Rettung in letzter Minute: Kinderärztin Dr. Martens Classic 47 – Arztroman
Von Britta Frey
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Über dieses E-Book
Kinderärztin Dr. Martens ist eine weibliche Identifikationsfigur von Format. Sie ist ein einzigartiger, ein unbestechlicher Charakter – und sie verfügt über einen liebenswerten Charme.
Alle Leserinnen von Arztromanen und Familienromanen sind begeistert!
Birgit war zum erstenmal in Oldenburg, und die Stadt war gerade so, wie sie sie sich vorgestellt hatte: Sauber, gepflegt, über allem schwebte der Hauch von Nostalgie, der die Stadt in ihren Augen so sympathisch wirken ließ. Birgit war auf jeden Fall ganz sicher, daß sie sich hier wohl fühlen würde. Es war ihre erste Anstellung als Junglehrerin, nachdem sie ihre Ausbildung beendet hatte. Sie war ordentlich stolz gewesen, daß es so schnell geklappt hatte, wo doch andere Junglehrer manchmal ganz schön lange warten mußten, bis sie eine Anstellung fanden. Und dann waren sie meistens auch gar nicht so glücklich. Fast jeder wußte, daß man Junglehrer überall hinschicken konnte, sogar dahin, wo sich die Füchse und Hasen gute Nacht sagen. Schon allein deswegen betrachtete Birgit es als reinen Glücksfall, daß es sie ausgerechnet in das hübsche Oldenburg verschlagen hatte. Das Wochenende stand ihr noch zur Verfügung, aber am Montag mußte sie ihre Anstellung antreten. Sie wünschte sich nur von ganzem Herzen, daß sie nette Kollegen hatte, die ihr den Eintritt ins Berufsleben nicht noch erschwerten. So etwas gab's nämlich auch, und gar nicht mal so selten. Natürlich hatte Birgit so schnell noch keine Wohnung gefunden. Das wäre auch ein Wunder gewesen. Sie hatte sich in einer hübschen, gemütlichen Familienpension eingemietet, damit sie sich in aller Ruhe nach einer passenden Kleinwohnung umschauen konnte. Dazu hatte sie immer noch Zeit. Hauptsache war, daß sie eine Anstellung bekommen hatte. Das machte sie irgendwie frei und unabhängig. Unabhängig von den Wünschen ihrer alten Tante Martha, die manchmal, wie Birgit fand, ziemlich rücksichtslos sein konnte. Die alte Dame war das, was man unter einer alten Jungfer verstand. Sie war nie verheiratet gewesen und betrachtete Frauen, die Rücksicht auf einen Mann nehmen mußten, eigentlich ein bißchen von oben herab. »Heirate, und du hast kein eigenes Leben mehr.«
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Rettung in letzter Minute - Britta Frey
Kinderärztin Dr. Martens Classic
– 47 –
Rettung in letzter Minute
Britta Frey
Birgit war zum erstenmal in Oldenburg, und die Stadt war gerade so, wie sie sie sich vorgestellt hatte: Sauber, gepflegt, über allem schwebte der Hauch von Nostalgie, der die Stadt in ihren Augen so sympathisch wirken ließ. Birgit war auf jeden Fall ganz sicher, daß sie sich hier wohl fühlen würde.
Es war ihre erste Anstellung als Junglehrerin, nachdem sie ihre Ausbildung beendet hatte. Sie war ordentlich stolz gewesen, daß es so schnell geklappt hatte, wo doch andere Junglehrer manchmal ganz schön lange warten mußten, bis sie eine Anstellung fanden. Und dann waren sie meistens auch gar nicht so glücklich. Fast jeder wußte, daß man Junglehrer überall hinschicken konnte, sogar dahin, wo sich die Füchse und Hasen gute Nacht sagen. Schon allein deswegen betrachtete Birgit es als reinen Glücksfall, daß es sie ausgerechnet in das hübsche Oldenburg verschlagen hatte.
Das Wochenende stand ihr noch zur Verfügung, aber am Montag mußte sie ihre Anstellung antreten.
Sie wünschte sich nur von ganzem Herzen, daß sie nette Kollegen hatte, die ihr den Eintritt ins Berufsleben nicht noch erschwerten. So etwas gab’s nämlich auch, und gar nicht mal so selten.
Natürlich hatte Birgit so schnell noch keine Wohnung gefunden. Das wäre auch ein Wunder gewesen. Sie hatte sich in einer hübschen, gemütlichen Familienpension eingemietet, damit sie sich in aller Ruhe nach einer passenden Kleinwohnung umschauen konnte. Dazu hatte sie immer noch Zeit. Hauptsache war, daß sie eine Anstellung bekommen hatte. Das machte sie irgendwie frei und unabhängig. Unabhängig von den Wünschen ihrer alten Tante Martha, die manchmal, wie Birgit fand, ziemlich rücksichtslos sein konnte. Die alte Dame war das, was man unter einer alten Jungfer verstand. Sie war nie verheiratet gewesen und betrachtete Frauen, die Rücksicht auf einen Mann nehmen mußten, eigentlich ein bißchen von oben herab. »Heirate, und du hast kein eigenes Leben mehr.« So lautete ihre Devise – und manchmal fand Birgit, daß Tante Martha vielleicht doch nicht so ganz unrecht hatte.
Jedenfalls war Birgit froh, dem strengen Regime Tante Marthas entkommen zu sein. Die Entfernung, Tante Martha wohnte in Freiburg, war auch viel zu groß, als daß man sich öfter hätte sehen können. Aber Tante Martha erwartete selbstverständlich, daß Birgit ihre Ferien bei ihr und in ihrem Haus in Freiburg verbrachte.
Im Augenblick verspürte Birgit dazu nicht die mindeste Lust, aber schließlich war sie auch erst gestern in Oldenburg angekommen. Wahrscheinlich würde sie sich in ein paar Monaten freuen, Tante Martha besuchen zu können, wenn sie erst einmal ein wenig Abstand von ihrer ständigen Einmischung in ihr Leben gewonnen hatte.
Birgit hatte ausgepackt, war zum Mittagessen in den freundlichen Speiseraum gegangen, hatte sich den anderen Pensionsbewohnern vorgestellt und beschlossen, nun auf eigene Faust auf Entdeckungsreise zu gehen. Jedenfalls würde sie am Ende ihres Spaziergangs durch Oldenburg ganz sicher in einem Café oder einer Eisdiele landen, wo man gemütlich sitzen und die Leute beobachten konnte.
Es war ganz selbstverständlich, daß sie ihr Weg an der Schule vorbeiführte, an der sie in Zukunft wirken würde – hoffentlich zum Wohle der ihr anvertrauten Kinder. Sie stand eine ganze Weile in Gedanken versunken da, betrachtete den Schulhof und das große helle Gebäude mit den riesigen Fenstern, in denen sich die Nachmittagssonne spiegelte.
Sie spürte enorme Unternehmungslust in sich und wandte sich eilig ab, ehe noch jemand der Vorübergehenden ihr anmerkte, wie ergriffen sie beim Anblick der Schule war, die ab Montag ihre Wirkungsstätte werden sollte.
Birgit schlenderte weiter und betrat ein Café, in dem reger Betrieb herrschte, in dem nur noch ein Tisch frei war, den außer ihr noch ein hochgewachsener, breitschultriger, schmalhüftiger Mann anstrebte. Birgit war sicher, daß er zu ihren Gunsten verzichten würde – jedenfalls würde er das tun, wenn er nur einigermaßen höflich war, fand sie.
Aber entweder war er nicht höflich, hatte sie nicht früh genug gesehen oder aber er fand, daß am Tisch gut und gern Platz für zwei Personen war. Und damit hatte er auch recht, wie sie mißbilligend zugeben mußte. Nur sie hätte es vorgezogen, allein zu sein!
Er wandte sich ihr zu, sie sah das Lachen in seinen unwahrscheinlich blauen Augen, und ihre Ungeduld schwand schon etwas.
»Was halten Sie von meiner Gesellschaft?« wollte er geradeheraus wissen. Birgit sah ihn unsicher an.
»Was erwarten Sie? Soll ich mich bei Ihnen bedanken, weil Sie sich dazu herablassen, sich an diesen Tisch zu setzen?« gab sie entschieden etwas schnippisch zurück.
Er schob ihr den Stuhl zurecht, setzte sich selbst und sah sie prüfend an.
»Schlechte Laune?« fragte er fröhlich und wartete ihre Antwort erst gar nicht ab. »Nein, launisch sehen Sie eigentlich nicht aus. Na, kommen Sie, ich möchte Sie mal lächeln sehen. Ich könnte mir vorstellen, daß das sehr hübsch aussieht.«
Birgit mußte unwillkürlich über seine Art schmunzeln. Vor allem gefielen ihr die blauen Augen, die so spitzbübisch und gleichzeitig auch treuherzig dreinschauen konnten.
»Na also«, sagte er zufrieden. »Ich wußte es doch. Sie sind neu hier, nicht wahr?«
Birgit nickte und griff nach der Speisekarte. Sie mochte keine Bekanntschaften machen. Zuerst wollte sie sich voll aufs Berufsleben konzentrieren. Das andere kam dann von ganz allein. Und wenn nicht, war es auch nicht schlimm.
Birgit bestellte bei der freundlichen Bedienung ein großes Eis mit Sahne für sich und fand es gar nicht originell, als der gutaussehende Fremde das ebenfalls tat.
»Ich bin auch nicht hier geboren und aufgewachsen, aber doch schon ein paar Jahre hier, so daß ich fremde von einheimischen Gesichtern unterscheiden kann.«
»Ich habe hier eine Anstellung gefunden, die ich Montag antreten muß«, erklärte Birgit kurz angebunden.
»Ich heiße Klaus Richter«, sagte er und sah sie lächelnd an. Birgit fand, daß er einen geradezu gefährlichen Charme besaß, aber vielleicht wußte er das auch und wandte ihn nach Bedarf an. Nicht mit mir, nahm sie sich vor. So etwas prallt wirkungslos an mir ab!
Sie wußte noch gar nicht, daß sie längst wie eine Fliege in einem feingesponnenen Spinnennetz zappelte, dem gefährlichen Tier hilflos ausgeliefert war.
Dann nannte sie ihren Namen. Da mit vergab sie sich schließlich nichts, denn es war nicht anzunehmen, daß sie diesem Klaus Richter so schnell wieder vor die Füße laufen würde. In den nächsten Tagen würde sie wenig Zeit haben, denn sie hatte sich fest vorgenommen, sich nachmittags immer auf den nächsten Tag vorzubereiten, damit sie stets das Gefühl hatte, gut gerüstet zu sein.
»Sie werden sich sicherlich in Oldenburg wohl fühlen«, sagte er tröstend, als müßte er ihr Mut zusprechen. Birgit lächelte ihn ausgesprochen süß an.
»Das will ich doch hoffen«, erwiderte sie dann. »Ich möchte nämlich eine ganze Weile hierbleiben. Und wenn ich erst eine geeignete Wohnung gefunden habe, werde ich sie mir sehr gemütlich einrichten.«
»Das klingt, als seien Sie recht häuslich«, sagte er anerkennend. Birgit sah ihn aus großen Augen an.
»Sie mögen wohl keine berufstätigen Frauen, wie?« fragte sie angriffslustig. Er erwiderte ihren Blick, sah sehr nachdenklich aus und schüttelte endlich langsam den Kopf.
»Nicht mögen wäre eigentlich zuviel gesagt. Ich stehe auf dem Standpunkt, daß Frauen lieber nicht berufstätig sein sollten. Sie heiraten ja doch – und dann war die ganze Ausbildung nur rausgeworfenes Geld.«
»Es soll Frauen geben, die keinen Mann finden«, warf Birgit freundlich ein und dachte an ihre Tante Martha, die in Männern nur notwendiges Übel sah.
»Dazu gehören aber Sie nicht!« erklärte Klaus Richter im Brustton der Überzeugung, was Birgit vor Freude erröten ließ. Sie fand sich selbst deswegen dumm, aber sie hatte das Gefühl, als habe er ihr soeben ein ebenso dickes wie ehrliches Kompliment gemacht.
»Wer kann das schon wissen?« sagte sie und fügte hinzu: »Könnte ja auch sein, daß mir kein Mann so schnell gefällt. Und von irgendwas muß ich ja leben, nicht wahr?«
»Ich habe ja nichts dagegen, wenn eine Frau arbeitet, wenn sie allein ist. Aber sobald sie geheiratet hat, sollte sie sich um ihren Mann, ihren Haushalt und die Kinder kümmern. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, daß ein Mann eine Emanze um sich haben möchte, die den Haushalt verkommen läßt, nur weil sie im Beruf an der Spitze stehen will.«
»Das sind reichlich antiquierte Ansichten!« entfuhr es ihr heftig. Sie reagierte stets allergisch auf Männer, die Frauen nur als Frauen anerkannten, wenn sie gut waschen, kochen und putzen konnten. »Mögen Sie gern diese Dummchen?«
»Oh, eine Frau, die sich nur um Mann, Haushalt und Kinder kümmert, braucht noch kein Dummchen zu sein!« Er sah sie strafend an. »Ich, für meinen Teil, würde es sehr begrüßen, wenn eine Frau auch eine gute Portion Intelligenz mitbekommen hätte. Ich unterhalte mich gern mit intelligenten Menschen.«
Er spürt gar nicht, wie
