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Ein Kleeblatt mit sechs Blättern: Mami 1922 – Familienroman
Ein Kleeblatt mit sechs Blättern: Mami 1922 – Familienroman
Ein Kleeblatt mit sechs Blättern: Mami 1922 – Familienroman
eBook112 Seiten1 StundeMami

Ein Kleeblatt mit sechs Blättern: Mami 1922 – Familienroman

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Über dieses E-Book

Die Familie ist ein Hort der Liebe, Geborgenheit und Zärtlichkeit. Wir alle sehnen uns nach diesem Flucht- und Orientierungspunkt, der unsere persönliche Welt zusammenhält und schön macht. Das wichtigste Bindeglied der Familie ist Mami. In diesen herzenswarmen Romanen wird davon mit meisterhafter Einfühlung erzählt. Die Romanreihe Mami setzt einen unerschütterlichen Wert der Liebe, begeistert die Menschen und lässt sie in unruhigen Zeiten Mut und Hoffnung schöpfen. Kinderglück und Elternfreuden sind durch nichts auf der Welt zu ersetzen. Genau davon kündet Mami.

»Ich muß mir dringend Arbeit suchen.«


Das klang so entschieden, daß Viola irritiert aufschaute. Ihre Freundin schien das beabsichtigt zu haben, sie sah richtig kämpferisch aus.


»Und komm mir jetzt nicht mit dem Argument, daß Paulchen noch zu klein ist. Das weiß ich alles selbst. Aber ich bin es leid, ständig hinter Markus herzulaufen. Er sitzt auf seinem Geld und amüsiert sich noch darüber, daß ich jeden Pfennig erbetteln muß.«


»Kann es sein, daß du ein bißchen voreingenommen bist? Ich meine, Markus hat sich doch eigentlich immer großzügig gezeigt seit eurer Scheidung. Nur weil er jetzt eine Freundin hat…«


Patrizia runzelte ärgerlich die Brauen.


Das hatte Viola erwartet, aber ihr Gerechtigkeitssinn ließ es nicht zu, die Anschuldigungen ihrer Freundin auf den Exmann so hinzunehmen. Sie war schließlich Trauzeugin gewesen und mit beiden befreundet. Es wäre vermutlich besser gewesen, gar nichts von der Existenz der Freundin zu erzählen.


»Stehst du jetzt ganz auf seiner Seite?«


»Nein, ich versuche, einigermaßen neutral zu sein.«


»Genau das, was ich von einer meiner besten Freundinnen erwarte«, gab Patrizia mit ironischem Unterton zurück.


»Ich bin deine beste Freundin«, korrigierte Viola ruhig.


»Dann verhalte dich auch so.«


»Ach, Süße, du weißt, daß ich für dich durchs Feuer gehen würde, aber wenn es um Markus geht, bist du ein bißchen zu emotional. Abgesehen davon würde ich es aber gut finden, wenn du wieder arbeitest. Das bringt dich auf neue Gedanken.«


»Und du glaubst, daß ich die nötig habe, ja? Eine Art Therapie? Hältst du mich für verrückt?«


»Nein, das tue ich ganz entschieden nicht. Du bist normalerweise der ausgeglichenste, ruhigste Mensch,
SpracheDeutsch
HerausgeberBlattwerk Handel GmbH
Erscheinungsdatum24. Apr. 2018
ISBN9783740928728
Ein Kleeblatt mit sechs Blättern: Mami 1922 – Familienroman

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    Buchvorschau

    Ein Kleeblatt mit sechs Blättern - Annette Mansdorf

    Mami

    – 1922 –

    Ein Kleeblatt mit sechs Blättern

    Ein schwerer Weg führt zu einem guten Ende

    Annette Mansdorf

    »Ich muß mir dringend Arbeit suchen.«

    Das klang so entschieden, daß Viola irritiert aufschaute. Ihre Freundin schien das beabsichtigt zu haben, sie sah richtig kämpferisch aus.

    »Und komm mir jetzt nicht mit dem Argument, daß Paulchen noch zu klein ist. Das weiß ich alles selbst. Aber ich bin es leid, ständig hinter Markus herzulaufen. Er sitzt auf seinem Geld und amüsiert sich noch darüber, daß ich jeden Pfennig erbetteln muß.«

    »Kann es sein, daß du ein bißchen voreingenommen bist? Ich meine, Markus hat sich doch eigentlich immer großzügig gezeigt seit eurer Scheidung. Nur weil er jetzt eine Freundin hat…«

    Patrizia runzelte ärgerlich die Brauen.

    Das hatte Viola erwartet, aber ihr Gerechtigkeitssinn ließ es nicht zu, die Anschuldigungen ihrer Freundin auf den Exmann so hinzunehmen. Sie war schließlich Trauzeugin gewesen und mit beiden befreundet. Es wäre vermutlich besser gewesen, gar nichts von der Existenz der Freundin zu erzählen.

    »Stehst du jetzt ganz auf seiner Seite?«

    »Nein, ich versuche, einigermaßen neutral zu sein.«

    »Genau das, was ich von einer meiner besten Freundinnen erwarte«, gab Patrizia mit ironischem Unterton zurück.

    »Ich bin deine beste Freundin«, korrigierte Viola ruhig.

    »Dann verhalte dich auch so.«

    »Ach, Süße, du weißt, daß ich für dich durchs Feuer gehen würde, aber wenn es um Markus geht, bist du ein bißchen zu emotional. Abgesehen davon würde ich es aber gut finden, wenn du wieder arbeitest. Das bringt dich auf neue Gedanken.«

    »Und du glaubst, daß ich die nötig habe, ja? Eine Art Therapie? Hältst du mich für verrückt?«

    »Nein, das tue ich ganz entschieden nicht. Du bist normalerweise der ausgeglichenste, ruhigste Mensch, den man sich vorstellen kann.«

    Viola blieb todernst bei ihren Worten. Und sie zeigten Wirkung. Patrizias Sinn für Humor gewann die Oberhand. Sie begann zu kichern.

    »Du bist gemein…«

    »Du lachst wieder, also bin ich nicht gemein. Hast du eine Anzeige aufgegeben? Oder wie willst du es machen? Und was?«

    »Ich würde gern irgendwo im Empfang arbeiten, Büroarbeit mit Kundenverkehr. Dazu hätte ich Lust.«

    »Das könntest du sicher sehr gut.«

    »Ja? Glaubst du das auch? Ich stelle es mir toll vor. Erst einmal möchte ich halbtags arbeiten. Meine Mutter würde sich um Paulchen kümmern, wenn er aus dem Kindergarten kommt oder mal krank ist. Charlotte ist ja sowieso immer bei ihr nach der Schule. Das hat sie mir selbst angeboten.«

    »Du hast eine Supermutter. Meine würde nicht mal im Traum an so etwas denken.«

    »Sie hat doch genug getan mit euch drei Kindern, oder? Außerdem ist sie selbst berufstätig.«

    Viola wurde rot. Ihr Schwachpunkt war das immer angespannte Verhältnis zu ihrer Mutter. Vielleicht hatte es tatsächlich etwas mit Eifersucht zu tun. Ihre Mutter sah immer noch blendend aus und hatte viele Chancen. Sie dagegen…

    Aber das war ein anderes Thema.

    »Ha, jetzt habe ich dich auf dem falschen Fuß erwischt, was? Dann sind wir quitt.«

    Patrizia schmunzelte vergnügt. Sie wußte, daß Viola ihre Mutter eigentlich bewunderte, das aber nicht zugeben konnte. Würde sie wohl eines Tages über ihren Schatten springen? Dann könnte sie nämlich auch aufhören, sich und anderen ständig etwas beweisen zu wollen. Viola war eine Schönheit mit der hellen Haut und dem fast schwarzen Haar, aber offenbar sah sie das nicht. Daß sie obendrein noch superintelligent war, registrierte sie ebenfalls nicht. Aber umsonst wurde man nicht Bankleiterin, wenn es auch nur eine mittelgroße Filiale war.

    »Na gut, wechseln wir das Thema. Wollen wir mal wieder ins Kino gehen?«

    »Ja, gern. Ich war schon zwei Wochen nicht mehr weg, abends, meine ich. Laß uns mal richtig auf den Putz hauen.«

    Viola kicherte.

    »Mit Pizza und Kino und um elf zu Hause sein, ja?«

    »Ich weiß, das ist nichts Besonderes, aber für mich genügt es. Ich muß ja immer so früh aufstehen. Und Pizza beim Italiener schmeckt eben anders als zu Hause.«

    »Ich hab’ ja nur Spaß gemacht, nach durchtanzten Nächten ist mir schon lange nicht mehr. Die Discos sind absolut nicht mein Fall. Entweder steht da so ein Türsteher, breit wie ein Schrank mit erbsengroßem Hirn, und läßt die Leute nach seinem eigenen Gutdünken rein oder nicht… also, dann bekomme ich schon immer die Krise. Oder die Discos riechen schon bis auf die Straße nach Hasch und so.«

    »Wir sind wohl aus dem Alter raus…«, seufzte Patrizia nicht ganz ernsthaft.

    »Oder in den falschen Kreisen zu Hause.«

    »Na, du kommst doch wohl überall rein!«

    »Schon, aber ich muß nicht dazu beitragen, daß sich die Schickeria bewundern lassen kann. Nee, Kino und Pizza ist völlig okay.«

    »Wir könnten ja auch mal wieder eine Party geben… Wie früher…«

    Patrizia und Viola hatten fast zur gleichen Zeit Geburtstag, es lagen nur fünf Tage dazwischen. Im Alter zwischen neunzehn und sechsundzwanzig hatten sie Jahr für Jahr eine gemeinsame große Party gegeben. Nachdem Patrizias Ehe in die Krise geriet, hatte das aufgehört.

    »Das ist die Idee!«

    »Aber Markus wird nicht eingeladen«, erklärte Patrizia kategorisch.

    Die Vorstellung, daß er mit einer neuen Frau an der Seite auftauchen könnte, war doch ein wenig zuviel für sie, obwohl sie ihn keineswegs mehr zurückhaben wollte. Dazu hatte er ihr zu weh getan.

    »Ich hatte auch nicht ernsthaft daran gedacht, keine Angst. Soll ich mich um die Planung kümmern?«

    »Gern. Ich will wirklich arbeiten, also muß ich mich darauf konzentrieren. Und wenn ich Glück habe, kann ich dann gleichzeitig meine Anstellung feiern.«

    »Dein Optimismus wird sicher belohnt. So, ich muß jetzt los, Pat, ich habe morgen einen harten Tag. Der Vorstand kommt.«

    »Ist Jochen auch noch dabei?«

    »Ja, und deshalb möchte ich ausgeruht und so gut wie möglich aussehen.«

    Viola hatte kurze Zeit die Hoffnung gehabt, daß Dr. Jochen Marquard und sie ein Paar werden könnten. Doch leider hatte sich der Frosch nicht in einen Prinzen verwandelt, im Gegenteil, er war zu einer häßlichen Kröte mutiert, als sich herausstellte, daß er neben Viola noch zwei andere Freundinnen hatte. Gott sei Dank war es Viola zu einem Zeitpunkt klar geworden, als es noch nicht allzuviel zu bereuen gab.

    »Du siehst immer blendend aus, Viola, auch wenn du das nicht glaubst.«

    Viola schmunzelte, sie freute sich sichtlich über das ehrlich gemeinte Kompliment. Für Patrizia war es unglaublich, daß ihre Freundin immer wieder daran zweifelte.

    Viola erhob sich, nachdem sie den letzten Schluck Wein aus ihrem Glas geleert hatte. Bevor sie jedoch die Wohnzimmertür erreichte, öffnete sich diese und ein verschlafener kleiner Junge mit strubbeligen Haaren erschien. Seine Schlafanzughose war ein Stückchen heruntergerutscht und zeigte seinen runden Bauch. Mit einer Hand hielt er die Hose fest, mit der anderen rieb er sich das rechte Auge.

    »Mama, ich

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