Zwischen Liebe und Leid: Der Bergpfarrer (ab 375) 481 – Heimatroman
Von Toni Waidacher
()
Über dieses E-Book
Als Dietmar Gürtler gegen zwanzig Uhr das Haus betrat, in dem er, seine Eltern und sein Bruder Andreas lebten, erwartete ihn sein Vater schon unter der Tür zum Wohnzimmer. »Du warst wieder mit der Hungerleiderin zusammen, stimmt's?«, fuhr Johannes Gürtler seinen Sohn aggressiv an. Die Augen des Vierundfünfzigjährigen funkelten streitsüchtig. Zu lügen hatte keinen Sinn, und lügen wollte Dietmar auch gar nicht, denn es wäre ihm wie ein Verrat an der geliebten Frau vorgekommen. »Ja, ich war den ganzen Nachmittag mit der Dagmar unterwegs«, kam seine ehrliche Antwort. Trotzig erwiderte er den Blick seines Vaters. Die Zornesader an Johannes Gürtlers Stirn schwoll an. »Wie oft muss ich dir noch sagen, dass die mir net ins Haus kommt!«, polterte er los. »Wir brauchen keine, die uns auf der Tasche liegt. Die Frau, die du mal heiratest, muss was mitbringen. Ich hab' mich neulich mit dem Huber-Peter besprochen. Seine Tochter wär …« Dietmar fiel seinem Vater ins Wort: »Über die Huber-Gisela brauchst du mit mir net sprechen, Papa. Die mag ich net. Und wenn s' in Gold gefasst wär, würd ich die net wollen. Ich lieb Dagmar. Und ich werd net von ihr lassen, bloß weil du andere Vorstellungen hast.
Andere Titel in Zwischen Liebe und Leid Reihe ( 24 )
Nie habe ich dich mehr geliebt: Der Bergpfarrer (ab 375) 380 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEntzweite Liebe: Der Bergpfarrer (ab 375) 379 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLiebesglück und Liebesleid: Der Bergpfarrer (ab 375) 381 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIch kämpfe um unser Glück: Der Bergpfarrer (ab 375) 464 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZwischen Liebe und Leid: Der Bergpfarrer (ab 375) 481 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGlück - im zweiten Anlauf: Der Bergpfarrer (ab 375) 470 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenJasmins Schrei nach Liebe: Der Bergpfarrer (ab 375) 478 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHat diese Liebe eine Chance?: Der Bergpfarrer (ab 375) 473 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSturm der Gefühle: Der Bergpfarrer (ab 375) 475 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEine überraschende Erbschaft: Der Bergpfarrer (ab 375) 480 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Spiel mit dem Feuer: Der Bergpfarrer (ab 375) 477 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMarion flieht vor ihrer Vergangenheit: Der Bergpfarrer (ab 375) 479 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFolge der Stimme des Herzens: Der Bergpfarrer (ab 375) 474 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWilli Bruckners Heimkehr: Der Bergpfarrer (ab 375) 476 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAufregung um Angelika: Der Bergpfarrer (ab 375) 486 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenJulias Weg ins Glück?: Der Bergpfarrer (ab 375) 482 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIhr Bild in seinem Herzen: Der Bergpfarrer (ab 375) 487 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWer zu spät kommt: Der Bergpfarrer (ab 375) 485 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBlind vor Liebe: Der Bergpfarrer (ab 375) 484 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVerlorenes Glück - gefundenes Glück: Der Bergpfarrer (ab 375) 488 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAnna – wo bist du?: Der Bergpfarrer (ab 375) 489 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMein Herz gehört Nathalie: Der Bergpfarrer (ab 375) 490 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Liebe macht dich stark …: Der Bergpfarrer (ab 375) 491 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPhilipps dunkles Geheimnis: Der Bergpfarrer (ab 375) 492 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Ähnlich wie Zwischen Liebe und Leid
Titel in dieser Serie (24)
Nie habe ich dich mehr geliebt: Der Bergpfarrer (ab 375) 380 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEntzweite Liebe: Der Bergpfarrer (ab 375) 379 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLiebesglück und Liebesleid: Der Bergpfarrer (ab 375) 381 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIch kämpfe um unser Glück: Der Bergpfarrer (ab 375) 464 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZwischen Liebe und Leid: Der Bergpfarrer (ab 375) 481 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGlück - im zweiten Anlauf: Der Bergpfarrer (ab 375) 470 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenJasmins Schrei nach Liebe: Der Bergpfarrer (ab 375) 478 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHat diese Liebe eine Chance?: Der Bergpfarrer (ab 375) 473 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSturm der Gefühle: Der Bergpfarrer (ab 375) 475 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEine überraschende Erbschaft: Der Bergpfarrer (ab 375) 480 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Spiel mit dem Feuer: Der Bergpfarrer (ab 375) 477 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMarion flieht vor ihrer Vergangenheit: Der Bergpfarrer (ab 375) 479 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFolge der Stimme des Herzens: Der Bergpfarrer (ab 375) 474 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWilli Bruckners Heimkehr: Der Bergpfarrer (ab 375) 476 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAufregung um Angelika: Der Bergpfarrer (ab 375) 486 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenJulias Weg ins Glück?: Der Bergpfarrer (ab 375) 482 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIhr Bild in seinem Herzen: Der Bergpfarrer (ab 375) 487 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWer zu spät kommt: Der Bergpfarrer (ab 375) 485 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBlind vor Liebe: Der Bergpfarrer (ab 375) 484 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVerlorenes Glück - gefundenes Glück: Der Bergpfarrer (ab 375) 488 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAnna – wo bist du?: Der Bergpfarrer (ab 375) 489 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMein Herz gehört Nathalie: Der Bergpfarrer (ab 375) 490 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Liebe macht dich stark …: Der Bergpfarrer (ab 375) 491 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPhilipps dunkles Geheimnis: Der Bergpfarrer (ab 375) 492 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Ähnliche E-Books
Zwischen Liebe und Leid: Der Bergpfarrer 475 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZwischen Liebe und Leid: Der Bergpfarrer 342 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Schicksal mischt die Karten: Der Bergpfarrer 521 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIn der Stunde der Gefahr - Ein Heimatglück-Roman: Band 1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMit Erbsen auf Soldaten: Eine Freundschaft zwischen Fußball und Fliegeralarm Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHeimliche Frucht: Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenErzähl mir von Vater: Schwarzwaldroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Moloch Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenJasmins Schrei nach Liebe: Der Bergpfarrer 478 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAnna – wo bist du?: Der Bergpfarrer 350 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAnna – wo bist du?: Der Bergpfarrer (ab 375) 489 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenJasmins Schrei nach Liebe: Der Bergpfarrer 339 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMörderlatein Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPferdespuk in der Mondnacht: Gaslicht 29 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVerlorenes Glück - gefundenes Glück: Der Bergpfarrer (ab 375) 488 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWie du bist, so lieb' ich dich: Karin Bucha Classic 56 – Liebesroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHeimliche Liebe: Toni der Hüttenwirt 439 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFritzchen: Die Geschichte einer Einsamen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAus dem Elternhaus vertrieben: Sophienlust Bestseller 141 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHeiter verliebt in den Bergen: 4 Heimatromane Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGerüchte von der Lichtung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLiebe und Vertrauen: Heimat-Heidi 37 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAus dem Elternhaus vertrieben: Sophienlust 174 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTod in Tirol: Österreich Krimis Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenRettung in letzter Minute: Dr. Norden Bestseller 83 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenExtra Heimatroman 5er Band September 2024 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWeißt du was Liebe ist?: Sabrina - Band 13 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWeil das Schicksal es so wollte: Der Bergpfarrer 133 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEigentlich Prinzessin Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Brüder vom Krainacher Hof: Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Zeitgenössische Romantik für Sie
Mr. Wrong (Küsse nicht den Falschen) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWeiße Nächte: Aus den Memoiren eines Träumers (Ein empfindsamer Roman) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVom Milliardär gekauft Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Eine gefährliche Frau: Ein Milliardär Liebesromane Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGefährliches Vorspiel: Black Light Roulette: Chicago Bratwa, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPopstar Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Geheimnisse der Sehnsucht: Milliardär Liebesromane: Die Assistentin des Milliardärs, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEgotistical Puckboy Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKüssen nach Rezept: Kurzroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenStrand im Herz: Romantische Komödie Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie verbotene Babysitterin: Ein Milliardär - Liebesroman: Nachtclub-Sünden, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMafia Daddy: Vom Silberlöffel zur Silberschnalle: Unterwelt von Las Vegas, #2 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer verbotene Vertrag des Alphas: Eine Werwolf-Romanze voller Macht und Verlangen: Buch der Rebellen, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLiebesheirat nur zum Schein? Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Hitzkopf Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Ein besonderes Praktikum Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAlphas Versuchung: Bad-Boy-Alphas-Serie, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWohin das Schicksal führt: Sophienlust - Die nächste Generation 67 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin Milliardär für Cinderella? Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Romana Gold Band 53 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Rettung des Dr. Marian: Das Vermächtnis der Marians, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMein zärtlicher Verführer: Die Rinucci Brüder 2 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEine heiße Nacht mit süßen Folgen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFalscher Bräutigam - wahre Liebe? Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMehr Hart als Zart | 32 | Erotikroman: 10 erotische Geschichten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSei mein: Milliardär Liebesromane: Unwiderstehliche Brüder, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie schönsten Liebesromane der Welt - Best of Julia Extra 2023 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFeurige Rache, hauchzarte Küsse Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Rezensionen für Zwischen Liebe und Leid
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Zwischen Liebe und Leid - Toni Waidacher
Der Bergpfarrer (ab 375)
– 481 –
Zwischen Liebe und Leid
Ein Irrtum des Herzens und seine Folgen …
Toni Waidacher
Als Dietmar Gürtler gegen zwanzig Uhr das Haus betrat, in dem er, seine Eltern und sein Bruder Andreas lebten, erwartete ihn sein Vater schon unter der Tür zum Wohnzimmer.
»Du warst wieder mit der Hungerleiderin zusammen, stimmt’s?«, fuhr Johannes Gürtler seinen Sohn aggressiv an. Die Augen des Vierundfünfzigjährigen funkelten streitsüchtig.
Zu lügen hatte keinen Sinn, und lügen wollte Dietmar auch gar nicht, denn es wäre ihm wie ein Verrat an der geliebten Frau vorgekommen. »Ja, ich war den ganzen Nachmittag mit der Dagmar unterwegs«, kam seine ehrliche Antwort. Trotzig erwiderte er den Blick seines Vaters.
Die Zornesader an Johannes Gürtlers Stirn schwoll an. »Wie oft muss ich dir noch sagen, dass die mir net ins Haus kommt!«, polterte er los. »Wir brauchen keine, die uns auf der Tasche liegt. Die Frau, die du mal heiratest, muss was mitbringen. Ich hab’ mich neulich mit dem Huber-Peter besprochen. Seine Tochter wär …«
Dietmar fiel seinem Vater ins Wort: »Über die Huber-Gisela brauchst du mit mir net sprechen, Papa. Die mag ich net. Und wenn s’ in Gold gefasst wär, würd ich die net wollen. Ich lieb Dagmar. Und ich werd net von ihr lassen, bloß weil du andere Vorstellungen hast. Ist’s denn notwendig, dass sie reich ist und viel Mitgift einbringt? Ich möcht’ sagen nein, es ist net notwendig. Denn wir haben mehr als genug. Die Dagmar ist motiviert und kennt sich aus. Sie bringt alle Voraussetzungen mit, die von einer künftigen Bäuerin auf dem Gürtlerhof erwartet werden.«
»Aber sie hat nix – und damit ist sie auch nix«, schrie Johannes Gürtler. »Du musst eine heiraten, die was mitbringt.«
»Ich werd die Frau heiraten, die ich liebe, Papa!«, stieß Dietmar trotzig hervor. »Wir müssen unseren Reichtum net durch eine Heirat vermehren. Und ich werd keine Frau heiraten, die ich net mag und die obendrein hässlich ist, nur weil sie eine große Mitgift bekommt. Wir leben im einundzwanzigsten Jahrhundert, Papa. Die Zeiten, in denen die Eltern bestimmt haben, wer wen heiratet, sind vorbei.«
Jeder Zug im Gesicht Johannes Gürtlers war Spiegelbild des Zorns, der ihn fest im Griff hatte. »Ich werd dich zwingen, die Finger von der Hungerleiderin lassen, Sohn. Und glaub mir’s, ich werd verhindern, dass sich das Weibsbild bei uns einschleicht. Um was anderes geht’s der doch gar net. Die will net dich, die will Reichtum und Ansehen erringen. Du bist nur das Mittel zum Zweck.«
»Ich liebe die Dagmar und sie liebt mich!«, erklärte Dietmar kategorisch. »Und ich werd zu ihr stehen, mag kommen, was mag. Und drohen brauchst du mir auch net, denn das zieht bei mir net.«
Mit vor Wut flackernden Augen stand sein Vater vor ihm. Er versuchte, mit seinem zwingenden Blick Druck auf seinen ältesten Sohn auszuüben.
Der aber bot ihm Paroli, indem er dem wütenden Blick standhielt. Als sich aus der Küche aber auch seine Mutter lautstark zu Wort meldete, hatte Dietmar Mühe, die Beherrschung zu bewahren.
»Wir sitzen am längeren Hebel als du, Dietmar!«, rief sie. »Überleg’ dir’s also genau, was dir wichtiger ist. Der Hof oder die Hungerleiderin.«
Seine Brauen schoben sich zusammen. »Was soll denn das heißen?«, fragte er.
»Das wirst du schon sehen«, erwiderte sein Vater. »Ich sag nur so viel: Auf dem Gürtlerhof wird die Steiner-Dagmar net Fuß fassen. Die Mama und ich haben uns net ein Leben lang abgerackert, um auf unsere alten Tage zuzuschauen, wie eine …«
»Mir reicht’s!«, knirschte Dietmar. Er ließ seinen Vater einfach stehen und ging auf sein Zimmer. Auf das Abendessen verzichtete er. Ihm war der Appetit vergangen.
Zuerst verspürte er nur Zorn. Er verwandelte sich nach und nach in Traurigkeit darüber, dass seine Eltern das Menschliche, also Verständnis, Entgegenkommen und Respekt, so sehr hintan stellten. Sie ignorierten seine Gefühle. Sie sahen nur die Mitgift derjenigen, die einmal als Bäuerin auf dem Hof einziehen sollte. Je größer diese war, umso besser. Gefühle blieben außen vor.
Zuletzt brandete Verzweiflung in ihm auf. Mit dem Segen seiner Eltern konnte er nicht rechnen, wenn er nicht von Dagmar abließ. Er liebte seine Eltern. Wegen seiner Liebe zu Dagmar würde es aber zum Bruch mit ihnen kommen …
Er wusste sich nicht mehr zu helfen. Er saß in seinem Zimmer im Dunkeln und starrte auf das hellere Rechteck des Fensters. Er hatte selbst keine Ahnung, wie viel Zeit verstrichen war, seit er sein Zimmer aufgesucht hatte.
Das war ja auch nicht der erste heftige Streit mit seinen Eltern, wegen seiner Liebe zu Dagmar, die ihnen nicht gut genug war. Er griff nach seinem Smartphone, das auf dem Tisch lag, und wählte Dagmars Nummer.
Sie meldete sich sogleich, mit einer Stimme, die sehr gepresst, geradezu weinerlich klang: »Dein Vater hat mich vorhin angerufen und mir geraten, das Techtelmechtel mit dir – so hat er sich ausgedrückt –, zu beenden. Ich soll mir bloß net einbilden, dass ich mich auf den Gürtlerhof einschleichen könnt, hat er geschrien. Wenn das net aufhört, dann wird er den Hof net dir, sondern deinem jüngeren Bruder überschreiben, und dich wird er enterben.«
Dietmar hörte Dagmar schniefen und befürchtete gleich, dass sie sogar weinte. Es brach ihm das Herz und seine Verzweiflung schlug wieder in Zorn um. Er musste sich selbst hart an die Kandare nehmen, um nicht nach unten zu stürmen und seinen Vater zur Rede zu stellen. »Das hat er gesagt«, entrang es sich ihm.
»Ja. Und so, wie er es gebrüllt hat, meint er es auch«, weinte Dagmar. »Was hab’ ich deinem Vater denn getan, weil er so sehr gegen mich ist? Begreift er denn net, dass wir zwei zusammengehören? Weiß er denn net, was Liebe ist?«
»Für ihn gibt’s einen einfachen Grund, Schatz«, murmelte Dietmar. »Er will mich mit der Huber-Gisela verheiraten, weil die, wenn man ihrem Vater glauben darf, eine riesige Mitgift von daheim mitkriegt, wenn s’ mal heiratet.«
»Es geht deinem Vater also nur ums Geld«, kam es mit kläglich dünner Stimme durch die Leitung. »Damit kann ich leider net dienen. Vielleicht ist’s wirklich besser, wir beenden die Sach’. Wenn du’s net tust, Dietmar, macht dein Vater seine Drohung wahr und du verlierst den Hof.«
Dietmar lachte bitter auf. »Ich weiß, was ich tu’, Schatz. Das ist mir eben klar geworden. Soll er den Hof dem Andreas geben. Ich will ihn gar net. Ich hab’ die Nase voll. Mich hat er vorhin auch angegangen, als hätt’ ich sonst was verbrochen, nur weil ich net von dir lass’.«
»Aber, du kannst doch net …«
Dietmar ließ sie nicht ausreden.
»Doch, ich kann und ich werd! Ich pfeif’ auf den Hof. Und weil das so ist, hält mich auch nix mehr hier in Feldkirchen. Pack’ zusammen, Schatzl, was du brauchst, um zwei oder drei Wochen überbrücken zu können. Ich hol’ dich in einer Stunde ab.«
»Was hast du denn vor?«
»Das sag’ ich dir, sobald wir Feldkirchen den Rücken gekehrt haben. Vertrau’ mir einfach.«
»Du willst einfach verschwinden? Sang- und klanglos? Das – das kannst du doch net machen, Dietmar. Willst du net doch noch mal mit deinem Vater reden? Vielleicht hat er das mit dem Hof doch net so gemeint. Möglicherweise wollt’ er uns nur einschüchtern.«
»Nein, Schatzl. Mein Vater hat sich festgelegt, und davon bringen ihn keine zehn Pferde mehr weg. Ich hab’s satt, mich ständig mit ihm zu streiten. Dass ich mich von dir trenne, das kann er vergessen.
