Die verlorene Freundin: Der neue Dr. Laurin 110 – Arztroman
Von Viola Maybach
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Über dieses E-Book
Die Familiengeschichte des Klinikchefs Dr. Leon Laurin tritt in eine neue Phase, die in die heutige moderne Lebenswelt passt.
Da die vier Kinder der Familie Laurin langsam heranwachsen, möchte Dr. Laurins Frau, Dr. Antonia Laurin, endlich wieder als Kinderärztin arbeiten. Somit wird Antonia in der Privatklinik ihres Mannes eine Praxis als Kinderärztin aufmachen.
Damit ist der Boden bereitet für eine große, faszinierende Arztserie, die das Spektrum um den charismatischen Dr. Laurin entscheidend erweitert.
»Papa!«, sagte Valerie Kugler, als sie Julius Kugler die Tür öffnete. Besonders erfreut sah sie nicht aus, aber das hatte er auch nicht erwartet, er war schließlich unangekündigt gekommen. Aus der Wohnung drang laute Musik, die Garderobe hinter ihr war übervoll, darunter standen mindestens zehn Paar Schuhe, und auch sonst lag und stand noch einiges herum in dem engen Flur. Julius schluckte. Es sah nach Chaos aus, genau das, was er erwartet hatte. Valerie trug kurze Hosen und ein dünnes T-Shirt, es war heiß draußen. Ihre Haare waren strubbelig, sie sah aus, als wäre sie gerade erst aufgestanden, dabei war es schon elf. Sonntagvormittag um elf. »Darf ich hereinkommen?«, fragte er. Valerie war sechzehn. Seit ein paar Monaten wohnte sie in dieser WG, Irina und er hatten ihrem Wunsch schließlich zähneknirschend nachgegeben. »Ich halte eure Streitereien nicht mehr aus«, hatte sie gesagt. »Echt, ich will das nicht mehr hören. In der WG wohnen drei Erwachsene, und sie haben gerade ein Zimmer frei. Ich will bei denen wohnen. Wenn ihr es mir verbietet, haue ich ab. Das könnt ihr mir glauben!«
Viola Maybach
Viola Maybach war als Fernsehredakteurin und -produzentin tätig. Heute arbeitet sie als Autorin in verschiedenen Bereichen und lebt in Frankfurt.
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Die verlorene Freundin - Viola Maybach
Der neue Dr. Laurin
– 110 –
Die verlorene Freundin
Unveröffentlichter Roman
Viola Maybach
»Papa!«, sagte Valerie Kugler, als sie Julius Kugler die Tür öffnete. Besonders erfreut sah sie nicht aus, aber das hatte er auch nicht erwartet, er war schließlich unangekündigt gekommen.
Aus der Wohnung drang laute Musik, die Garderobe hinter ihr war übervoll, darunter standen mindestens zehn Paar Schuhe, und auch sonst lag und stand noch einiges herum in dem engen Flur. Julius schluckte. Es sah nach Chaos aus, genau das, was er erwartet hatte.
Valerie trug kurze Hosen und ein dünnes T-Shirt, es war heiß draußen. Ihre Haare waren strubbelig, sie sah aus, als wäre sie gerade erst aufgestanden, dabei war es schon elf. Sonntagvormittag um elf.
»Darf ich hereinkommen?«, fragte er.
Valerie war sechzehn. Seit ein paar Monaten wohnte sie in dieser WG, Irina und er hatten ihrem Wunsch schließlich zähneknirschend nachgegeben. »Ich halte eure Streitereien nicht mehr aus«, hatte sie gesagt. »Echt, ich will das nicht mehr hören. In der WG wohnen drei Erwachsene, und sie haben gerade ein Zimmer frei. Ich will bei denen wohnen. Wenn ihr es mir verbietet, haue ich ab. Das könnt ihr mir glauben!«
Die drei Erwachsenen waren achtzehn, zwanzig und zweiundzwanzig Jahre alt. Gut, dem Gesetz nach waren sie erwachsen, zwei junge Frauen, ein junger Mann. Ein Paar und ein Single. Julius war gerade siebenunddreißig Jahre alt geworden. Wenn er ehrlich war, erinnerte er sich nicht mehr daran, ob er sich mit achtzehn erwachsen gefühlt hatte. Vermutlich schon.
Irina hatte sich aus der Sache herausgehalten, er hatte letztlich allein entscheiden müssen, und so war Valerie umgezogen, aber ausdrücklich nur versuchsweise.
Der Versuch dauerte jetzt vier Monate, und Julius wusste noch immer nicht, was er davon halten sollte. Immerhin: Valeries schulische Leistungen waren nicht schlechter geworden, und sie wirkte ausgeglichener – wenn Irina und er sie überhaupt mal zu Gesicht bekamen. Und das war der Punkt: Zuhause machte sie sich rar. »Ich brauche Abstand« war ihre Standardantwort, wenn er ihr das wieder einmal vorhielt.
Aber sie waren ja weiterhin für sie verantwortlich, daran gab es nichts zu rütteln. Mit sechzehn war ein Mädchen natürlich noch nicht innerlich gefestigt. Das waren die meisten Menschen ja selbst mit dreißig noch nicht!
Seine Tochter ließ ihn, wie er merkte, nur widerstrebend eintreten und führte ihn nicht etwa in ihr Zimmer, sondern direkt in die große Wohnküche, in der es ähnlich chaotisch aussah wie im Flur. Auf dem Tisch standen noch die Reste eines offenbar ausgiebigen Frühstücks, in der Spüle türmte sich benutztes Geschirr, auf der Ablagefläche war kein Platz mehr, um auch nur noch einen kleinen Teller abzustellen.
Julius sah seine schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Er hielt sich normalerweise mit Kommentaren ganz bewusst zurück, wohlweislich, doch jetzt rutschte ihm heraus: »Ich dachte, ihr habt eine Spülmaschine?«
»Die ist kaputt«, sagte Valerie achselzuckend. »Willst du einen Kaffee?«
»Ja, gern«, erwiderte er, obwohl es ihn bei dem Gedanken schauderte, gleich einen pappigen, nur unzureichend abgewaschenen Becher in die Hand gedrückt zu bekommen. Außerdem fragte er sich, wie Valerie es bewerkstelligen wollte, in dieser Küche Kaffee zu kochen.
Doch es stellte sich heraus, dass sie das bereits getan hatte, und der Becher, den sie ihm gleich darauf in die Hand drückte, war, soweit er sehen konnte, tadellos sauber. Sie schaffte mit ein paar Handbewegungen etwas Platz auf dem Tisch und setzte sich dann. Zögernd folgte er ihrem Beispiel.
»Also, was gibts?«, fragte sie, und plötzlich kam sie ihm schrecklich erwachsen vor. Ihre Stimme klang freundlich und ein wenig nachsichtig, als erwartete sie von ihm das Geständnis, dass er wieder einmal etwas ausgefressen hatte. Und wie hübsch sie war mit ihren langen blonden Haaren und den blauen Augen, die er ihr vererbt hatte! Sie wurde tatsächlich erwachsen, mit sechzehn, er konnte es kaum fassen.
»Wir lassen uns scheiden, deine Mutter und ich«, sagte er mit brüchiger Stimme. »Das ist es, was ich dir sagen wollte. Du kannst also bald wieder nach Hause kommen. Ich werde in dem Haus bleiben, deine Mutter wird erst einmal zu einer Freundin ziehen, falls sie auf die Schnelle nichts findet.«
»Nach Hause«, sagte Valerie nachdenklich. »Papa, ich bin jetzt hier zu Hause, ich glaube nicht, dass ich wieder zurückkommen möchte. Ich fühle mich wohl hier, es ist entspannt, ich kann mein Ding machen. Ich dachte, das hättest du endlich verstanden. Ich habe hier meine Ruhe.«
»Aber die hättest du bei mir doch auch wieder. Es wird ja keine Streitereien mehr geben.«
Sie nickte langsam. »Jedenfalls nicht zwischen Mama und dir«, sagte sie mit spöttischem Unterton. »Aber vielleicht würden wir beide dann anfangen zu streiten?«
Er wollte etwas erwidern, aber sie ließ ihn nicht zu Wort kommen. »Ich will trotzdem erst einmal hierbleiben. Vielleicht ändere ich meine Meinung später, aber im Augenblick will ich hier sein, nirgendwo anders. Ich brauche Zeit, Papa.«
»Das verstehe ich«, log Julius. Er verstand es überhaupt nicht, aber er wollte Valerie nicht unter Druck setzen. Sie hatte unter der unglücklichen Ehe ihrer Eltern mehr als genug gelitten, das wusste er. Sie alle hatten gelitten.
»Und Mama?«, fragte Valerie zögernd. »Wie geht es ihr?«
»Uns beiden geht es nicht gut, das kannst du dir ja denken. Wir haben um unsere Ehe gekämpft, aber letzten Endes ist eine Trennung wohl doch das Beste.«
»Komisch«, sagte Valerie nachdenklich, »ich hatte immer das Gefühl, dass Mama kämpft und etwas erreichen will, während du eher …« Sie suchte nach den richtigen Worten. »Du warst nicht direkt gleichgültig, aber du hast die Dinge laufen lassen. So kam es mir jedenfalls vor.«
Julius schluckte und gab sich große Mühe, sich nicht anmerken zu lassen, wie tief ihre Worte ihn trafen, weil sie der Wahrheit damit sehr nahegekommen war. »Ich wollte auch, dass es funktioniert«, sagte er endlich traurig, »nur habe ich das vielleicht nach außen nicht so zeigen können.«
»Du machst die Dinge ja sowieso am liebsten mit dir aus«, stellte Valerie fest. »Gut streiten konntest du noch nie.«
Er war so betroffen, dass er ihr eine Erwiderung schuldig blieb. Woher kamen denn auf einmal diese Erkenntnisse? Nie zuvor hatte sie so mit ihm gesprochen. Sie redete nicht mehr wie eine Sechzehnjährige, sondern wie eine Erwachsene. Noch auf dem Weg zu ihr hatte er darüber nachgedacht, dass sie ja praktisch noch ein Kind war und er deshalb unbedingt darauf bestehen würde, dass sie wieder nach Hause kam, jetzt war plötzlich er derjenige, der sich aus ihrem Mund unliebsame Wahrheiten über sich anhören musste. Mit einer solchen Wendung des Gesprächs hatte er nicht gerechnet. Wenn er ehrlich war: Er hatte geglaubt, sie werde überglücklich sein, in ihr altes Zuhause zurückkehren zu können, ohne weitere Streitigkeiten zwischen ihren Eltern befürchten zu müssen. Nun, es war anders gekommen.
»Ich möchte, dass du wieder bei mir wohnst«, sagte er trotzdem.
Valerie schüttelte den Kopf. »Du kannst mich nicht zwingen, und ich will
