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Letzte Ausfahrt: Liebe: Der neue Dr. Laurin 29 – Arztroman
Letzte Ausfahrt: Liebe: Der neue Dr. Laurin 29 – Arztroman
Letzte Ausfahrt: Liebe: Der neue Dr. Laurin 29 – Arztroman
eBook108 Seiten1 StundeDer neue Dr. Laurin

Letzte Ausfahrt: Liebe: Der neue Dr. Laurin 29 – Arztroman

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Über dieses E-Book

Diese Serie von der Erfolgsschriftstellerin Viola Maybach knüpft an die bereits erschienenen Dr. Laurin-Romane von Patricia Vandenberg an.
Die Familiengeschichte des Klinikchefs Dr. Leon Laurin tritt in eine neue Phase, die in die heutige moderne Lebenswelt passt.
Da die vier Kinder der Familie Laurin langsam heranwachsen, möchte Dr. Laurins Frau, Dr. Antonia Laurin, endlich wieder als Kinderärztin arbeiten. Somit wird Antonia in der Privatklinik ihres Mannes eine Praxis als Kinderärztin aufmachen.
Damit ist der Boden bereitet für eine große, faszinierende Arztserie, die das Spektrum um den charismatischen Dr. Laurin entscheidend erweitert.

»Ich kann es dir einfach nicht recht machen! Was ich auch tue: Du findest es falsch. Weißt du was, Vanessa? Ich werde ausziehen, vielleicht können wir dann endlich aufhören, uns ständig zu streiten.« Schwer atmend stand Jonathan Selbmann vor seiner Frau, er schaffte es nur mit sehr viel Selbstbeherrschung, nicht zu schreien. Aber die Zwillinge waren im Zimmer nebenan, sie bekamen von dem Unfrieden zwischen ihren Eltern schon genug mit, das musste er nicht noch schlimmer machen, indem er völlig die Beherrschung verlor. Auch so hatten sie vermutlich genug gehört, wieder einmal. Vanessa war sehr blass, aber sie blieb äußerlich ruhig. Damit brachte sie Jonathan nur noch mehr gegen sich auf, aber das ahnte sie nicht. »Ja, zieh aus!«, sagte sie leise. »Dann kannst du dich auch viel leichter mit deiner Freundin treffen und musst mir nicht ständig was vorlügen.« Einen Moment lang erstarrte er, fasste sich jedoch schnell wieder. Eigentlich war es ihm gleichgültig, ob sie von Hanna wusste oder nicht, redete er sich ein. »Willst du mir jetzt auch noch vorwerfen, dass ich eine Freundin habe?«, fragte er. Auch seine Stimme war jetzt gesenkt. »Zwischen uns läuft seit bald einem Jahr nichts mehr. Immer hattest du andere Ausflüchte, mal warst du zu müde, dann zu traurig, dann war dir nicht danach. Was hast du denn gedacht, wie ich damit umgehe?
SpracheDeutsch
HerausgeberBlattwerk Handel GmbH
Erscheinungsdatum21. Juli 2020
ISBN9783740968199
Letzte Ausfahrt: Liebe: Der neue Dr. Laurin 29 – Arztroman
Autor

Viola Maybach

Viola Maybach war als Fernsehredakteurin und -produzentin tätig. Heute arbeitet sie als Autorin in verschiedenen Bereichen und lebt in Frankfurt.

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    Buchvorschau

    Letzte Ausfahrt - Viola Maybach

    Der neue Dr. Laurin

    – 29 –

    Letzte Ausfahrt: Liebe

    Haben Vanessa und Jonathan noch eine Chance?

    Viola Maybach

    »Ich kann es dir einfach nicht recht machen! Was ich auch tue: Du findest es falsch. Weißt du was, Vanessa? Ich werde ausziehen, vielleicht können wir dann endlich aufhören, uns ständig zu streiten.«

    Schwer atmend stand Jonathan Selbmann vor seiner Frau, er schaffte es nur mit sehr viel Selbstbeherrschung, nicht zu schreien. Aber die Zwillinge waren im Zimmer nebenan, sie bekamen von dem Unfrieden zwischen ihren Eltern schon genug mit, das musste er nicht noch schlimmer machen, indem er völlig die Beherrschung verlor. Auch so hatten sie vermutlich genug gehört, wieder einmal.

    Vanessa war sehr blass, aber sie blieb äußerlich ruhig. Damit brachte sie Jonathan nur noch mehr gegen sich auf, aber das ahnte sie nicht. »Ja, zieh aus!«, sagte sie leise. »Dann kannst du dich auch viel leichter mit deiner Freundin treffen und musst mir nicht ständig was vorlügen.«

    Einen Moment lang erstarrte er, fasste sich jedoch schnell wieder. Eigentlich war es ihm gleichgültig, ob sie von Hanna wusste oder nicht, redete er sich ein. »Willst du mir jetzt auch noch vorwerfen, dass ich eine Freundin habe?«, fragte er. Auch seine Stimme war jetzt gesenkt. »Zwischen uns läuft seit bald einem Jahr nichts mehr. Immer hattest du andere Ausflüchte, mal warst du zu müde, dann zu traurig, dann war dir nicht danach. Was hast du denn gedacht, wie ich damit umgehe? Und es ist ja nicht nur der Sex, um diesem Missverständnis gleich vorzubeugen – du siehst mich überhaupt nicht mehr. Es geht immer nur um Lenny, nie mehr um uns beide. Am Anfang dachte ich noch, das gibt sich wieder, irgendwann normalisiert sich das, aber das tut es nicht. Wir sind kein Paar mehr, schon lange nicht. Du willst mich ja nicht einmal mehr küssen oder auch nur meine Hand halten. Du weichst direkt vor mir zurück, wenn du das Gefühl hast, ich könnte dich anfassen. Denkst du, das lässt mich kalt? Und dachtest du, ich lebe ewig wie ein Mönch? Wenn du es genau wissen willst: Es geht mir besser, seit ich eine Freundin habe, die einfach nur nett zu mir ist und mich so nimmt, wie ich bin.«

    Sie stand vor ihm, mit hängenden Armen, noch blasser als zuvor. Unter anderen Umständen hätte er sie jetzt an sich gezogen, sie gestreichelt und geküsst. Sie hätten sich versöhnt, hätten gemeinsam nach einem Ausweg aus ihrer Krise gesucht, aber aus dieser Krise gab es keinen Ausweg mehr. Sie war zu weit fortgeschritten, sie dauerte schon zu lange.

    »Dann ist es also aus?«, fragte sie. »Wir trennen uns?«

    Eine Trennung hatte er bislang nicht ernsthaft erwogen, trotz allem nicht, weil er ein unverbesserlicher Optimist war, der die Hoffnung einfach nicht aufgeben wollte und konnte. Dennoch fragte er angriffslustig: »Hast du eine bessere Idee? Ich nicht. Ich habe mich wirklich bemüht, unseren Kindern ein guter Vater zu sein, vor allem Lenny, aber in deinen Augen bin ich ja offenbar ein Voll-Versager. Ich habe keine Lust mehr, mir jeden Tag zehnmal sagen zu lassen, dass ich alles falsch mache.«

    »Er ist schwach, er bekommt manchmal keine Luft, das weißt du doch. Da ist es nicht gut, wenn du mit ihm herumtobst«, erwiderte Vanessa mit schwacher Stimme.

    »Aber er hatte Spaß!«, fuhr Jonathan sie an, die Stimme wieder erhoben. »Er hat gelacht und wenigstens mal für kurze Zeit vergessen, dass er nicht so fit ist wie andere Kinder. Er wird bald drei Jahre alt! Denkst du etwa, er merkt nicht, dass er weniger kann als andere? Das sieht er doch schon an seiner Zwillingsschwester.«

    Vanessas Augen füllten sich mit Tränen. Schweigend wandte sie sich ab, aber sie verließ nicht, wie er zunächst befürchtet hatte, das Zimmer, sondern ging zum Sofa und ließ sich darauf nieder. In anderen Situationen hatte sie ihn auch schon einfach stehenlassen, das war für ihn das Schlimmste. Wenn ihm etwas auf der Seele lag, musste er darüber reden, während Vanessa lieber alles in sich hineinfraß und versuchte, die Dinge mit sich selbst auszumachen. Das war eines der Hauptprobleme ihrer Ehe, und bislang hatten sie kein Mittel gefunden, damit auf eine Weise umzugehen, die für sie beide tragbar war. Wenn er sie überrumpelte, machte sie dicht und sagte erst recht keinen Ton mehr. Und wenn sie zwei Tage lang geschwiegen hatte, wollte er nicht mehr reden.

    »Wenn du ausziehst, bin ich ganz allein mit den Kindern«, sagte sie tonlos.

    Er verhärtete sich gegen die Gefühle, die in ihm aufsteigen wollten. Noch vor einer Viertelstunde hatte sie ihm wieder einmal harsche Vorwürfe gemacht, weil er Lenny angeblich überanstrengt hatte, und jetzt kam sie ihm so!

    »Da kannst du ja froh sein«, erwiderte er bissig, »dann ist endlich niemand mehr da, der alles falsch macht. Dann gibt es nur noch dich, und du machst ja immer alles richtig.«

    Jetzt weinte sie, aber er wandte den Blick ab. Er wollte sich nicht erweichen lassen, nicht schon wieder. Hanna, seine Freundin, hatte ihn schon mehrmals gefragt, wieso er sich nicht längst von seiner Frau getrennt habe, da ihn doch offensichtlich außer den Kindern nichts mehr mit ihr verband.

    Aber ganz so war es eben nicht – ganz abgesehen davon natürlich, dass die Zwillinge Lotta und Lenny ein sehr starkes Band darstellten. Aber auch zwischen Vanessa und ihm waren nicht alle Gefühle abgestorben. Das wäre ihm zwar lieber gewesen, und er redete es sich auch manchmal ein, weil es sein Leben sehr erleichtert hätte, wenn er einen Schlussstrich hätte ziehen können, aber es entsprach nun einmal nicht den Tatsachen.

    Er war noch nicht lange mit Hanna zusammen, erst einige Wochen. Er hatte sie bei einem Freund kennengelernt, die gegenseitige Anziehung war sehr stark gewesen. An jenem Abend hatte er einfach vergessen, dass er Ehemann und Vater war, er hatte sich wieder jung gefühlt, wie beflügelt. Und er hatte endlich wieder einmal Sex gehabt … Hanna war eine starke Frau, die nicht klammerte und der er sofort gesagt hatte, dass er nicht frei war.

    »Das habe ich mir schon gedacht«, war ihre Reaktion darauf gewesen.

    Seitdem trafen sie sich zwei- oder dreimal in der Woche, ihr Verhältnis war enger geworden, seit er sich bewusst gemacht hatte, dass er lieber mit ihr zusammen war als mit Vanessa. Kein Wunder. Hanna nahm ihn, wie er war, sie kritisierte ihn nicht ständig, er empfand das als sehr erholsam.

    Aber die Mutter seiner Zwillinge war Vanessa, seine Ehefrau, nach der er vor fünf Jahren, als sie geheiratet hatten, genau so verrückt gewesen war wie jetzt nach Hanna. Und wenn sie nicht so abweisend wäre …

    »Ich schaffe das nicht allein«, hörte er sie sagen.

    Er fing an zu lachen, erschrak aber selbst darüber, wie bitter sich dieses Lachen anhörte. »Aber du machst doch längst alles allein!«, rief er. »Was ich auch

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