Wir beide brauchen Zärtlichkeit: Sophienlust 154 – Familienroman
Von Susanne Svanberg
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Über dieses E-Book
Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren.
Dr. Anja Frey, die Hausärztin von Sophienlust, steckte das Stethoskop in die Tasche ihres weißen Kittels. Lächelnd sah sie die kleine Patientin an. »Es wird schon wieder, Heidi. Aber einige Tage musst du im Bett bleiben.«
»Mein Hals tut weh«, jammerte das kleine Mädchen.
Die Ärztin fasste an die Drüsen zu beiden Seiten unterhalb des Kinns. Sie waren stark geschwollen. »Es wird noch ein bisschen schlimmer werden, Spatz. Du musst sehr tapfer sein. Du wirst so dicke Backen bekommen wie ein kleiner Hamster.«
»Mumps?«, fragte Frau Denise von Schoenecker, die am Fußende des Krankenbettes stand, erschrocken. Besorgt schaute sie auf ihren Schützling. Heidi war eines der jüngsten Kinder des Heims. Ein richtiger kleiner Sonnenschein.
»Ich befürchte es. Sie wissen, was das bedeutet, Frau von Schoenecker. Heidi muss streng isoliert werden. Die Krankheit ist sehr ansteckend.«
Heidi, die sich zurückgelegt hatte, sah mit großen Augen zu den Erwachsenen auf. Sie verstand das Wort ›isoliert‹ nicht. Doch was ›ansteckend‹ bedeutete, das wusste sie ganz genau. Erst vor einigen Wochen hatte Henrik, Tante Isis kleiner Sohn, Windpocken gehabt. Und niemand hatte ihn besuchen dürfen.
»Aber Nick darf doch zu mir kommen, nicht wahr?«, fragte die Kleine weinerlich. »Er ist ja schon groß und bekommt keine Kinderkrankheiten mehr.« Heidi hing sehr an dem ältesten Sohn Denise von Schoeneckers, dem künftigen Erben von Sophienlust.
»Hatte Nick schon Mumps?«, fragte die Ärztin besorgt.
Denise zuckte zustimmend. »Nick und Pünktchen haben die Krankheit gemeinsam durchgemacht.«
»Trotzdem müssen wir sehr vorsichtig sein. Auch wenn Nick selbst den Mumps nicht mehr bekommen kann, so könnte er ihn doch
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Buchvorschau
Wir beide brauchen Zärtlichkeit - Susanne Svanberg
Sophienlust
– 154 –
Wir beide brauchen Zärtlichkeit
Wer kümmert sich um Dany und Sannt?
Susanne Svanberg
Dr. Anja Frey, die Hausärztin von Sophienlust, steckte das Stethoskop in die Tasche ihres weißen Kittels. Lächelnd sah sie die kleine Patientin an. »Es wird schon wieder, Heidi. Aber einige Tage musst du im Bett bleiben.«
»Mein Hals tut weh«, jammerte das kleine Mädchen.
Die Ärztin fasste an die Drüsen zu beiden Seiten unterhalb des Kinns. Sie waren stark geschwollen. »Es wird noch ein bisschen schlimmer werden, Spatz. Du musst sehr tapfer sein. Du wirst so dicke Backen bekommen wie ein kleiner Hamster.«
»Mumps?«, fragte Frau Denise von Schoenecker, die am Fußende des Krankenbettes stand, erschrocken. Besorgt schaute sie auf ihren Schützling. Heidi war eines der jüngsten Kinder des Heims. Ein richtiger kleiner Sonnenschein.
»Ich befürchte es. Sie wissen, was das bedeutet, Frau von Schoenecker. Heidi muss streng isoliert werden. Die Krankheit ist sehr ansteckend.«
Heidi, die sich zurückgelegt hatte, sah mit großen Augen zu den Erwachsenen auf. Sie verstand das Wort ›isoliert‹ nicht. Doch was ›ansteckend‹ bedeutete, das wusste sie ganz genau. Erst vor einigen Wochen hatte Henrik, Tante Isis kleiner Sohn, Windpocken gehabt. Und niemand hatte ihn besuchen dürfen.
»Aber Nick darf doch zu mir kommen, nicht wahr?«, fragte die Kleine weinerlich. »Er ist ja schon groß und bekommt keine Kinderkrankheiten mehr.« Heidi hing sehr an dem ältesten Sohn Denise von Schoeneckers, dem künftigen Erben von Sophienlust.
»Hatte Nick schon Mumps?«, fragte die Ärztin besorgt.
Denise zuckte zustimmend. »Nick und Pünktchen haben die Krankheit gemeinsam durchgemacht.«
»Trotzdem müssen wir sehr vorsichtig sein. Auch wenn Nick selbst den Mumps nicht mehr bekommen kann, so könnte er ihn doch auf die anderen Kinder übertragen. Und das willst du doch nicht.« Frau Dr. Frey strich liebevoll über Heidis blonden Schopf. »Deshalb wollen wir in der ersten Zeit auf jeden Besuch verzichten. Später werden wir uns über entsprechende Vorsichtsmaßnahmen unterhalten.«
»Ist später … sehr lange?«, erkundigte sich Heidi und bemühte sich tapfer, die Tränen zurückzuhalten.
»Etwa drei Wochen.« Frau Frey zuckte bedauernd die Achseln.
»Keine Angst, Heidi«, beschwichtigte Denise sofort, »du wirst nicht allein sein. Schwester Regine bleibt die ganze Zeit über bei dir. Sie wird dir Geschichten vorlesen, wird mit dir spielen und dich verwöhnen wie eine kleine Prinzessin. Und ich schaue auch zu dir herein, sooft es geht.«
»Ja, Tante Isi«, piepste Heidi zufrieden. »Bekommst du keine dicken Backen?«
Denise verneinte lachend. »Ich werde auch sehr vorsichtig sein, damit niemand angesteckt wird. Ich werde jedes Mal die Kleider wechseln und die Hände desinfizieren.«
Wieder verstand Heidi nicht genau, was damit gemeint war. Sie hörte nur die gütige, liebevolle Stimme von Denise und sah den zärtlichen Blick, der so viel Mütterliches hatte. »Du bist so lieb, Tante Isi«, flüsterte sie und schloss müde die Augen.
Die beiden Frauen verließen leise das Krankenzimmer. Sie kannten einander seit vielen Jahren. Oft verband sie die gemeinsame Sorge um ein Waisenkind.
Dr. Frey gehörte zu den vielen Menschen, die Denise von Schoenecker bewunderten. Diese hübsche, charmante Frau hatte es verstanden, neben ihren vielen Pflichten der Familie gegenüber in Sophienlust einen Hort des Friedens zu schaffen. Keine Mühe scheute sie, um ihren Schützlingen in Sophienlust zu helfen. Oft profitierten nicht nur die Kleinen von ihrer Güte und Lebenserfahrung, oft schöpften auch die Erwachsenen in Sophienlust durch sie wieder neuen Mut.
»Ich weiß noch gar nicht, woher ich Ersatz für Schwester Regine nehmen soll«, seufzte Denise leise. »Wenn sie für drei bis vier Wochen ausfällt, habe ich niemanden, der die Kleinen betreut. Zwei unserer Hilfskräfte sind im Urlaub.«
Frau Dr. Frey blieb vor der Sesselgruppe in der Halle stehen. »Ich glaube, ich könnte Ihnen helfen. Eigentlich wollte ich Sie ohnehin fragen, ob Sie vorübergehend eine Betreuerin für die Kinder brauchen könnten.«
»Wirklich?« Denises dunkle Augen strahlten.
»Ein Studienkollege bat mich um diese Gefälligkeit. Er weiß, dass ich Verbindung zum Kinderheim Sophienlust habe, und hofft, dass eine seiner Patientinnen vorübergehend hier beschäftigt werden kann.«
Denise zog fragend die Augenbrauen hoch.
»Er ist Leiter einer psychiatrischen Klinik«, erklärte Frau Dr. Frey rasch.
Denises Gesichtsausdruck wurde noch fragender. Jetzt verstehe ich gar nichts mehr, schien ihr Blick auszudrücken.
Frau Dr. Frey nickte verständnisvoll. »Es handelt sich um eine junge Französin, die eine abgeschlossene Ausbildung als Kinderpflegerin hat. Sie heiratete in Deutschland. Einen recht vermögenden Mann übrigens. Doch leider hatte er vor einem halben Jahr einen schweren Unfall. Dabei kam er selbst und das zweijährige Töchterchen ums Leben. Florence, das ist die junge Französin, überlebte, obwohl auch sie seinerzeit im Wagen war. Der Schmerz war für sie so gewaltig, dass sie fast den Verstand verlor. Tatsächlich hat man Monate gebraucht, um ihre Depressionen zu lindern. Sie ist jetzt geheilt, aber sie hat jedes Interesse an ihrer Umwelt verloren.«
»Ihr Kollege hat wohl großes Interesse an Florence? Normalerweise kann sich ein Arzt doch nicht so intensiv mit seinen Patienten befassen.«
Die Ärztin nickte bedächtig. »Ich habe ihn natürlich nicht danach gefragt, aber Sie haben wieder einmal recht. Auch ich hatte sofort den Eindruck, dass er diese Florence liebt. Das ist nicht weiter erstaunlich, denn sie ist außergewöhnlich hübsch. Wir haben uns lange über sie unterhalten, und später lernte ich sie auch kennen. Eine sympathische junge Dame, die sich in ihrem Leid völlig abgekapselt hat.«
Denise sah auf ihre schmalen Hände. »Ich weiß nicht«, meinte sie nachdenklich, »ob diese junge Dame geeignet ist, lebhafte Kinder zu betreuen. Vielleicht wäre es besser, wenn sie zunächst eine andere Beschäftigung annehmen würde.«
»Das habe ich auch sofort gedacht«, erwiderte Anja Frey spontan. »Ich habe das meinem Kollegen auch gesagt, aber er ist der festen Überzeugung, dass nur der Umgang mit Kindern Florence helfen könnte, wieder zu sich selbst zu finden. Er hat mir nachdrücklich versichert, dass keinerlei Bedenken bestehen, der jungen Frau Kinder anzuvertrauen. Sie sei der Verantwortung gewachsen. Außerdem bestünden keine Zweifel darüber, dass Florence ihr seltsames Verhalten aufgeben würde, sobald sie wieder eine Aufgabe haben würde. Deshalb sucht Dr. Solten jemanden, der seiner Patientin eine Chance gibt. Er verbürgt sich dafür, dass Florence niemanden enttäuschen wird. Aber ich verstehe natürlich, dass das für Sie keine Sicherheit ist.«
»Warum sollen wir es nicht versuchen?«, fragte Denise und atmete gut durch. »Vielleicht kann der jungen Frau auf diese Weise tatsächlich geholfen werden. Für mich ist es ein Risiko, aber ich werde es eingehen.«
»Ich wusste, dass Sie Verständnis für dieses Anliegen haben würden«, meinte die Ärztin erleichtert. »Dr. Solten wird froh sein. Übrigens vergaß ich zu erwähnen, dass Florence ehrenamtlich bei Ihnen arbeiten wird. Sie hat das Vermögen ihres Mannes geerbt und ist somit finanziell unabhängig. Für sie ist diese Arbeit nichts anderes als Medizin.«
»Eine Medizin, die hoffentlich ihre Wirkung nicht verfehlen wird.«
»Darf ich Florence schon in den nächsten Tagen zu Ihnen bringen?« Frau Dr. Frey drückte Denise zum Abschied dankbar die Hand.
»Das wäre mir sehr recht, da ich ja dringend jemanden brauche.«
*
Dr. Solten klopfte laut, bevor er das Zimmer seiner Patientin betrat. Doch von drinnen kam keine Antwort. Er hatte auch nicht damit gerechnet.
Florence Theger saß am Fenster und sah teilnahmslos in den Park der Klinik hinunter. Seit Monaten verhielt sie sich so. Alle Medikamente und Behandlungsmethoden, die angewendet worden waren, hatten sie nicht aus ihrer Gleichgültigkeit wachrütteln können.
Sekundenlang nahm der Arzt das hübsche Bild in sich auf. Florence war zart und zierlich. Weich und glänzend fiel ihr das kastanienbraune Haar auf die Schultern. Die samtbraunen Augen blickten melancholisch in die Welt, das noch fast kindlich wirkende Gesicht hatte einen ungewöhnlichen Reiz. Immerzu hätte Dr. Solten die junge Florence ansehen mögen. Eigentlich war kaum zu verstehen, dass ein Mensch, der so hübsch war, sich so sehr in sinnlosen Schmerz hineinsteigerte.
In vielen Gesprächen hatte Dr. Solten die junge Französin kennen- und liebengelernt. Er hatte seine Gefühle mehrmals angedeutet, doch Florence hatte nie darauf reagiert. Aber vielleicht, so sagte sich der Arzt, würde in einigen Wochen schon alles besser sein. Dann nämlich, wenn es gelungen sein würde, die Sperre in Florence zu lösen.
