Junge Liebe in Sophienlust!: Sophienlust - Die nächste Generation 42 – Familienroman
Von Simone Aigner
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Über dieses E-Book
Denise hat inzwischen aus Sophienlust einen fast paradiesischen Ort der Idylle geformt, aber immer wieder wird diese Heimat schenkende Einrichtung auf eine Zerreißprobe gestellt.
Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren.
»Das kann nicht dein Ernst sein.« Ungläubig sah Lorenzo Toccaceli seinen Sohn Rico an. »Du willst zurück nach Deutschland?« Entschlossen nickte Rico. Er saß mit seinen Eltern und seiner kleinen Schwester Rebecca in der geräumigen Küche ihres Hauses am Rande der Gemeinde Città della Pieve in der Region Umbrien. Die Morgensonne schien durchs Fenster. Es versprach ein herrlicher Tag zu werden. »Aber ich dachte … ich meine, es gefällt dir doch hier?«, forschte sein Vater. Rico nahm die Hilflosigkeit seines Vaters wahr, die dieser zu verbergen versuchte. »Ja, es gefällt mir hier. Für einen Urlaub oder eine längere Auszeit. Zu Hause fühle ich mich in Deutschland«, hielt Rico dagegen und sah vor seinem inneren Auge Irmela vor sich, mit der er seit Oktober vergangenen Jahres zusammen war. Irmela, die in dem Kinderheim Sophienlust lebte und die er schrecklich vermisste. »Junge. Wir sind hier zu Hause. Wir sind Italiener. Wir haben lediglich einige Jahre in Deutschland gelebt. Das war eine wunderbare Zeit, ich gebe es zu.
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Buchvorschau
Junge Liebe in Sophienlust! - Simone Aigner
Sophienlust - Die nächste Generation
– 42 –
Junge Liebe in Sophienlust!
Wie Irmela und Rico sich wiedersahen
Simone Aigner
»Das kann nicht dein Ernst sein.« Ungläubig sah Lorenzo Toccaceli seinen Sohn Rico an. »Du willst zurück nach Deutschland?«
Entschlossen nickte Rico. Er saß mit seinen Eltern und seiner kleinen Schwester Rebecca in der geräumigen Küche ihres Hauses am Rande der Gemeinde Città della Pieve in der Region Umbrien. Die Morgensonne schien durchs Fenster. Es versprach ein herrlicher Tag zu werden.
»Aber ich dachte … ich meine, es gefällt dir doch hier?«, forschte sein Vater. Rico nahm die Hilflosigkeit seines Vaters wahr, die dieser zu verbergen versuchte.
»Ja, es gefällt mir hier. Für einen Urlaub oder eine längere Auszeit. Zu Hause fühle ich mich in Deutschland«, hielt Rico dagegen und sah vor seinem inneren Auge Irmela vor sich, mit der er seit Oktober vergangenen Jahres zusammen war. Irmela, die in dem Kinderheim Sophienlust lebte und die er schrecklich vermisste.
»Junge. Wir sind hier zu Hause. Wir sind Italiener. Wir haben lediglich einige Jahre in Deutschland gelebt. Das war eine wunderbare Zeit, ich gebe es zu. Und tatsächlich hatten wir die Absicht, dort zu bleiben. Aber das Erbe meiner Großtante auszuschlagen oder das Haus zu verkaufen, das wäre eine verkehrte Entscheidung gewesen, findest du nicht?«, wandte Lorenzo Toccaceli ein.
»Aber Papa. Davon spricht doch niemand. Und was heißt ‚einige Jahre‘? Ich bin in Deutschland groß geworden, Becki ist dort geboren. Ich kann mich an die ersten Jahre hier gar nicht mehr erinnern.«
»Du warst fünf, als wir …«, setzte Lorenzo Toccaceli an und fing einen warnenden Blick seiner Frau Maria auf.
»Wie dem auch sei. Ich hatte immer vor, in Deutschland zu studieren. Das möchte ich jetzt tun«, sagte Rico ruhig. Er blickte rasch zu seiner kleinen Schwester Rebecca. Becki zerbröselte ihren Toast und sah dabei stumm auf ihren Teller. Ihm war flau im Magen. Die Kleine in dem ihr nach wie vor nicht allzu vertrauten Italien zurückzulassen, fiel ihm schwerer als der anstehende Abschied von seinen Eltern. Es war auch ungeschickt von ihm gewesen, das Thema anzuschneiden, ohne vorher mit Becki alleine zu sprechen. Bestimmt war sie nun schwer enttäuscht von ihm. Der Gedanke machte ihm zu schaffen.
»Und wie hast du dir das genau vorgestellt?«, fragte Maria Toccaceli. Ihr Frühstück lag unberührt auf ihrem Teller.
Rico straffte die Schultern.
»Ich habe mich bei der Uni in Stuttgart beworben. Es wird noch ein paar Wochen dauern, bis ich Antwort bekomme.«
»Ohne vorher mit uns zu sprechen«, warf sein Vater ein. Rico hörte einen verbitterten Unterton heraus. »Du hättest genauso gut in Bologna studieren können.«
»Das will ich aber nicht«, hielt Rico dagegen. Allmählich fiel es ihm schwer, die Ruhe zu bewahren. Sein Vater mauerte förmlich, seine Mutter würde jeden Augenblick in Tränen ausbrechen, und dass Becki kein Wort sagte, war Aussage genug.
»Okay«, sagte seine Mutter und legte die Fingerspitzen aneinander. »Okay. Wir wussten ja, dass du im Grunde gar nicht mit hierher wolltest. Aber es ist noch ein wenig Zeit. Bewirb dich auch in Bologna. Wenn es in Stuttgart nicht klappt, dann soll es wohl nicht sein.«
»Nein, Mama. Es gibt auch in Deutschland noch andere Universitäten. Stuttgart war mir am liebsten. Außerdem ist keine Zeit mehr. Ich möchte nächste Woche zurückfahren.«
»Was?« Aufgebracht setzte sich Lorenzo Toccaceli so gerade hin, als hätte er plötzlich einen Stock im Rücken. »Warum denn das? Wo genau willst du denn hin? Und was ist, wenn du den Studienplatz nicht bekommst?«
Über den Punkt hatte er auch schon nachgedacht, ohne zu einer Lösung gekommen zu sein. Rico betrachtete die Tischplatte.
»Das überlege ich mir dann«, erwiderte er störrisch und wusste, dieser Antwort fehlte Weitblick und Vernunft. Aber letzten Endes zählte für den Moment nur, rechtzeitig in Deutschland zu sein, und das war nächste Woche, am Samstag.
»Da steckt doch dieses Mädchen dahinter, diese Irmela«, stieß sein Vater empört hervor. Rico schoss die Hitze ins Gesicht.
»Na also. Wusste ich es doch«, ergänzte Lorenzo Toccaceli.
»Irmela wird 18 Jahre, nächste Woche. Ich will sie überraschen«, gab sein Sohn zu.
»Hat die jetzt auch das Abitur? Will sie auch in Stuttgart studieren?«, forschte sein Vater, ohne auf Ricos Information zu Irmelas Geburtstag einzugehen.
»Sie hat das Abitur, ja. Und wo sie studieren wird, weiß ich noch nicht. Sie möchte jetzt erst einmal ein Praktikum bei einem Arzt oder in einer Klinik machen. Sie will Kinderärztin werden«, informierte er seine Eltern.
Maria Toccaceli putzte sich die Nase.
»Wie genau hast du dir denn das alles vorgestellt?«, fragte sie beherrscht. Dankbar sah Rico zu seiner Mutter.
»Ich habe mir alles gut überlegt. Ich nehme nächste Woche am Freitagabend den Zug. Er fährt über Nacht durch und ist am anderen Vormittag in München. Dort muss ich umsteigen und komme dann direkt bis Maibach. Von dort aus nehme ich den Bus nach Wildmoos. Ich kann ein paar Tage in Sophienlust bleiben und dort auch übernachten. Außerdem habe ich mich nach einer Wohnmöglichkeit umgesehen. Ich habe ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft in Maibach gefunden, und ich werde vorübergehend Nachhilfeunterricht geben, um ein wenig Geld zu verdienen.«
Bei der Erwähnung des Kinderheims hob Rebecca den Kopf und ihr Gesichtchen hellte sich auf. Die Eltern beachteten sie nicht.
»Aha«, machte Lorenzo Toccaceli. »Nur wird das, was du verdienen kannst, nicht reichen, mein Junge. Wer soll denn das alles finanzieren? Die Zugfahrt, das WG-Zimmer, deinen Lebensunterhalt?«
Rico verschränkte die Arme vor der Brust.
»Ich habe gespart. Eine Weile reicht das wohl.« Jeden Cent hatte er auf die Seite gelegt, seit er mit seinen Eltern und Rebecca nach Italien hatte umsiedeln müssen. Er hatte Nachhilfe gegeben, in einem Café in Città della Pieve gejobbt und im örtlichen Kino Einlasskarten, Popcorn und Cola verkauft und saubergemacht.
»Aber dann bist du ja an deinem Geburtstag in drei Wochen gar nicht hier«, wandte Rebecca ein und sah ihren Bruder vorwurfsvoll an.
»Das stimmt«, gab Rico zu. Diese Gegebenheit tat ihm zwar für seine Familie leid, die sich an sämtlichen Festen immer sehr viel Mühe gab, alles schön zu gestalten, doch es war nicht zu ändern.
Die Eltern schwiegen. Rebecca zupfte Rico am Ärmel.
»Nimmst du mich mit nach Sophienlust? Ich mag so gern Kim und Heidi wiedersehen und die Hunde«, bat sie.
»Kommt nicht infrage«, fuhr Lorenzo seine Tochter an. Er betrachtete seinen Sohn finster.
»Niemals hätte ich dir neben der Schule all diese Mini-Jobs erlaubt, wenn ich gewusst hätte, wofür das Geld sein soll. Ich dachte, du sparst auf ein Auto.«
»Papa, ich werde bald neunzehn«, erinnerte Rico seinen Vater. Rebecca rutschte von ihrem Stuhl, ging zu ihrer Mutter und schlang die Arme um deren Hals.
»Mama, bitte. Lasst mich mit Rico fahren. Es sind doch Ferien. Und die sind soo lang und ich habe hier gar niemanden zum Spielen«, bettelte sie. Maria Toccaceli streichelte ihrer Tochter den Rücken. »Wir werden sehen«, murmelte sie.
*
Lorenzo Toccaceli lud Ricos Koffer in das Auto, um seinen Sohn zum Bahnhof in Città della Pieve zu bringen. Zwar passten ihm dessen Pläne nach wie vor nicht, doch nach dem er den ersten Schrecken und die erste Empörung überwunden hatte, war er sogar ein wenig stolz auf ihn.
Rico hatte weitblickend und umsichtig gehandelt, gearbeitet, gespart, mit Dominik von Wellentin-Schoenecker, dem Eigentümer des Kinderheims, telefoniert und ihm seine Pläne dargelegt und zwei Übernachtungen in Sophienlust vereinbart. Er hatte sich in Stuttgart an der Universität beworben und ein WG-Zimmer in Maibach gesucht und gefunden. Natürlich wäre es Lorenzo lieber gewesen, der Junge hätte sich vorderhand mit seinen Eltern besprochen. Doch letzten Endes wusste Lorenzo genau, er hätte in seiner Jugend nicht anders gehandelt. Schon weil klar war, dass Rico innerhalb der Familie jede Menge Einwände zu überwinden gehabt hätte bei seinem Vorhaben.
Das Zimmer in der Wohngemeinschaft war ab kommenden Montag frei. Die Zeit bis dahin überbrückte er mit den beiden Übernachtungen im Kinderheim.
Rebecca kam aus dem Haus gerannt.
»Rico kommt gleich«, informierte sie ihren Vater. »Mama hilft ihm noch, das Geschenk für Irmela einzupacken.«
Lorenzo nickte. Sie lagen gut in der Zeit.
Bis zum Bahnhof würden sie nicht länger als zehn Minuten brauchen. Der Zug nach Deutschland fuhr erst in einer Stunde. Rebecca schob ihre Hand in die des Vaters.
»Papa, warum kann ich denn nicht jetzt schon mit Rico nach Sophienlust fahren? Mir ist so langweilig«, bat sie.
»Schätzchen, das haben wir dir nun schon einige Male erklärt. Rico hat jetzt genug mit sich und der neuen Situation zu tun. Ich fahre dich nächste Woche ins Kinderheim, und du kannst bis zum Ende der Ferien dort bleiben.«
Und er konnte sich vergewissern, dass der Junge gut untergekommen war... Besonders das WG-Zimmer beschäftigte ihn. Lag es in einer ordentlichen Wohngegend? War das Preis-Leistungs-Verhältnis für die Unterkunft angemessen? Wer war der Mitbewohner? Es sollte eine WG mit nur zwei Zimmern sein. Lorenzo Toccaceli wollte sich selbst ein Bild machen.
Rebecca seufzte schwer.
»Na gut. Aber du fährst mich hin, ganz bestimmt?«, erkundigte sie sich noch einmal.
»Versprochen«, bestätigte ihr Vater. So verkehrt war es gar nicht, Becki ein paar Wochen in Sophienlust unterzubringen. Sie war dort bestens aufgehoben. Hier, am Rand von Città della Pieve, hatte sie keine Spielgefährten, und die Ferien in Italien waren lang. Während er und Maria arbeiteten, war die Kleine viel
