Was soll aus uns werden?: Sophienlust 111 – Familienroman
Von Bettina Clausen
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Über dieses E-Book
Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren.
Dominik von Wellentin-Schoenecker stand vor dem Herrenhaus. Da fuhr ein fremder Wagen auf den Hof von Sophienlust. Ein Mann saß hinter dem Steuer. Etwa fünfunddreißig Jahre alt. Die Frau neben ihm mochte einige Jahre jünger sein.
Der Wagen bremste. Die Frau sprang heraus. »Hier muss ein kleines Mädchen sein!«, rief sie aufgeregt.
Nick schaute die Unbekannte befremdet an. Grüßen kann sie wohl nicht, dachte er. Trotzdem blieb er höflich. »Ich habe kein Mädchen gesehen.«
»Natürlich muss es hier sein. Nicht wahr, Fred?« Die Frau wandte sich zu ihrem Begleiter um, der gerade aus dem Wagen stieg.
»Es muss hier sein«, bestätigte er. Gleichzeitig kam er näher. Auch er grüßte nicht. »Es ist fünf Jahre alt und hört auf den Namen Binchen. Eigentlich heißt sie Sabine.« Der Mann war genauso nervös wie die Frau. Das machte Nick misstrauisch. »Ist Ihnen das Kind davongelaufen?«, erkundigte er sich.
»Natürlich ist es davongelaufen. Sonst würden wir es ja nicht suchen.« Anne Zimmermann schüttelte den Kopf.
Nick spürte, wie er zornig wurde. Aber er wollte nicht unhöflich zu den Fremden werden. Deshalb rief er nach Frau Rennert. »Tante Ma!«
Eine Minute später trat die Heimleiterin aus der Tür. »Guten Tag«, grüßte sie freundlich.
Doch die Fremden erwiderten den Gruß nicht. Sie hielten es auch nicht für nötig, sich vorzustellen. »Wir suchen ein kleines Mädchen. Es muss hier sein«, wiederholte Fred Zimmermann barsch.
»Handelt es sich um Ihre Tochter?«, erkundigte sich Frau Rennert.
»Aber das ist doch völlig nebensächlich!«, rief Anne gereizt.
Ein Schatten fiel über das gutmütige Gesicht der Heimleiterin. »Bei uns ist kein fremdes Kind«,
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Buchvorschau
Was soll aus uns werden? - Bettina Clausen
Sophienlust
– 111 –
Was soll aus uns werden?
Bettina Clausen
Dominik von Wellentin-Schoenecker stand vor dem Herrenhaus. Da fuhr ein fremder Wagen auf den Hof von Sophienlust. Ein Mann saß hinter dem Steuer. Etwa fünfunddreißig Jahre alt. Die Frau neben ihm mochte einige Jahre jünger sein.
Der Wagen bremste. Die Frau sprang heraus. »Hier muss ein kleines Mädchen sein!«, rief sie aufgeregt.
Nick schaute die Unbekannte befremdet an. Grüßen kann sie wohl nicht, dachte er. Trotzdem blieb er höflich. »Ich habe kein Mädchen gesehen.«
»Natürlich muss es hier sein. Nicht wahr, Fred?« Die Frau wandte sich zu ihrem Begleiter um, der gerade aus dem Wagen stieg.
»Es muss hier sein«, bestätigte er. Gleichzeitig kam er näher. Auch er grüßte nicht. »Es ist fünf Jahre alt und hört auf den Namen Binchen. Eigentlich heißt sie Sabine.« Der Mann war genauso nervös wie die Frau. Das machte Nick misstrauisch. »Ist Ihnen das Kind davongelaufen?«, erkundigte er sich.
»Natürlich ist es davongelaufen. Sonst würden wir es ja nicht suchen.« Anne Zimmermann schüttelte den Kopf.
Nick spürte, wie er zornig wurde. Aber er wollte nicht unhöflich zu den Fremden werden. Deshalb rief er nach Frau Rennert. »Tante Ma!«
Eine Minute später trat die Heimleiterin aus der Tür. »Guten Tag«, grüßte sie freundlich.
Doch die Fremden erwiderten den Gruß nicht. Sie hielten es auch nicht für nötig, sich vorzustellen. »Wir suchen ein kleines Mädchen. Es muss hier sein«, wiederholte Fred Zimmermann barsch.
»Handelt es sich um Ihre Tochter?«, erkundigte sich Frau Rennert.
»Aber das ist doch völlig nebensächlich!«, rief Anne gereizt.
Ein Schatten fiel über das gutmütige Gesicht der Heimleiterin. »Bei uns ist kein fremdes Kind«, erklärte sie.
»Aber Binchen muss hier sein!«
»Wieso muss das Kind ausgerechnet bei uns sein?«, fragte Frau Rennert irritiert. »Genauso gut kann es doch woanders sein.«
»Wo denn?«, schnappte Fred Zimmermann.
»Das kann ich Ihnen leider auch nicht sagen«, erwiderte die Heimleiterin. »Ich würde Ihnen raten, zur Polizei zu gehen.«
»Vielen Dank für den Ratschlag«, entgegnete Anne Zimmermann voller Hohn. »Aber wir sind überzeugt, dass Binchen hier ist.«
Das verstand die Heimleiterin nicht. »Darf ich fragen, warum Sie da so sicher sind?«
»Weil unser Haus nicht allzu weit von hier entfernt ist«, erklärte Fred ungeduldig.
»Und weil wir schon überall gefragt haben. Binchen ist nirgends.«
Mit einem Seufzer wandte sich Frau Rennert an Dominik. »Nick, würdest du bitte alle Kinder zusammenrufen?«
»Sofort, Tante Ma.« Er lief los.
»Darf ich Sie ins Haus bitten?«, wandte sich die Heimleiterin an die ungebetenen Gäste. Sie blieb noch immer höflich, wünschte sich aber, dass Frau von Schoenecker da wäre.
Anne und Fred Zimmermann betraten die Halle von Sophienlust. »Donnerwetter«, entfuhr es dem Mann. Neugierig betrachtete er die große Halle mit den wertvollen alten Möbeln. Dabei wurde sein Blick gierig.
Das entging der Heimleiterin nicht. »Bitte, nehmen Sie doch Platz. Dominik holt alle Kinder, die sich zur Zeit hier befinden. Dann können Sie selbst feststellen, ob ein fremdes Kind darunter ist.«
»Wer ist dieser Junge?«, wollte Anne Zimmermann wissen.
»Sie sprechen von dem künftigen Erben dieses Besitzes«, klärte Frau Rennert den Besuch auf.
Annes Augen wurden groß. »Dem Erben? Diesem Kind?«
»Dominik von Wellentin-Schoenecker ist der eigentliche Besitzer von Sophienlust. Seine Mutter verwaltet es nur für ihn.«
»Dann ist seine Mutter Frau von Schoenecker?«, folgerte Fred Zimmermann. Natürlich war ihm der Name von Schoenecker ein Begriff. Schließlich wohnten sie ja in der Nähe.
Frau Rennert bestätigte es.
Stimmengewirr erklang. Nick öffnete die Tür. Die Kinder traten ein. Eines nach dem anderen.
»Bitte, schauen Sie selbst, ob Ihre Tochter dabei ist«, forderte Frau Rennert die Besucher auf.
»Binchen ist nicht unsere Tochter«, entgegnete Anne Zimmermann geistesabwesend.
»Nicht Ihre Tochter?« Frau Rennert schaute fragend auf. Sie sah, wie der Mann der Frau einen tadelnden Blick zuwarf.
»Binchen ist unsere Nichte«, erklärte Fred. »Aber wir sind für das Kind verantwortlich.«
Anne Zimmermann musterte jedes Kind. Ungeduldig sprang sie schließlich auf. »Unsere Sabine ist nicht dabei.«
»Ich sagte Ihnen ja bereits, dass sie nicht hier ist.«
»Haben Sie etwas dagegen, wenn wir uns hier etwas umsehen?«
»Wie bitte?« Frau Rennert konnte ihre Entrüstung nicht verbergen. Das geht doch entschieden zu weit, sagte sie sich.
Da fuhr draußen ein Wagen vor. Kurz darauf betrat Denise von Schoenecker die Halle.
Gott sei Dank, dachte die Heimleiterin. Ihr Blick drückte diesen Stoßseufzer auch aus.
»Was ist denn hier los?«, erkundigte sich Denise. Erst dann sah sie die Fremden.
Fred Zimmermann erhob sich. »Wir suchen unsere kleine Nichte. Sie heißt Sabine, aber sie hört auf den Namen Binchen.«
»Darf ich mich erst einmal vorstellen?« Denise nannte ihren Namen.
Fred Zimmermann errötete. Das war ein deutlicher Hinweis auf seine Unhöflichkeit. »Mein Name ist Fred Zimmermann. Und das ist meine Schwester Anne.« Steif reichte er Denise die Hand.
Ich hätte geschworen, dass sie ein Ehepaar sind, dachte Frau Rennert und schickte die Kinder wieder hinaus.
Die Kinder verließen die Halle. Nick ging als Letzter. Dabei warf er dem frechen Geschwisterpaar einen unfreundlichen Blick zu. Die beiden gefielen ihm nicht.
Sie gefielen auch Denise nicht. Trotzdem machte sie mit ihnen einen Rundgang. »Binchen könnte sich ja irgendwo versteckt haben«, hatte Fred erklärt.
Ein Kind versteckt sich nur, wenn es sich fürchtet, dachte Denise. Doch sie blieb höflich. Damit konnte sie die aufgebrachten Geschwister beruhigen. Und sie konnte die beiden schließlich überzeugen, dass die kleine Sabine nicht in Sophienlust war.
»Vielleicht taucht Binchen noch bei Ihnen auf«, meinte Fred beim Abschied.
»Dann werde ich Sie selbstverständlich sofort benachrichtigen, Herr Zimmermann.«
»Sie haben uns sehr geholfen, Frau von Schoenecker«, flötete Anne Zimmermann. Sie reichte Denise die Hand.
Denise fühlte sich abgestoßen. Sie verabschiedete sich höflich, aber sehr kühl. Dann schaute sie den beiden nach. Sie gingen zu ihrem Wagen. Doch sie stiegen nicht sofort ein. Mit lauernden Blicken schauten sie sich um. Dann betrachteten sie das Herrenhaus von Sophienlust. Ihre Gesichter drückten dabei das Gleiche aus. Pure Besitzgier.
Das arme Kind, dachte Denise. Und wohin mochte es gelaufen sein?
Denise betrat die Halle. Nick stand bei Frau Rennert. Er stellte die gleiche Frage: »Wo kann dieses Mädchen sein, Mutti?«
»Da fragst du mich zu viel. Bei uns ist es jedenfalls nicht.«
Nick pflichtete ihr sofort bei. »Ich habe mit den Kindern noch einmal das ganze Haus durchsucht.«
»Sehr gut«, lobte Denise. »Es wäre nämlich unangenehm, wenn die Kleine doch hier wäre.«
»Verstehe ich, Mutti. Bei dieser übergeschnappten Tante und dem verrückten Onkel!«
Denise warf ihrem Sohn einen tadelnden Blick zu. Doch sie sagte nichts. Im Grunde genommen war die Charakteristik ja richtig. Sie wandte sich um. »Ich muss zurück nach Schoeneich.«
»Darf ich zum Abendessen hierbleiben, Mutti?«
»Also gut. Aber komm nicht zu spät zurück. Und vergiss deinen kleinen Bruder nicht. Ich kann ihn nirgends finden.«
»Er spielt mit Heidi und Fabian im Park. Ich bringe ihn schon mit.«
Frau Rennert öffnete das Küchenfenster. Es war Essenszeit. Doch sämtliche Kinder spielten noch draußen. »Heute habt ihr wohl wieder mal überhaupt keinen Hunger?«
»Doch!«, riefen sofort einige Stimmen. Die Hungrigsten liefen sofort ins Haus.
»Es gibt Pfannkuchen mit Himbeermarmelade«, verkündete Fabian.
»Woher weißt du das, Fabian?«
»Ich hab’s gerochen.«
Henrik lachte ihn aus.
»Wollen wir wetten?«, schlug Fabian sofort vor. Da trat Nick zu ihnen. Er verpasste Henrik einen sanften Rippenstoß. »Du sollst doch nicht wetten, kleiner Bruder.«
»Nenn mich nicht immer kleiner Bruder. So klein bin ich nicht mehr. Außerdem will ich ja gar nicht wetten. Fabian ist ganz wild darauf. Um was willst du wetten?«, erkundigte er sich aber doch.
»Oh, vielleicht um einen Pfannkuchen.«
Nick musste lachen. »Ihr könnt doch sowieso essen, so viel ihr wollt.«
»Stimmt auch wieder.« Fabian betrat mit Nick und Henrik den Speisesaal.
Es gab tatsächlich Pfannkuchen. Und sie schmeckten wieder einmal ganz ausgezeichnet. Doch plötzlich interessierten die guten Pfannkuchen keinen mehr. Fast gleichzeitig hörten alle Kinder zu essen auf.
»Was ist denn das?«, rief Heidi laut und deutete in die Mitte des Saales. Dort balgten sich zwei junge Hunde. Das wäre eigentlich nichts Ungewöhnliches gewesen. Doch es waren fremde Hunde. Kein Kind hatte sie je zuvor gesehen. Es waren zwei junge Spaniels. Der eine war honiggelb, das Fell des anderen war ganz hell. Schon fast weiß.
Nick schloss die Augen und öffnete sie sofort wieder. Aber die Hunde waren noch da. Es war keine Sinnestäuschung. »Aber das gibt es doch gar nicht!« Er stand auf.
Pünktchen und Heidi spielten schon mit den Hunden. »Ob die uns zugelaufen sind, Nick?« Pünktchen schaute auf. Helle Freude stand in ihren
