Wie Vater und Sohn: Kinderärztin Dr. Martens Classic 43 – Arztroman
Von Britta Frey
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Über dieses E-Book
Kinderärztin Dr. Martens ist eine weibliche Identifikationsfigur von Format. Sie ist ein einzigartiger, ein unbestechlicher Charakter – und sie verfügt über einen liebenswerten Charme.
Alle Leserinnen von Arztromanen und Familienromanen sind begeistert!
Lars Baumann war begraben. Lore und ihr Sohn Karsten hatten, zusammen mit einigen Kollegen ihres Mannes, die gekommen waren, am Grab gestanden. Lore hatte nichts von dem, was der Pfarrer sagte, begriffen. Sie hatte nur an das tote, wächsern wirkende Gesicht ihres Mannes gedacht, der da im Sarg lag. Sie hatte ihn nicht mehr angeschaut, weil sie wußte, daß sein Anblick sie kalt ließ. Er war ihr so fremd, wie er da so ruhig lag. Die Kollegen sahen sie unsicher an. Sie wußten, daß Lore es nicht leicht gehabt hatte mit Lars Baumann. Aber keiner verlor ein Wort darüber. Sie saßen hinterher ein bißchen bedrückt da, als Lore sie zum Kaffee in ein Lokal gebeten hatte. Sie wußten anscheinend nicht, was sie sagen und wie sie sich benehmen sollten. Erst, als Lore Baumann zusammen mit ihrem kleinen Sohn das Lokal verlassen hatte, tauten die Männer auf. »Die Frau kann einem leid tun«, sagte einer. »Man soll Toten ja nichts Schlechtes nachsagen – aber ein Tugendbold ist Lars wirklich nicht gewesen.« »Es heißt, daß er sie sogar geschlagen haben soll!« wußte ein anderer zu berichten. Und der dritte sagte nachdenklich: »Das traute ich ihm unbesehen zu. Er war kein guter Mensch, aber keiner wollte es sich mit ihm verderben. Man hätte sich vielleicht schon viel eher um die Frau kümmern sollen.
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Buchvorschau
Wie Vater und Sohn - Britta Frey
Kinderärztin Dr. Martens Classic
– 43 –
Wie Vater und Sohn
Karsten wurde ein Teil seines Lebens
Britta Frey
Lars Baumann war begraben. Lore und ihr Sohn Karsten hatten, zusammen mit einigen Kollegen ihres Mannes, die gekommen waren, am Grab gestanden. Lore hatte nichts von dem, was der Pfarrer sagte, begriffen. Sie hatte nur an das tote, wächsern wirkende Gesicht ihres Mannes gedacht, der da im Sarg lag. Sie hatte ihn nicht mehr angeschaut, weil sie wußte, daß sein Anblick sie kalt ließ. Er war ihr so fremd, wie er da so ruhig lag.
Die Kollegen sahen sie unsicher an. Sie wußten, daß Lore es nicht leicht gehabt hatte mit Lars Baumann. Aber keiner verlor ein Wort darüber. Sie saßen hinterher ein bißchen bedrückt da, als Lore sie zum Kaffee in ein Lokal gebeten hatte. Sie wußten anscheinend nicht, was sie sagen und wie sie sich benehmen sollten. Erst, als Lore Baumann zusammen mit ihrem kleinen Sohn das Lokal verlassen hatte, tauten die Männer auf.
»Die Frau kann einem leid tun«, sagte einer. »Man soll Toten ja nichts Schlechtes nachsagen – aber ein Tugendbold ist Lars wirklich nicht gewesen.«
»Es heißt, daß er sie sogar geschlagen haben soll!« wußte ein anderer zu berichten. Und der dritte sagte nachdenklich: »Das traute ich ihm unbesehen zu. Er war kein guter Mensch, aber keiner wollte es sich mit ihm verderben. Man hätte sich vielleicht schon viel eher um die Frau kümmern sollen. Na, nun ist es zu spät. Außerdem muß jeder selbst zusehen, wie er im Leben zurechtkommt. Leicht ist es für keinen von uns.«
Sie prosteten sich mit einem Schnaps zu, den sie mit Bier hinabspülten. Lars Baumann war auch auf der Baustelle nicht sonderlich beliebt gewesen. So mancher seiner Kollegen hatte schon seinen sprichwörtlichen Jähzorn zu spüren bekommen.
Unterdessen war Lore mit Karsten heimgegangen. Sie setzte sich in einen Sessel und nahm ihren Jungen auf den Schoß, drückte ihn an sich und sagte leise: »Jetzt sind wir beide ganz allein, Liebling. Ich frage mich, ob wir nicht woanders hinziehen sollen. Irgendwohin, wo es schön ist, wo wir Frieden finden, wo es uns gefällt.«
»Und wo ein See ist, an dem wir Enten füttern können, Mami«, fügte Karsten eifrig hinzu. Lore strich ihm lächelnd das Haar aus der Stirn und nickte ihm zu.
»Ja«, sagte sie dann zustimmend, »und mit einem See, an dem wir Enten füttern können. Ich werde nachdenken, mein Kleiner. Und dann fahren wir los, einfach ins Blaue hinein.«
Das fand das Kind wundervoll. Ungeduldig fragte Karsten: »Wann fahren wir, Mami?«
»Bald, mein Kleiner, ganz bald. Sobald ich diese Wohnung losgeworden bin, mit allen Möbeln, die wir nicht mehr brauchen. Dann kaufen wir uns ein Auto und fahren ab.«
Karsten warf die Arme um den Hals seiner jungen Mutter und seufzte tief auf.
»Ich finde es schön, daß du und ich jetzt allein sind, Mami.«
»Ich auch«, flüsterte Lore. »Ich auch, mein Liebling.«
»Wenn du es schön findest, Mami – warum weinst du denn dann?« fragte Karsten ängstlich und wischte mit der Hand eine Träne aus Lores Gesicht. Sie lächelte ihm zu.
»Ach, ich weiß auch nicht so genau. Vielleicht, weil es mir leid tut, daß Vati nun tot ist. Vielleicht aber auch nur so, ohne zu wissen, warum. Das gibt es manchmal, weißt du? Es ist nichts Schlimmes. Man ist dann einfach nur nervös. Und wenn man ein bißchen weint, geht es einem schon wieder viel besser.«
»Ich bin froh, wenn es dir gutgeht, Mami. Wenn wir miteinander verreisen, geht es uns beiden gut, nicht wahr?«
Ganz fest schloß Lore Baumann ihren kleinen, verständigen Sohn in die Arme und seufzte tief und erleichtert auf.
»Ja, Karsten«, sagte sie, »ja, dann geht es uns beiden gut.«
Hoffentlich, dachte sie bei sich. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, wie es ist, wenn man sagen kann, daß es einem gutgeht.
Lore Baumann ging in den nächsten Tagen und Wochen systematisch an die Arbeit. Sie sprach mit dem Vermieter, versprach, für einen Nachmieter zu sorgen und gab entsprechende Annoncen auf. Der Andrang war so groß, daß Lore kaum zur Ruhe kam. Das Telefon stand niemals still.
Manchmal, wenn sie nahe daran war, die Geduld zu verlieren, sagte sie sich, daß sie dann, wenn alles hinter ihr lag, unabhängig und frei sein würde. Niemand würde ihr mehr Vorschriften machen, niemand würde ihr sagen, was sie tun und lassen sollte. Nur Karsten war da, ihr Lebensinhalt. Das würde er auch immer bleiben, solange sie lebte.
Ein Mann? Niemals kam das mehr für sie in Frage. Lore wußte, daß sie so etwas wie ein gebranntes Kind war. Lars war auch lieb und nett und zärtlich gewesen. Aber später, in der Ehe, da hatte er gezeigt, wie er in Wirklichkeit war. Lore war daran beinahe zerbrochen. Nein, das wollte sie nie, nie wieder erleben müssen!
Endlich fand sie ein junges Ehepaar, das ihr auf Anhieb sympathisch war. Es ging alles wie geschmiert. Die jungen Leute waren froh, die Wohnungseinrichtung übernehmen zu können. Zwar würden ihre sämtlichen Ersparnisse draufgehen – dafür hatten sie dann aber auch eine komplette Wohnungseinrichtung, die ihnen dazu auch noch ausnehmend gut gefiel.
Man wurde sich schnell über den Preis einig. Der Vermieter war ebenfalls mit den neuen Nachmietern einverstanden. Lore konnte darangehen, sich nach einer anderen Bleibe umzusehen.
Es war herrlich, durch die einschlägigen Geschäfte zu streifen, um sich ein wirklich gutes gebrauchtes Auto zu kaufen. Lore hätte sich vom Erlös ihrer Wohnungseinrichtung gut und gern ein neues Auto leisten können aber dieser Gedanke kam gar nicht erst in ihr auf. Während der Ehe mit Lars hatte sie nie einen Notgroschen beiseite legen können. Von nun an würde sie dafür sorgen, daß sie, wenn auch nicht viel, so doch aber immerhin etwas, auf der hohen Kante hatte.
Die Rente, die sie von Lars bekam, konnte sie beinahe vergessen, weil sie viel zu niedrig war, als daß sie und Karsten davon hätten leben können. Lore würde sich eine Arbeit suchen müssen, bei der Karsten nicht zu kurz kommen würde. Das war schwer, das wußte sie, aber sie war guten Mutes. Irgend etwas würde sich schon finden. Man mußte nur fleißig suchen und wohl auch etwas Geduld haben.
Die Koffer waren endlich gepackt. Es waren nicht viele, denn Lore und Karsten waren nicht sehr verwöhnt. Sie hatten ordentliche Sachen, aber eben nicht sonderlich viele. Lore hatte eigentlich immer waschen müssen, um alles sauber und ordentlich zu haben.
Sie nahm Karsten mit, als sie sich das Auto, für das sie sich entschieden hatte, abholen konnte. Es war zugelassen und vollgetankt, so, wie sie es gewünscht hatte. Sie und Karsten, der begeistert war, brauchten nur noch einzusteigen und loszufahren.
Zehn Minuten später saß Karsten stolz hinten, war angeschnallt und verfolgte mit Argusaugen alles, was seine Mami jetzt tat. Wenn er groß war, würde er auch lernen, wie man mit dem Auto fahren mußte. Und dann würde er fahren, und Mami würde neben ihm sitzen und sagen, daß er das alles prima machte.
»Wann fahren wir denn los, Mami?« wollte Karsten wissen, als Lore das Auto in der Tiefgarage abgestellt und abgeschlossen hatte.
»Morgen, mein Kleiner. Morgen fahren wir los, irgendwohin, direkt hinein in ein neues Leben«, sagte Lore mit glänzenden Augen.
Hier hält mich nichts fest, sagte sie sich wenig später, als sie zu ihrer Wohnung emporstieg. Aber vielleicht werden Karsten und ich nette Menschen kennenlernen, wenn wir unterwegs sind. Und da, wo es uns am besten gefällt, da bleiben wir dann!
Lore Baumann spürte plötzlich so etwas wie Unternehmungslust und Vorfreude auf das neue Leben, das sie sich noch gar nicht richtig vorstellen konnte.
*
Es war alles geregelt. Die Koffer mit ihren persönlichen Habseligkeiten hatte Lore im Auto verstaut. Die Schlüssel hatte sie zusammen mit Karsten zum Nachmieter gebracht, der schon in wenigen Tagen einziehen wollte. Und nun strahlte sie ihren kleinen Sohn an.
»Es kann losgehen«, sagte sie fröhlich. »Jetzt fahren wir ab und halten erst wieder an, wenn wir Hunger haben.«
Das Kind nickte begeistert. Karsten hatte schon bemerkt, daß seine Mami ganz anders, viel fröhlicher und gelöster als sonst war. Das machte auch ihn zufrieden. So wie jetzt, fand er, könnte Mami eigentlich ruhig bleiben. Da fühlte er sich ihr ganz besonders nahe und verbunden.
Sie fuhren bis gegen Mittag. Da waren sie schon beinahe bis Hannover gekommen. Und immer noch konnte sich Lore nicht entscheiden, wohin sie nun wirklich fahren wollten. Sie machten Rast in einem Restaurant an der Autobahn. Karsten sah begeistert
