Ich such' dich auf der ganzen Welt: Mami 1918 – Familienroman
Von Anna Sonngarten
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»Wer ist heute für die Kreuzproben zuständig?« rief der neue Laborarzt, Dr. Michael Dörner, in den Raum hinein. Susanne Falkenstein hob nur kurz den Arm hoch, derweil sie weiter mit dem Kopf über ihrem Mikroskop gebeugt dasaß und so zu verstehen gab, daß sie im Augenblick nicht gestört werden wollte. Dr. Dörner ging zu ihr herüber.
»Frau Falkenstein, die Chirurgie hat sich gemeldet, um nachzufragen, ob die Kreuzprobe fertig ist.«
»Kann abgelesen werden«, gab Susanne knapp zur Antwort. Dr. Dörner hatte sich etwas mehr Aufmerksamkeit für seine Person von Seiten der medizinisch-technischen Assistentin gewünscht. Daß sie noch nicht einmal den Kopf hob, wenn ihr Chef den Raum betrat, fand er irgendwie dreist, aber es imponierte ihm auch. Dr. Dörner war ein gutaussehender Mann, und das wußte er. Seine markanten Gesichtszüge kontrastierten mit dem hellblonden Haar, das er länger trug als im allgemeinen üblich und ihm den Anstrich einer gewissen Extravaganz verlieh. Es hatte sich unter den Assistentinnen des Zentrallabors auch schon herumgesprochen, daß der Laborarzt unverheiratet war. Man tuschelte hinter seinem Rücken, was der Arzt mit Genugtuung zur Kenntnis nahm. Nur Susanne Falkenstein schien kein Interesse an ihm zu haben. Dr. Dörner las die Kreuzprobe ab und benachrichtigte dann die Chirurgie.
»Die Kreuzprobe ist unauffällig, die Blutkonserven können dem Patienten gegeben werden«, teilte er mit und warf wieder einen Blick auf Susanne, die immer noch in ihr Mikroskop schaute. Er betrachtete ihr schönes Profil. Ihre schwarzen kinnlangen Haare waren zu einer Pagenfrisur geschnitten und gaben den Blick auf ihren schlanken Hals frei. Als
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Buchvorschau
Ich such' dich auf der ganzen Welt - Anna Sonngarten
Mami
– 1918 –
Ich such' dich auf der ganzen Welt
Dennis vermisst schmerzlich seinen Papi
Anna Sonngarten
»Wer ist heute für die Kreuzproben zuständig?« rief der neue Laborarzt, Dr. Michael Dörner, in den Raum hinein. Susanne Falkenstein hob nur kurz den Arm hoch, derweil sie weiter mit dem Kopf über ihrem Mikroskop gebeugt dasaß und so zu verstehen gab, daß sie im Augenblick nicht gestört werden wollte. Dr. Dörner ging zu ihr herüber.
»Frau Falkenstein, die Chirurgie hat sich gemeldet, um nachzufragen, ob die Kreuzprobe fertig ist.«
»Kann abgelesen werden«, gab Susanne knapp zur Antwort. Dr. Dörner hatte sich etwas mehr Aufmerksamkeit für seine Person von Seiten der medizinisch-technischen Assistentin gewünscht. Daß sie noch nicht einmal den Kopf hob, wenn ihr Chef den Raum betrat, fand er irgendwie dreist, aber es imponierte ihm auch. Dr. Dörner war ein gutaussehender Mann, und das wußte er. Seine markanten Gesichtszüge kontrastierten mit dem hellblonden Haar, das er länger trug als im allgemeinen üblich und ihm den Anstrich einer gewissen Extravaganz verlieh. Es hatte sich unter den Assistentinnen des Zentrallabors auch schon herumgesprochen, daß der Laborarzt unverheiratet war. Man tuschelte hinter seinem Rücken, was der Arzt mit Genugtuung zur Kenntnis nahm. Nur Susanne Falkenstein schien kein Interesse an ihm zu haben. Dr. Dörner las die Kreuzprobe ab und benachrichtigte dann die Chirurgie.
»Die Kreuzprobe ist unauffällig, die Blutkonserven können dem Patienten gegeben werden«, teilte er mit und warf wieder einen Blick auf Susanne, die immer noch in ihr Mikroskop schaute. Er betrachtete ihr schönes Profil. Ihre schwarzen kinnlangen Haare waren zu einer Pagenfrisur geschnitten und gaben den Blick auf ihren schlanken Hals frei. Als würde sie seinen Blick spüren, ließ sie plötzlich ab von ihrem Mikroskop und sah zu Dr. Dörner auf. In ihren blauen Augen, die unter den schwarzen Ponyfransen hervorblitzten, lag ein spöttischer Ausdruck.
»Gibt es noch etwas, Herr Dr. Dörner?«
»Nein, eigentlich nicht«, sprach Michael Dörner ruhig.
»Aber was ich immer schon einmal wissen wollte. Sind Sie mit dem Kinderarzt Dr. Stefan Falkenstein verwandt?«
»Ja, das ist mein Bruder«, antwortete Susanne beiläufig.
»Dann sind Sie also nicht verheiratet… Mir ist nämlich zu Ohren gekommen, daß Sie einen Sohn haben.«
»So, ist Ihnen das zu Ohren gekommen.« Susanne hatte wenig Interesse an einem privaten Gespräch mit ihrem Chef. Er sah gut aus, aber ihr gefiel er nicht. Er hatte kalte Augen, auch wenn er lächelte.
»Es wundert mich nur, wie man eine so schöne junge Frau mit Kind sitzen lassen kann.« Dr. Dörner schien wirklich vor einem Rätsel zu stehen, dem er auf den Grund gehen wollte.
»Ist Ihnen auch das zu Ohren gekommen, daß ich sitzen gelassen worden bin?« In Susannes Tonfall war eine gewisse Schärfe jetzt unüberhörbar, aber Michael Dörner schien das nicht zu bemerken.
»Nicht direkt, aber so oder so ähnlich wird es doch gewesen sein, nicht wahr?« Dr. Dörner lächelte nachsichtig. Susanne merkte, wie die Wut in ihr emporkroch. Nur wenige Menschen wußten von ihrem Schicksal. Unter anderen Umständen wäre Dr. Dörner der letzte gewesen, dem sie davon berichtet hätte, aber nun zischte sie:
»Ich bin nicht sitzen gelassen worden. Der Vater von Dennis weiß überhaupt nicht, daß er einen Sohn hat. Ich habe ihn nie wieder gesehen.« In dem großen Labor hielten einige Assistentinnen in ihrer Arbeit inne und schauten zu den beiden herüber. Peinliche Stille breitete sich aus. Dr. Dörner mußte sich eingestehen, in seinem Versuch, mit der schönen Laborassistentin anzubändeln, vorerst gescheitert zu sein. Er räusperte sich und vergrub seine Hände in seinen Kitteltaschen.
Susanne, die mit einem feurigen Temperament gesegnet war, funkelte ihn wütend an. Doch sie hütete ihre Zunge. Sie hatte wegen ihrer forschen Art schon so oft Schwierigkeiten heraufbeschworen. Als alleinerziehende Mutter war sie auf ihren Job angewiesen. Ein Wortgefecht mit dem neuen Chef war nicht unbedingt die beste Voraussetzung dafür, daß sie ihren Job auch in Zukunft würde behalten können. Als Halbtagskraft hatte sie ohnehin schon eine wackelige Position.
Dr. Dörner wußte nicht recht, wie er das Gespräch beenden sollte. Er starrte Susanne an, von deren Anblick er fasziniert war. Ihr ebenmäßiger milchigweißer Teint, der sie immer ein wenig unnahbar erscheinen ließ, hatte sich über den Wangen gerötet. Ihre blauen Augen wirkten auf einmal viel dunkler, fast so schwarz wie ihre Ponyfransen. Susanne Falkenstein war verärgert. Daran gab es keinen Zweifel.
Doch bevor sich Dr. Dörner einigermaßen geschickt aus der Unterhaltung hätte herauswinden können, hatte sich Susanne schon wieder ihrem Mikroskop zugewandt. Die Unterhaltung war für sie beendet. Dr. Dörner zuckte mit den Schultern und ging in sein Büro.
*
»War es das?« fragte Dr. Stefan Falkenstein seine Sprechstundenhilfe Michaela Gerber.
»Nein, gleich kommen noch die Zwillinge Burger. Tom und Merle haben vermutlich die Windpocken. Sie haben die beiden für einen Termin nach der offiziellen Sprechzeit bestellt«, antwortete ihm Michaela, ein hübsches junges Mädchen im zweiten Jahr ihrer Ausbildung.
»Stimmt, das hatte ich ganz vergessen.« Dr. Falkenstein und seine Helferin hatten zur Zeit alle Hände voll zu tun, da eine weitere Arzthelferin im Mutterschutz war und er noch keinen Ersatz gefunden hatte. Gott sei Dank war Michaela sehr fleißig, und sie hatte darüber hinaus eine fröhliche warmherzige Ausstrahlung, was insbesondere den kleinen Patienten gefiel. Es klingelte an der Tür, und Frau Burger kam mit ihren beiden Kindern herein. Frau Burger hatte recht gehabt. Tom und Merle, die beiden Fünfjährigen, hatten die Windpocken.
»Na, dann kommt mal herein«, forderte Dr. Falkenstein seine kleinen Patienten auf. Frau Burger, eine großgewachsene Frau Mitte Dreißig, schob ihre Zwillinge in den Behandlungsraum. Der Kinderarzt untersuchte die Zwillinge. Die ansonsten so lebhaften Kinder waren heute beide nicht in der besten Stimmung. Sie waren kaum bereit, auf die Fragen zu antworten, die ihnen der Doktor stellte.
»Haben Sie ihnen schon Fieber gemessen?« fragte er Frau Burger.
»Ja, beide haben knapp neununddreißig.«
Er sah sich die Kinder genau an.
»Ich werde Ihnen etwas zum Einpinseln der Pöckchen verschreiben, etwas gegen Juckreiz und auch Fieberzäpfchen. Die Fieberzäpfchen bitte erst ab neununddreißigfünf geben, und nur alle sechs Stunden eins. Mehr kann man bei Windpocken leider nicht machen, aber in ein paar Tagen wird es den beiden schon deutlich besser gehen.«
Frau Burger nickte. »Kann ich mit den Kindern raus gehen?«
»Sie müssen öffentliche Gebäude meiden. Also natürlich dürfen Sie die Kinder nicht in den Kindergarten schicken und nicht mit zum Einkaufen nehmen. Die Ansteckungsgefahr ist enorm hoch bei Windpocken. Es ist zwar im allgemeinen eine harmlose Erkrankung, aber sie kann bei Säuglingen oder immungeschwächten Kindern auch zu Komplikationen führen.«
»Das wird gar nicht so einfach für mich werden. Ich kann die kranken Kinder ja nicht allein zu Hause lassen, wenn ich einkaufen muß. Mein Mann kommt immer so spät. Bis dahin haben die Geschäfte geschlossen.«
»Das ist ein Problem. Kann Ihnen denn niemand helfen?«
»Doch, ich kann morgen bei Ihnen vorbeikommen. Ich wohne ja gleich um die Ecke, und morgen nachmittag haben wir die Praxis geschlossen«, schlug Michaela vor.
