Über dieses E-Book
Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren.
»Warum weinen Sie denn?« Pünktchen war rein zufällig an dem kleinen Raum vorbeigekommen, in dem Besen, Schrubber und Bohnermaschine verwahrt wurden. Sie hatte im Musikzimmer ihre Federtasche vergessen und war rasch über die Seitentreppe der Schule gelaufen, weil sie damit den Weg abkürzte. Dabei hatte sie die weinende Maria Cortez entdeckt. Sämtliche Schüler des Gymnasiums in Maibach hatten die hübsche und sonst immer fröhliche Spanierin mit den dunklen Augen gern. Deshalb war Pünktchen auch ganz entsetzt, sie in Tränen zu finden.
»Ich weiß nicht, was ich machen soll, Angelina.«
Pünktchen hieß mit vollem Namen Angelina Dommin. Aber es gab nur wenige Leute, die sie so nannten. Maria Cortez tat es, weil ihr der Name Angelina gut gefiel. Außerdem konnte sie als Spanierin das Wort Pünktchen nicht gut aussprechen, obwohl sie die deutsche Sprache schon recht gut beherrschte.
»Ist etwas passiert?«, erkundigte sich Pünktchen mitleidig. »Sind Sie etwa krank?«
»Ich nicht, aber mein Mann.« Maria Cortez, die mit ihrem Mann auf der Suche nach Arbeit aus Spanien nach Deutschland gekommen war, sah verzweifelt aus.
»Dann muss er ins Krankenhaus«, erklärte Pünktchen resolut. »Es nützt bestimmt nichts, wenn Sie hier herumsitzen und weinen.«
»Er liegt ja im Krankenhaus. Aber in Barcelona.«
»Ach so, und jetzt möchten Sie schnell hinfahren und haben kein Geld? Wir könnten für Sie sammeln, Frau Cortez.«
»Nein, Angelina, am Geld liegt es nicht. Dafür haben wir genug auf dem Sparbuch. Es ist wegen Manuela, unserer kleinen Tochter. Ich habe ein Telegramm bekommen, dass ich sofort abreisen soll, weil es sehr schlecht steht mit meinem Mann. Aber
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Rezensionen für Mutterherz in Not!
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Buchvorschau
Mutterherz in Not! - Aliza Korten
Sophienlust
– 105 –
Mutterherz in Not!
Aliza Korten
»Warum weinen Sie denn?« Pünktchen war rein zufällig an dem kleinen Raum vorbeigekommen, in dem Besen, Schrubber und Bohnermaschine verwahrt wurden. Sie hatte im Musikzimmer ihre Federtasche vergessen und war rasch über die Seitentreppe der Schule gelaufen, weil sie damit den Weg abkürzte. Dabei hatte sie die weinende Maria Cortez entdeckt. Sämtliche Schüler des Gymnasiums in Maibach hatten die hübsche und sonst immer fröhliche Spanierin mit den dunklen Augen gern. Deshalb war Pünktchen auch ganz entsetzt, sie in Tränen zu finden.
»Ich weiß nicht, was ich machen soll, Angelina.«
Pünktchen hieß mit vollem Namen Angelina Dommin. Aber es gab nur wenige Leute, die sie so nannten. Maria Cortez tat es, weil ihr der Name Angelina gut gefiel. Außerdem konnte sie als Spanierin das Wort Pünktchen nicht gut aussprechen, obwohl sie die deutsche Sprache schon recht gut beherrschte.
»Ist etwas passiert?«, erkundigte sich Pünktchen mitleidig. »Sind Sie etwa krank?«
»Ich nicht, aber mein Mann.« Maria Cortez, die mit ihrem Mann auf der Suche nach Arbeit aus Spanien nach Deutschland gekommen war, sah verzweifelt aus.
»Dann muss er ins Krankenhaus«, erklärte Pünktchen resolut. »Es nützt bestimmt nichts, wenn Sie hier herumsitzen und weinen.«
»Er liegt ja im Krankenhaus. Aber in Barcelona.«
»Ach so, und jetzt möchten Sie schnell hinfahren und haben kein Geld? Wir könnten für Sie sammeln, Frau Cortez.«
»Nein, Angelina, am Geld liegt es nicht. Dafür haben wir genug auf dem Sparbuch. Es ist wegen Manuela, unserer kleinen Tochter. Ich habe ein Telegramm bekommen, dass ich sofort abreisen soll, weil es sehr schlecht steht mit meinem Mann. Aber ich kann Manuela nicht allein lassen. Sie ist ja noch nicht einmal vier Jahre alt.« Maria Cortez schluchzte auf. Die Angst um ihren Mann und die Unmöglichkeit, zu ihm zu fahren, schüttelte sie.
Pünktchen, die ihren Namen den vielen lustigen Sommersprossen auf ihrer Nase verdankte, stemmte die Arme in die Hüften. »Aber, Frau Cortez, das ist doch gar kein Problem. Manuela kommt nach Sophienlust, und Sie reisen ab.«
Maria Cortez hörte vor Schreck auf zu weinen. »Sophienlust ist ein Schloss für feine reiche Kinder, Angelina. Meine Manuela ist ein armes Mädchen. Das geht nicht.«
Pünktchen schnaufte ein bisschen, denn sie war über so viel Unwissenheit regelrecht empört. »Denken Sie vielleicht, ich wäre ein feines reiches Kind?«, fragte sie. »Von der Straße hat Nick mich aufgelesen und nach Sophienlust gebracht. Wer Hilfe braucht oder in Not ist, kann immer zu Tante Isi kommen. Tante Isi ist Nicks Mutti. Warten Sie mal, ich hole Nick rasch. Wir haben ja noch Pause.«
Pünktchen trabte davon. Sie entdeckte Dominik von Schoenecker, einen lang aufgeschossenen Buben mit sehr dunklem Haar und ebensolchen Augen, im Gespräch mit Irmela, die gleichfalls ein Sophienluster Kind war. Temperamentvoll und mit sich überstürzenden Worten berichtete Pünktchen, in welcher Situation sich die nette Spanierin befand. Sofort schlossen sich Nick und Irmela ihr an.
»Sie glaubt nicht, dass Manuela bei uns bleiben kann«, seufzte Pünktchen. »Vielleicht kannst du es ihr klarmachen, Nick.«
Maria Cortez erschrak ein wenig, als nun gleich drei Kinder erschienen. Was Nick ihr erklärte, erschien ihr vollkommen unglaubhaft, obwohl sie sich nicht vorstellen konnte, dass der sympathische Junge so faustdick schwindeln sollte.
»Sophienlust gehört mir, Frau Cortez«, versicherte Nick. »Meine Urgroßmutter hat es mir vererbt. Es ist für Kinder bestimmt, die in Not sind. Auch Erwachsene werden in Sophienlust aufgenommen. Wer kein Geld hat, braucht nicht zu bezahlen, denn es gehört ein großes Vermögen und ein Landgut zu dem Haus. Wenn Sie wollen, rufen wir meine Mutti an. Es wäre am einfachsten, wenn wir Ihre kleine Manuela gleich im Schulbus mit nach Sophienlust nehmen würden.«
Maria Cortez war nicht so leicht zu überzeugen. »Ihr meint es gut und wollt mir helfen. Aber das geht nicht. Meine Manuela passt nicht in ein Schloss.«
Die Schulglocke, die die nächste Stunde ankündigte, machte der fruchtlosen Unterhaltung zunächst ein Ende. Und nach Schulschluss hielten Nick, Pünktchen und Irmela vergeblich nach Maria Cortez Ausschau. Die Putzfrau war nach Hause gegangen.
»So was Dummes«, ärgerte sich Nick.
»Wir wollen uns vom Hausmeister ihre Adresse geben lassen«, schlug die praktische Irmela vor. »Anrufen kann man sie wahrscheinlich nicht. Aber es muss ja etwas geschehen, damit sie zu ihrem Mann kann.«
»Sonnenklar, dass etwas geschehen muss«, bestätigte Pünktchen. »Ich spritze zum Hausmeister. Sagt dem Chauffeur Bescheid, damit er nicht ohne mich abfährt.«
Fünf Minuten später brauste der knallrote Schulbus mit der Aufschrift »Kinderheim Sophienlust« davon. Jeden Tag brachte er die größeren Kinder nach Maibach zum Gymnasium. Ein zweiter Bus transportierte die jüngeren Kinder zur Grundschule in Wildmoos.
Allzu lange dauerte die Fahrt nach Sophienlust nicht. Wer das schöne alte Herrenhaus zum ersten Mal erblickte, hatte tatsächlich den Eindruck, dass es sich um ein Schloss handeln müsse. Insofern waren die Vorstellungen der jungen Spanierin nicht verwunderlich.
Kaum hielt der Bus, stieg Nick auch schon aus und begab sich im Dauerlauf ins Haus. Er klopfte an die Tür des Zimmers, das als Büro diente, und seufzte erleichtert auf, als er Frau Rennert, die Heimleiterin, darin vorfand.
»Was gibt’s denn, Nick? Du bist ja ganz außer Atem.«
»Ich muss mit Mutti sprechen, Tante Ma. Da ist ein kleines Mädchen aus Spanien, das wir sofort nach Sophienlust holen müssen. Es ist sehr eilig.«
Frau Rennert, von den Kindern liebevoll Tante Ma genannt, war sofort bei der Sache. Ein Kinderschicksal war in diesem Hause immer wichtig.
»Deine Mutti ist in Schoeneich, Nick. Ihr sollt zum Essen nach Hause kommen. Ich glaube, es ist Besuch da.«
Nick schilderte in kurzen Worten, worum es ging. »Wir haben die Adresse gleich mitgebracht«, fügte er hinzu. »Das war Irmelas Idee.«
»Natürlich nehmen wir die kleine Manuela auf«, bestätigte Frau Rennert. »Die arme Frau tut mir leid. Wer weiß, was ihr noch alles bevorsteht. Sprich mit deiner Mutti darüber. Jemand muss am Nachmittag nach Maibach fahren, um mit Manuelas Mutter zu reden.«
»Wenn sie nicht so stur gewesen wäre, hätten wir die Kleine gleich im Schulbus mitgebracht«, äußerte Nick.
»Stur ist nicht das rechte Wort, Nick. Wahrscheinlich ist die arme Frau zu bescheiden.«
In der Halle ertönte der Gong, der die Kinder zum Essen rief. Frau Rennert, die am Schreibtisch gesessen hatte, stand auf. »Du wirst deiner Mutti ja gleich alles erzählen, Nick. Da brauche ich nicht erst zu telefonieren. Rufe Henrik und beeilt euch. Der Chauffeur weiß Bescheid.«
»Ja, Tante Ma.«
Draußen wartete der Wagen Denise von Schoeneckers. Leider gab es noch einen kurzen Aufenthalt, weil Nicks jüngerer Bruder Henrik erst nach längerem Suchen bei der Köchin Magda in der Küche gefunden wurde, wo er mit unschuldsvollem Gesicht Pudding naschte.
»Fresssack«, schimpfte Nick. »Los, wir haben’s eilig.«
Die Entfernung von Sophienlust nach Schoeneich, dem Wohnsitz der Familie von Schoenecker, war nur kurz. Auf einer schmalen gepflegten Privatstraße, die Nicks Großvater vor einigen Jahren hatte bauen lassen, erreichte man das andere Gut.
Eine Viertelstunde später saßen die beiden Jungen mit ihren Eltern am Esstisch. Der Besuch, von dem Frau Rennert gesprochen hatte, war kein anderer als Sascha von Schoenecker, der große Bruder, der bereits in Heidelberg studierte. Die Überraschung war gelungen. Nick und Henrik stimmten ein freudiges Indianergeheul an, als sie Sascha erblickten.
Dann aber kam Nick sofort auf Manuela zu sprechen.
»Schade«, meinte Alexander von Schoenecker mit gutmütigem Lächeln. »Nun werde ich dich heute Nachmittag wohl entbehren müssen, Isi.«
Denise von Schoenecker legte die Hand auf die ihres geliebten Mannes. »Ist es nicht unsere Pflicht zu helfen, Alexander? Stell dir vor, du und ich, wir wären getrennt, und einer von uns wäre schwerkrank …«
»Ich weiß, Isi. Wahrscheinlich hätten wir alle dich nicht so lieb, wenn du anders dächtest.«
*
Sascha bot sich als Fahrer an, was Denise gern annahm, obwohl sie ihren Wagen auch oft selbst steuerte.
»Da kannst du mir unterwegs von dir erzählen, Sascha«, meinte sie fröhlich. »Wir haben jetzt doch so wenig von dir.«
Sascha stammte aus der ersten Ehe Alexander von Schoeneckers. Doch das Verhältnis zwischen ihm und Denise war nicht anders als zwischen Mutter und Sohn. Mit Andrea, ihrer bereits verheirateten Stieftochter, fühlte sich Denise ebenfalls innig verbunden. Andererseits erblickte Dominik, Denises Sohn aus ihrer kurzen Ehe mit Dietmar von Wellentin, in Alexander von Schoenecker durchaus seinen Vater. Und Henrik, der blonde Benjamin der glücklichen Familie, bildete sozusagen das Bindeglied zwischen allen. Er war Alexander und Denise in ihrer von tiefer Liebe erfüllten Ehe geschenkt worden.
Sascha setzte sich ans Steuer und betrachtete seine schöne dunkelhaarige Mutter mit beinahe verliebtem Blick. »Du wirst immer jünger, Mutti. Wie machst du das nur? Dabei bist du von früh bis spät auf den Beinen und arbeitest mehr als manche Frauen, die von sich behaupten, dass sie berufstätig seien.«
»Mach mir keine Komplimente«, meinte Denise lachend. »Wahrscheinlich bleibt man auch äußerlich jung, wenn man sich ein junges Herz bewahrt. Erzähle mir lieber von Heidelberg.«
Sascha berichtete von seinem Studium, und Denise hörte aufmerksam zu. Sie hielten in einer schmalen Straße. Das Haus war altmodisch und nicht sonderlich gepflegt. An der Tür waren
