Ein Kleeblatt mit sechs Blättern: Mami 1922 – Familienroman
Von Annette Mansdorf
()
Über dieses E-Book
»Ich muß mir dringend Arbeit suchen.«
Das klang so entschieden, daß Viola irritiert aufschaute. Ihre Freundin schien das beabsichtigt zu haben, sie sah richtig kämpferisch aus.
»Und komm mir jetzt nicht mit dem Argument, daß Paulchen noch zu klein ist. Das weiß ich alles selbst. Aber ich bin es leid, ständig hinter Markus herzulaufen. Er sitzt auf seinem Geld und amüsiert sich noch darüber, daß ich jeden Pfennig erbetteln muß.«
»Kann es sein, daß du ein bißchen voreingenommen bist? Ich meine, Markus hat sich doch eigentlich immer großzügig gezeigt seit eurer Scheidung. Nur weil er jetzt eine Freundin hat…«
Patrizia runzelte ärgerlich die Brauen.
Das hatte Viola erwartet, aber ihr Gerechtigkeitssinn ließ es nicht zu, die Anschuldigungen ihrer Freundin auf den Exmann so hinzunehmen. Sie war schließlich Trauzeugin gewesen und mit beiden befreundet. Es wäre vermutlich besser gewesen, gar nichts von der Existenz der Freundin zu erzählen.
»Stehst du jetzt ganz auf seiner Seite?«
»Nein, ich versuche, einigermaßen neutral zu sein.«
»Genau das, was ich von einer meiner besten Freundinnen erwarte«, gab Patrizia mit ironischem Unterton zurück.
»Ich bin deine beste Freundin«, korrigierte Viola ruhig.
»Dann verhalte dich auch so.«
»Ach, Süße, du weißt, daß ich für dich durchs Feuer gehen würde, aber wenn es um Markus geht, bist du ein bißchen zu emotional. Abgesehen davon würde ich es aber gut finden, wenn du wieder arbeitest. Das bringt dich auf neue Gedanken.«
»Und du glaubst, daß ich die nötig habe, ja? Eine Art Therapie? Hältst du mich für verrückt?«
»Nein, das tue ich ganz entschieden nicht. Du bist normalerweise der ausgeglichenste, ruhigste Mensch,
Andere Titel in Ein Kleeblatt mit sechs Blättern Reihe ( 30 )
Ausgesetzt - und ich fand dich: Mami 1754 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDich verlassen? Niemals!: Mami 1739 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEntführt – zwei Kinder in Gefahr: Mami 1730 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEine Hochzeit in Sicht?: Mami 1742 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNele muss leben!: Mami 1849 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLisas Unfall: Mami 1753 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenUm ihres Kindes willen zu jedem Opfer bereit: Mami 1800 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Bühne und das wahre Leben: Mami 1755 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEine neue Zeit - ein anderes Leben: Mami 1774 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGnade für Laura!: Mami 1801 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenRobin - ein Kind zwischen zwei Müttern: Mami 1794 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSpurlos verschwunden: Mami 1795 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFür immer ohne Vater?: Mami 1747 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSophies ganz große Liebe: Mami 1762 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas bleibt unter uns, Toffi: Mami 1787 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZwei, die sich nicht mögen: Mami 1763 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDrei kleine Herzen in großer Not: Mami 1790 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenJulchen, das Wunschkind der Fürstin: Mami 1784 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenÜber die Kinder zu deinem Herzen: Mami 1764 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen…und plötzlich war eine Cousine da: Mami 1744 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTraurige Kinderaugen tun weh: Mami 1746 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLebe wohl, kleiner Jannis!: Mami 1768 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDita, das Findelkind: Mami 1776 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMeine berühmte Mami: Mami 1765 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen5 Kinder brauchen einen Vater: Mami 1798 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMelanie geht ihren Weg: Mami 1775 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGlück auf Umwegen: Mami 1796 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEine neue Liebe ist wie ein neues Leben: Mami 1779 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin eigenwilliges Kind: Mami 1802 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIch will, dass Papi bei uns bleibt: Mami 1886 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Mehr von Annette Mansdorf lesen
Ähnlich wie Ein Kleeblatt mit sechs Blättern
Titel in dieser Serie (100)
Ausgesetzt - und ich fand dich: Mami 1754 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDich verlassen? Niemals!: Mami 1739 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEntführt – zwei Kinder in Gefahr: Mami 1730 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEine Hochzeit in Sicht?: Mami 1742 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNele muss leben!: Mami 1849 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLisas Unfall: Mami 1753 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenUm ihres Kindes willen zu jedem Opfer bereit: Mami 1800 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Bühne und das wahre Leben: Mami 1755 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEine neue Zeit - ein anderes Leben: Mami 1774 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGnade für Laura!: Mami 1801 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenRobin - ein Kind zwischen zwei Müttern: Mami 1794 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSpurlos verschwunden: Mami 1795 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFür immer ohne Vater?: Mami 1747 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSophies ganz große Liebe: Mami 1762 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas bleibt unter uns, Toffi: Mami 1787 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZwei, die sich nicht mögen: Mami 1763 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDrei kleine Herzen in großer Not: Mami 1790 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenJulchen, das Wunschkind der Fürstin: Mami 1784 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenÜber die Kinder zu deinem Herzen: Mami 1764 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen…und plötzlich war eine Cousine da: Mami 1744 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTraurige Kinderaugen tun weh: Mami 1746 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLebe wohl, kleiner Jannis!: Mami 1768 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDita, das Findelkind: Mami 1776 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMeine berühmte Mami: Mami 1765 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen5 Kinder brauchen einen Vater: Mami 1798 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMelanie geht ihren Weg: Mami 1775 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGlück auf Umwegen: Mami 1796 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEine neue Liebe ist wie ein neues Leben: Mami 1779 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin eigenwilliges Kind: Mami 1802 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIch will, dass Papi bei uns bleibt: Mami 1886 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Ähnliche E-Books
Verletzte Seelen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTamara, ihr Leben und das Café Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungenabsolut solide: Verliebter Sommer Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVerflixte Liebe! Turbulenter, spritziger Liebesroman - Liebe, Leidenschaft und Eifersucht... Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie verlorene Freundin: Der neue Dr. Laurin 110 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDu liebst sie doch!: Dr. Norden Bestseller 391 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEs war jugendlicher Leichtsinn: Dr. Norden Bestseller 377 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Löwe von Florenz Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEnttäuschte Mutterliebe: Dr. Norden Bestseller 490 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenChiara's Sommer Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEine perfekte Täuschung: Dr. Norden Bestseller 412 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAufregung um Julia: Sophienlust 343 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWas unterstellst du mir?: Chefarzt Dr. Norden 1135 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBack to Italy! Und der Wahnsinn geht weiter! Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZwei Welten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKleiner Irrtum, Papa!: Der neue Dr. Laurin 76 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMehr als nur eine Liebesnacht Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSpiel mit dem Feuer Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMännersuche Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSidebitch 2 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDu liebst sie doch!: Dr. Norden 60 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDu liebst sie doch!: Dr. Norden – Unveröffentlichte Romane 51 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKrimi Doppelband 14: Das Phantom von Tanger & Blumen auf das Grab Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPatchwork hoch Drei: Rockstar zu verschenken Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLebensgeister Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMitten in der Stadt Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Finn und die Rätsel der Vergangenheit Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMrs. Darlloy Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer italienische Verführer Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Fünf-Sterne-Kuss: Ein Romantic-Kiss-Roman - Band 9 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Romanzen für Sie
Josefine Mutzenbacher - Unzensierte Ausgabe: »Der mit Abstand beste deutschsprachige erotische Roman aller Zeiten« Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenUngeduld des Herzens: Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWild und ausgehungert Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenRomana Gold Band 53 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDemons Everywhere I Look Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIhr Marine Master: Master Me, #3 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLiebesheirat nur zum Schein? Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Strand im Herz: Romantische Komödie Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGeheimnisse der Sehnsucht: Milliardär Liebesromane: Die Assistentin des Milliardärs, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAm Südhang: Erzählung Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Eine gefährliche Frau: Ein Milliardär Liebesromane Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKüssen nach Rezept: Kurzroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHis Dad Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie verbotene Babysitterin: Ein Milliardär - Liebesroman: Nachtclub-Sünden, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPerfectly Wrong Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Gefangene des Fee: Die Gefangene des Fee, #1 Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Sexgeschichten: Ich will es hart Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Ein Milliardär für Cinderella? Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Fremdgeschwängert vom Kredithai: Cuckold Story Bewertung: 1 von 5 Sternen1/5Die Rettung des Dr. Marian: Das Vermächtnis der Marians, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMein zärtlicher Verführer: Die Rinucci Brüder 2 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSei mein: Milliardär Liebesromane: Unwiderstehliche Brüder, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFalscher Bräutigam - wahre Liebe? Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVerlobt mit dem griechischen Playboy Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenCaptain Of Hell Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLoving the Boss: Milliardär Liebesroman: Fokus, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFeurige Rache, hauchzarte Küsse Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Rezensionen für Ein Kleeblatt mit sechs Blättern
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Ein Kleeblatt mit sechs Blättern - Annette Mansdorf
Mami
– 1922 –
Ein Kleeblatt mit sechs Blättern
Ein schwerer Weg führt zu einem guten Ende
Annette Mansdorf
»Ich muß mir dringend Arbeit suchen.«
Das klang so entschieden, daß Viola irritiert aufschaute. Ihre Freundin schien das beabsichtigt zu haben, sie sah richtig kämpferisch aus.
»Und komm mir jetzt nicht mit dem Argument, daß Paulchen noch zu klein ist. Das weiß ich alles selbst. Aber ich bin es leid, ständig hinter Markus herzulaufen. Er sitzt auf seinem Geld und amüsiert sich noch darüber, daß ich jeden Pfennig erbetteln muß.«
»Kann es sein, daß du ein bißchen voreingenommen bist? Ich meine, Markus hat sich doch eigentlich immer großzügig gezeigt seit eurer Scheidung. Nur weil er jetzt eine Freundin hat…«
Patrizia runzelte ärgerlich die Brauen.
Das hatte Viola erwartet, aber ihr Gerechtigkeitssinn ließ es nicht zu, die Anschuldigungen ihrer Freundin auf den Exmann so hinzunehmen. Sie war schließlich Trauzeugin gewesen und mit beiden befreundet. Es wäre vermutlich besser gewesen, gar nichts von der Existenz der Freundin zu erzählen.
»Stehst du jetzt ganz auf seiner Seite?«
»Nein, ich versuche, einigermaßen neutral zu sein.«
»Genau das, was ich von einer meiner besten Freundinnen erwarte«, gab Patrizia mit ironischem Unterton zurück.
»Ich bin deine beste Freundin«, korrigierte Viola ruhig.
»Dann verhalte dich auch so.«
»Ach, Süße, du weißt, daß ich für dich durchs Feuer gehen würde, aber wenn es um Markus geht, bist du ein bißchen zu emotional. Abgesehen davon würde ich es aber gut finden, wenn du wieder arbeitest. Das bringt dich auf neue Gedanken.«
»Und du glaubst, daß ich die nötig habe, ja? Eine Art Therapie? Hältst du mich für verrückt?«
»Nein, das tue ich ganz entschieden nicht. Du bist normalerweise der ausgeglichenste, ruhigste Mensch, den man sich vorstellen kann.«
Viola blieb todernst bei ihren Worten. Und sie zeigten Wirkung. Patrizias Sinn für Humor gewann die Oberhand. Sie begann zu kichern.
»Du bist gemein…«
»Du lachst wieder, also bin ich nicht gemein. Hast du eine Anzeige aufgegeben? Oder wie willst du es machen? Und was?«
»Ich würde gern irgendwo im Empfang arbeiten, Büroarbeit mit Kundenverkehr. Dazu hätte ich Lust.«
»Das könntest du sicher sehr gut.«
»Ja? Glaubst du das auch? Ich stelle es mir toll vor. Erst einmal möchte ich halbtags arbeiten. Meine Mutter würde sich um Paulchen kümmern, wenn er aus dem Kindergarten kommt oder mal krank ist. Charlotte ist ja sowieso immer bei ihr nach der Schule. Das hat sie mir selbst angeboten.«
»Du hast eine Supermutter. Meine würde nicht mal im Traum an so etwas denken.«
»Sie hat doch genug getan mit euch drei Kindern, oder? Außerdem ist sie selbst berufstätig.«
Viola wurde rot. Ihr Schwachpunkt war das immer angespannte Verhältnis zu ihrer Mutter. Vielleicht hatte es tatsächlich etwas mit Eifersucht zu tun. Ihre Mutter sah immer noch blendend aus und hatte viele Chancen. Sie dagegen…
Aber das war ein anderes Thema.
»Ha, jetzt habe ich dich auf dem falschen Fuß erwischt, was? Dann sind wir quitt.«
Patrizia schmunzelte vergnügt. Sie wußte, daß Viola ihre Mutter eigentlich bewunderte, das aber nicht zugeben konnte. Würde sie wohl eines Tages über ihren Schatten springen? Dann könnte sie nämlich auch aufhören, sich und anderen ständig etwas beweisen zu wollen. Viola war eine Schönheit mit der hellen Haut und dem fast schwarzen Haar, aber offenbar sah sie das nicht. Daß sie obendrein noch superintelligent war, registrierte sie ebenfalls nicht. Aber umsonst wurde man nicht Bankleiterin, wenn es auch nur eine mittelgroße Filiale war.
»Na gut, wechseln wir das Thema. Wollen wir mal wieder ins Kino gehen?«
»Ja, gern. Ich war schon zwei Wochen nicht mehr weg, abends, meine ich. Laß uns mal richtig auf den Putz hauen.«
Viola kicherte.
»Mit Pizza und Kino und um elf zu Hause sein, ja?«
»Ich weiß, das ist nichts Besonderes, aber für mich genügt es. Ich muß ja immer so früh aufstehen. Und Pizza beim Italiener schmeckt eben anders als zu Hause.«
»Ich hab’ ja nur Spaß gemacht, nach durchtanzten Nächten ist mir schon lange nicht mehr. Die Discos sind absolut nicht mein Fall. Entweder steht da so ein Türsteher, breit wie ein Schrank mit erbsengroßem Hirn, und läßt die Leute nach seinem eigenen Gutdünken rein oder nicht… also, dann bekomme ich schon immer die Krise. Oder die Discos riechen schon bis auf die Straße nach Hasch und so.«
»Wir sind wohl aus dem Alter raus…«, seufzte Patrizia nicht ganz ernsthaft.
»Oder in den falschen Kreisen zu Hause.«
»Na, du kommst doch wohl überall rein!«
»Schon, aber ich muß nicht dazu beitragen, daß sich die Schickeria bewundern lassen kann. Nee, Kino und Pizza ist völlig okay.«
»Wir könnten ja auch mal wieder eine Party geben… Wie früher…«
Patrizia und Viola hatten fast zur gleichen Zeit Geburtstag, es lagen nur fünf Tage dazwischen. Im Alter zwischen neunzehn und sechsundzwanzig hatten sie Jahr für Jahr eine gemeinsame große Party gegeben. Nachdem Patrizias Ehe in die Krise geriet, hatte das aufgehört.
»Das ist die Idee!«
»Aber Markus wird nicht eingeladen«, erklärte Patrizia kategorisch.
Die Vorstellung, daß er mit einer neuen Frau an der Seite auftauchen könnte, war doch ein wenig zuviel für sie, obwohl sie ihn keineswegs mehr zurückhaben wollte. Dazu hatte er ihr zu weh getan.
»Ich hatte auch nicht ernsthaft daran gedacht, keine Angst. Soll ich mich um die Planung kümmern?«
»Gern. Ich will wirklich arbeiten, also muß ich mich darauf konzentrieren. Und wenn ich Glück habe, kann ich dann gleichzeitig meine Anstellung feiern.«
»Dein Optimismus wird sicher belohnt. So, ich muß jetzt los, Pat, ich habe morgen einen harten Tag. Der Vorstand kommt.«
»Ist Jochen auch noch dabei?«
»Ja, und deshalb möchte ich ausgeruht und so gut wie möglich aussehen.«
Viola hatte kurze Zeit die Hoffnung gehabt, daß Dr. Jochen Marquard und sie ein Paar werden könnten. Doch leider hatte sich der Frosch nicht in einen Prinzen verwandelt, im Gegenteil, er war zu einer häßlichen Kröte mutiert, als sich herausstellte, daß er neben Viola noch zwei andere Freundinnen hatte. Gott sei Dank war es Viola zu einem Zeitpunkt klar geworden, als es noch nicht allzuviel zu bereuen gab.
»Du siehst immer blendend aus, Viola, auch wenn du das nicht glaubst.«
Viola schmunzelte, sie freute sich sichtlich über das ehrlich gemeinte Kompliment. Für Patrizia war es unglaublich, daß ihre Freundin immer wieder daran zweifelte.
Viola erhob sich, nachdem sie den letzten Schluck Wein aus ihrem Glas geleert hatte. Bevor sie jedoch die Wohnzimmertür erreichte, öffnete sich diese und ein verschlafener kleiner Junge mit strubbeligen Haaren erschien. Seine Schlafanzughose war ein Stückchen heruntergerutscht und zeigte seinen runden Bauch. Mit einer Hand hielt er die Hose fest, mit der anderen rieb er sich das rechte Auge.
»Mama, ich
