habe noch nie jemanden angesprochen, also, jemanden, den ich nicht kannte, meine ich.«
Annina lächelte. »Ich auch nicht.«
»Aber du bist bestimmt schon oft angesprochen worden.«
»Ja, aber dann bin ich bisher immer weggelaufen.«
»Wieso denn?«
»Ich bin schüchtern«, sagte sie. »Und ich bin empfindlich, wenn jemand kritisiert, was ich male.«
»Wer macht das denn?«
»Oh, praktisch alle. Du glaubst gar nicht, wie oft Leute stehenbleiben und mir erklären, dass ich das, was ich gerade zeichne, ganz anders hätte zeichnen müssen. Außerdem …« Sie stockte, fuhr erst nach einiger Zeit fort zu reden. »Außerdem wollte ich gern auf eine Kunstakademie, aber ich bin nicht aufgenommen worden, weil ich zu konventionell male und überhaupt nicht originell bin – so haben sie das gesagt. Und dann habe ich ein paar Zeichnungen an einen Verlag geschickt, weil ich dachte, ich könnte vielleicht Kinderbücher illustrieren, aber ich habe nur Absagen bekommen. Jetzt allerdings habe ich gerade einen Job, aber der ist nur befristet, und wirklich Spaß macht er auch nicht. Fließbandarbeit, aber ich muss ja von etwas leben.«
»Was würdest du denn am allerliebsten machen?«
»Meine eigenen Geschichten schreiben und meine eigenen Bilder dazu malen«, antwortete sie wie aus der Pistole geschossen. »Und du? Auch Geschichten schreiben?«
Jannik schüttelte den Kopf. »Nein, das ist eher etwas für meine Freizeit – und auch nur manchmal. Ich würde am liebsten mathematische Forschung betreiben,
