Jasmins Schrei nach Liebe: Der Bergpfarrer (ab 375) 478 – Heimatroman
Von Toni Waidacher
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Der Sommer neigte sich seinem Ende zu. An einigen Bäumen und Büschen, die einer langen Trockenperiode ausgesetzt gewesen waren, hatten sich schon Blätter gelb und braun verfärbt. Jasmin Hörl, eine fünfundzwanzigjährige, tatkräftige Frau, hatte längst den Weizen und den Roggen geerntet und das Grummet eingebracht. Nun galt es nur noch, den Mais zu ernten und zu silieren, sowie einige Äcker zu pflügen und zu eggen. Die viele Arbeit der vergangenen Wochen war bei der jungen Frau an die Substanz gegangen. Sie fühlte sich ausgelaugt und kraftlos und freute sich auf den Winter, da dann nur die Kühe und Kälber zu versorgen waren. Jasmin lebte mit ihren beiden jüngeren Geschwistern Melanie und Tobias auf dem Hof. Die Eltern der drei waren vor etwas über einem Jahr tödlich verunglückt. Über Nacht war Jasmin gewissermaßen an die Stelle des Bauern, der Bäuerin, des Vaters und der Mutter gerückt. In drei Tagen würden die Schulferien zu Ende gehen, und dann mussten die siebzehnjährige Melanie und der ein Jahr jüngere Tobias wieder die Schulbank drücken. Beide besuchten ein Gymnasium in Garmisch, da blieb kaum noch Zeit für die Arbeit auf dem Hof übrig. Morgens und am Nachmittag benutzten sie den Schulbus. Wenn sie von der Schule nach Hause kamen, wollten sie essen. Danach machten sie ihre Hausaufgaben. Wenn Tests anstanden, mussten sie lernen … Und auch unabhängig davon hielt sich das Interesse der beiden Jugendlichen, Jasmin zur Hand zu gehen, sehr in Grenzen. Die beiden waren Jasmin kaum eine Hilfe. Sie schmiss die Landwirtschaft und den Dreipersonenhaushalt. Nur selten hörte man sie klagen. Aber jetzt war sie am Ende; sowohl körperlich als auch seelisch. Es war Abend, die Dunkelheit hatte den Tag nach Westen vertrieben, Jasmin und ihre Geschwister befanden sich im Wohnzimmer.
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Rezensionen für Jasmins Schrei nach Liebe
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Buchvorschau
Jasmins Schrei nach Liebe - Toni Waidacher
Der Bergpfarrer (ab 375)
– 478 –
Jasmins Schrei nach Liebe
Wie gewonnen – so zerronnen?
Toni Waidacher
Der Sommer neigte sich seinem Ende zu. An einigen Bäumen und Büschen, die einer langen Trockenperiode ausgesetzt gewesen waren, hatten sich schon Blätter gelb und braun verfärbt.
Jasmin Hörl, eine fünfundzwanzigjährige, tatkräftige Frau, hatte längst den Weizen und den Roggen geerntet und das Grummet eingebracht. Nun galt es nur noch, den Mais zu ernten und zu silieren, sowie einige Äcker zu pflügen und zu eggen. Die viele Arbeit der vergangenen Wochen war bei der jungen Frau an die Substanz gegangen. Sie fühlte sich ausgelaugt und kraftlos und freute sich auf den Winter, da dann nur die Kühe und Kälber zu versorgen waren.
Jasmin lebte mit ihren beiden jüngeren Geschwistern Melanie und Tobias auf dem Hof. Die Eltern der drei waren vor etwas über einem Jahr tödlich verunglückt. Über Nacht war Jasmin gewissermaßen an die Stelle des Bauern, der Bäuerin, des Vaters und der Mutter gerückt.
In drei Tagen würden die Schulferien zu Ende gehen, und dann mussten die siebzehnjährige Melanie und der ein Jahr jüngere Tobias wieder die Schulbank drücken. Beide besuchten ein Gymnasium in Garmisch, da blieb kaum noch Zeit für die Arbeit auf dem Hof übrig. Morgens und am Nachmittag benutzten sie den Schulbus. Wenn sie von der Schule nach Hause kamen, wollten sie essen. Danach machten sie ihre Hausaufgaben. Wenn Tests anstanden, mussten sie lernen … Und auch unabhängig davon hielt sich das Interesse der beiden Jugendlichen, Jasmin zur Hand zu gehen, sehr in Grenzen.
Die beiden waren Jasmin kaum eine Hilfe. Sie schmiss die Landwirtschaft und den Dreipersonenhaushalt. Nur selten hörte man sie klagen. Aber jetzt war sie am Ende; sowohl körperlich als auch seelisch.
Es war Abend, die Dunkelheit hatte den Tag nach Westen vertrieben, Jasmin und ihre Geschwister befanden sich im Wohnzimmer. Während Melanie und Tobias fernsahen, stand Jasmin am Bügelbrett und bügelte die Wäsche, die sie am Morgen gewaschen und getrocknet hatte. Hin und wieder zischte es, wenn sie Dampf auf die zu bügelnden Stücke sprühte, um sie geschmeidiger zu machen. »Der Mais muss noch geerntet werden«, sagte sie, nachdem sie ein geglättetes und sauber zusammengelegtes Wäschestück auf den Stapel bereits gebügelter Wäsche gelegt hatte.
Während Tobias überhaupt nicht reagierte, drehte Melanie das Gesicht zu Jasmin herum und sagte: »Dann musst du ihn halt ernten.«
Jasmins Miene verschloss sich, und in einem Anflug von Verbitterung presste sie einen Moment lang die Lippen zusammen. Dann stieß sie hervor: »Ich hab’ hier auf dem Hof genug Arbeit. Schaut euch doch mal um, draußen, in der Scheune, im Stall, in den Schuppen, auf dem Innenhof. Langsam aber sicher verkommt alles. Die Landwirtschaft, der Haushalt, alles, aber auch alles hängt an mir. Wollt ihr beide euch nicht mal aufraffen und ein wenig mithelfen?«
»Wir können dir doch eh nix recht machen!«, erregte sich Melanie. »Sag’ jetzt net, dass ich dir net schon einige Male zur Hand gegangen bin. Aber du hast alles, was ich gemacht hab’, kritisiert. Mir ist die Lust vergangen.«
»Weil du es freudlos und widerwillig gemacht hast!«, versetzte Jasmin. »Schnell, schnell, schnell, so erledigst du alles, damit du so bald wie möglich wieder dein eigenes Ding machen kannst. He, Tobias!«
Jetzt erst eiste der Bursche den Blick von der Mattscheibe los.
»Ja …«
»Ich habe davon gesprochen, dass der Mais geerntet werden muss und die Zustände hier auf dem Hof ziemlich im Argen liegen. Willst du net morgen hinausfahren und den Mais einbringen? Den Traktorführerschein hast du, also steht dem nix entgegen, dass du mir etwas hilfst.«
»Ich bin morgen mit dem Werner und dem Berndi verabredet. Wir wollen mit dem Bus nach Garmisch fahren und …«
Jasmin unterbrach ihn ziemlich brüsk: »Ich würd’ auch gern mal nach Garmisch fahren und mir einen schönen Tag machen. Doch kann ich das?« Ihre Nerven lagen blank und sie wurde laut. »Nein, ich kann es nicht! Ihr aber glaubt, euch jedes Recht herausnehmen zu dürfen, denn es gibt ja eine Dumme auf dem Hof, die sich um alles kümmert.«
»Jetzt reg’ dich doch net so künstlich auf«, sagte Tobias. »Was ist denn schon dabei, wenn du rausfährst, den Mais schneidest und häckselst und ihn daheim ins Silo kippst? Das macht doch alles die Maschine. Du brauchst doch bloß ein paar Hebel bedienen.«
»Wenn die Maisernte so eine läppische Arbeit ist, Tobias, warum machst du sie dann net? Einen Tag, und der ganze Mais wär eingebracht. Ich könnt’ hier auf dem Hof einiges in Ordnung bringen, und du, Melanie, könntest mir dabei helfen.«
»Ich muss Latein büffeln«, wehrte die Siebzehnjährige ab und verdrehte die Augen. »Ich hab’ eine Fünf in dem Fach heimgebracht. Hast du net selber gesagt, ich sollt’ mich endlich auf meine fünf Buchstaben setzen und lernen. Das werd’ ich jetzt, wo bald die Schul’ angeht, auch tun.«
»Das seh’ ich!«, fauchte Jasmin. »Beim Fernsehen lernst du gewiss net Latein. Den ganzen Nachmittag hockst du schon vor der Mattscheibe und schaust dir jeden Unsinn an. Hauptsach’, du gehst der Arbeit erfolgreich aus dem Weg.«
»Ab morgen, hab’ ich mir vorgenommen, werd’ ich Latein büffeln«, erklärte Melanie und heftete den Blick wieder auf den Bildschirm. Für sie war die Debatte abgeschlossen.
Jasmin fixierte voll Erwartung ihren Bruder.
Tobias zuckte mit den Schultern und sagte: »Tut mir leid, Jasmin. Du hättest mir das eher sagen müssen. Jetzt kann ich meinen Freunden schlecht absagen. Und übermorgen hab’ ich Fußballtraining, da kann ich auch net die zwei Maisfelder abernten.« Auch er konzentrierte sich nach diesen Worten wieder auf den Fernseher.
Jasmin schluckte. Heiß stieg es in ihr hoch, und am liebsten hätte sie losgeheult. Aber sie hob sich das Weinen für Zeit zwischen dem zu Bett gehen und dem Einschlafen auf. So sagte sie nur: »Der Papa und die Mama würden sich im Grab umdrehen, wenn sie wüssten, wie wenig Verantwortungsbewusstsein ihr zeigt.«
»Die beiden wollten immer, dass aus uns was wird«, maulte Tobias, ohne den Blick von der Mattscheibe zu nehmen. »Die Melanie und ich gehen ins Gymnasium und tun alles, um das Abitur mit einer guten Note zu machen und dann zu studieren. Das war der Wunsch vom Papa und von der Mama. Du wolltest ja nie aufs Gymnasium, Jasmin. Immer wieder haben der Papa und die Mama uns erzählt, dass dein ganzes Interesse nur der Landwirtschaft gegolten hat. Jetzt hast du die Chance, voll und ganz darin aufzugehen, und jetzt passt’s dir net. Und jetzt …« Mit einem Ruck erhob sich der Bursche. »… geh’ ich auf mein Zimmer. Ich lass’ mich net ständig von dir anmaulen.« Er schoss seiner älteren Schwester einen finsteren Blick zu und ging zur Tür.
»Immer gleich eigeschnappt, wenn ich mal Klartext rede, net wahr? Das ist typisch für dich!«, rief Jasmin hinterher. Sie war sauer. Die beiden trampelten ihr ständig auf den Nerven herum, und wenn sie es einmal wagte, sich zu wehren oder von ihnen etwas zu fordern, spielten sie die Beleidigten.
»Könnt ihr euch net ein bissel leiser streiten?«, schimpfte Melanie. »Ich hör’ ja gar nimmer, was in dem Film gesprochen wird.«
»Hoffentlich versäumst du nix Wichtiges!«, fuhr Jasmin die jüngere Schwester an.
»Du bist unausstehlich!«, erregte sich Melanie und erhob sich ebenfalls.
