Das Kind aus der Fremde: Kinderärztin Dr. Martens Classic 29 – Arztroman
Von Britta Frey
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Über dieses E-Book
Kinderärztin Dr. Martens ist eine weibliche Identifikationsfigur von Format. Sie ist ein einzigartiger, ein unbestechlicher Charakter – und sie verfügt über einen liebenswerten Charme.
Alle Leserinnen von Arztromanen und Familienromanen sind begeistert!
Hanna Martens lächelte Dr. Frerichs zu, als er sich erhoben hatte und nun sagte: »Wenn es Ihnen recht ist, gehe ich schon mal zur Station und bereite alles vor. Sie brauchen dann nur noch die Fäden zu ziehen.« »Ich bin ganz sicher, daß Sie es ebensogut könnten wie ich«, warf Hanna ein und hatte das Gefühl, sich verteidigen zu müssen, obwohl niemand sie angeklagt hatte. Aber der junge Arzt lachte sie nur fröhlich an. »Ist schon gut, Chefin. Sie brauchen sich nicht für etwas zu entschuldigen, für das Sie nicht können, was aber trotzdem ungeheuer vorteilhaft ist. Die Kinder mögen Sie nicht nur, sie lieben Sie. Bei Ihnen tut alles nur halb so weh wie bei uns anderen, obwohl wir uns, weiß der Himmel, alle Mühe geben, nach Möglichkeit Schmerzen zu vermeiden. Ihnen gelingt alles, was bei uns nur ein Versuch bleiben muß. Und deshalb macht es mir auch absolut nichts aus, nachher, wenn Sie bei dem kleinen Jan die Fäden ziehen, Assistent zu sein.« Frerichs hob die Hand, winkte Hanna noch einmal zu, nickte Kay, der lächelnd hinter seinem Schreibtisch saß, fröhlich zu und verschwand aus seinem Sprechzimmer, um zur Station zu gehen. Hanna, die ihrem jungen Kollegen gedankenvoll nachgesehen hatte, wandte sich nun ihrem Bruder zu und wollte gerade eben etwas sagen, als das Telefon auf dem Schreibtisch schrillte. Kay langte nach dem Hörer und meldete sich. Sein Gesicht wurde ein wenig ratlos, als er wiederholte: »Aus Berlin? Und die Dame hat ihren Namen nicht nennen wollen? Na schön, Martin, stellen Sie durch. Ich werde den Namen der Dame schon erfahren.« Während Kay wartete, sah er Hanna an, hob ratlos die Schultern und schien dann völlig zu versteinern, als er in den Hörer lauschte.
Andere Titel in Das Kind aus der Fremde Reihe ( 23 )
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Buchvorschau
Das Kind aus der Fremde - Britta Frey
Kinderärztin Dr. Martens Classic
– 29 –
Das Kind aus der Fremde
Simon braucht dringend ärztliche Hilfe
Britta Frey
Hanna Martens lächelte Dr. Frerichs zu, als er sich erhoben hatte und nun sagte: »Wenn es Ihnen recht ist, gehe ich schon mal zur Station und bereite alles vor. Sie brauchen dann nur noch die Fäden zu ziehen.«
»Ich bin ganz sicher, daß Sie es ebensogut könnten wie ich«, warf Hanna ein und hatte das Gefühl, sich verteidigen zu müssen, obwohl niemand sie angeklagt hatte. Aber der junge Arzt lachte sie nur fröhlich an.
»Ist schon gut, Chefin. Sie brauchen sich nicht für etwas zu entschuldigen, für das Sie nicht können, was aber trotzdem ungeheuer vorteilhaft ist. Die Kinder mögen Sie nicht nur, sie lieben Sie. Bei Ihnen tut alles nur halb so weh wie bei uns anderen, obwohl wir uns, weiß der Himmel, alle Mühe geben, nach Möglichkeit Schmerzen zu vermeiden. Ihnen gelingt alles, was bei uns nur ein Versuch bleiben muß. Und deshalb macht es mir auch absolut nichts aus, nachher, wenn Sie bei dem kleinen Jan die Fäden ziehen, Assistent zu sein.«
Frerichs hob die Hand, winkte Hanna noch einmal zu, nickte Kay, der lächelnd hinter seinem Schreibtisch saß, fröhlich zu und verschwand aus seinem Sprechzimmer, um zur Station zu gehen.
Hanna, die ihrem jungen Kollegen gedankenvoll nachgesehen hatte, wandte sich nun ihrem Bruder zu und wollte gerade eben etwas sagen, als das Telefon auf dem Schreibtisch schrillte. Kay langte nach dem Hörer und meldete sich. Sein Gesicht wurde ein wenig ratlos, als er wiederholte: »Aus Berlin? Und die Dame hat ihren Namen nicht nennen wollen? Na schön, Martin, stellen Sie durch. Ich werde den Namen der Dame schon erfahren.« Während Kay wartete, sah er Hanna an, hob ratlos die Schultern und schien dann völlig zu versteinern, als er in den Hörer lauschte. Hanna stand auf und beugte sich besorgt über den Schreibtisch zu ihrem Bruder, sah ihn erschreckt an und fragte sich, wer um alles in der Welt am anderen Ende der Leitung sein konnte.
Das Gesicht ihres Bruders war zuerst kreidebleich geworden, so, als sei plötzlich alles Blut zum Herzen geströmt. Und nun stieg eine erregte Röte in sein Gesicht, er griff sich unwillkürlich an den Hals, als wäre ihm der Kragen seines weißen Hemdes zu eng.
»Das nenne ich wirklich eine gelungene Überraschung«, sagte er endlich, und Hanna bewunderte ihn, weil er trotz der offensichtlich starken Erregung noch so gelassen wirken konnte. Er lauschte wieder und lachte dann kurz auf. »Natürlich kannst du kommen. Ich würde mich freuen, dich wiederzusehen. Immerhin sind es schon fast acht Jahre her – oder noch länger? – daß wir voneinander gehört haben.« Wieder eine Pause. »Aber ja. In Ögela gibt es bestimmt eine Unterkunft für dich. Ja, wenn du willst, sorge ich dafür. Aber wieso brauchst du drei Zimmer? Hast du eine so große Familie?« Pause. »Ist gut. Ich werde es veranlassen. Wir erwarten also dann dich und deinen Sohn übermorgen in der Klinik. – Ich freue mich, dich nach so langer Zeit wiederzusehen.«
Hanna stand immer noch vor dem Schreibtisch und beobachtete ihren Bruder. Sie sah, daß er den Hörer beinahe liebevoll auf die Gabel zurücklegte. Er schien weit fort zu sein mit seinen Gedanken. Sie wollte etwas sagen, damit er wieder in die Realität zurückfand, aber es fehlten ihr die Worte. Es wurde nur ein kleines Räuspern daraus.
Und doch zuckte Kay Martens zusammen und sah seine Schwester aus leeren Augen an, in die nur allmählich und, wie es den Anschein hatte, auch widerwillig Klarheit trat.
»Ich wette, du errätst nie, wer da am Telefon war, Hanna«, sagte er mit einer Stimme, die Hanna immer noch verändert vorkommen wollte. Sie brachte ein einigermaßen unbefangenes Lächeln zustande und räusperte sich noch einmal, bevor sie erwiderte: »Die Wette hast du schon so gut wie gewonnen. Ich wette aber dagegen, daß du mir jetzt erzählst, wer es war, der dich so durcheinandergebracht hat.«
»Hat man mir das etwa angehört?« wollte er hastig wissen, und Hanna erkannte, daß er verlegen war. Unentschlossen schüttelte sie den Kopf.
»Du weißt, daß ich dich immer schon wegen deiner Beherrschung bewundert habe, mein lieber Kay. Also? Wer hat dich eben angerufen und diesen Gefühlsaufruhr bei dir ausgelöst?«
»Niemand anders als die schöne Susanne Albers.«
Hanna Martens ließ sich auf ihren Stuhl zurücksinken und sah ihren Bruder wie erstarrt an. Kay lachte leise und amüsiert und fragte: »Hat es dir also auch die Sprache verschlagen, Schwesterherz? Dann geht es dir nicht anders als mir vorhin. Susanne Albers ist in Berlin und möchte unsere Hilfe als Ärzte. Für ihren kleinen Sohn.«
»Und sie braucht drei Zimmer? Kommt sie mit ihrem Mann oder hat sie…«, stieß Hanna hervor, wurde aber von Kay unterbrochen.
»Wirklich, Hanna, ich weiß nicht mehr als du auch. Immerhin habe ich Susanne vor acht Jahren oder so zum letzten Mal gesehen.«
»Niemand ist darüber erleichterter gewesen als ich«, stieß Hanna nun erbittert hervor und setzte noch hinzu: »Ich weiß durchaus noch, wie sehr sie dir zugesetzt hat. Ich habe selbst darunter gelitten, mit ansehen zu müssen, wie verletzt du warst und wie sehr du um sie gekämpft hast. Soll das alles wieder von vorn beginnen? Warum kommt sie ausgerechnet zu dir? Sie soll dich in Ruhe lassen und nicht wieder versuchen, alles durcheinanderzubringen.«
Kay lachte, aber Hanna spürte, daß es ein gepreßtes, gezwungenes Lachen war.
»Sei nicht kindisch, Hanna. Du solltest wirklich wissen, daß man mich nicht so leicht aus der Ruhe bringen kann.«
»Niemand würde das mehr begrüßen als ich«, murmelte Hanna bedrückt. »Aber ich weiß noch, welch geradezu teuflische Macht sie damals über dich hatte – und wie schrecklich es für dich war, als sie dann einfach Knall auf Fall eure leidenschaftliche Beziehung abbrach, weil jemand ihr ein besseres Angebot gemacht hatte.«
Kay schwieg einen Moment und sah gedankenverloren vor sich auf den Schreibtisch. Dann aber hob er den Kopf und sah Hanna ernsthaft an.
»Ja, ich habe gelitten damals, Hanna. Wozu sollte ich das leugnen? Immerhin war Susanne Albers meine ganz, ganz große Liebe. Und ich war wie gelähmt, als ich erfahren mußte, daß sie das Angebot, das sie bekommen hatte, annahm, ohne vorher mit mir darüber zu reden.«
»Bei dir war es ein geradezu klassischer Fall. Jedermann wußte es, aber du erfuhrst es als letzter. Nicht zuletzt deswegen, weil du dich standhaft weigertest, mit jemandem über Susanne Albers zu sprechen, der sie nicht durch eine rosarote Brille betrachtete, sondern ganz sachlich, der herausgefunden hatte, wie sie wirklich war.«
»Ich konnte nicht einmal mit dir über sie sprechen, weil ich wußte, daß du sie von Anfang an nicht mochtest.«
»Weil ich sie von Anfang an durchschaut hatte, Kay, deswegen habe ich sie abgelehnt. Es war schrecklich für mich, erleben zu müssen, wie sehr sie dich in ihren Bann zog. Ja, sie hat dich verändert. Nachdem ihr euch endlich getrennt hattet, wurdest du wieder einigermaßen normal. Ich war sehr froh darüber.«
»Man sagt nicht von ungefähr, daß der Mensch durch Leid und Enttäuschungen reifer wird«, warf er ein.
Sie nickte und erhob sich abermals.
»Ich möchte sie am liebsten gar nicht sehen«, sagte sie aus tiefster Seele. »Ich habe noch nicht vergessen, was sie dir angetan hat. Susanne Albers ist immer schon ein sehr oberflächlicher Mensch gewesen. Sie ist gar nicht fähig, jemanden zu lieben. Außer sich selbst natürlich. So ist es, wenn du sie nüchtern betrachtest. Susanne Albers liebt Susanne Albers. Und damit ist ihre Liebesfähigkeit auch schon erschöpft.«
»Nicht nur ich hatte acht Jahre lang Zeit, reifer und erwachsener zu werden, Hanna. Susanne ebenfalls«, sagte er ruhig.
Hanna sagte nichts mehr dazu. Sie wußte, daß Kay Susanne Albers verteidigen würde. Und sie ahnte, daß es gar nicht so leicht für ihn sein würde, zu erkennen, daß sie nichts weiter als eine zwar sehr schöne, aber dennoch leere Schale war.
*
Kay Martens war keineswegs so gelassen, wie er es seine Schwester glauben machen wollte.
Hanna und Susanne hatten sich nie verstanden. Von Anfang an nicht. Sie waren sozusagen immer auf Distanz geblieben. Einmal, so konnte Kay sich noch genau erinnern, hatte er Hanna gefragt, was sie denn eigentlich gegen Susanne hatte.
Kay würde den Blick, den seine Schwester ihm zugeworfen hatte, nie vergessen. Erstaunen und Überraschung hatten darin gelegen, so, als fragte sich Hanna, wieso man ihr überhaupt eine derartige Frage stellen konnte.
»Willst du wirklich meine ehrliche Meinung wissen, großer Bruder?«
»Würde ich dich sonst
