Über dieses E-Book
Was will diese Winnie Porter hier? Aidan ist außer sich, als die junge Frau plötzlich vor ihm steht: lächelnd, verlegen - und überaus sexy! Aber das darf ihn nicht interessieren, keinen weiteren Blick wird er an Winnies umwerfende Figur verschwenden! Denn die Besucherin ist die leibliche Mutter seinen Adoptivsohnes, und wenn sie so überraschend bei ihm auftaucht, kann das nur eines bedeuten: Sie will ihm sein Kind wegnehmen. Dass Winnie ganz andere Motive für ihren Besuch hat, merkt Aidan erst, als es beinahe zu spät ist. Zu spät für das Glück seines Lebens …
Karen Templeton
<p>Manche Menschen wissen, sie sind zum Schreiben geboren. Bei Karen Templeton ließ diese Erkenntnis ein wenig auf sich warten … Davor hatte sie Gelegenheit, sehr viele verschiedene Dinge auszuprobieren, die ihr jetzt beim Schreiben zugutekommen. Und welche waren das? Zuerst, gleich nach der Schule, wollte sie Schauspielerin werden und schaffte tatsächlich die Aufnahmeprüfung in die Schauspielklasse der North Carolina School of Art. Eine Weile lang war das das Richtige, doch nach zwei Jahren merkte Karen Templeton, dass ihr diese Bretter doch nicht die Welt bedeuteten. Also wechselte sie zum Kostümdesign, und dort wurde ihr zweierlei klar: Erstens wollte sie nicht ihr Leben lang Kostüme nähen. Und zweitens hatte sie nicht vor, New York jemals wieder zu verlassen. Denn sie hatte hier die Liebe ihres Lebens getroffen! So blieb sie also im Big Apple und schlug sich mit unterschiedlichen kleinen Jobs durch. Zum Beispiel arbeitete sie im renommierten Kaufhaus Saks Fifth Avenue in der Abteilung für Brautkleider. Und dann war es auch für sie selbst so weit: Sie heiratete denn Mann ihres Lebens und bekam innerhalb der nächsten Jahre zwei Söhne. Die vier zogen nach Albuquerque, die Heimatstadt von Karens Mann, und dort kamen zwei weitere Söhne zur Welt. Es war Zeit für neue berufliche Herausforderungen! Karen Templeton gründete einen Versandhandel für Handarbeitsmaterial. Mit dieser Firma war Karen zehn Jahre lang erfolgreich, doch dann sollte sich durch zwei Dinge wieder alles ändern: Karens größter Werbeträger ging in Konkurs, und Familie Templeton schaffte ihren ersten Computer an. Einfach so, zum Ausprobieren, setzte sich Karen Templeton mal daran und schrieb drauf los: Eine Romance sollte es werden. Das Projekt gelang ganz gut, Karen machte weiter und schrieb insgesamt drei Romane. Einer davon wurde schließlich im März 1996 von einem Verlag gekauft. Und so konnte Karen Templeton bald hauptberuflich schreiben; sie war zu ihrer Passion gekommen, zu der Arbeit, die ihr wirklich richtig Spaß macht und bei der sie all ihre Erfahrungen einfließen lassen kann. Große Freude macht sie ihren Leserinnen besonders mit der Schilderung von Persönlichkeiten und vor allem Kindern, die nicht selten zu Tränen rühren.</p>
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Buchvorschau
Auf Umwegen ins große Glück - Karen Templeton
IMPRESSUM
Auf Umwegen ins große Glück erscheint in der HarperCollins Germany GmbH
© 2008 by Karen Templeton-Berger
Originaltitel: „A Mother’s Wish"
erschienen bei: Silhouette Books, Toronto
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.
© Deutsche Erstausgabe in der Reihe BIANCA
Band 1751 - 2010 by CORA Verlag GmbH & Co. KG, Hamburg
Übersetzung: Stephanie Thoma-Kellner
Umschlagsmotive: Getty Images_fergregory
Veröffentlicht im ePub Format in 04/2019 – die elektronische Ausgabe stimmt mit der Printversion überein.
E-Book-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck
ISBN 9783733746186
Alle Rechte, einschließlich das des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.
CORA-Romane dürfen nicht verliehen oder zum gewerbsmäßigen Umtausch verwendet werden. Sämtliche Personen dieser Ausgabe sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.
Weitere Roman-Reihen im CORA Verlag:
BACCARA, BIANCA, JULIA, ROMANA, HISTORICAL, TIFFANY
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1. KAPITEL
Winnie Porter stand auf der Türschwelle von der „Skyview Gas’n’Grill" Imbissstube, trank starken Kaffee aus einem Styroporbecher und blinzelte im Licht der Morgensonne. Über die karge Landschaft von West-Texas toste ein unbarmherziger Oktobersturm hinweg.
Na, das passt ja, dachte Winnie. In ihren Cowboystiefeln trat sie von einem Fuß auf den anderen. Dann rieb sie sich mit ihrer verschwitzten Hand den Oberschenkel. Am Ausschnitt ihres Baumwolltops kitzelten ihre feuchten Haarspitzen im Nacken und auf den Schultern.
Annabelle, ihr Border Collie, stieß mit der Schnauze gegen ihr Bein und hechelte.
„Hier, bitte. Aber nicht schon alles aufessen, noch bevor du Amarillo erreichst."
Winnie betrachtete die prall gefüllte Plastiktüte. „Danke", sagte sie und wappnete sich gegen die Missbilligung, die beinahe unverhohlen in den fast schwarzen Augen ihres Gegenübers schimmerte. Sie nahm die Tüte und drehte sich um, als Elektra Jones geräuschvoll durch die Nase ausatmete.
„Da ist Miss Ida noch nicht mal ’ne Woche tot …"
„Ich weiß."
„… und du hast nichts Besseres zu tun, als quasi darum zu bitten, dass man dir noch mehr wehtut."
„Schlimmer als das, was ich die letzten neun Jahre durchgemacht habe, kann es auch nicht werden, sagte Winnie mit leiser Stimme und schwang sich ihren Dufflebag über die Schulter. „Und fang jetzt gar nicht erst damit an, dass du mich hier brauchst. Du weißt genauso gut wie ich, dass du den Laden hier praktisch alleine schmeißt. Vor allem im letzten Jahr …
Die Stimme versagte ihr. Sie warf einen Blick auf das Erbe, das Ida Calhoun ihrer einzigen Enkelin hinterlassen hatte – eine heruntergekommene Mischung aus Diner, Tante-Emma-Laden und Tankstelle. Seit ihrem zehnten Geburtstag war dieser Ort für Winnie sowohl Zufluchtsort als auch Gefängnis. Und jetzt gehörte das alles ihr.
Sogar vom Grab aus schaffte es die Alte, ihren Willen durchzusetzen.
„Du wirst mich nicht mal vermissen", behauptete Winnie.
„Also, da liegst du total daneben", sagte Elektra mit Tränen in den Augen. Als sie Winnie an ihren üppigen Busen zog, gab diese den Versuch auf, die Fassung zu bewahren.
„Um Himmels willen, es ist doch nur für eine Woche."
„Trotzdem. Elektra drückte sie ein letztes Mal und packte sie an den Schultern. „Sei bloß vorsichtig, hörst du?
Winnie konnte nicht antworten und nickte nur.
Ein paar Minuten später dröhnten die Dixie Chicks aus dem Lautsprecher ihres alten Pick-ups, und Annabelle hielt auf dem Beifahrersitz die Schnauze in den Wind. An ein paar großen Reklameschildern vorbei fuhr Winnie auf den Highway Richtung Westen. Dabei war sogar ihr klar, dass es sich höchstwahrscheinlich um eine Irrfahrt handelte.
Stunden später kletterte Winnie vor einem winzigen, schlammfarbenen Haus aus ihrem Truck. Ein steiles Blechdach, das gar nicht zu dem Gebäude passen wollte, krönte das mitten im Wald gelegene Domizil. Freudig bellend schoss Annabelle ins dichte Unterholz aus buschigen Pinien und Lebens-Eichen. Die herbstgelben Blätter der Bäume raschelten in der Brise.
Winnie blinzelte im grellen Licht des strahlend blauen Himmels. Die abblätternde Farbe der Eingangstür hatte beinahe den gleichen Farbton. Hier lässt es sich aushalten, dachte sie und lächelte, als sie in der kalten Luft eine Gänsehaut bekam.
Winnie wandte sich wieder ihrem Auto zu, um ein langärmeliges Hemd vom Vordersitz zu zerren, als ein weißer Toyota Highlander knirschend neben ihr zum Stehen kam. Die Maklerin, dachte sie.
Einen Augenblick später wurde ihre Vermutung bestätigt, als eine hochschwangere, hübsche Frau mit dunklem Haar vorsichtig aus dem Auto stieg und ihr zurief: „Sie sind bestimmt Winnie! Ich bin Tess Montoya, wir haben miteinander telefoniert."
Sie öffnete die Rücksitztür, um einen kleinen Jungen im Kindergartenalter aussteigen zu lassen. „Ich habe Sie ja vor zu großen Erwartungen gewarnt!"
„Soll das ein Witz sein?" Winnie schlüpfte in ihr Hemd und lächelte dem entzückenden kleinen Jungen zu, der sich schüchtern am langen Rock seiner Mutter festklammerte. Dann drehte sie sich um und betrachtete eingehend die dunkelrosa blühenden Cosmeen auf beiden Seiten der Tür, das Paar kleine Fenster – mit blau gestrichenen Fensterrahmen, von denen ebenfalls die Farbe abblätterte …
„Ich bin jetzt schon ganz verliebt in das Haus!", behauptete sie, nahm ihren Dufflebag und ihren Schlafsack und folgte der gesprächigen Maklerin ins Haus.
„Leider sind die elektrischen Leitungen und die Wasserleitungen manchmal unzuverlässig", sagte Tess und rieb sich den Bauch.
Winnie wandte den Blick ab.
„Aber meine Tante – sie ist die Haushälterin des Eigentümers – hat hier eine Weile gewohnt. Daher weiß ich, dass es durchaus bewohnbar ist. Wenigstens für eine Woche! Wobei ich immer noch nicht begreifen kann, warum Sie in Tierra Rosa bleiben wollen. Also, wenn Sie Taos oder Santa Fe gesagt hätten …"
„Das ist toll. Ehrlich", sagte Winnie und ließ ihr Gepäck auf den Boden fallen. Die Holzbohlen waren nicht gewachst und wiesen zahlreiche Schrammen auf. Langsam gewöhnten sich Winnies Augen an das milchige Licht im Inneren.
Sie sah sich um und registrierte rau verputzte, schmucklose weiße Wände, einen bienenkorbförmigen Kiva-Kamin, ein abgenutztes Ledersofa mit passendem Sessel im spanischen Missionsstil, einen überdimensionalen Schaukelstuhl und ein Doppelbett mit einem Kopfende aus Baumstämmen.
Die „Küche" bestand aus einer alten Anrichte zwischen einem Ausguss voller Rostflecken und einem uralten Gasherd sowie einem ramponierten, weiß lasierten Tisch mit zwei Stühlen, die nicht zusammenpassten. Eine niedrige Tür führte in ein winziges Badezimmer mit einer antiken Wanne mit Vogelfüßen, die offenbar nachträglich eingebaut worden war.
Aber alles war blitzblank; weiche Handtücher hingen von schwarzen Eisenringen, und auf dem Waschbeckenrand lag ein neues Stück Seife für sie bereit. Und die dicke Decke mit den flauschigen Kissen auf dem Bett schienen nur darauf zu warten, ausprobiert zu werden. „Ich finde es … gemütlich", sagte Winnie, und Tess lachte.
„Das ist eine freundliche Beschreibung. Es tut mir wirklich leid, aber ich muss los. Ich habe noch tausend Sachen zu erledigen. Hier haben Sie für alle Fälle meine Karte", sagte Tess und legte ihre Visitenkarte auf den Tisch.
Dann schlurfte sie mit ihrem Babybauch mühsam zur offenen Haustür, durch die Kinderlachen hereindrang. „Rufen Sie mich an, wenn Sie etwas brauchen. Oder meine Tante, die wohnt gleich da oben auf dem Berg. Ich habe ihre Nummer auch aufgeschrieben … oh! Miguel! Nein, lass den Wauwau in Ruhe!"
„Das ist wahrscheinlich eher umgekehrt", sagte Winnie lachend und rief Annabelle zurück.
„Ich denke immer wieder darüber nach, ihm einen Hund zu schenken. Aber sein Vater ist momentan nicht hier, und in diesen Tagen kommt das Baby … Tess seufzte. „Jedenfalls … genießen Sie Ihren Aufenthalt. Ich habe mich gefreut, Sie kennenzulernen!
Winnie sah dem SUV nach, wie es die ungeteerte Straße entlangrumpelte. Dann ging sie wieder ins Haus.
Prompt sprang Annabelle aufs Bett, drehte sich dreimal um sich selbst und ließ sich fallen.
Winnie zog die Hintertür auf und trat auf die kleine Lichtung hinaus, die hier in den Wald geschlagen war. Die Brise spielte mit ihren losen Haarsträhnen. Ein schriller Vogelruf ließ sie gerade noch rechtzeitig aufschauen, um einen Blick auf blaue Flügel zu erhaschen.
Sie schloss genießerisch die Augen und lächelte. Auch wenn ihr Plan nicht aufgehen sollte, nach dem letzten Jahr – nach den letzten Jahren – gab es Schlimmeres, als eine Woche in diesem Paradies zu verbringen.
Doch als sie die Augen öffnete und die frischen Reifenspuren eines Fahrrads bemerkte, die zu einem Pfad führten, der zwischen den Bäumen verschwand, verflüchtigte sich ihr Lächeln. Stirnrunzelnd drehte sie sich um und betrachtete die Spuren, die kurz vor dem Haus endeten.
Hinter ihr im Wald knackte etwas.
Winnie fuhr herum. Die Nackenhaare standen ihr zu Berge. Doch dann war ihre Angst zumindest für den Augenblick vergessen, als Annabelle auf einer begeisterten Verfolgungsjagd im Unterholz verschwand …
Sein Atem ging stoßweise, ärgerlich keuchend. Fest umklammerte der kleine Junge die Griffe seines Fahrrads. Durch die Bäume hindurch beobachtete er die Frau und ihren Hund. Heißer Zorn explodierte in seiner Brust. Bleib bloß von meinem Haus weg!, wollte er rufen, aber der Schrei blieb ihm im Halse stecken.
„Robbie! Rob-bie!"
Robbie drehte den Kopf nach Floritas Stimme um. Wenn er nicht bald wieder zurückkam, würde sie sich ängstigen und seinem Dad Bescheid sagen, und dann würde sein Dad sich auch Sorgen machen. Und das wäre total doof. Nach einem letzten Blick auf die Frau drehte er um und trat so schnell in die Pedale, wie er konnte, um heimzufahren.
Die Hühner stoben in Panik auseinander und gackerten sich die Seele aus dem Hals, als er quer durch den Hof raste, sein Rad fallen ließ und nach hinten rannte.
„Wo bist du gewesen?", fragte Florita, als er die sonnige Küche betrat.
„Rumfahren, einfach nur so, sagte Robbie keuchend. Er ging zum Kühlschrank, um sich eine Flasche Saft zu nehmen. Dabei konnte er spüren, wie Florita ihn von hinten mit ihren dunklen Augen ansah, fast als ob sie durch ihn hindurchschauen konnte. Er mochte Flo echt gerne. Aber auch wenn sie noch so nett war, sie war eben nicht seine Mom. Auf einmal hatte er einen Kloß im Hals. Dann merkte er, dass Flo gerade etwas zu ihm gesagt hatte. „Hm?
Flo verdrehte die Augen. „Solltest du irgendwann mal die Ohren aufsperren und gleich hören, was ich sage, falle ich vor Schreck tot um. Ich habe gesagt, dass dein Vater runter zu Garcia’s fährt, und dich gefragt, ob du mit willst."
„Nein, ist schon okay", sagte Robbie.
Flo warf ihm wieder so einen Blick zu. So einen Blick, der ihm sagen sollte, dass sie ihn verstand.
Seit seine Mom tot war, verbrachte sein Dad immer mehr Zeit im Studio beim Malen und immer weniger Zeit mit ihm. Jedenfalls nicht so wie früher. Flo sagte, dass sein Dad nur versuchte, mit seinen Gefühlen fertigzuwerden, weil seine Mom gestorben war. Das machte Robbie ein bisschen wütend. Er vermisste seine Mom doch auch. Sehr sogar. Und es tat weh, dass er nicht mit seinem Dad darüber sprechen konnte. Denn immer, wenn er das versuchte, wurde sein Dad ganz trübselig. Und das machte alles nur noch schlimmer.
Irgendwann hatte Robbie die Flinte ins Korn geworfen. Es hatte ja doch keinen Sinn, oder?
„Du darfst nicht aufgeben", sagte Flo sanft.
Wenn er nicht ging, würde sie ihn nur weiter nerven. Daher trank er den Saft aus und schleppte sich die Treppe zu Dads Studio hinauf.
Als er sein Ziel erreicht hatte, musste er blinzeln, um sich an das helle Licht zu gewöhnen. Mit den vielen Fenstern an der Decke hatte man fast das Gefühl, draußen zu sein. Vor allem, weil die Wände so hoch waren. Robbie mochte den Geruch hier. Ölfarbe und Holz und das Zeug, das sein Dad benutzte, um Leinwände weiß zu grundieren, ehe er sie bemalte.
Die Jeans von seinem Dad und sein langärmeliges T-Shirt waren über und über
