Über dieses E-Book
Diese Serie enthält alles, was die Leserinnen und Leser von Heimatromanen interessiert.
»Das darf doch net wahr sein! Jetzt hat das Schild schon wieder Schlagseite!« Hans Reiners trat ein Stück von seiner Leiter zurück und musterte mit kritischen Blicken das helle Oval aus Kiefernholz, auf dem in schön verschnörkelten roten Buchstaben die Worte »Herzlich willkommen auf dem Reiners-Hof« prangten. Ilse Reiners schüttelte mit einem nachsichtigen Lächeln den Kopf. »Es macht sich doch gut, das Taferl da droben über der Eingangstür«, stellte sie, das unmutige Brummen ihres Mannes geflissentlich überhörend, fest. »Und schief ist es kein bissel. Das müsste ich schließlich auch sehen. Ich bin doch net blind.« »Blind net«, gab der Reiners-Bauer zurück. »Aber du hast schon immer ein Augenmaß gehabt wie …« Er verschluckte den Rest seines Satzes und zuckte stattdessen die Schultern. »Na ja, wenn du meinst, dass es schön genug ist, können wir es ja lassen. So genau wird die Judith schon net hinschauen.« »Das denk ich auch«, pflichtete Ilse ihm bei. »Erstens haben jung verliebte Leute wie unsere Judith und ihr Scott sowieso nur Augen füreinander. Und zweitens kann ich mir net vorstellen, dass die Judith in ihrer Wiedersehensfreude mit der Wasserwaage nachmisst.
Andere Titel in Johannisfeuer Reihe ( 30 )
Von der Liebe vergessen: Der Bergpfarrer 99 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Tochter seines ärgsten Feindes…: Der Bergpfarrer 102 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSolang du nur zu mir hältst!: Der Bergpfarrer 108 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenStille Tränen – neues Glück?: Der Bergpfarrer 78 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGefallener Engel?: Der Bergpfarrer 126 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBraut für einen Tag: Der Bergpfarrer 119 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWo das Edelweiß blüht…: Der Bergpfarrer 79 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHochzeit mit Hindernissen: Der Bergpfarrer 123 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer unbeugsame Bergbauer: Der Bergpfarrer 104 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEr wollte ihr eine Heimat geben: Der Bergpfarrer 114 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLiebe auf den zweiten Blick: Der Bergpfarrer 109 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEr fühlt sich schuldig: Der Bergpfarrer 120 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGeh' nicht am Glück vorbei: Der Bergpfarrer 100 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVerschmähte Liebe: Der Bergpfarrer 111 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNimm mich, wie ich bin: Der Bergpfarrer 101 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin Mann mit vielen Gesichtern: Der Bergpfarrer 113 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMaria - eine erfolgreiche Frau: Der Bergpfarrer 125 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWer andere auf die Probe stellt: Der Bergpfarrer 118 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHalt dein Glück mit beiden Händen fest!: Der Bergpfarrer 157 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSagt mir, wer mein Vater ist: Der Bergpfarrer 105 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAus einem Traum erwacht: Der Bergpfarrer 127 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWenn sich drei Herzen finden...: Der Bergpfarrer 128 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEndlich eine Heimat …: Der Bergpfarrer 241 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEr brach ihr das Herz: Der Bergpfarrer 106 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWenn aus Freundschaft Liebe wird: Der Bergpfarrer 110 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKatharinas neues Glück: Der Bergpfarrer 115 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIntrige aus Liebe: Der Bergpfarrer 107 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLeise kommt das Glück: Der Bergpfarrer 132 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWas kümmern uns die Leut'?: Der Bergpfarrer 112 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMit dir durch dick und dünn: Der Bergpfarrer 148 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Ähnlich wie Johannisfeuer
Titel in dieser Serie (100)
Von der Liebe vergessen: Der Bergpfarrer 99 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Tochter seines ärgsten Feindes…: Der Bergpfarrer 102 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSolang du nur zu mir hältst!: Der Bergpfarrer 108 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenStille Tränen – neues Glück?: Der Bergpfarrer 78 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGefallener Engel?: Der Bergpfarrer 126 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBraut für einen Tag: Der Bergpfarrer 119 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWo das Edelweiß blüht…: Der Bergpfarrer 79 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHochzeit mit Hindernissen: Der Bergpfarrer 123 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer unbeugsame Bergbauer: Der Bergpfarrer 104 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEr wollte ihr eine Heimat geben: Der Bergpfarrer 114 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLiebe auf den zweiten Blick: Der Bergpfarrer 109 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEr fühlt sich schuldig: Der Bergpfarrer 120 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGeh' nicht am Glück vorbei: Der Bergpfarrer 100 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVerschmähte Liebe: Der Bergpfarrer 111 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNimm mich, wie ich bin: Der Bergpfarrer 101 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin Mann mit vielen Gesichtern: Der Bergpfarrer 113 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMaria - eine erfolgreiche Frau: Der Bergpfarrer 125 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWer andere auf die Probe stellt: Der Bergpfarrer 118 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHalt dein Glück mit beiden Händen fest!: Der Bergpfarrer 157 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSagt mir, wer mein Vater ist: Der Bergpfarrer 105 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAus einem Traum erwacht: Der Bergpfarrer 127 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWenn sich drei Herzen finden...: Der Bergpfarrer 128 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEndlich eine Heimat …: Der Bergpfarrer 241 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEr brach ihr das Herz: Der Bergpfarrer 106 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWenn aus Freundschaft Liebe wird: Der Bergpfarrer 110 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKatharinas neues Glück: Der Bergpfarrer 115 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIntrige aus Liebe: Der Bergpfarrer 107 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLeise kommt das Glück: Der Bergpfarrer 132 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWas kümmern uns die Leut'?: Der Bergpfarrer 112 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMit dir durch dick und dünn: Der Bergpfarrer 148 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Ähnliche E-Books
Brennende Herzen: Der Bergpfarrer 258 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWas geschah in Las Vegas?: Der neue Landdoktor 23 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Frau seines Lebens: Der Bergpfarrer 287 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAus Liebe zu dir …: Der Bergpfarrer 320 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEhrlich währt am längsten: Der Bergpfarrer Extra 43 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBauernschädel Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Liebe stellt keine Fragen: Der Bergpfarrer 494 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAlte Liebe rostet nicht?: Der Bergpfarrer Extra 2 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIm Taumel der Gefühle: Der Bergpfarrer Extra 17 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenStimmen im Wald: Kriminalroman aus der Eifel Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenThomas ist wieder da!: Der Bergpfarrer 249 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Liebe ist stärker: Der Bergpfarrer Extra 16 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGlück im Doppelpack: Der Bergpfarrer Extra 42 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWenn Herzen sich öffnen: Der Bergpfarrer Extra 31 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZweiter Anlauf für Benz ...: Toni der Hüttenwirt (ab 301) 307 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAnna – wo bist du?: Der Bergpfarrer 350 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenStefanies Geheimnis: Ein Heimatglück-Roman - Band 14 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie vier Jahreszeiten des Todes: Kurze und lange Geschichten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAnna – wo bist du?: Der Bergpfarrer (ab 375) 489 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Tochter des Försters: Ein Heimatglück-Roman - Band 9 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer weite Weg ins Glück: Ein Heimatglück-Roman - Band 12 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPhilipps dunkles Geheimnis: Der Bergpfarrer 353 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDu selber bist Musik Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWas nicht ist, kann noch werden: Kinderärztin Dr. Martens 74 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZuflucht auf der Enzian Alm: Toni der Hüttenwirt 457 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Bewährungsprobe: Toni der Hüttenwirt Bestseller 3 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBlind vor Liebe: Der Bergpfarrer 472 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMutterglück auf Raten: Sophienlust Extra 69 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWie sich das Blatt doch wenden kann…: Der Bergpfarrer 357 – Heimatroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKeine Hoffnung: Dr. Daniel 3 – Arztroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Zeitgenössische Romantik für Sie
Vom Milliardär gekauft Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Mr. Wrong (Küsse nicht den Falschen) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPopstar Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Weiße Nächte: Aus den Memoiren eines Träumers (Ein empfindsamer Roman) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAlphas Versuchung: Bad-Boy-Alphas-Serie, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEine gefährliche Frau: Ein Milliardär Liebesromane Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie verbotene Babysitterin: Ein Milliardär - Liebesroman: Nachtclub-Sünden, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMafia Daddy: Vom Silberlöffel zur Silberschnalle: Unterwelt von Las Vegas, #2 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLiebesheirat nur zum Schein? Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Der verbotene Vertrag des Alphas: Eine Werwolf-Romanze voller Macht und Verlangen: Buch der Rebellen, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGeheimnisse der Sehnsucht: Milliardär Liebesromane: Die Assistentin des Milliardärs, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEgotistical Puckboy Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWohin das Schicksal führt: Sophienlust - Die nächste Generation 67 – Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKüssen nach Rezept: Kurzroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin besonderes Praktikum Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMein zärtlicher Verführer: Die Rinucci Brüder 2 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGefährliches Vorspiel: Black Light Roulette: Chicago Bratwa, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZum ersten Mal im Leben Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenStrand im Herz: Romantische Komödie Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Rettung des Dr. Marian: Das Vermächtnis der Marians, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFalscher Bräutigam - wahre Liebe? Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Regenbogen: Milliardär Liebesromane: Gefährliche Gewässer, #4 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHitzkopf Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Ein Milliardär für Cinderella? Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Romana Gold Band 53 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLoving the Boss: Milliardär Liebesroman: Fokus, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSei mein: Milliardär Liebesromane: Unwiderstehliche Brüder, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenJulia Ärzte zum Verlieben Band 54 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Rezensionen für Johannisfeuer
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Johannisfeuer - Toni Waidacher
Der Bergpfarrer
– 237 –
Johannisfeuer
Reich mir deine Hand!
Toni Waidacher
»Das darf doch net wahr sein! Jetzt hat das Schild schon wieder Schlagseite!«
Hans Reiners trat ein Stück von seiner Leiter zurück und musterte mit kritischen Blicken das helle Oval aus Kiefernholz, auf dem in schön verschnörkelten roten Buchstaben die Worte »Herzlich willkommen auf dem Reiners-Hof« prangten.
Ilse Reiners schüttelte mit einem nachsichtigen Lächeln den Kopf.
»Es macht sich doch gut, das Taferl da droben über der Eingangstür«, stellte sie, das unmutige Brummen ihres Mannes geflissentlich überhörend, fest. »Und schief ist es kein bissel. Das müsste ich schließlich auch sehen. Ich bin doch net blind.«
»Blind net«, gab der Reiners-Bauer zurück. »Aber du hast schon immer ein Augenmaß gehabt wie …« Er verschluckte den Rest seines Satzes und zuckte stattdessen die Schultern. »Na ja, wenn du meinst, dass es schön genug ist, können wir es ja lassen. So genau wird die Judith schon net hinschauen.«
»Das denk ich auch«, pflichtete Ilse ihm bei. »Erstens haben jung verliebte Leute wie unsere Judith und ihr Scott sowieso nur Augen füreinander. Und zweitens kann ich mir net vorstellen, dass die Judith in ihrer Wiedersehensfreude mit der Wasserwaage nachmisst. Ich glaube, wir sollten jetzt lieber die Girlande aufhängen, sonst werden wir am Ende net einmal mehr fertig, bis die beiden kommen. Zumal ich in der Küche auch noch nach dem Rechten sehen muss. Als Hausfrau und Bäuerin hab’ ich schließlich net so viel Zeit wie du.«
Der Reiners-Bauer machte ein entrüstetes Gesicht.
Diese Unterstellung wollte er nicht auf sich sitzen lassen. Er öffnete den Mund, um zu protestieren, doch Ilse kam ihm zuvor. Mit Schwung drückte sie ihm ein Ende des gewundenen Tannengrüns der Girlande in die Hände, sodass Hans wie auf ein Stichwort hin die Leiter wieder erklomm, um sein Ende hinter der Willkommenstafel und an den Türkanten zu befestigen.
An der einen Ecke der Tür ging alles glatt, doch auf der anderen wollte die Girlande einfach nicht auf dem Nagel bleiben. Immer weiter beugte Hans Reiners sich zur Seite, bis die Leiter kippte. Ein heftiger Schreck durchfuhr ihn, und das Blut schoss ihm siedend heiß in den Kopf, während er instinktiv mit beiden Händen nach dem Türrahmen griff.
Gleichzeitig umfasste Ilse geistesgegenwärtig die Leiter und drückte mit aller Kraft die schwankende Seitenstrebe auf den Boden zurück.
Hans Reiners stieß, als er das Gleichgewicht wieder erlangt hatte, keuchend den Atem aus und wischte sich den Schweiß von der Stirn.
Das war gerade noch einmal gut gegangen. Aber verdammt knapp war es trotzdem gewesen!
Ein leichter Schwindel befiel den Reiners-Bauer, als er nach unten auf das Pflaster des Hofeingangs sah.
Zwar fühlte er sich eine gute Woche vor seinem fünfzigsten Geburtstag immer noch wie ein Mann in den allerbesten Jahren, aber der kleine Zwischenfall hatte ihm wieder einmal bewusst gemacht, dass die Jahrzehnte doch nicht vollkommen spurlos an ihm vorübergegangen waren. Auch ein noch so strammer Fünfziger war eben leider keine zwanzig mehr!
»So pass doch auf, Hans!«, vernahm er in diesem Moment die ebenso erschrocken wie besorgt klingende Stimme seiner Frau von unten. »Es hätte net viel gefehlt, und du wärst von der Leiter gefallen. Zwei Meter fünfzig sind allemal hoch genug, um sich ein paar Rippen, oder wenn es dumm kommt, sogar das Genick zu brechen!«
Hans Reiners’ Herz begann beim Gedanken an die Gefahr, der er entronnen war, von Neuem heftig zu pochen, und wieder bildeten sich Schweißperlen auf der Stirn des Bauern.
»Ich und von der Leiter fallen. Dass ich net lache! So ein Blödsinn kommt auch bloß dir in den Sinn, Ilse«, rief er trotzig zurück. »Da hätte ich mich schon noch schnell an der Dachrinne festgehalten und wäre daran heruntergekraxelt. Ein alter Bergsteiger wie ich findet immer einen kleinen Vorsprung, an den er sich klammern kann.« Hans Reiners blinzelte seiner Frau zu. »Außerdem hätte sowieso nix passieren können, weil du schon gleich die Leiter festgehalten hast. Die Rolle des Schutzengels steht dir gar net schlecht. Fehlen bloß noch die Flügerln und die langen blonden Locken.«
Ilse Reiners verdrehte die Augen.
»Für deine Sprüche haben wir jetzt keine Zeit, Hans«, mahnte sie, als sie vom St. Johanner Kirchturm den Elf-Uhr-Schlag hörte. »In einer Stunde ist unser Madl da. Und alles muss fertig sein. Nach dem halben Jahr in Kanada wollen wir sie doch noch einmal richtig verwöhnen, ehe sie, wenn der Winter kommt, mit ihrem Scott ganz nach Toronto geht.«
»Daran, dass die Judith uns wieder allein lässt, und diesmal sogar für immer, mag ich gar net denken«, seufzte Hans Reiners.
Mit immer noch ein wenig wackligen Knien stieg er von der Leiter und begutachtete zusammen mit seiner Frau ein letztes Mal die Türdekoration.
»Ich glaub, so kann man es lassen«, sagte er.
Ilse nickte.
»Ich hab’ übrigens bei Pfarrer Trenker schon einmal vorgefühlt wegen einer richtig schönen Bauernhochzeit im Herbst«, schwärmte sie. »Er hat zwar gemeint, man müsste sich in erster Linie nach den Vorstellungen und Wünschen des jungen Paars richten, aber von Haus aus hätte er nix gegen eine Braut im Dirndl und einen Bräutigam im Trachtenanzug. Und auch nix gegen die musikalische Ausgestaltung des Gottesdiensts durch eine Volksmusikgruppe.«
»Unserer Judith würde eine Bauernhochzeit bestimmt auch gefallen«, pflichtete Hans Reiners seiner Frau bei. »Was diesen Scott Barrington betrifft, bin ich mir da allerdings weniger sicher. Wenn unsere Judith und der Wachtler-Florian zusammengefunden hätten, so wie ich mir das immer vorgestellt hab’ …«
»Lass gut sein, Hans«, winkte Ilse ab. »Mir wäre der Florian als Schwiegersohn zwar auch lieber gewesen, aber es hat halt net sollen sein. Die Liebe fällt meistens net da hin, wo man sie gerne haben möchte.« Sie wischte sich ihre Hände an ihrer roten Küchenschürze ab. »Was nützt es über Sachen zu reden, die man doch net ändern kann. Ich schau jetzt lieber nach meiner Schweinshaxen und den Ripperln, damit sie net hart und trocken werden.«
Hans schaute seiner Frau nach, wie sie mit flinken Schritten im Haus verschwand.
Dann klemmte er sich die Leiter unter den Arm und marschierte in Richtung Scheune.
»Wenn das mit dem Anderl net passiert wäre, würde die Welt für uns alle hier auf dem Reiners-Hof vollkommen anders ausschauen«, brummte er in seinen Bart. »Dann bräuchte ich mir keine Sorgen zu machen, wie es einmal auf dem Hof weitergehen soll, wenn ich alt bin und nimmer kann. Ich könnte den Hof meinem Buben, meinem eigenen Fleisch und Blut übergeben. Und alles wär geritzt.«
*
»Geschafft. Der Großstadtdschungel liegt hinter uns. Jetzt ist es nimmer weit bis zum Wachnertal«, verkündete Judith Reiners fröhlich, als sie und Scott Barrington München hinter sich ließen und die Richtung zur Autobahn einschlugen. »Ich bin schon gespannt, ob es daheim immer noch so ausschaut wie vor einem halben Jahr. Oder ob sich net doch einiges verändert hat.«
Scott Barrington musterte seine Verlobte mit einem leicht spöttischen Seitenblick.
»Hast du Angst, dass die Berge nicht mehr am selben Platz stehen?«, feixte er.
Judith überhörte seinen Einwurf.
»Ich hab’ übrigens, während du dich am Münchner Flughafen um unser Gepäck und um den Mietwagen gekümmert hast, auf meinem Handy die Mama angerufen«, erzählte sie unbeirrt weiter. »Damit sie wenigstens ungefähr weiß, wann wir kommen. Und sich net unnütz Sorgen macht.«
Scott Barrington gab keine Antwort, weil er vollauf damit beschäftigt war, in der ihm unbekannten Umgebung nach den richtigen Autobahn-Wegweisern zu suchen.
»Da«, rief Judith plötzlich aus. »Da steht’s. ›Wachnertal‹. Und drunter ›St. Johann‹. Hast du gesehen, Scott?«
Der junge
