Entdecken Sie mehr als 1,5 Mio. Hörbücher und E-Books – Tage kostenlos

Ab $11.99/Monat nach dem Testzeitraum. Jederzeit kündbar.

Pippas unsichtbarer Bruder: Sophienlust - Die nächste Generation 112 – Familienroman
Pippas unsichtbarer Bruder: Sophienlust - Die nächste Generation 112 – Familienroman
Pippas unsichtbarer Bruder: Sophienlust - Die nächste Generation 112 – Familienroman

Pippas unsichtbarer Bruder: Sophienlust - Die nächste Generation 112 – Familienroman

Bewertung: 0 von 5 Sternen

()

Vorschau lesen

Über dieses E-Book

In diesen warmherzigen Romanen der beliebten, erfolgreichen Sophienlust-Serie wird die von allen bewunderte Denise Schoenecker als Leiterin des Kinderheims noch weiter in den Mittelpunkt gerückt.
Denise hat inzwischen aus Sophienlust einen fast paradiesischen Ort der Idylle geformt, aber immer wieder wird diese Heimat schenkende Einrichtung auf eine Zerreißprobe gestellt.
Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren.

»Ob Daniel sich freut, wenn wir ihn schon wieder besuchen?«, fragte das kleine Mädchen, dessen goldblonde Locken weit über seine Schultern fielen. Als die Frühlingssonne auf es schien, sah es aus wie ein kleiner Engel, dem nur noch die Flügel fehlten. »Dein Bruder freut sich immer, wenn wir kommen«, antwortete die gut aussehende Frau, die für ihre fünfunddreißig Jahre ziemlich müde und verhärmt wirkte. Sie ging leicht vornübergebeugt, und immer wieder richtete sie sich auf, als hätte ihr jemand zugeflüstert, dass sie für solch eine Körperhaltung noch viel zu jung war. »Warum begleitet Papi uns nicht mehr?« Liebevoll legte Pippa den kleinen Fellbären neben das geschmiedete Kreuz, in dessen Mitte das Foto eines kleinen Jungen zu sehen war. Er hatte Ähnlichkeit mit dem Mädchen, obwohl einige Jahre zwischen den beiden lagen. »Den hab ich dir mitgebracht, Dani«, sagte Pippa und lächelte zärtlich. »Ach Pippa, du sollst doch solche Fragen nicht stellen. Du weißt genau, dass dein Papi nicht mehr bei uns lebt. Er hat so viel zu tun, da war es besser für ihn, wenn er für eine Weile seine eigene Wohnung in der Nähe seiner Arbeitsstelle hat.« Pippa, die eigentlich Philippa hieß, zog einen Schmollmund. »Ich will das aber nicht«, maulte sie. »Früher war alles ganz anders.« »Da lebte Daniel noch bei uns«, antwortete Caroline Lindholm und streichelte ihrer Tochter über den blonden, schimmernden Haarschopf.
SpracheDeutsch
HerausgeberBlattwerk Handel GmbH
Erscheinungsdatum7. Mai 2024
ISBN9783989864795
Pippas unsichtbarer Bruder: Sophienlust - Die nächste Generation 112 – Familienroman

Andere Titel in Pippas unsichtbarer Bruder Reihe ( 30 )

Mehr anzeigen

Mehr von Marietta Brem lesen

Ähnliche Autoren

Ähnlich wie Pippas unsichtbarer Bruder

Titel in dieser Serie (100)

Mehr anzeigen

Ähnliche E-Books

Zeitgenössische Romantik für Sie

Mehr anzeigen

Verwandte Kategorien

Rezensionen für Pippas unsichtbarer Bruder

Bewertung: 0 von 5 Sternen
0 Bewertungen

0 Bewertungen0 Rezensionen

Wie hat es Ihnen gefallen?

Zum Bewerten, tippen

Die Rezension muss mindestens 10 Wörter umfassen

    Buchvorschau

    Pippas unsichtbarer Bruder - Marietta Brem

    Sophienlust - Die nächste Generation

    – 112 –

    Pippas unsichtbarer Bruder

    Unveröffentlichter Roman

    Marietta Brem

    »Ob Daniel sich freut, wenn wir ihn schon wieder besuchen?«, fragte das kleine Mädchen, dessen goldblonde Locken weit über seine Schultern fielen. Als die Frühlingssonne auf es schien, sah es aus wie ein kleiner Engel, dem nur noch die Flügel fehlten.

    »Dein Bruder freut sich immer, wenn wir kommen«, antwortete die gut aussehende Frau, die für ihre fünfunddreißig Jahre ziemlich müde und verhärmt wirkte. Sie ging leicht vornübergebeugt, und immer wieder richtete sie sich auf, als hätte ihr jemand zugeflüstert, dass sie für solch eine Körperhaltung noch viel zu jung war.

    »Warum begleitet Papi uns nicht mehr?« Liebevoll legte Pippa den kleinen Fellbären neben das geschmiedete Kreuz, in dessen Mitte das Foto eines kleinen Jungen zu sehen war. Er hatte Ähnlichkeit mit dem Mädchen, obwohl einige Jahre zwischen den beiden lagen. »Den hab ich dir mitgebracht, Dani«, sagte Pippa und lächelte zärtlich.

    »Ach Pippa, du sollst doch solche Fragen nicht stellen. Du weißt genau, dass dein Papi nicht mehr bei uns lebt. Er hat so viel zu tun, da war es besser für ihn, wenn er für eine Weile seine eigene Wohnung in der Nähe seiner Arbeitsstelle hat.«

    Pippa, die eigentlich Philippa hieß, zog einen Schmollmund. »Ich will das aber nicht«, maulte sie. »Früher war alles ganz anders.«

    »Da lebte Daniel noch bei uns«, antwortete Caroline Lindholm und streichelte ihrer Tochter über den blonden, schimmernden Haarschopf. »Jetzt sind wir allein, und Papi konnte sich nicht mehr so gut konzentrieren ohne Daniel.«

    »Dann soll mein Bruder zu uns zurückkommen. Sag ihm das, Mami. Ich will meinen Bruder wiederhaben.«

    »Und ich meinen kleinen Sohn«, flüsterte Caroline mit zitternder Stimme und wischte sich einige Tränen aus den Augen. »Wenn das so einfach wäre«, sagte sie stattdessen gerade so laut, dass Pippa sie verstehen konnte. Ihr Mädchen hatte ja recht, seit Daniel gestorben war, gab es ihre kleine, glückliche Welt nicht mehr. Ganz still war der Junge gegangen, hatte sich aus der Familie geschlichen. Er war einfach morgens nicht mehr aufgewacht, obwohl nichts darauf hingedeutet hatte. Daniel war rundherum gesund gewesen. Einige Tage zuvor hatten sie noch die Pflichtuntersuchung machen lassen, und der Kinderarzt war sehr zufrieden mit ihm gewesen. Jetzt war ihr Sonnenschein bereits seit zwei Jahren tot, doch der Schmerz war noch immer so heftig, als sei ihr Junge gerade eben erst nicht mehr aufgewacht.

    Das kleine Kindergrab lag im Schatten der alten Eiche. Nicht weit von hier entfernt stand eine Bank, auf der sich Caroline immer setzte, wenn sie allein hier war. Das geschah meist, wenn Pippa in der Schule war.

    »Du fehlst mir so, Dani. Wenn ich dich verärgert hab, dann tut es mir leid. Bitte komm wieder.« Sie kniete vor der üppig blühenden Insel der Ruhe nieder und zupfte ein paar Gräser aus, die sich zwischen die dunkelroten Petunienblüten gestohlen hatten. »Der Bär wollte unbedingt zu dir«, sagte sie und lachte leise. »Jetzt könnt ihr miteinander spielen.«

    Caroline unterdrückte ein Schluchzen. Sie hatte sich ihr Leben mit zwei bezaubernden Kindern ganz anders vorgestellt. Sie und ihr Mann Werner waren ein glückliches Paar gewesen. Sie hatten viel gelacht und waren meist fröhlich gewesen.

    Diesen schweren Schicksalsschlag hatte ihre Ehe jedoch nicht verkraften können. Werner litt unter dem Verlust seines Sohnes sicher ebenso sehr wie sie selbst. Doch er verstand es ausgezeichnet, seine Gefühle für sich zu behalten. Er ging jeden Tag zur Arbeit, als wäre alles in Ordnung. Abends saßen sie am Tisch und versuchten, die Normalität, so gut es ging, weiterhin zu pflegen, schon um Pippas Willen. Pippa und ihr kleiner Bruder Daniel waren ein Herz und eine Seele gewesen. Doch alle spürten, dass zwischen ihnen allen ein furchtbarer Verlust stand, der ein normales Leben nicht mehr zuließ.

    Irgendwann hielt Werner Lindholm die Situation zu Hause nicht mehr aus. Er machte bei der Arbeit Fehler, und einmal hätte er fast einen Unfall verursacht, weil er vor lauter Tränen die Straße nicht mehr erkennen konnte. Schweren Herzens hatte er sich eine kleine, bezahlbare Wohnung gesucht und war, nur mit dem Nötigsten, ausgezogen.

    »Was ist, Mami? Du weinst ja.« Pippa war neben die Bank getreten, auf der Caroline wie immer saß. Fürsorglich legte sie einen Arm um ihre Schultern. »Daniel kommt wieder, da bin ich ganz sicher«, versuchte die Achtjährige zu trösten.

    Wie erwachend schaute Caroline ihr kleines Mädchen an und wischte sich hastig über das Gesicht. Ein wehmütiges Lächeln stahl sich um ihre Lippen. »Sicher kommt er wieder«, antwortete sie abwesend. »Irgendwann, wenn wir gar nicht mehr dran denken, wird er wieder da sein.« Sie merkte selbst, wie leer ihre Worte klangen, wie fremd ihre Stimme sich anhörte. Sie räusperte sich, um Zeit zu gewinnen und ihre Fassung zurückzubekommen.

    In den Augenwinkeln bemerkte sie eine Bewegung, eine Gestalt, die langsam näher kam. Sie holte tief Luft. Auch wenn sie sich hier auf dem Friedhof befand und weinen durchaus üblich waren, wollte sie doch nicht, dass jemand ihre Tränen sah. Es war ihr eigener Schmerz, den sie mit niemandem teilen wollte.

    »Guten Tag, Frau Lindholm«, grüßte die Frau freundlich und blieb stehen. »Ich habe Sie in der Apotheke vermisst. Sind Sie krank?«

    Erschrocken schaute Caroline auf. Jetzt erkannte sie die Frau. Es war eine der Erzieherinnen von Sophienlust, dem Kinderheim ganz in der Nähe. »Hallo, Schwester Regine«, grüßte sie distanziert. »Wir wollten gerade gehen.« Sie wirkte so abweisend, dass man in ihrer Nähe vermutlich frösteln konnte.

    »Entschuldigen Sie bitte, ich wollte Sie nicht …« Regine brach ab, weil ihr mit einem Mal die Worte fehlten. Sie war sonst nicht so, doch diese Frau hatte etwas an sich, dass sie in höchstem Maße verunsicherte.

    »Nein, natürlich nicht. Ich …«. Jetzt wusste auch Caroline nicht mehr weiter. »Ich war eben nur in Gedanken versunken und hab Sie nicht gleich erkannt. Ja, sie haben recht, ich war die letzten zwei Wochen krank. Eine schlimme Erkältung hatte mich erwischt. Doch jetzt geht es langsam wieder.« Sie drehte den Kopf zur Seite. Ihr Blick suchte Pippa, die sich ein ganzes Stück vom Grab entfernt hatte. Sie hatte es nicht einmal bemerkt.

    »Sie sind oft hier, nicht wahr?«, versuchte Regine ein Gespräch. »Ich kann Sie gut verstehen.«

    Caroline nickte. »Da haben Sie mehr Einfühlungsvermögen als mein Mann. Der ist der

    Gefällt Ihnen die Vorschau?
    Seite 1 von 1