Wo Kinder glücklich sind: Sophienlust 236 – Familienroman
Von Anne Alexander
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Über dieses E-Book
Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren.
»Einen Augenblick, bitte!« Frau Rennert reichte den Telefonhörer an Denise von Schoenecker weiter, die an diesem Vormittag wieder einmal in Sophienlust war. »Das Stuttgarter Jugendamt«, erklärte sie.
»Denise von Schoenecker«, meldete sich Denise. »Ach, Sie sind es, Herr Sander!«
»Ja, und wieder einmal muss ich Sie um Hilfe bitten, Frau von Schoenecker. Das heißt, sofern Sie uns helfen können. Sophienlust ist ja ständig belegt.«
»Für Notfälle haben wir immer noch ein Plätzchen frei«, antwortete Denise. »Worum handelt es sich denn, Herr Sander?«
»Um einen zehnjährigen Jungen namens Simon Maifeld. Die übliche Geschichte! Mit zwei Jahren Einweisung ins Kinderheim, dann Aufenthalt bei zwei älteren Tanten, schließlich wieder Einweisung ins Kinderheim. Simon ist bereits zweimal ausgerückt. Einmal konnte er sich für eine Woche in einem Steinbruch verbergen.«
»Wann ist er das letzte Mal ausgerückt?«, fragte Denise ergriffen.
»Vor zehn Tagen«, antwortete Herr Sander. »Er wurde vierundzwanzig Stunden später auf dem Stuttgarter Hauptbahnhof gefunden. Er wollte nach Hamburg fahren, um dort als blinder Passagier auf ein Schiff zu gehen. Der Junge hat wohl zu viel Abenteuergeschichten gelesen. Jedenfalls hatte er sich eine starke Erkältung zugezogen und lag bis heute in der Krankenabteilung seines Heimes. Die Heimleiterin, Frau Krüger, bat mich, einen anderen Platz für ihn zu suchen. Er steckt die anderen Kinder mit seiner ständigen Unruhe an.«
»Im wievielten Kinderheim ist Simon denn schon?«
»Im dritten«, gestand Herr Sander.
»Und dann wundert man sich, dass er unruhig ist?« Denise lachte unfroh auf. »Das Kind hat doch noch nie einen festen Pol gehabt, an den es sich klammern konnte. Was ist mit seinen
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Buchvorschau
Wo Kinder glücklich sind - Anne Alexander
Sophienlust
– 236 –
Wo Kinder glücklich sind
Simon muss Sophienlust erst kennenlernen
Anne Alexander
»Einen Augenblick, bitte!« Frau Rennert reichte den Telefonhörer an Denise von Schoenecker weiter, die an diesem Vormittag wieder einmal in Sophienlust war. »Das Stuttgarter Jugendamt«, erklärte sie.
»Denise von Schoenecker«, meldete sich Denise. »Ach, Sie sind es, Herr Sander!«
»Ja, und wieder einmal muss ich Sie um Hilfe bitten, Frau von Schoenecker. Das heißt, sofern Sie uns helfen können. Sophienlust ist ja ständig belegt.«
»Für Notfälle haben wir immer noch ein Plätzchen frei«, antwortete Denise. »Worum handelt es sich denn, Herr Sander?«
»Um einen zehnjährigen Jungen namens Simon Maifeld. Die übliche Geschichte! Mit zwei Jahren Einweisung ins Kinderheim, dann Aufenthalt bei zwei älteren Tanten, schließlich wieder Einweisung ins Kinderheim. Simon ist bereits zweimal ausgerückt. Einmal konnte er sich für eine Woche in einem Steinbruch verbergen.«
»Wann ist er das letzte Mal ausgerückt?«, fragte Denise ergriffen.
»Vor zehn Tagen«, antwortete Herr Sander. »Er wurde vierundzwanzig Stunden später auf dem Stuttgarter Hauptbahnhof gefunden. Er wollte nach Hamburg fahren, um dort als blinder Passagier auf ein Schiff zu gehen. Der Junge hat wohl zu viel Abenteuergeschichten gelesen. Jedenfalls hatte er sich eine starke Erkältung zugezogen und lag bis heute in der Krankenabteilung seines Heimes. Die Heimleiterin, Frau Krüger, bat mich, einen anderen Platz für ihn zu suchen. Er steckt die anderen Kinder mit seiner ständigen Unruhe an.«
»Im wievielten Kinderheim ist Simon denn schon?«
»Im dritten«, gestand Herr Sander.
»Und dann wundert man sich, dass er unruhig ist?« Denise lachte unfroh auf. »Das Kind hat doch noch nie einen festen Pol gehabt, an den es sich klammern konnte. Was ist mit seinen Eltern?«
»Sie kamen bei einem Autounfall ums Leben, als Simon zwei Jahre alt war. Wie gesagt, Frau von Schoenecker, die Frage ist nun, ob Sie es mit ihm versuchen wollen. Ich weiß, was für einen Problemfall ich Ihnen damit wieder aufbürde, aber wenn Simon überhaupt jemals sein seelisches Gleichgewicht zurückgewinnen kann, dann nur in Sophienlust.«
»Und damit nehmen Sie mir die Entscheidung schon aus der Hand, Herr Sander«, meinte Denise. »Wir werden Simon in Sophienlust aufnehmen. Kann ich ihn heute Nachmittag abholen?«
»Sind Sie jetzt nicht ein bisschen zu eilig?«
»Wenn es um ein Kind geht, Herr Sander, kann man gar nicht eilig genug sein«, erklärte Denise von Schoenecker. »Simon hat in seinem jungen Leben schon genug mitmachen müssen. Bis jetzt ist es uns fast gelungen, verzweifelte, von der Welt der Erwachsenen enttäuschte Kinder glücklich zu machen.«
»Eben aus diesem Grund habe ich mich an Sie gewandt, Frau von Schoenecker. Ich werde sofort das Kinderheim Sonnenhof anrufen und Frau Krüger mitteilen, dass Sie heute Nachmittag kommen. Ihr wird ein Stein vom Herzen fallen. Frau Krüger wird dafür sorgen, dass Simons Sachen gepackt sind.«
»Danke, Herr Sander! Ich nehme an, Sie werden ebenfalls im Sonnenhof sein. Ich werde so etwa gegen vierzehn Uhr eintreffen. Wir besprechen dann dort alles Weitere. Auf Wiedersehen.«
»Auf Wiedersehen, Frau von Schoenecker!« Herr Sander legte auf.
Denise seufzte und blickte Frau Rennert an, die das Gespräch mitgehört hatte. »Jetzt bekommen wir also wieder ein Problemkind.«
»Die Frage ist nur, wo bringen wir Simon unter«, sagte Frau Rennert. Sie blickte zur Tür. »Ah, Schwester Regine, Sie kommen wie gerufen!« Sie lächelte der jungen Kinderschwester zu, die das Zimmer betrat. »Frau von Schoenecker wird heute Nachmittag einen zehnjährigen Jungen nach Sophienlust holen.«
Schwester Regine setzte sich. »Die Betten sind alle belegt«, meinte sie nach kurzer Überlegung. »Allerdings könnte man in irgendein Zimmer noch ein drittes Bett hineinstellen.« Sie sah Denise an. »Wissen Sie schon etwas über den Jungen?«
»Ja, dass er ein Problemkind ist.« Denise berichtete, was sie von Herrn Sander erfahren hatte.
»Dann würde ich sagen, wir bringen ihn in Fabians Zimmer unter. Wie enttäuscht war Fabian von den Erwachsenen, als er zu uns kam, und wie glücklich ist er hier geworden. Vielleicht wäre sein Einfluss dem Jungen nützlich?«
»Ihre Idee ist ausgezeichnet, Schwester Regine«, lobte Denise. »Fabian ist bei uns zu einem aufgeschlossenen Jungen geworden. Altersmäßig würden die beiden gut zusammenpassen. Und für den kleinen Peter Hafner wäre es unter Umständen auch gut.«
»Ja, Peter konzentriert sich zu sehr auf Fabian«, meinte Frau Rennert. »Wir haben ihn zwar extra in Fabians Zimmer gelegt, damit er in Fabian einen Freund hat, doch er ist zu anhänglich. Am liebsten würde er Fabian keinen Augenblick aus den Augen lassen.«
»Peter ist erst sechs«, sagte Schwester Regine. »Er sieht in Fabian den großen Bruder, den er durch diesen Unfall vor drei Monaten verloren hat. Mit der Zeit wird er sich wieder fangen.«
»Das glaube ich auch«, meinte Denise. »Schade, dass Fabian heute Nachmittag Schule hat. Ich hätte ihn gern nach Stuttgart mitgenommen. Vielleicht hätten sich die beiden Jungen gleich angefreundet.« Sie erhob sich. »Ich werde jetzt nach Schoeneich zurückfahren. Falls sich noch irgendetwas ergibt, rufen Sie mich bitte an.«
Schwester Regine begleitete Denise zu ihrem Wagen. »Wenn Fabian aus der Schule kommt, werde ich ihm sagen, dass er noch einen Zimmerkameraden bekommt«, versprach sie. »Vielleicht könnten Sie herauszufinden versuchen, was Simon gern isst, Frau von Schoenecker. Magda wird ihm sicherlich gern sein Lieblingsessen kochen.«
»Ja, unter Umständen gewinnen wir so sein Vertrauen«, sagte Denise. »Also, bis heute Abend, Schwester Regine.«
Denise wollte gerade in ihren Wagen einsteigen, als ein kleines Mädchen aufgeregt auf sie zulief. »Tante Isi!«, rief es und breitete seine Arme aus.
Denise kauerte sich hin. Sie fing die kleine Heidi Holsten, die mit ihren fünf Jahren das jüngste der Sophienluster Kinder war, mit den Armen auf. »Na, was hast du denn, Heidi?«, fragte sie.
»Warum fährst du schon wieder fort, Tante Isi?«, fragte Heidi. »Kannst du nicht mit uns spielen? Wenn die anderen in der Schule sind, ist es schrecklich langweilig.«
»Ich muss nach Schoeneich zurück, Heidi«, sagte Denise.
»Kann ich nicht mitkommen?« Heidi legte ihr Köpfchen schief. »Ich werde auch ganz brav sein und dich nicht stören.«
»Na gut, Heidi, komm mit!«, entschied Denise nach kurzem Zögern.
»O fein! Du bist die liebste Tante der ganzen, ganzen Welt, Tante Isi!«, jubelte Heidi. Sie bedeckte das Gesicht der Gutsbesitzerin mit feuchten Küsschen.
Denise von Schoenecker richtete sich wieder auf. »Ich werde Heidi vor dem Mittagessen von Hermann nach Sophienlust zurückbringen lassen«, sagte sie zu Schwester Regine.
»Hoffentlich stört Sie der kleine Racker nicht bei Ihrer Arbeit«, meinte Schwester Regine.
»Ich störe Tante Isi nicht. Ich habe es doch versprochen.« Heidi kletterte in den Wagen. »Wiedersehen, Schwester Regine.« Sie winkte eifrig.
»Wiedersehen, du kleiner Quälgeist«, entgegnete die junge Schwester lachend und ging ins Haus zurück.
*
»So, Flocki, diesen Fall hätten wir auch unter Dach und Fach gebracht«, meinte Roland Breuninger und legte seinen Aktenkoffer auf den Rücksitz.
Besitzergreifend setzte der Terrier Flocki seine rechte Pfote auf den Koffer und schaute mit seinen runden braunen Augen zum Herrchen empor.
»Du bist ein feiner Wachhund, Flocki«, lobte der zweiunddreißigjährige Roland Breuninger und streichelte das graue Fell des Hundes. »Noch drei Fälle, dann haben wir es für heute geschafft, alter Junge.«
Roland setzte sich hinter das Steuer und gab Gas. Er war leitender Angestellter bei einer großen Versicherungsgesellschaft. Eigentlich besuchte er schon seit Jahren keine Kunden mehr, aber der letzte Vertreter, der den Bezirk um Stuttgart betreut hatte, war seiner Arbeit nur schlecht nachgekommen. Viele Kunden hatten sich beschwert und ihren Austritt aus der Versicherung angekündigt. Roland Breuninger suchte jetzt diese Kunden auf, um sie der Versicherung zu erhalten.
»Siehst du, Flocki, jetzt erlebst du dein Herrchen einmal in Aktion«, meinte Roland. »Es ist doch fein, dass Frau Weller heute nicht auf dich aufpassen konnte.«
»Wuff«, machte der Terrier und schaute aus dem Wagenfenster.
»Du bist ein braves Hundchen, Flocki«, erklärte Roland. »Freust du dich auch, dass Thomas bald wieder bei uns wohnen wird? Wir beide haben ihn schwer vermisst, nicht wahr, mein Alter?«
»Wuff!«
»Schade, dass du nicht sprechen kannst, Flocki.« Roland blickte durch den Rückspiegel. »Vermutlich verstehst du gar nicht, warum alles so gekommen ist. Ehrlich, Flocki, manchmal frage ich mich auch, was haben wir falsch gemacht, ich und Susanne?«
Vor ihnen tauchte das Böblinger Ortsschild auf. Roland drosselte den Motor und fuhr langsamer. An der Bordsteinkante hielt er an und erkundigte sich nach der Beethoven-Straße.
»Immer geradeaus«, meinte die junge Frau, die er gefragt hatte, »dann nach etwa fünfhundert Metern nach links, zwei Straßenecken weiter nach rechts, und schon sind Sie in der Beethoven-Straße.«
»Danke!« Roland kurbelte das Fenster wieder hoch. Es war November. Von draußen war eine eisige Kälte in den Wagen eingedrungen.
Flocki rollte sich auf dem Aktenkoffer zusammen. Er schloss die Augen. Als Roland an seinem Ziel angelangt war und vorsichtig den Aktenkoffer unter dem Hund hervorzog, blinzelte
