Ihr fliegen die Herzen der Kleinen zu: Kinderärztin Dr. Martens Classic 60 – Arztroman
Von Britta Frey
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Über dieses E-Book
Kinderärztin Dr. Martens ist eine weibliche Identifikationsfigur von Format. Sie ist ein einzigartiger, ein unbestechlicher Charakter – und sie verfügt über einen liebenswerten Charme.
Alle Leserinnen von Arztromanen und Familienromanen sind begeistert!
Jens Butenbrink würde es vor anderen nie zugeben – aber er war immer noch bis über beide Ohren verliebt in Heide, die er vor einem Jahr geheiratet hatte. Er hatte nicht nur Heide geheiratet, sondern mit ihr auch ihre kleine Tochter aus erster Ehe, die kleine Silke, die sich kaum an ihren richtigen Vater erinnern konnte, weil er viel zu früh gestorben war. Silke war nun acht Jahre alt und Butenbrinks ganzer Stolz. Er hätte sie nicht inniger und zärtlicher lieben können, wenn sie seine leibliche Tochter gewesen wäre. Aber sie war ein Teil von Heide und er liebte alles, was auch nur in lockerem Zusammenhang mit seiner Heide stand. Er betrachtete Silke als so zu sich gehörig, wie er es als leiblicher Vater nicht mehr hätte tun können. Der Kommissar und Silke hatten ein fabelhaftes Verhältnis zueinander. Mit einem Wort gesagt – sie hingen aneinander wie die Kletten, wie Heide oft lachend und glücklich behauptete. Ihrer Ansicht nach hätte es auch ganz anders sein können. Aber Jens und Silke waren so aufeinander eingeschworen, daß kein Mensch es glauben mochte, wenn er erfuhr, daß Jens Butenbrink nicht der wirkliche Vater seiner kleinen Tochter war. Er kam gar nicht auf den Gedanken, es könnte ihm etwas fehlen, weil er bisher noch kein gemeinsames Kind mit seiner Heide hatte. Deshalb war er auch um so überraschter, als sie ihn eines Tages, als er gerade dienstfrei hatte und Silke bei einer Freundin zu Besuch war, voller Liebe und Zärtlichkeit anschaute und spitzbübisch fragte: »Fehlt dir eigentlich gar nichts mehr zum richtigen Glücklichsein, Jens?« »Nein«, sagte er, entschieden etwas erstaunt, »gar nichts, Liebling. Du bist bei mir, wir haben in Silke eine gute Tochter, wie wir sie uns nicht besser wünschen könnten, und…« »Na, überleg doch mal!« sagte Heide versonnen, nahm spielerisch seine Hand in die ihre und schmiegte ihre Wange hinein. Jens mochte das sehr, denn er fand, damit zeigte sie ihm, wie sehr sie ihn liebte und brauchte. Genau so, wie er sie liebte und brauchte. Manchmal war ihm, als hätte er gar nicht richtig gelebt, bevor sie einander geheiratet hatten.
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Buchvorschau
Ihr fliegen die Herzen der Kleinen zu - Britta Frey
Kinderärztin Dr. Martens Classic
– 60 –
Ihr fliegen die Herzen der Kleinen zu
Britta Frey
Jens Butenbrink würde es vor anderen nie zugeben – aber er war immer noch bis über beide Ohren verliebt in Heide, die er vor einem Jahr geheiratet hatte. Er hatte nicht nur Heide geheiratet, sondern mit ihr auch ihre kleine Tochter aus erster Ehe, die kleine Silke, die sich kaum an ihren richtigen Vater erinnern konnte, weil er viel zu früh gestorben war. Silke war nun acht Jahre alt und Butenbrinks ganzer Stolz. Er hätte sie nicht inniger und zärtlicher lieben können, wenn sie seine leibliche Tochter gewesen wäre.
Aber sie war ein Teil von Heide und er liebte alles, was auch nur in lockerem Zusammenhang mit seiner Heide stand. Er betrachtete Silke als so zu sich gehörig, wie er es als leiblicher Vater nicht mehr hätte tun können.
Der Kommissar und Silke hatten ein fabelhaftes Verhältnis zueinander. Mit einem Wort gesagt – sie hingen aneinander wie die Kletten, wie Heide oft lachend und glücklich behauptete. Ihrer Ansicht nach hätte es auch ganz anders sein können. Man hatte da schon die tollsten Sachen gehört…
Aber Jens und Silke waren so aufeinander eingeschworen, daß kein Mensch es glauben mochte, wenn er erfuhr, daß Jens Butenbrink nicht der wirkliche Vater seiner kleinen Tochter war.
Er kam gar nicht auf den Gedanken, es könnte ihm etwas fehlen, weil er bisher noch kein gemeinsames Kind mit seiner Heide hatte. Deshalb war er auch um so überraschter, als sie ihn eines Tages, als er gerade dienstfrei hatte und Silke bei einer Freundin zu Besuch war, voller Liebe und Zärtlichkeit anschaute und spitzbübisch fragte: »Fehlt dir eigentlich gar nichts mehr zum richtigen Glücklichsein, Jens?«
»Nein«, sagte er, entschieden etwas erstaunt, »gar nichts, Liebling. Du bist bei mir, wir haben in Silke eine gute Tochter, wie wir sie uns nicht besser wünschen könnten, und…«
»Na, überleg doch mal!« sagte Heide versonnen, nahm spielerisch seine Hand in die ihre und schmiegte ihre Wange hinein. Jens mochte das sehr, denn er fand, damit zeigte sie ihm, wie sehr sie ihn liebte und brauchte. Genau so, wie er sie liebte und brauchte. Manchmal war ihm, als hätte er gar nicht richtig gelebt, bevor sie einander geheiratet hatten. Jedenfalls erschien ihm im nachhinein das Leben noch besonders leer und öde gewesen zu sein – ohne Heide und Silke.
»Am besten, du hilfst mir auf die Sprünge«, sagte er und küßte sie zärtlich. »Wenn man mich fragen würde, was ich mir wünschte, müßte ich nämlich eingestehen, daß ich wunschlos glücklich bin.«
»Ehrlich – ganz wunschlos glücklich, Jens? Ich meine – fehlt dir nicht noch so etwas… so etwas wie vielleicht das berühmte Tüpfelchen auf dem i?« bohrte Heide mit seltener Hartnäckigkeit weiter.
Nun setzte er sich aufrecht hin und hielt sie auf Armeslänge von sich ab. Forschend betrachtete er sie.
»Du willst mir doch anscheinend etwas Bestimmtes sagen, oder? Weißt du nicht, wo und wie du anfangen sollst?« Er betrachtete sie zärtlich. Sie war ein wenig voller geworden – ein ganz, ganz klein wenig nur – aber er fand, das stand ihr ausgezeichnet. Es machte sie in seinen Augen noch begehrenswerter.
»Manchmal sind die klügsten und intelligentesten Männer doch schrecklich begriffsstutzig, mein Lieber«, sagte sie und lächelte dazu auf eine Weise, die ihm fremd an ihr war. Er sah sie stumm an und schüttelte dann den Kopf.
»Tut mir leid«, gab er zu, »ich weiß immer noch nicht, was ich von deinem Verhalten denken soll.«
»Und dabei habe ich nur wissen wollen, ob dir nicht doch noch etwas zum Glück fehlt… ein gemeinsames Kind vielleicht.« Sie schob die Unterlippe ein wenig vor und sah aus wie ein trotziges kleines Mädchen, das sich den Erwachsenen gegenüber auf jeden Fall behaupten will.
Im ersten Augenblick saß der Kommissar ganz still auf seinem Platz auf der breiten, geblümten Couch. Er sog ganz langsam und ganz tief die Luft in sich hinein. Und dann griff er nach ihr, hielt sie bei beiden Schultern fest und sah sie starr an.
»Du willst also damit sagen – du meinst also – ich finde – ach, Heide!« Es wurde ihm gar nicht bewußt, daß er nur noch stammeln konnte. Er hätte nie zu beschreiben vermocht, was sich jetzt in seinem Inneren abspielte.
Ein Kind! Ein gemeinsames Kind. Eines, das ihn und Heide in sich vereinte, eines, das ein hilfloses kleines Wesen war, das er aufwachsen sehen konnte, während er sich immer wieder sagen mußte, daß es sein Kind war, sein Sohn oder seine Tochter. Ein Stück von ihm, das noch da sein würde, wenn er schön längst Vergangenheit war!
Er sah das verdächtige Funkeln in Heides Augen. Und da zog er sie ganz sacht, ganz sanft und behutsam, in die Arme. Lange hielt er sie so fest. Und auch sie rührte sich nicht. Sie begriffen beide, daß dies hier eine Sternstunde in ihrem Leben war, von der sie jeden einzelnen Augenblick auskosten mußten.
Heide rührte sich als erste in seinen Armen und sah zu ihm auf. Sie lächelte, als sie sein andächtiges Gesicht erkannte und strich ihm zärtlich mit der Hand über das dichte Haar.
»O Jens«, flüstere sie, »Jens, ist das nicht das schönste Geschenk, das wir uns vom Leben wünschen können?«
»Bist du ganz sicher, Liebes?« wollte er wissen.
Sie nickte. Plötzlich war sie ganz ruhig. Es war alles gut, es war nicht nur gut, es war einfach wundervoll. Schöner konnte das Leben gar nicht sein: »Ja«, sagte sie leise, als scheute sie sich davor, die herrliche Stimmung durch ein zu lautes Wort zu zerstören, »ja, ich bin ganz sicher. Ich – ich bin sogar in Celle gewesen und habe mich genau untersuchen lassen, obwohl ich auch vor dieser Untersuchung schon meiner Sache ganz sicher gewesen bin. Eine Frau fühlt so etwas, denn sie spürt, daß sich etwas in ihr verändert hat. Genau so war es auch damals bei Silke. Ach, ich hätte die ganze Welt umarmen können, als der Arzt in der Klinik mir bestätigte, daß ich tatsächlich ein Kind erwarte. Ein Kind, Jens. Dein und mein Kind! Ich war außer mir vor Freude und Glück. Aber dann bin ich auch unsicher geworden.«
»Unsicher? Warum? Willst du mir das nicht erklären?« fragte er verständnislos. Er wollte sie so gern verstehen, er wollte ihre geheimsten Gedanken wissen, damit er sie auch mit ihr teilen konnte.
»Ich hatte plötzlich Angst, du könntest das Kind, das doch dein eigenes ist, mehr lieben als Silke. Ich hatte Angst davor, sie könnte es spüren und darunter leiden. Schließlich sind alle beide meine Kinder, mußt du wissen. Und ich habe sie beide gleich lieb.«
»Sag mal – mir traust du wohl nicht zu, daß ich auch beide Kinder gleich lieb haben kann, oder?« fragte er in gespielter Empörung. »Silke trägt meinen Namen. Sie ist mein Kind, ebensogut, wie sie deines ist. Und dieses Kind, das du uns, Silke und mir, bald schenken wirst, wird ebenso geliebt werden wie unsere Silke. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.«
»Ach Jens – es ist ja nicht so, daß ich dir gegenüber mißtrauisch gewesen wäre – aber vielleicht brauchte ich diese Bestätigung ganz einfach. Ich – nun, ich glaube, ich wollte diese Worte von dir hören, ich habe geradezu darauf gewartet, daß du sie auch aussprechen möchtest.«
»Nun, das ist ja jetzt geschehen, und ich hoffe doch sehr, daß du zufrieden bist – oder brauchst du noch weitere Beteuerungen?« Neckend sah er sie an.
Da drückte sie ebenso erleichtert wie zärtlich den Kopf gegen seine breite Brust. Sie sagte nichts, sondern lauschte nur auf den starken, gleichmäßigen Schlag seines Herzens. Und sie wußte, daß jeder Schlag dieses Herzens ihr gehörte. Es war ein herrliches Gefühl. Und es war wirklich eine Sternstunde des Glücks, die sie nie im Leben missen mochte.
»Wann?« fragte Butenbrink endlich leise und drängend. »Ich meine, wann wird das Kind zur Welt kommen?«
»Nun, ein wenig wirst du dich wohl noch gedulden müssen. Wir stehen noch ganz am Anfang, Jens. Ich bin erst im zweiten Monat.«
»Man sagte doch immer, diese Zeit des Wartens ginge schneller vorbei, als man es sich träumen läßt«, murmelte er und küßte sie spielerisch auf die zärtlich schimmernden Augen.
»Ja«, flüsterte sie, während sie seine kleinen Küsse ebenso zärtlich erwiderte. »Ja, das sagt man, aber ich glaube, das sagt man erst, wenn alles vorbei ist. Dann scheint einem hinterher alles viel kürzer gewesen zu sein, als man vorher glaubte.«
»Welchen Rat hat dir der Arzt gegeben? Ich möchte gern wissen, wie wir uns jetzt verhalten müssen.«
»Verhalten?« fragte sie verblüfft und lachte ihn endlich an. »Da gibt es keine besondere Verhaltensweise. Ein Kind zu erwarten ist keine
