Anna ahnt nichts von der Gefahr: Kinderärztin Dr. Martens 89 – Arztroman
Von Britta Frey
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Kinderärztin Dr. Martens ist eine weibliche Identifikationsfigur von Format. Sie ist ein einzigartiger, ein unbestechlicher Charakter – und sie verfügt über einen extrem liebenswerten Charme. Alle Leserinnen von Arztromanen und Familienromanen sind begeistert!
»Mami, der Briefträger kommt!« Natalie, liebevoll Nana genannt von ihrer Mutter, preßte ihre Stupsnase an die Fensterscheibe. Sie wußte, daß die Mutter auf einen Brief wartete. »Danke, Nana, ich laufe schnell hinunter, vielleicht habe ich ja heute Post.« Stefanie Walter nahm den Briefkastenschlüssel vom Haken neben der Tür und ging in den Hausflur hinaus. Sie hatte vor einer Woche mehrere Stellenbewerbungen als Hotelsekretärin abgesandt und wartete nun auf Antwort. Seit sie vor zwei Jahren durch den Unfalltod ihres Mannes Andreas plötzlich Witwe geworden war, hatte sich ihr Leben dramatisch verändert. Er hatte eine Lebensversicherung gehabt, so daß sie zuerst wenigstens keine existenzielle Not litten. Es war schwer genug gewesen, mit dem Schicksalsschlag fertig zu werden. Nana war gerade drei Jahre alt gewesen. Jetzt ging die Kleine in den Kindergarten, das Geld würde nicht ewig reichen, es wurde Zeit, sich wieder eine Zukunft zu schaffen. Stefanie war vor ihrer Heirat und bis zu Natalies Geburt Hotelsekretärin gewesen, in diesem Beruf wollte sie wieder arbeiten, wenn irgend möglich. Es war interessant und abwechslungsreich. Aber niemand schien sie beschäftigen zu können. Entweder bildete Nanas Existenz ein Hindernis für die Hotelmanager – sie befürchteten wohl, Stefanie könnte zu oft fehlen –, oder ihre längere Hausfrauentätigkeit wirkte sich negativ aus. Stefanie hatte bereits fünf Absagen bekommen in den letzten Wochen, seit sie sich um Arbeit bemühte. Sie lief die Treppe hinunter. Der Briefträger stand noch unten im Haus und verteilte die Post. »Guten Morgen, Frau Walter! Tut mir leid, nichts für Sie dabei.«
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Anna ahnt nichts von der Gefahr - Britta Frey
Kinderärztin Dr. Martens
– 89 –
Anna ahnt nichts von der Gefahr
Kann Dr. Hanna Martens helfen?
Britta Frey
»Mami, der Briefträger kommt!«
Natalie, liebevoll Nana genannt von ihrer Mutter, preßte ihre Stupsnase an die Fensterscheibe. Sie wußte, daß die Mutter auf einen Brief wartete.
»Danke, Nana, ich laufe schnell hinunter, vielleicht habe ich ja heute Post.«
Stefanie Walter nahm den Briefkastenschlüssel vom Haken neben der Tür und ging in den Hausflur hinaus. Sie hatte vor einer Woche mehrere Stellenbewerbungen als Hotelsekretärin abgesandt und wartete nun auf Antwort.
Seit sie vor zwei Jahren durch den Unfalltod ihres Mannes Andreas plötzlich Witwe geworden war, hatte sich ihr Leben dramatisch verändert. Er hatte eine Lebensversicherung gehabt, so daß sie zuerst wenigstens keine existenzielle Not litten. Es war schwer genug gewesen, mit dem Schicksalsschlag fertig zu werden. Nana war gerade drei Jahre alt gewesen. Jetzt ging die Kleine in den Kindergarten, das Geld würde nicht ewig reichen, es wurde Zeit, sich wieder eine Zukunft zu schaffen.
Stefanie war vor ihrer Heirat und bis zu Natalies Geburt Hotelsekretärin gewesen, in diesem Beruf wollte sie wieder arbeiten, wenn irgend möglich. Es war interessant und abwechslungsreich. Aber niemand schien sie beschäftigen zu können. Entweder bildete Nanas Existenz ein Hindernis für die Hotelmanager – sie befürchteten wohl, Stefanie könnte zu oft fehlen –, oder ihre längere Hausfrauentätigkeit wirkte sich negativ aus. Stefanie hatte bereits fünf Absagen bekommen in den letzten Wochen, seit sie sich um Arbeit bemühte.
Sie lief die Treppe hinunter. Der Briefträger stand noch unten im Haus und verteilte die Post.
»Guten Morgen, Frau Walter! Tut mir leid, nichts für Sie dabei.« Stefanie seufzte, nahm die Tageszeitung aus dem Briefkasten, die heute, am Sonnabend, besonders umfangreich war, und tauschte ein paar Worte mit dem Briefträger. Dann ging sie wieder in den zweiten Stock hinauf, in dem ihre Wohnung lag.
»Na, Mami, hast du heute Post?« Nana sah sie erwartungsvoll an. Stefanie schüttelte den Kopf, strich ihrer kleinen Tochter über die leuchtend kupferroten Haare, die sie von ihr geerbt hatte, und lächelte.
»Leider noch nicht, vielleicht Montag. Aber sicher finden wir wieder eine Menge Anzeigen, auf die ich schreiben kann. Wollen wir gleich mal suchen?«
Nana nickte und breitete mit Stefanie gemeinsam die Zeitung auf dem Teppichboden aus. Sie legten sich bäuchlings davor, Stefanie hatte einen Filzstift in der Hand, um in Frage kommende Anzeigen zu markieren.
Nana, die noch nicht lesen konnte, legte unwillkürlich ihren Finger auf Anzeigen, die ihr gefielen und fragte, ob diese vielleicht passend sei. Stefanie tat dann jedesmal so, als zöge sie sie ernsthaft in Betracht. Dieses Spiel gefiel ihnen, meistens kugelten sie nach einiger Zeit lachend über den Boden.
»Hier, Mami! Lies mal, das wäre etwas für dich!«
»Nachtwächter. Hm, laß uns überlegen. Ich werde also mit einer Uniform eine große Firma bewachen. Ein Schäferhund wird mich bei meiner Runde begleiten. Ich muß gucken, ob alle Türen verschlossen sind, ob jemand herumschleicht und die ganze Nacht wachbleiben.«
»Nee, wo du doch so gern schläfst!«
Nana grinste, blätterte eine Seite weiter und deutete auf eine weitere Anzeige.
»Aber diese, Mama!«
»Operationsschwester! Meinst du, ich kann das? Wenn der Arzt beim Operieren merkt, daß ich gar keine Ahnung habe? Wenn er eine Zange verlangt, und ich eine Zange wie aus unserem Werkzeugkasten suche oder ich ihm bei Nadel und Faden eine Stopfnadel mit rotem Wollgarn gebe?«
Nana mußte lachen. Sie stellte sich vor, wie das wohl aussehen würde.
So ging das Spiel noch eine Weile hin und her. Dann wandte sich Nana wieder ihrer Puppe Susi zu, einer Käthe-Kruse-Puppe, die schon Stefanie gehört hatte. Sie war bereits ziemlich ramponiert, wurde aber trotzdem zärtlich geliebt.
Stefanie konnte sich nun auf ihre Suche konzentrieren. Da war eine einzige Anzeige, in der eine Hotelsekretärin gesucht wurde, halbtags, wie es Stefanie am liebsten wäre. Eine Telefonnummer stand dabei. Ab Montag neun Uhr sollte man bei Interesse einen Herrn Holzner verlangen. Sie strich die Anzeige dick an, dann legte sie die Zeitung beiseite.
»So, mein Schatz, wollen wir Kuchen backen? Draußen ist es so scheußlich, da werden wir nicht in den Park gehen können.«
»Au ja, Mama, Amerikaner backen!«
Nana sprang auf und lief voraus in die Küche. Sie naschten beide gern, was man weder Stefanies Figur ansah noch dem zarten Kind. Am Wochenende gönnten sie sich immer eine Leckerei, sonst achtete Stefanie darauf, daß Natalie gesund und ausgewogen ernährt wurde.
Sie neigte zu Erkältungskrankheiten, hatte oft Halsentzündungen, da war viel frisches Obst und Gemüse besser als Bonbons und Schokolade.
*
Am Sonntag war das Wetter noch nicht freundlicher. Es goß in Strömen, der Regen klatschte an die Fensterscheiben. Nana legte sich zu ihrer Mutter ins Bett, nachdem sie aufgewacht war, zusammen dösten sie noch eine Weile, bevor Stefanie Frühstück machte. Beide genossen es, soviel Zeit zu haben, denn die Woche über ging Natalie ja in den Kindergarten.
Nach Frühstück und Aufräumen beschlossen sie, sich auf das Sofa zu legen und Märchen vorzulesen. Zuerst kam Stefanie dran, sie wählte das Märchen von Schneeweißchen und Rosenrot. Nana hörte aufmerksam zu. Dann war sie an der Reihe. Sie nahm das Buch, blätterte eine Weile herum und »las« dann auch vor.
Stefanie war jedesmal wieder erstaunt, wieviel Phantasie ihre Tochter hatte. Sie mischte mehrere Märchen zu einem zusammen. Da kamen dann die abenteuerlichsten Dinge heraus, über die sie beide lachen mußten.
Am Nachmittag kam eine Freundin von Nana, die sich zu Hause langweilte, zum Spielen. Die Mädchen gingen in Nanas Zimmer, Stefanie machte es sich gemütlich und las. Aber so recht konnte sie sich nicht konzentrieren heute. Immer wieder ließ sie das Buch auf den Schoß sinken und dachte darüber nach, was sich alles verändern würde, wenn sie Arbeit fand. Sie vermißte manchmal den Kontakt zu anderen Menschen. Zwar war sie nicht einsam, sie hatte sich mit mehreren Müttern aus dem Kindergarten angefreundet, aber die alten Freunde von früher hatten sich inzwischen fast alle zurückgezogen. Es wäre schön, Kollegen zu haben, wieder mehr »dazuzugehören«. Doch sie wollte nicht undankbar sein, vielen Müttern in ähnlicher Situation ging es schlechter. Zur Not würden sie auch ohne zusätzliche Arbeit über die Runden kommen.
*
Am Montag, nachdem Natalie zum Kindergarten gegangen war, der nur zwei Querstraßen weiter war, rief Stefanie in dem Hotel an und verlangte Herrn Holzner zu sprechen.
Eine sympathische Männerstimme meldete sich. Stefanie bat um einen Gesprächstermin.
»Es haben sich schon zwei Damen gemeldet, Frau Walter. Aber ich wollte erst alle kommen lassen, bevor wir uns entscheiden. Wann könnten Sie denn kommen?«
»Wann Sie es wünschen, Herr Holzner.«
»Gut, sagen wir, in einer Stunde?«
Stefanie stimmte zu. Dann steckte sie den Umschlag mit ihren Papieren in die Handtasche und zog sich ihr neues Kostüm an, das sie extra gekauft hatte, um einen guten Eindruck zu machen. Sonst trug sie meist Jeans und Pullis, aber so würde sie sich schließlich nicht vorstellen können.
Ihre langen Haare, die sie immer mit einem Band im Nacken zusammenfaßte, steckte sie heute hoch. Damit fand sie sich gleich viel seriöser, obwohl sich ein paar widerspenstige Locken gleich wieder lösten. Sie hatte die helle Haut aller echten Rothaarigen, aber auf Rouge konnte sie verzichten, weil sie trotzdem nicht blaß aussah. Prüfend sah sie in den Spiegel. Ihre blauen Augen blitzten unternehmungslustig. Sie war mit ihrem Aussehen zufrieden.
Ein Blick auf die Uhr belehrte sie, daß sie noch Zeit hatte. Mit dem Bus wäre sie in zwanzig Minuten bei dem Hotel. Trotzdem wollte sie schon gehen, falls sich der Bus verspätete. Es würde einen schlechten Eindruck machen, wenn sie schon bei der Vorstellung zu spät käme.
*
Das Hotel entsprach der gehobenen Mittelklasse, was immer man darunter zu verstehen hatte. So hatte es Herr Holzner am Telefon gesagt. Stefanie stand vor dem hellen Neubau mit dem gläsernen Entree. Es gefiel ihr ganz gut, also versuchte sie, ihr Herzklopfen zu unterdrücken und einen selbstsicheren Eindruck zu machen, als sie die Halle betrat.
Eine freundliche junge Frau fragte sie nach ihren Wünschen. Sie stand hinter einem halbhohen Tresen aus Mahagoniholz. Hinter ihr hingen an einer großen Holzwand viele Schlüssel, jeweils in einem eigenen Fach, das
