Über dieses E-Book
Einem Mann hinterherzulaufen, der ihr das Herz gebrochen hat, ist für Brooke Davis normalerweise das Letzte. Und jetzt muss sie Nicolas Alessandro um die halbe Welt folgen, um ihm zu gestehen, dass sie schwanger ist. Aber auch er hat eine Überraschung für sie: Er hat ihr seine adelige Herkunft verschwiegen. Nic ist ein Prinz, und eine Bürgerliche wie Brooke ist natürlich nicht standesgemäß. Ihre Beziehung hat also keine Zukunft. Trotzdem lodert das Feuer des Begehrens zwischen ihnen plötzlich heißer als jemals zuvor …
Cat Schield
<p>Cat Schield lebt gemeinsam mit ihrer Tochter, zwei Birma-Katzen und einem Dobermann in Minnesota, USA und ist die Gewinnerin des Romance Writers of America 2010 Golden Heart® für romantische Serienromane. Wenn sie nicht gerade neue romantisch-heiße Geschichten schreibt, trifft sie sie sich mit ihren Freunden um auf dem St. Croix River zu segeln. Auch in der Karibik und Europa ist sie gerne unterwegs und erkundet neue Gewässer.</p>
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Buchvorschau
So heiß brennt unser Begehren - Cat Schield
IMPRESSUM
BACCARA erscheint in der HarperCollins Germany GmbH
© 2015 by Catherine Schield
Originaltitel: „A Royal Baby Surprise"
erschienen bei: Harlequin Enterprises Ltd., Toronto
in der Reihe: DESIRE
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.
© Deutsche Erstausgabe in der Reihe BACCARA
Band 1964 - 2017 by HarperCollins Germany GmbH, Hamburg
Übersetzung: Susann Rauhaus
Abbildungen: Harlequin Books S.A., alle Rechte vorbehalten
Veröffentlicht im ePub Format in 02/2017 – die elektronische Ausgabe stimmt mit der Printversion überein.
E-Book-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck
ISBN 9783733723606
Alle Rechte, einschließlich das des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.
CORA-Romane dürfen nicht verliehen oder zum gewerbsmäßigen Umtausch verwendet werden. Sämtliche Personen dieser Ausgabe sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.
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BIANCA, JULIA, ROMANA, HISTORICAL, MYSTERY, TIFFANY
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1. KAPITEL
Über das Flüstern des Windes hinweg, der durch die Zedern auf der hügeligen Seite der Insel wehte, waren plötzlich Schritte zu hören, die näher kamen. Nic Alessandro wusste, er war nicht mehr allein.
„Hier hast du dich also versteckt!"
Die Stimme von Brooke Davis war wie sein Lieblingswodka: rauchig und weich, sexy, mit einem Hauch von Schärfe. Und sie stieg ihm genauso schnell zu Kopf.
Nicht genug, dass ihm sein Kater schwer zu schaffen machte. Brookes unerwartetes Auftauchen brachte ihn jetzt völlig durcheinander. Denn er durfte sich über ihr Erscheinen nicht freuen. Die Zukunft, die er einmal mit ihr geplant hatte, war unmöglich geworden.
Sein älterer Bruder Gabriel hatte eine Frau geheiratet, die keine Kinder bekommen konnte. Gabriel würde somit keinen Sohn haben, der den Thron von Sherdana übernehmen konnte, dem Fürstentum, das seit vielen Hundert Jahren von Nics Familie regiert wurde. Nic war der Nächste in der Thronfolge und musste daher eine Ehefrau wählen, die vom Gesetz seines Landes als zukünftige Mutter der fürstlichen Linie akzeptiert werden würde. Doch Brooke war Amerikanerin und kam daher nicht infrage.
„Ist dies das kleine Haus am Berg, von dem du mir erzählt hast?, fragte Brooke nun und trat vom Privatweg zu ihm auf die Terrasse. „Das Häuschen auf der entlegenen griechischen Insel, von dem du behauptet hast, es würde mir bestimmt nicht gefallen, weil es kein fließendes Wasser und keine Innentoiletten hat?
Obwohl sie amüsiert klang, merkte Nic doch, wie angespannt sie war. Warum war sie hergekommen? Hatte ihr Bruder Glen sie geschickt, um ihn davon zu überzeugen, dass er nach Kalifornien zurückkehren sollte? Es war unwahrscheinlich, dass ihn Brooke aus freien Stücken aufsuchte, nicht nachdem er sie so schlecht behandelt und ihre Beziehung beendet hatte.
„Die ganze Zeit habe ich mir vorgestellt, du würdest mitten im Nirgendwo in einer kleinen Hütte hausen, fuhr Brooke fort. „Stattdessen wohnst du in einer Luxusvilla mit einem prächtigen Blick auf den Hafen.
Sie war von der Seite der Terrasse her gekommen, die hinunter zum Strand führte. Also musste sie mit dem Boot eingetroffen sein. Die hundertfünfzig Stufen der Treppe hatten ihr anscheinend nichts ausgemacht. Brooke trainierte täglich und war daher immer in bester körperlicher Verfassung.
Warum nur hatte er ihrer übermächtigen Anziehungskraft nachgegeben? Die letzten fünf Jahre lang hatte er ihr gegenüber so getan, als würde er nichts für sie empfinden. Dann war er endlich seinen Gefühlen gefolgt, und es war trotzdem noch zu früh gewesen. Er hatte angenommen, dass er seine fürstlichen Pflichten mit der Verlobung von Gabriel und Lady Olivia Darcy offiziell vergessen konnte, doch das war ein Fehler gewesen.
„Du fragst dich bestimmt, wie ich dich gefunden habe."
Brooke kam langsam auf ihn zugeschlendert. Sie trug eine weiße Baumwollbluse und verblichene Jeans. Der graue Schal um ihren Hals gehörte zu ihren Lieblingsstücken.
Sie berührte alles, woran sie vorbeikam – die Rückseite des Clubsessels, die Mauer am Rand der Terrasse, die Kräuter in den Terrakottatöpfen. Als ihre Finger die fuchsienfarbigen Blätter einer Bougainvillea streiften, beneidete Nic die Blume um die Berührung.
Zu dieser frühen Morgenstunde stand die Sonne noch hinter der Villa und wärmte nur den vorderen Garten. Wäre es Winter gewesen, hätte er sich mit einer Tasse Kaffee auf die seitliche Terrasse gesetzt und den wenigen Sonnenschein genossen. Doch jetzt, Ende Juli, zog er die hintere Terrasse vor, von der aus man einen herrlichen Blick auf den Ort Kioni und den dazugehörigen Hafen hatte. Der ablandige Wind hielt die Feuchtigkeit des Ionischen Meers fern und machte seinen Rückzugsort umso angenehmer.
„Ich nehme an, Glen hat dich geschickt", sagte Nic.
Brooke verzog das Gesicht. „Nein, es war meine Idee."
Das war ein doppelter Schlag. Anscheinend akzeptierte Brooke nicht, dass er ihre Beziehung beendet hatte. Und Glen wollte nicht, dass er zurückkehrte, um weiter an der Rakete zu arbeiten, nachdem ein Mitglied des Teams bei einer Explosion ums Leben gekommen war. Eine Explosion, die durch den Ausfall des Betriebssystems ausgelöst worden war, das Nic entwickelt hatte.
Als die Griffin explodiert war, hatte Nic seinen Traum begraben, die Raumfahrt privatisieren zu können. Nach dieser Niederlage hatte er Kalifornien verlassen, nur um festzustellen, dass ihn zu Hause seine Vergangenheit in Form seiner fürstlichen Verpflichtungen in Sherdana erwartete.
„Du hast Glen doch vor zwei Jahren einmal mit hierher gebracht, unterbrach Brooke seine Gedanken. „Ihr habt hier ein Wochenende verbracht. Glen kam mit Horrorgeschichten von stundenlangen Treckingtouren in der Wildnis zurück. Doch jetzt ist mir klar, dass es sich bei diesen Touren in Wirklichkeit um den Abstieg zu einem Privatstrand handelte und dass die Wildnis nichts anderes als die Bars in der Stadt waren. Ihr solltet euch schämen! Und ich habe ihn auch noch bemitleidet.
Nic rieb sich das Kinn und verbarg ein Grinsen. Ihr Bruder und er hatten wirklich eine tolle Zeit gehabt.
„Dabei habt ihr beide hier in Wirklichkeit wie die Fürsten gelebt", fuhr Brooke fort.
Wie die Fürsten. Ihre Worte ernüchterten Nic sofort. Hatte sie dieses Wort absichtlich gebraucht? Hatte Glen seine Geheimnisse verraten?
„Wie kannst du dir ein solches Haus überhaupt leisten? Glen und du, ihr wart doch immer auf der Suche nach Investoren für die Rakete. Wenn du so eine Villa besitzt, hättet ihr das Projekt doch auch selbst finanzieren können."
Die Situation entspannte sich ein wenig, aber nur ein wenig. Brooke kannte die Wahrheit noch nicht. Und wenn sie sie herausfand …
Sag’s ihr. Sag ihr, wer du bist.
Ein weiser Rat. Doch leider sah sich Nic nicht in der Lage, seiner inneren Stimme zu folgen. Dafür hatte er seine wahre Identität zu lange vor Brooke verborgen. Bestimmt würde sie entsetzt sein, wenn sie erfuhr, wie viel er ihr verschwiegen hatte. Aber es konnte höchstens noch eine Woche dauern, bis die Medien herausfanden, dass er auf der Suche nach einer Ehefrau war. Er würde von einem unbedeutenden Wissenschaftler zu einem Mann werden, der Schlagzeilen machte. Spätestens dann würde Brooke es zu schätzen wissen, dass sie ihre Beziehung vor dem Rest der Welt geheim gehalten hatten.
Sie war in einen Mann verliebt, der gar nicht existierte. Ein Mann mit Ehre und Integrität. Diesen Werten zu folgen, hatte man Nic von frühester Jugend an beigebracht. Doch in dem Moment, als er Brooke in die Arme geschlossen und sie zum ersten Mal geküsst hatte, waren sie vergessen gewesen.
„Das Haus gehört mir und meinen Brüdern", sagte er und wünschte sich insgeheim, so vieles wäre anders.
Ihr Schweigen schien die Stille vor dem Sturm zu sein. „Verstehe."
Das war’s schon? Kein Tobsuchtsanfall? „Was verstehst du?"
„Dass es eine Menge gibt, worüber wir reden müssen."
Aber Nic wollte nicht reden. Er wollte sie in die Arme nehmen und sie so lange lieben, bis sie beide zu erschöpft waren, um noch zu sprechen. „Ich habe dir schon alles gesagt."
Brooke schüttelte den Kopf. „Nein, so leicht kommst du mir nicht davon. Du schuldest mir Antworten."
„Na gut. Er schuldete ihr noch viel mehr. „Was möchtest du wissen?
„Du hast Brüder?"
„Ja, zwei. Wir sind Drillinge."
„Du hast mir nie von deiner Familie erzählt. Warum nicht?"
„Da gibt es nicht viel zu erzählen."
„Das sehe ich anders."
Sie trat näher. Ihr Duft von Honig und Vanille stieg ihm in die Nase und verdrängte das Aroma von Zypressen und Salzwasser in der Luft. Sie streckte die Hand aus, zog seine Sonnenbrille herunter und sah ihn stirnrunzelnd an.
Er wappnete sich gegen den Ansturm der Gefühle, die ihn zu überwältigen drohten, während Brooke ihn mit ihren grüngrauen Augen aufmerksam studierte. Eigentlich hätte er ihr sagen müssen, dass sie wieder gehen sollte. Aber er war so froh darüber, sie zu sehen, dass ihm die Worte nicht über die Lippen kamen.
„Du siehst schrecklich aus."
„Mir geht es prima." Doch seine Stimme klang heiser. Er wischte ihre Hand beiseite und rückte seine Sonnenbrille wieder zurecht.
Im Gegensatz zu ihm wirkte Brooke wie das blühende Leben. Ihre dunkelroten Haare umrahmten das ovale Gesicht und fielen ihr in Wellen bis auf die Schultern. Sie hatte eine makellos helle Haut, und ihre Grübchen und die hohen Wangenknochen machten sie zu einer Schönheit, die keinen Mann kaltlassen konnte.
„Was hast du die ganze Zeit gemacht, so allein in dieser Villa?", erkundigte sie sich.
„Wenn du es unbedingt wissen musst, ich habe gearbeitet."
„Vielleicht an deiner Bräune? Sie sah ihn herausfordernd an. „Oder an einem Kater? Ich sehe es deinen Augen an, dass du getrunken hast.
„Ich habe bis spät in die Nacht geschuftet."
„Verstehe. Sie musterte ihn zweifelnd. „Ich sollte uns jetzt besser einen Kaffee machen. Du wirkst so, als könntest du ihn brauchen.
Geschützt von seiner Sonnenbrille sah Nic ihr nach, wie sie mit ihrem typischen sinnlichen Hüftschwung auf langen Beinen davonging. Sie hatte wirklich einen tollen Körper, was allerdings kein Wunder war bei all dem Yoga und Joggen. Sein Puls ging schneller, als er daran dachte, wie es sich anfühlte, wenn sie diese Beine um seine Hüften schlang und ihn an sich zog.
Obwohl der Morgen noch frisch war, wurde ihm plötzlich ganz heiß. Noch vor einer Stunde war er aufgewacht und hatte sich so gefühlt wie immer in den letzten Tagen – ein wenig übel, deprimiert und immer noch erschüttert über den Unfall, der sich beim Teststart des Prototyps der neuen Rakete ereignet hatte.
Brookes plötzliches Auftauchen hier auf der Insel kam ihm so vor, als hätte man ihn mit einem Trompetenstoß aus dem Schlaf gerissen.
„Jemand muss sich um dich kümmern", verkündete Brooke wenig später, als sie mit einem Tablett, auf dem zwei Espressotassen standen, zurückkehrte.
Nic sog das bittere Aroma tief ein. Der Kaffeeduft reichte schon, um ihn zurück ins Leben zu bringen.
Sie ließ sich mit der Tasse in der Hand auf dem Loungesofa nieder, nahm einen Schluck und verzog das Gesicht. „Igitt! Ich musste die Maschine nur anstellen und habe vergessen, wie stark du ihn magst."
Er verzichtete auf einen Kommentar. Doch ihm war klar, dass ihre Anwesenheit und das Koffein eine tödliche Kombination für ihn waren.
„Wie sieht’s aus, störe ich dich etwa bei einem romantischen Wochenende?"
Fast hätte er sich verschluckt. Er hielt die Tasse ganz fest und biss sich auf die Lippen.
„Nein, sieht nicht so aus, bemerkte Brooke, nachdem er sich nicht geäußert hatte. „Sonst würdest du dich bestimmt bemühen, mich möglichst rasch loszuwerden.
Verdammt, warum tauchte sie jetzt hier auf, wenn er am wenigsten darauf gefasst war? Wenn er sich schwach und verletzlich fühlte? Sie war für ihn die Verführung in Person und das Letzte, was er jetzt gebrauchen konnte. Auf gar keinen Fall durfte sie erfahren, wie sehr er sie begehrte. Es hatte ihn vor einem Monat schließlich all seine Kraft gekostet, mit ihr Schluss zu machen. Aber jetzt, da sie beide zusammen auf dieser Insel waren, fragte er sich plötzlich, ob er willensstark genug sein würde, sie wieder zurückzuweisen.
Das Schweigen wurde immer drückender. Nic stellte seine Tasse ab und lehnte sich mit geschlossenen Augen zurück. Am liebsten hätte er die Hand ausgestreckt, um Brooke zu berühren, doch er traute sich nicht.
„Ich kann gut nachvollziehen, warum ihr dieses Haus gekauft habt. Der Blick ist einfach herrlich! Ich könnte stundenlang hier sitzen und einfach nur schauen."
Nic schnaubte ungläubig. Brooke gehörte nicht zu den
