Anjas wunderbare Rettung: Kinderärztin Dr. Martens Classic 37 – Arztroman
Von Britta Frey
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Über dieses E-Book
Kinderärztin Dr. Martens ist eine weibliche Identifikationsfigur von Format. Sie ist ein einzigartiger, ein unbestechlicher Charakter – und sie verfügt über einen liebenswerten Charme.
Alle Leserinnen von Arztromanen und Familienromanen sind begeistert!
Sie träumte. Es war ein Traum, den Karin Seibel schon oft gehabt hatte. Jemand, der das mal erlebt hatte, würde es verstehen, aber andere würden sich vielleicht bezeichnend an die Stirn tippen. Karin Seibel träumte und wußte, daß es nur ein Traum war. Und doch konnte sie sich nicht daraus befreien. Wie gesagt, sie hatte es schon oft geträumt. Und dabei war ihr nichts neu gewesen, von Anfang an nicht, denn sie erlebte im Traum immer wieder das, was sich genauso ereignet hatte, wie sie es träumte. Sie sah sich im Traum wieder in dem tiefen Wohnzimmersessel sitzen und an einem Pullover für Anja stricken. Anja war ihre kleine Tochter, damals erst zwei Jahre alt. Bis zu jenem Tag hatte Karin sich für eine durchschnittlich glückliche Ehefrau gehalten. Sie lebte mit Anja, ihrer süßen kleinen Tochter, und Klaus, ihrem Mann, der als Architekt nicht schlecht verdiente, in einem hübschen Haus in Hannover. Klaus war zuerst ein wenig enttäuscht gewesen, daß Karin keinen Sohn zur Welt gebracht hatte – aber dann hatte er entdeckt, daß seine kleine Tochter ihm immer ähnlicher wurde. Und bald schon dachte er gar nicht daran, wie sehr er sich über einen Sohn gefreut hätte. »Wir sind ja noch jung – wir können noch mehr Kinder haben«, pflegte er mit einem zärtlichen Augenzwinkern zu sagen. »Das nächste Kind wird sicher ein Junge.« Karin sah hoch, als er zu ihr trat. Aber er neigte sich nicht zu ihr, um sie zu küssen. Das tat er seit einiger Zeit nicht mehr. Karin hatte ihn immer schon fragen wollen, was mit ihm los war.
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Anjas wunderbare Rettung - Britta Frey
Kinderärztin Dr. Martens Classic
– 37 –
Anjas wunderbare Rettung
Ihr Leben hing am seidenen Faden
Britta Frey
Sie träumte. Es war ein Traum, den Karin Seibel schon oft gehabt hatte. Jemand, der das mal erlebt hatte, würde es verstehen, aber andere würden sich vielleicht bezeichnend an die Stirn tippen. Karin Seibel träumte und wußte, daß es nur ein Traum war. Und doch konnte sie sich nicht daraus befreien.
Wie gesagt, sie hatte es schon oft geträumt. Und dabei war ihr nichts neu gewesen, von Anfang an nicht, denn sie erlebte im Traum immer wieder das, was sich genauso ereignet hatte, wie sie es träumte.
Sie sah sich im Traum wieder in dem tiefen Wohnzimmersessel sitzen und an einem Pullover für Anja stricken. Anja war ihre kleine Tochter, damals erst zwei Jahre alt.
Bis zu jenem Tag hatte Karin sich für eine durchschnittlich glückliche Ehefrau gehalten. Sie lebte mit Anja, ihrer süßen kleinen Tochter, und Klaus, ihrem Mann, der als Architekt nicht schlecht verdiente, in einem hübschen Haus in Hannover.
Klaus war zuerst ein wenig enttäuscht gewesen, daß Karin keinen Sohn zur Welt gebracht hatte – aber dann hatte er entdeckt, daß seine kleine Tochter ihm immer ähnlicher wurde. Und bald schon dachte er gar nicht daran, wie sehr er sich über einen Sohn gefreut hätte.
»Wir sind ja noch jung – wir können noch mehr Kinder haben«, pflegte er mit einem zärtlichen Augenzwinkern zu sagen. »Das nächste Kind wird sicher ein Junge.«
Karin sah hoch, als er zu ihr trat. Aber er neigte sich nicht zu ihr, um sie zu küssen. Das tat er seit einiger Zeit nicht mehr. Karin hatte ihn immer schon fragen wollen, was mit ihm los war. Aber irgendeine, unbestimmte Furcht hatte sie bis jetzt zurückgehalten. Es war ihr manchmal, als wollte sie die Wahrheit in Wirklichkeit gar nicht erfahren, weil sie so schon wußte, daß sie ihr Kummer bereiten würde.
Klaus nahm ihr gegenüber Platz, zog umständlich die Zigarettenpackung hervor und schob sich eine Zigarette zwischen die Lippen. Dann lehnte er sich zurück und sagte zögernd: »Ich möchte etwas mit dir besprechen, Karin.«
»Ja«, erwiderte sie zögernd und war bemüht, sich nichts von der eiskalten Furcht anmerken zu lassen, die sich plötzlich um ihr Herz preßte.
»Ich sage dir wohl kaum etwas Neues, Karin, wenn ich hervorhebe, daß es zwischen uns nicht mehr so ist wie früher.«
»Da hast du recht, damit sagst du mir nichts Neues, Klaus. Ich bin froh, daß du endlich darüber reden willst.« Sie hatte immer noch keine Ahnung. Und sie war auch keineswegs darauf vorbereitet, was jetzt kam, Schlag auf Schlag.
»Ich hätte es dir schon längst sagen sollen, Karin.«
»Was hättest du mir schon längst sagen sollen?« wollte sie zaghaft wissen. Die Angst wurde größer. Sie konnte sich nicht dagegen wehren.
»Weißt du – es ist nämlich so: Gefühle können sich mit der Zeit verändern. Sie fahren sich ein, werden zur Gewohnheit. Und ehe man es sich versieht, muß man einsehen, daß sich das Leben festgefahren hat. Genauso ist es bei uns.«
»Glaubst du, daß es an mir liegt, Klaus?« fragte sie und sah ihn still an. Sie wirkte irgendwie ergeben, und das brachte ihn gegen sie auf. Vielleicht wurde er deshalb rücksichtsloser.
»Schuld, Schuld«, stieß er ärgerlich hervor. »Wem soll man denn die Schuld zuschieben? Das wäre wohl zu einfach.«
»Ja«, sagte sie gehorsam, »das wäre es wohl.«
»Himmel, Karin, warum stimmst du nur immer zu? Hast du wirklich keine eigene Meinung?« brach es aus ihm heraus.
Sie sah ihn mit großen Augen an.
»Doch«, sagte sie still und strich sich eine vorwitzige dunkelblonde Locke nach hinten. »Natürlich habe ich eine eigene Meinung. Aber willst du mich verurteilen, wenn meine Meinung sich mit der deinen deckt, Klaus?«
»Ach, weißt du, das gibt es einfach nicht. Es ist nicht möglich, daß zwei Menschen dauernd dieselbe Meinung haben. Das kannst du mir nicht weismachen.«
»Ich kann mir nicht vorstellen, daß es das ist, worüber du mit mir reden willst, Klaus. Möchtest du nicht also zum Kernpunkt kommen?«
»Natürlich, nur zu gern. Sag mir hinterher nicht, daß ich rücksichtslos gewesen bin.«
»Ich werde mir Mühe geben«, war ihr ruhige Antwort. Sie hatte ihre Handarbeit längst in den Schoß sinken lassen und sah ihn aufmerksam an. »Ja«, bekräftigte sie, »ja, ich werde mir Mühe geben, dich nicht rücksichtslos zu finden. Aber solltest du nicht endlich reden? Du bist ja ganz nervös.«
»Ist das ein Wunder? Du bist es, die mich nervös macht.«
»Das glaube ich dir nicht. Ich sitze doch nur ruhig hier und versuche, dir zuzuhören.«
»Merkst du eigentlich nicht, Karin, daß wir uns aneinander aufreiben?« rief er da aus, stand auf und lief zum Fenster. Er legte die Stirn gegen die kühle Scheibe und sagte dumpf: »Spürst du nicht selbst, wie sehr du mich einengst?«
»Ich fürchte, das mußt du mir schon etwas näher erklären«, sagte sie und sah ihn aufmerksam an.
»Das ist es ja gerade! Wenn du einen auf diese Weise anschaust, hat man immer das Gefühl, dir unrecht zu tun.«
»Das tut mir leid – aber ich weiß wirklich nicht, wie ich dich sonst ansehen soll.«
»Ach, lassen wir das. Es führt ja doch zu nichts. Also – langer Rede kurzer Sinn. Ich möchte aus dieser Ehe ausbrechen, Karin.«
Karin hatte das Gefühl, als sei ihr ganzer Körper jetzt von der eisigen Kälte ergriffen, und sie könnte sich absolut nicht mehr bewegen – niemals mehr.
Sie holte tief Luft und preßte ihre Hände im Schoß gegeneinander, bis es schmerzte. Dann sah sie ihn mit traurigen Augen an. Aber das spürte er nicht, denn er wandte ihr immer noch den Rücken zu. Es war, als könnte er sie nicht ansehen. Er fühlte sich auch wirklich schuldig.
»So, du möchtest ausbrechen«, sagte sie und zwang sich dazu, ihre Stimme normal klingen zu lassen. »Ist das eine Art von höflicher Umschreibung? Ich meine, vermeidest du mit voller Absicht, es beim Namen zu nennen?«
»Was beim Namen nennen?«
»Nun, ich habe zum Beispiel das Gefühl, als wolltest du mich soeben um die Scheidung bitten, weißt aber noch nicht, wie du es mir am besten beibringen sollst.«
Er spürte ihren Blick im Rücken. Endlich wandte er sich um. Karin blieb ruhiger, als er erwartet hatte. Im Grunde genommen hätte er gar nicht zu beschreiben vermocht, was er denn eigentlich erwartet hatte.
»Kannst du hellsehen?« fragte er verblüfft. Dann aber nahm er sich zusammen, straffte sich und fuhr energischer fort: »Ja, ich wollte dich um die Scheidung bitten, Karin.«
»Ist es vermessen, eine Frage zu stellen? Es gibt da eine andere Frau, nicht wahr? Eine, in die du dich verliebt hast, so sehr, daß du deine Frau und deine kleine Tochter darüber vergessen hast?«
»Drück dich nicht so hochdramatisch aus, Karin. Niemand kann etwas für seine Gefühle. Es hat wahrscheinlich gar keinen Zweck, dir zu sagen, daß ich mich gegen meine Empfindungen gewehrt habe, jedenfalls anfangs. Aber dann habe ich erkennen können, daß das, was dich und mich verband, nichts ist im Vergleich zu dem Gefühl, das Britta und mich verbindet.«
»Und Britta will dich ganz für sich haben, ja?« fragte sie. Tränen saßen ihr plötzlich in der Kehle, aber sie wußte in diesem Augenblick schon, daß keine einzige davon geweint würde. Karin fühlte sich innerlich und äußerlich wie erstarrt. Nur ihr Verstand arbeitete noch, präzise und scharf, messerscharf!
»Ja«, gab er zu. »Und ich will auch bei ihr sein, Tag und Nacht, und nicht nur ein paar armselige Stunden.«
»Hast du dir das alles ganz genau überlegt, Klaus?« wollte sie plötzlich wissen. In ihren klaren grauen Augen stand ein gewisser Ausdruck, der ihn sich unendlich schuldig fühlen ließ. Aber er wollte sich darüber hinwegsetzen. Er wollte dieses Gespräch zu Ende bringen. Karin würde vernünftig sein. Sie war zwar eine sehr anschmiegsame und einfühlsame Frau, aber er kannte auch ihren ungeheuren Stolz.
»Wenn ich das nicht hätte, würde ich mich nicht mit dir darüber unterhalten.«
»Du hättest vielleicht schon früher mit mir reden sollen, Klaus. Vielleicht ganz am Anfang eurer Beziehung. Dann hätten wir vielleicht noch alles retten und in den Griff bekommen können.«
»Das glaube ich nicht. Diese Liebe kam mit wahrer Brachialgewalt über uns. Wir konnten uns nicht lange wehren, obwohl wir es beide versucht haben. Zu Anfang jedenfalls, wie ich dir schon sagte. Aber wir können nicht ohne einander leben.«
»Jetzt bist du aber dramatisch, Klaus«, warf sie still ein. Er sah sie erst verblüfft an, straffte sich dann und erwiderte beinahe trotzig: »Wenn das, was ich sage, sich so anhört, kann ich nichts daran
