Lisas Schutzengel: Kinderärztin Dr. Martens 102 – Arztroman
Von Britta Frey
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Über dieses E-Book
Kinderärztin Dr. Martens ist eine weibliche Identifikationsfigur von Format. Sie ist ein einzigartiger, ein unbestechlicher Charakter – und sie verfügt über einen extrem liebenswerten Charme. Alle Leserinnen von Arztromanen und Familienromanen sind begeistert!
Die junge Ärztin Dr. Hanna Martens wurde von der Morgensonne geweckt, die durch die Spitzenvorhänge des halboffenen Fensters goldene Kringel auf ihre Bettdecke zauberte. Sie dehnte und streckte sich, dann sah sie auf ihrer Uhr, daß es noch nicht Zeit zum Aufstehen war. Aus dem Garten hörte sie plötzlich leises Wasserrauschen. Hanna stand auf und öffnete das Fenster weit. Sie gab ihrer Stimme einen empörten Klang, als sie rief: »Junger Mann, was fällt Ihnen ein, so früh schon alle Leute aufzuwecken?« »Es tut mir leid, Schwesterlein, daß ich dich aufgeweckt habe«, rief Kay bedauernd. »Du warst es nicht. Es war die Sonne, lieber Bruder. – Willst du mit uns frühstücken?« »Ja, gern. Du weißt ja, daß meine Frau Sanders heute ihren freien Tag hat.« Lächelnd meinte er noch: »Deine Jolande werkelt auch schon lange in der Küche.« »Ich geh auch schnell unter die Dusche. Hoffentlich haben wir Mutti nicht aufgeweckt?« »Nein. Sie hat mir schon vor einer Weile von ihrem Fenster aus zugewinkt.« Das Geschwisterpaar Dr. Hanna Martens, Fachärztin für Kinderheilkunde, und Dr.
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Lisas Schutzengel - Britta Frey
Kinderärztin Dr. Martens
– 102 –
Lisas Schutzengel
Er will auch ihr Töchterchen behüten
Britta Frey
Die junge Ärztin Dr. Hanna Martens wurde von der Morgensonne geweckt, die durch die Spitzenvorhänge des halboffenen Fensters goldene Kringel auf ihre Bettdecke zauberte. Sie dehnte und streckte sich, dann sah sie auf ihrer Uhr, daß es noch nicht Zeit zum Aufstehen war. Aus dem Garten hörte sie plötzlich leises Wasserrauschen. Hanna stand auf und öffnete das Fenster weit. Sie gab ihrer Stimme einen empörten Klang, als sie rief: »Junger Mann, was fällt Ihnen ein, so früh schon alle Leute aufzuwecken?«
»Es tut mir leid, Schwesterlein, daß ich dich aufgeweckt habe«, rief Kay bedauernd.
»Du warst es nicht. Es war die Sonne, lieber Bruder. – Willst du mit uns frühstücken?«
»Ja, gern. Du weißt ja, daß meine Frau Sanders heute ihren freien Tag hat.« Lächelnd meinte er noch: »Deine Jolande werkelt auch schon lange in der Küche.«
»Ich geh auch schnell unter die Dusche. Hoffentlich haben wir Mutti nicht aufgeweckt?«
»Nein. Sie hat mir schon vor einer Weile von ihrem Fenster aus zugewinkt.«
Das Geschwisterpaar Dr. Hanna Martens, Fachärztin für Kinderheilkunde, und Dr. Kay Martens, Kinderchirurg, hatte sich vor ein paar Jahren einen Traum erfüllt. Sie ließen das Birkenschlößchen in der Nähe des Ortes Ögela in der Lüneburger Heide nach ihren Wünschen zu einer Kinderklinik umbauen. Beide waren gleichberechtigte Leiter dieser im weiten Umkreis schon bekannten Kinderklinik Birkenhain.
Hanna war zweiunddreißig Jahre, und im Gegensatz zu ihrem Bruder hatte sie langes, auf die Schulter fallendes blondes Haar und tiefblaue Augen. Sie war eine Schönheit mit klaren, zarten Gesichtszügen.
Ihr Bruder Kay war achtunddreißig, groß und schlank. Sein Haar war schwarz und leicht gelockt. Beide waren sie noch ledig.
Mutter Bea Martens wohnte seit dem Tod ihres Mannes bei ihren Kindern, auf die sie sehr stolz war. Sie war eine zierliche, noch sehr jugendlich wirkende Dame. Ihr dunkles Haar hatte nur einzelne silbergraue Strähnchen.
Bea besuchte fast täglich die kranken Kinder in der Klinik, brachte ihnen selbstgefertigte Puppen mit und erzählte ihnen Märchen, die sie sich ausgedacht hatte. Alle Kinder liebten sie.
Kay und Hanna hatten vor ein paar Jahren das Doktorhaus bauen lassen. Nur eine Wiese trennte es von der Klinik. Jeder hatte seine eigene Wohnung und einen Garten.
Hella Sanders war bei Kay Haushälterin. Sie war sehr tüchtig, und er war mit ihr zufrieden.
Hannas Haushälterin war Jolande Rilla. Sie hatte fuchsrotes Haar, daher wurde sie Füchsin genannt. Beide verstanden sich gut und hatten sich angefreundet.
An diesem Tag hatte die Füchsin im Eßzimmer den Frühstückstisch gerichtet, weil es auf der Terrasse so früh noch zu kühl war. Es versprach aber ein wunderschöner Tag zu werden, denn der Himmel war wolkenlos.
Als Hanna nach unten kam, saß die Mutter schon am Tisch. Mit einem Küßchen auf die Wange begrüßte sie diese und fragte gleich: »Warum bist du schon so früh aufgestanden, Mutti?«
»Ganz einfach, weil ich mit euch allen frühstücken wollte.«
»Das finde ich natürlich sehr schön, aber du solltest dir auch etwas mehr Ruhe gönnen«, sagte Hanna und lächelte sie an. Dann fragte sie: »Wollte Kay nicht mit uns frühstücken?«
»Natürlich will ich das, liebe Schwester. Ich habe mir nur noch die Hände gewaschen«, sagte Kay, denn er hatte ihre Frage gehört. Auch er freute sich, daß die Mutter mit am Tisch saß.
Wie immer hatte Jolande alles sehr schön angerichtet. Sie kam mit dem Servierwagen ins Zimmer, auf dem Tee- und Kaffeekanne standen, natürlich hatte sie auch die mit frischem Obst gefüllte Schale nicht vergessen. Ihr fröhliches »Guten Morgen!« und die Worte: »Wie schön, daß mal wieder alle beisammen sind«, zauberten ein kleines Lächeln auf die Lippen der Anwesenden.
Jolande goß Kaffee oder Tee nach Wunsch ein und setzte sich dann Hanna gegenüber. Jeder nahm sich, auf was er Appetit hatte. Und die Füchsin freute sich, daß es allen gut schmeckte. Sie wollte nun wissen: »Kannst du heute zum Mittagessen hier sein, Hanna?«
»Wenn nichts dazwischen kommt, ja. So genau kann man das aber nicht sagen.«
»Ich würde auch gern kommen«, meinte Kay, »doch für mich gilt das gleiche.«
»Mir fällt schon eine Mahlzeit ein, die schnell zubereitet ist, wenn ihr kommt«, sagte die Füchsin.
Hanna stand als erste vom Tisch auf. »Ich geh jetzt schon in die Klinik, Kay, damit ich noch einmal die Krankenunterlagen der kleinen Susanne Hellmann durchsehen kann.«
Kay fragte: »Für wann hast du mit ihrer Mutter einen Termin vereinbart?«
»Erst um neun. Vorher will ich nach meinen anderen Kindern sehen. Die Untersuchungen bei Susanne dauern noch etwas länger. Sie ist erst vier – Jahre, aber so lieb und kein bißchen wehleidig.«
»Hatte das Mädchen nicht ein kleines Loch im Herzen, als es zur Welt kam?« fragte Bea interessiert.
»Ja, Mutti, es ist fast schon zugewachsen. Ich sage dir Bescheid, welches Resultat die Untersuchung heute gebracht hat.« Hanna wollte sich soeben verabschieden, als das Telefon, das in der Diele stand, klingelte. Sie nahm den Hörer ab, es war Martin Schriewers.
Er meldete, daß ein Herr Reuter seine fünfjährige Tochter gebracht habe, die bei einem Treppensturz den linken Arm gebrochen hatte.
»In wenigen Minuten bin ich in der Klinik«, sagte Hanna, »dann werden Dr. Mettner und ich uns um das Mädchen kümmern.«
Nachdem sie den Hörer aufgelegt hatte, berichtete sie Kay, was Martin Schriewers gesagt hatte.
»Ich komme bald nach, Hanna.« Er legte sein Besteck zur Seite und sprang auf.
Nach einem kurzen Gruß verließen die Geschwister das Haus. Während Hanna durch den Klinikpark eilte, ging Kay in seine Wohnung und zog sich schnell um.
Hanna liebte ihren Beruf über alles – und sie war glücklich, wenn die Kinder wieder gesund von ihren Angehörigen abgeholt wurden.
Auch sie wünschte sich eines Tages ein oder zwei Kinder. Den richtigen Partner hatte sie jedoch noch nicht gefunden. Gut wäre es, wenn er auch Arzt wäre, dann würde er Verständnis dafür haben, daß es in ihrem Beruf keinen Achtstundentag gab.
Als Hanna die Klinikhalle betrat, ging sie gleich zur Aufnahme. Martin Schriewers schien auf sie gewartet zu haben.
»Frau Doktor, das kleine Mädchen ist bereits im Untersuchungsraum. Doktor Mettner und Oberschwester Elli kümmern sich schon um Mariele Reuter.«
Die junge Ärztin fragte erstaunt: »Mariele Reuter? – Sie war doch erst vor vier Wochen bei uns?«
»Ja, sie ist es. Ihr Vater wartet im Besuchszimmer auf den Bericht der Untersuchung.«
»Na, dann will ich mich auch um das blonde Lockenköpfchen kümmern«, sagte Hanna und ging durch die sich automatisch öffnende Glastür, die zu den Behandlungsräumen führte.
Als sie das Untersuchungszimmer betrat, grüßte sie leise den Kollegen Mettner und Oberschwester Elli. Diese nickte ihr nur lächelnd zu.
Aus einem der Schränke nahm sich Hanna einen ihrer weißen Arztkittel und wusch sich die Hände, dann ging sie zur Liege, auf der Mariele lag. Sie erschrak sehr, als sie die Fünfjährige sah, die sehr blaß war und apathisch alles mit sich geschehen ließ.
Fragend sah die Ärztin Dr. Mettner an, nachdem er ihr die blauen Flecke an den Beinen gezeigt hatte. Der rechte Arm hatte auch Abschürfungen, die Dr. Mettner schon mit Jod eingepinselt hatte und nun mit Gaze abdeckte.
»Den gebrochenen Unterarm müssen wir noch röntgen, dann können wir ihn eingipsen.«
»Wie ist denn das passiert, Mariele?« fragte Hanna Martens sanft, dabei streichelte sie zart das blasse Gesicht.
Kaum verständlich kam es von den Lippen des Kindes: »Für Papi – sollte ich – die Zeitung holen, da fiel ich – die Steintreppe runter.«
»War dir schwindelig?« fragte Hanna weiter.
Mariele nickte nur, dann schloß sie wieder die Augen.
Dr. Mettner sagte: »Ich habe ihr eine schmerzstillende Spritze injiziert. Kollege Dornbach ist im Labor, er macht die Blutanalyse.«
»Hoffentlich finden wir bald heraus, warum das Kind so oft hinfällt«, meinte Hanna.
Die Kleine war inzwischen eingeschlafen, deshalb sprach die Oberschwester aus, was die beiden Ärzte dachten: »Ich fürchte, Mariele bekommt nicht genug zu essen. Sie ist so mager geworden, kein Wunder, wenn sie die Treppe runterfällt.«
»Das kann ich mir nicht denken«, sagte Hanna nachdenklich. »Ihre Mutter ist doch eine vernünftige Frau, und sie liebt ihre Kleine.«
Elli fragte nun: »Kann es sein, daß Mariele von ihrem Vater schikaniert wird?«
»Alles ist möglich«, meinte Dr. Mettner. »Das wäre dann ein Fall für unsere Kinderpsychologin, Dr. Andergast.«
Gespannt blickten nun alle auf Dr. Dornbach, der eben zur Tür hereinkam. Sein Gesicht war sehr ernst, als er ihnen die Blutwerte des kleinen Mädchens zeigte. »Mariele hat Unterzucker, das erklärt auch das Schwindelgefühl. – Ich denke, Frau Dr. Martens, wir sind alle einer Meinung, daß wir das Kind in der Klinik ein paar Wochen aufpäppeln müssen.«
»Sie haben recht, Herr Kollege. Sobald der Unterarm eingegipst ist, hängen wir sie an den Tropf. Mit
