Engelchen Simone: Kinderärztin Dr. Martens 77 – Arztroman
Von Britta Frey
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Über dieses E-Book
Kinderärztin Dr. Martens ist eine weibliche Identifikationsfigur von Format. Sie ist ein einzigartiger, ein unbestechlicher Charakter – und sie verfügt über einen extrem liebenswerten Charme. Alle Leserinnen von Arztromanen und Familienromanen sind begeistert!
Immer wieder sah Judith auf die Uhr. Die Zeit scheint still zu stehen, dachte sie und seufzte dabei. Gegen neun Uhr wollte Michael zu Hause sein, und jetzt war es erst kurz nach acht. Am liebsten würde sie am Flughafen in Langenhagen anrufen und fragen, ob die Maschine aus Johannisburg auch pünktlich eintreffen würde. Es war gut, daß sie ihrer Tochter Simone nicht gesagt hatte, daß der Vati nach drei Monaten heute wieder heimkam. Sie wäre sonst nicht ins Bett gegangen und hätte pausenlos gefragt, wann endlich der Vati käme. Zum dritten Mal ging Judith ins Bad und überprüfte ihr Aussehen. Ihr neues Kleid, es war ein Traum aus apfelgrüner Seide, war teuer gewesen, doch Michael liebte es, wenn sie sich für ihn schön machte. Die zweireihige Perlenkette und die dazu passenden Ohrringe hatte ihr Michael von seiner letzten Dienstreise mitgebracht. Ein wenig kokett drehte sie sich vor dem großen Spiegel im Bad. Sie fand, sie sah sehr gut aus. Ihre halblangen schwarzen Haare umrahmten ihr ovales Gesicht, aus dem ihre großen braunen Augen vor Freude glänzten, denn Michael hatte nach diesem Einsatz ganze sechs Wochen Urlaub. In einer halben Stunde liege ich in seinen Armen, dachte sie glücklich. Plötzlich klingelte das Telefon. Sollte die Maschine schon gelandet sein? fragte sie sich, als sie den Hörer abnahm. »Behrend«, meldete sie sich, doch es kam keine Antwort. Sie hörte, wie auf der anderen Seite der Hörer aufgelegt wurde. Der Anrufer hat sich bestimmt verwählt, dachte sie.
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Engelchen Simone - Britta Frey
Kinderärztin Dr. Martens
– 77 –
Engelchen Simone
In schweren Zeiten war sie Judiths Trost
Britta Frey
Immer wieder sah Judith auf die Uhr. Die Zeit scheint still zu stehen, dachte sie und seufzte dabei. Gegen neun Uhr wollte Michael zu Hause sein, und jetzt war es erst kurz nach acht. Am liebsten würde sie am Flughafen in Langenhagen anrufen und fragen, ob die Maschine aus Johannisburg auch pünktlich eintreffen würde.
Es war gut, daß sie ihrer Tochter Simone nicht gesagt hatte, daß der Vati nach drei Monaten heute wieder heimkam. Sie wäre sonst nicht ins Bett gegangen und hätte pausenlos gefragt, wann endlich der Vati käme.
Zum dritten Mal ging Judith ins Bad und überprüfte ihr Aussehen. Ihr neues Kleid, es war ein Traum aus apfelgrüner Seide, war teuer gewesen, doch Michael liebte es, wenn sie sich für ihn schön machte. Die zweireihige Perlenkette und die dazu passenden Ohrringe hatte ihr Michael von seiner letzten Dienstreise mitgebracht.
Ein wenig kokett drehte sie sich vor dem großen Spiegel im Bad. Sie fand, sie sah sehr gut aus. Ihre halblangen schwarzen Haare umrahmten ihr ovales Gesicht, aus dem ihre großen braunen Augen vor Freude glänzten, denn Michael hatte nach diesem Einsatz ganze sechs Wochen Urlaub.
In einer halben Stunde liege ich in seinen Armen, dachte sie glücklich. Plötzlich klingelte das Telefon. Sollte die Maschine schon gelandet sein? fragte sie sich, als sie den Hörer abnahm.
»Behrend«, meldete sie sich, doch es kam keine Antwort. Sie hörte, wie auf der anderen Seite der Hörer aufgelegt wurde. Der Anrufer hat sich bestimmt verwählt, dachte sie. Eigentlich war es eine Unverschämtheit, wieder aufzulegen. Es wäre doch eine Selbstverständlichkeit, sich zu entschuldigen, wenn man sich verwählt hat. Und es war heute nicht das erste Mal. Seit ein paar Wochen schon klingelte in Abständen von vier bis fünf Tagen der Apparat – und immer wurde wieder eingehängt, wenn sie sich meldete.
Ärgere dich nicht über diese Störungen, sagte sie sich, manche Menschen haben eben kein Benehmen.
Daß es immer die gleiche Person war, die anläutete, ahnte sie nicht.
Um die letzten Minuten auch noch rumzubringen, ging sie wieder in die Küche und öffnete den Kühlschrank. Natürlich war der Champagner noch kalt – und die vorbereiteten Schnittchen, mit Delikatessen belegt, sahen verlockend aus. Im Eßzimmer war der Tisch mit Blumen und Kerzen liebevoll gedeckt.
Sicher landete jetzt die Maschine am Langenhafener Flughafen, und Michael würde bald hier sein. Judith ging an das große Panoramafenster, und hinter der Gardine stehend, beobachtete sie die Straße.
Endlich kam ein Auto um die Ecke, doch es war kein Taxi, der Wagen fuhr weiter.
Diese Warterei machte sie ganz fertig. Bleib ganz ruhig, sagte sie sich. Warum hast du nur immer diese Angst, Michael könnte eines Tages nicht mehr zu dir kommen? Tief atmete sie ein und aus, denn dieser Gedanke tat so weh, daß ihr Herz unruhig zu klopfen begann.
Sie ging ins Kinderzimmer, um sich zu beruhigen. Von der Diele fiel das Licht auf ihre friedlich schlafende Simone. Die blonden Locken waren ein wenig zerzaust – im Arm hielt sie ihren kleinen Teddy fest. Ganz sanft, um sie nicht zu wecken, strich sie ihr nun über das seidigglänzende Haar. Als sie die Tür wieder leise hinter sich geschlossen hatte, hörte sie den Gong an der Flurtür. Schnell lief sie die wenigen Schritte und öffnete sie.
»Ich bin wieder da!« sagte Michael, und mit einem Jubelschrei fiel Judith ihm um den Hals. Er drückte sie so fest an sich, daß es schon fast weh tat. Dann schob er sie ein wenig von sich und sah sie prüfend an. »Ich finde, je länger ich von daheim fort bin, desto schöner wirst du.«
»Du Schuft! Soll das heißen, daß du bald wieder weg mußt?«
»Oh, nein – so schnell wirst du mich nicht wieder los.« Er küßte sie nun wie ein Verdursteter.
»Gnade!« stöhnte sie. »Ich bekomme ja kaum noch Luft.«
»Ach, Judith, ich war ganz krank vor Sehnsucht nach dir und unserer Kleinen. Wie geht es ihr?«
»Gut! Komm und überzeuge dich, sie schläft ganz fest. Ich habe ihr nicht gesagt, daß du heute zurückkommst, sie wäre sonst zu aufgeregt gewesen und hätte nicht geschlafen.«
Leise öffnete er die Tür zum Kinderzimmer und ging auf Zehenspitzen an Simones Bett. Judith wußte, wie sehr er seine Tochter liebte. Er weckte sie nicht, er sah sie nur lächelnd an. Ebenso leise schloß er die Tür wieder hinter sich, nahm Judith in die Arme und sagte sehr zärtlich: »Ihr beide seid mein ganzes Glück. Ich könnte es nicht ertragen, einen von euch zu verlieren.«
»Das wirst du auch nicht, Liebster.« Nun zog Judith seinen Kopf zu sich herunter und biß ihn leicht ins Ohrläppchen. »Ich habe großen Hunger – du nicht?«
»Eigentlich nicht, ich habe im Flieger was gegessen.«
Als sich Michael im Bad frisch gemacht hatte, aß er doch mit Appetit. Noch lange saßen sie im Wohnzimmer zusammen, tranken den Champagner und waren so glücklich wie immer, wenn er wieder daheim war.
Nachts wachte Judith ein paarmal auf, um sich zu vergewissern, daß es kein Traum war. Beruhigt schlief sie dann wieder ein, weil sie Michael neben sich spürte.
*
Als die kleine Simone am Morgen wie üblich gegen acht Uhr aufwachte, dehnte und streckte sie sich, schlüpfte dann in ihre Hausschuhe, vergaß auch nicht, ihren Teddy mitzunehmen und wollte, wie fast alle Tage, zu Mami ins Bett, um zu kuscheln. Im ersten Moment stutzte die Kleine, denn Mami war nicht allein, dann stieß sie einen Jubelschrei aus und lief eilig auf das breite Bett zu, wo zwei starke Arme sie hochhoben und liebevoll umarmten.
»Vati, Vati, endlich bist du wieder da«, jubelte Simone. »Ich laß dich nie mehr wieder fort. Alle anderen Kinder haben ihren Vati auch zu Hause.«
»Ich weiß, mein Herzchen. Es tut mir auch leid, daß ich häufig unterwegs bin. Ich vermisse euch beide sehr.«
Nach ein paar zärtlichen Küssen lag Simone zwischen den Eltern.
»Ich zähl wohl gar nichts mehr, wenn Vati hier ist? – Mir hast du heute kein Guten-Morgen-Küßchen geschenkt«, sagte ihre Mutter ein wenig vorwurfsvoll und blinzelte ihren Mann lächelnd an, denn unendlich viel hatte sie von ihm bekommen.
Ganz schnell bekam die Mami auch zwei Küßchen, und Simone sagte dann: »Der Vati war doch so lange, lange in Afrika!«
Es folgte eine wunderschöne Zeit. Für ein paar Tage fuhren sie nach Ögela zu Oma und Opa Behringen, die dort ein schönes großes Haus bewohnten. Sie wanderten durch die blühende Heide, Oma und Opa waren manchmal dabei, sangen lustige Lieder, besuchten den schon sehr alten Schäfer Vinzenz und seine Schafe, von denen sich Simone gar nicht trennen wollte.
Obwohl das Kind seine Mami über alles liebte, war sie jetzt rundum glücklich, weil der Vati auch dabei war.
Auch Anne und Hans Behringer waren von Herzen froh, wenn sie alle zusammen waren. Sie freuten sich über das Glück ihrer Tochter, die tapfer versuchte, die Zeit ohne ihren Mann, wenn er im Ausland arbeiten mußte, zufrieden zu sein.
Michael und Judith hatten keine Pläne gemacht, was sie alles in den noch verbleibenden fünf Wochen unternehmen wollten. Judith hatte dafür Verständnis, daß ihr Mann gern daheim war, auch vorerst keine Hotelzimmer sehen wollte.
Sie machten Tagesausflüge, fuhren mit dem Wagen einmal ans Steinhuder Meer, wo Simone voller Begeisterung die Schwäne fütterte. Und was noch schöner war, mit Vati und Mutti lange mit dem Boot zu fahren. Und bei jeder Gelegenheit wurde fotografiert, weil Michael die schönsten Bilder mitnahm.
Sie besuchten auch den Vogelpark in Walsrode. Das Kind kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, so viele verschiedene Vögel hatte sie noch nie gesehen. Besonders ein Tukan hatte es ihr angetan, er konnte ›Guten Tag‹ sagen und noch mehr, doch das war schwer zu verstehen. Auch die winzig kleinen Kolibris, die ihre Flügelchen so schnell bewegten, daß man sie gar nicht sehen konnte, begeisterten Simone.
Am Abend waren sie alle müde und froh, im eigenen Bett liegen zu können.
»Daheim ist es doch am schönsten«, versicherte Michael immer wieder seiner Judith. Und sie war glücklich, weil er es auch war.
»Papi, du mußt doch nicht so bald wieder weit fort?« fragte eines Morgens beim Frühstück Simone. »Du bleibst doch noch viele, viele Tage?«
»Ja… zwölf Tage bin ich schon hier, also kann ich noch dreißig Tage bleiben«, erklärte er ihr.
Ein bißchen wehmütig sagte
